Zeugin der Anklage (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von topfmops
Für die chichillenden Mädels
Pro:
Auch beim sechsten oder siebten Mal umwerfend.
Kontra:
Nichts für Freunde der Ballerei oder der 'action'.
Empfehlung:
Ja
Nun macht es gerade bei Yopi Schwierigkeiten über neue Filme oder Bücher zu schreiben, weil sich die Administration seit Monaten beharrlich weigert, neue Produktvorschläge in diesem Bereich freizuschalten.
Vom Wert oder Unwert neuer Filme jedoch an anderer Stelle.
Glücklicherweise sind auch die Geschmäcker verschieden.
Ich denke immer mit Schrecken daran, alle Mädels hätten den gleichen Geschmack.
Ich könnt’ mich ja vor Weibern nicht mehr retten!!
Moment – zwei Zeilen weiter oben steht ‚gleicher’ Geschmack, nicht ‚guter’!!
Dennoch möchte ich Euch auf einen Film hinweisen, der heute Abend auf BR um 22:00 Uhr läuft, besonders diejenigen, die ihn gestern im MDR verpasst haben:
ZEUGIN DER ANKLAGE
Angekündigt wird er mit den dürren Worten:
„Gerichtsthriller. USA ‚57, Regie Billy Wilder. Als Ehefrau des Mordangeklagten sorgt Marlene Dietrich für Spannung vor Gericht.“
Als wenn es das wäre.
Mit Ausdrücken wie ‚einer der besten Filme aller Zeiten’ oder ‚der beste Film’ oder gar ‚Kultfilm’ bin ich sehr vorsichtig. Aber diesen Film habe ich sechs- oder siebenmal gesehen, inkl. gestern, und heute werde ich ihn mir noch mal ansehen. Fußball hin, Fußball her.
Denn ich entdecke jedes Mal neue Aspekte und Handlungsstränge, erfreue mich immer wieder an den fein gezeichneten Figuren, die gegen und miteinander kämpfen.
Das heißt: Den Film kenne ich inzwischen auswendig, was die Handlung angeht. Trotzdem will ich sie kurz beschreiben.
Im Zentrum des Filmes steht der bekannte Londoner Strafverteidiger Sir Wilfrid Robarts, der, kaum aus dem Krankenhaus nach einem Herzanfall entlassen, einen scheinbar aussichtslosen Fall übernimmt, den ein Kollege ihm andient: Sein Mandant, der Handelsvertreter Leonard Vole, wird verdächtigt, die reiche Witwe Emily French ermordet zu haben. Ein Motiv hätte er, denn die Witwe hat ihrem Schützling ihr Vermögen vermacht. Leonard Vole erklärt aber aufgeregt und entrüstet, unschuldig zu sein und davon nichts gewusst zu haben.
Bei der Beweisaufnahme im Prozess werden zunächst der Inspektor von Scotland Yard und danach die Haushälterin der Witwe als Zeugen des Staatsanwalts vernommen. Sir Wilfrid kann die Aussagen beider Zeugen aushebeln. Überraschend präsentiert die Anklage als dritte und letzte Zeugin Christine, die deutsche Ehefrau des Angeklagten. Sie tritt auf als Christine Helm, erklärt, nicht rechtmäßig mit Leonard Vole verheiratet zu sein, widerlegt sein Alibi und belastet ihn mit ihrer Aussage schwer. Sir Wilfrid versucht, sie als unglaubwürdig darzustellen, indem er Widersprüche zu Aussagen, die sie in der Vergangenheit vorgebracht habe, aufdeckt. Die Stimmung im Gerichtssaal kippt trotzdem in Richtung Schuld des Angeklagten. Als einzigen Zeugen der Verteidigung kann Sir Wilfred nur den Angeklagten selber aufbieten und hat keine Alternative, als ihm dem Kreuzverhör der Anklage zu überlassen. Nach der Verhandlung erscheint die Lage für Leonard Vole ausweglos.
