Zeugin der Anklage (DVD) Testbericht

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ab 5,50
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Erfahrungsbericht von yerusha

Überraschende Wendungen

Pro:

spannend und packend

Kontra:

nix

Empfehlung:

Ja

ZEUGIN DER ANKLAGE
(\"Witness For The Prosecution\")
(USA, 1957)
Länge: 114 Min.
Verleih: United Artists
Kino-Start: 28.02.1958

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Darsteller:
Charles Laughton Sir Wilfried
Marlene Dietrich Christine Vole / Christine Helm
Tyrone Power Leonard Vole
Elsa Lanchester Miss Plimsoll
John Williams
Norma Varden
Henry Daniell
Una O\'Connor
Ian Wolfe
Torin Thatcher
Francis Compton

Regie: Billy Wilder

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Der Londoner Strafverteidiger Sir Wilfried hat erst kürzlich eine Herzattacke erlitten und steht nun vollkommen unter der Fuchtel seiner Krankenschwester Miss Plimsoll, die am liebsten jegliche Aufregung von ihm fernhalten möchte. So paßt es ihr auch nicht, als kurz nach seiner Entlassung ein befreundeter Anwaltskollege bei Sir Wilfried auftaucht, der dringend einen guten Strafverteidiger für einen seiner Mandanten sucht.

Leonard Vole wird von der Staatsanwaltschaft beschuldigt, sich in die Gunst einer reichen Witwe eingeschlichen zu haben und, nachdem sie ihn zu ihrem Alleinerben gemacht hat, kurzerhand ermordet zu haben. Vole beteuert seine Unschuld, aber Polizei und Staatsanwaltschaft glauben ihm nicht.

Voles Ehefrau, Christine, will zunächst für ihren Mann aussagen, doch da ihr als Ehefrau wenig Glauben geschenkt werden würde, verzichtet Sir Wilfried darauf, sie in den Zeugenstand zu rufen.

Plötzlich wendet sich das Blatt. Christine Vole tritt aus heiterem Himmel als Zeugin der Anklage auf! Zum Entsetzen ihres Mannes und seines Verteidigers behauptet sie nun, Leonard sei in der Nacht des Mordes mit einen blutbefleckten Hemd nach Hause gekommen und habe ihr den Mord an der Witwe French gestanden. Darüber hinaus sei sie nicht rechtmäßig mit Leonard verheiratet, ihr Name sei Christine Helm.

Im Gerichtssaal bricht Tumult aus und die Verhandlung wird vorläufig unterbrochen.

Da meldet sich eine unbekannte Frau bei Sir Wilfried und behauptet, weitere Beweisstücke zur Entlastung von Leonard Vole zu haben. Sir Wilfried trifft sich mit der geheimnisvollen Unbekannten und erhält ein Bündel Briefe von ihr, die von einer Liebesbeziehung von Christine Vole / Helm zu einem bislang unbekannten Mann namens \"Max\" zeugen. Sir Wilfried kommt der Verdacht, daß Christine Leonard fälschlicherweise belastet, um frei zu sein für ihre Beziehung zu diesem Max.

Als die Verhandlung fortgesetzt wird, wähnt sich die Staatsanwaltschaft aufgrund der belastenden Zeugenaussage von Christine schon als Sieger und behauptet, daß die Schuld des Angeklagten erwiesen ist. Daraufhin ruft Sir Wilfried Christine noch einmal in den Zeugenstand und konfrontiert sie mit den Liebesbriefen und seiner Vermutung, sie wolle ihren Mann ins Gefängnis bringen um für einen neuen Mann frei zu sein.

Christine bricht im Zeugenstand zusammen und wird als Lügnerin enttarnt. Das Gericht spricht Leonard vom Verdacht des Mordes frei.

S P O I L E R - wer den Film nicht kennt, bitte hier nicht weiterlesen...

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Nach dem Ende der Verhandlung kommen bei Sir Wilfried erhebliche Zweifel auf. \"Irgend etwas stimmt nicht\" lautet seine Vermutung. Da gesteht ihm Christine, daß Leonard wirklich der Mörder sei. Da sie als liebende Ehefrau aber keine Glaubwürdigkeit vor Gericht besessen hätte, hätte sie dieses kleine Spiel inszeniert, sich selbst als Zeugin der Anklage zur Verfügung gestellt und sich gleichzeitig in der Rolle der geheimnisvollen Unbekannten an Sir Wilfried gewandt. Ihr Plan, sich selbst als Belastungszeugin unglaubwürdig zu machen und daher ihren Mann als Opfer einer Intrige hinzustellen, sei aufgegangen. Da man nicht zweimal desselben Verbrechens angeklagt werden könne, sei Leonard nun frei für sie.

Doch als Leonard in den mittlerweile fast leeren Gerichtssaal trifft, wird Christine mit der grausamen Realität konfrontiert. Der Mann, für den sie aus Liebe all das inszeniert hat, hat eine jüngere Geliebte. Er bedankt sich bei ihr für ihre Hilfe, freizukommen, und will mit seiner Freundin den Gerichtssaal verlassen. Als Christine bewußt wird, daß sie ihn verloren hat, nimmt sie das Messer, das noch als Beweisstück auf einem der Tische liegt, und bringt ihren Mann um.