Am Abend vor der Urteilsverkündung ruft eine merkwürdige Frau bei Sir Wilfrid an, die ihm in einer Bahnhofskneipe ein Bündel Briefe von Christine an einen gewissen Max verkauft. In den Briefen plant Christine ihre Falschaussage, um ihren Mann an den Galgen zu bringen und frei für Max zu sein. Durch dieses in letzter Minute vorgelegte neue Beweismaterial erreicht Sir Wilfrid einen Freispruch durch die Geschworenen. Es kommen ihm jedoch Zweifel, da die Sache ihm "zu glatt" verlaufen sei.
Nach dem Prozess trifft er noch einmal auf Christine im Gerichtssaal. Da tritt eine erstaunliche Wendung ein: statt der gespielten unglücklichen Liebe Leonards zu seiner Frau hin, wird ihre Liebe deutlich, die sie veranlasste die Briefe zu schreiben und zu verkaufen, um trotz des Wissens seiner Schuld seinen Freispruch zu erreichen. Leonard betritt den Saal und stellt seine neue Verlobte vor, eine andere Frau.
Für alle, die den Film noch nicht kennen:
Den allerletzten Dreh verrate ich Euch nicht. Ich will hier keinen ‚spoiler’ veröffentlichen.
Teile dieser Inhaltsangabe sind meinem Allzweck-Helferlein ‚wikipedia’ entnommen.
Die Besetzung:
· Tyrone Power - Leonard Stephen Vole
· Marlene Dietrich - Christine Helm Vole
· Charles Laughton - Sir Wilfrid Robarts
· Elsa Lanchester - Miss Plimsoll
· John Williams - Mr. Brogan-Moore
· Henry Daniell - Mr. Mayhew
· Ian Wolfe - Mr. Carter
· Torin Thatcher - Mr. Myers
· Norma Varden - Emily Jane French
· Una O'Connor - Janet McKenzie
· Francis Compton - Judge
· Philip Tonge - Inspector Hearne
· Ruta Lee - Diana
Über Charles Laughton und Marlene Dietrich brauchen wir kein Wort zu verlieren, beide in Bestform.
Tyrone Power merkwürdig blass, mit lediglich einem Gesichtsausdruck – das sorgenvolle Aufstützen des Kopfes auf die Hände in der Anklagebank und dem Aufschrei: „Ich war es nicht!“
Ganz hervorragend Elsa Lanchester als Krankenschwester mit Kapott-Hütchen in ihrer andauernden Auseinandersetzung mit Laughton um Spritzen, Tabletten, Kakao, Zigarren, Cognac und dem Anmessen von Bermuda-Shorts.
Charles Laughton in Bermuda-Shorts – eine umwerfende Vorstellung!
Francis Compton als durch und durch britischer Richter führt einige Gewohnheiten des englischen Rechtssystems ad absurdum.
Norma Varden gibt eine exzellente Haushälterin der Ermordeten, die den Richter immer wieder in Erstattungsfragen des englischen Gesundheitswesen verwickelt.
Billy Wilder in Hochform, vor allem durch die komödiantische, sich selbst karikierende Zeichnung der Randfiguren.
Er gibt uns hier einen Vorgeschmack auf Leistungen, die in ‚Manche mögen’s heiß’ und noch mehr in ‚Eins, zwei, drei’ zu einem Weltruhm kommen.
Es sind – wie schon gesagt – die Nebenhandlungen, die diesen Film für mich so sehenswert machen. Vor allem, weil ich immer neue Begriffe wie ‚running gag’ entdecke, die erst sehr viel später ins Kinoleben eingeführt wurden, hier allerdings ausgezeichnet vorweggenommen wurden.
Der Krimi ist übrigens eine Adaption der Kriminal-Kurzgeschichte The Witness for the Prosecution der Schriftstellerin Agatha Christie. Diese ist im Jahr 1933 in dem Sammelband The Hound of Death and other Stories erschienen. Eine Bühnenfassung der Geschichte wurde erstmals am 28. Oktober 1953 im Winter Garden Theatre in London uraufgeführt.
Und wer diesen Film auch heute Abend verpassen sollte, für den gibt es eine DVD bei amazon.de für 9,97 Euro oder zum Ausleihen:
Die technischen Daten sind:
Sprachen: Deutsch (Mono) Englisch (Mono) Französisch (Mono) Spanisch (Mono) Italienisch (Mono)
• Untertitel: Französisch, Niederländisch, Schwedisch, Finnisch, Griechisch
• Bildformat: 4:3, 1.66:1
• Dolby, HiFi Sound, PAL
• Laufzeit: 112 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 22. Juni 2004
• Produktion: 1957
Vertrieben wird die DVD durch MGM Home Entertainment GmbH
Und wer sich jetzt den Film immer noch nicht ansieht, dem kann ich auch nicht mehr helfen.
topfmops, der auch auf anderen Plattformen und in etlichen Tageszeitungen zu Gange ist, bedankt sich fürs Lesen und Bewerten und freut sich auf viele lesenswerte Kommentare.
56 Bewertungen, 19 Kommentare
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04.08.2006, 14:00 Uhr von Fantomiss
Bewertung: sehr hilfreichimmer wieder umwerfend, das ist wahr...
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21.06.2006, 22:37 Uhr von Dr.Claudia
Bewertung: sehr hilfreichEin fein ziselierter Film und - wie Du zu recht sagst - auch bei x-ten Wiederholung ein echter Genuß ... LG Claudia
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21.06.2006, 16:45 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichnicht nur in dem Bereich werden keine Produkte mehr eingestellt! ich warte nun schon seit 4 Monaten auf insgesamt 48 Produkte... kommt eben keines...
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21.06.2006, 15:39 Uhr von diginator
Bewertung: sehr hilfreichSh, liebe grüsse
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21.06.2006, 13:08 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreichSH. Gruß, Ralf
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21.06.2006, 00:17 Uhr von schokofan
Bewertung: sehr hilfreichsh und glg Dagmar
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20.06.2006, 22:28 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan :>))))
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20.06.2006, 22:21 Uhr von Moenchen24
Bewertung: sehr hilfreich*~*~*sh und lieben Gruß da lass*~*~*
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20.06.2006, 21:20 Uhr von anne66
Bewertung: sehr hilfreichWie oft,ich weiß es nicht, haben wir uns den angesehen. Grüßchen Anne
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20.06.2006, 21:19 Uhr von swissflyer
Bewertung: sehr hilfreichSaludos asoleados de Suiza :-)
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20.06.2006, 19:09 Uhr von darras76
Bewertung: sehr hilfreichlg, Daniela
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20.06.2006, 18:04 Uhr von SuicideToday
Bewertung: sehr hilfreich~*~sehr hilfreich~*~man liest sich~*~
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20.06.2006, 17:59 Uhr von Alusru
Bewertung: sehr hilfreichalles toll, lieben gruß uschi.
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20.06.2006, 17:22 Uhr von lara03
Bewertung: sehr hilfreichkönnt ich immer wieder sehen-klasse Film, klasse Bericht. LG
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20.06.2006, 17:16 Uhr von MichiStephan
Bewertung: sehr hilfreichsh + lg
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20.06.2006, 17:00 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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20.06.2006, 16:44 Uhr von Kirikirikeksi1
Bewertung: sehr hilfreichinteressant geschrieben, schönen gruß Kiri
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20.06.2006, 16:12 Uhr von dwarfpitcher
Bewertung: sehr hilfreichNaja, find ich nicht so interessant!
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20.06.2006, 15:17 Uhr von Eurovision
Bewertung: sehr hilfreich♫ ♫ ♫ ... ♪ ..E.. ♪ ..U.. ♪ ..R.. ♪ ..O.. ♪ ..V.. ♪ ..I.. ♪ ..S.. ♪ ..I.. ♪ ..O.. ♪ ..N.. ♪ ... ♫ ♫ ♫
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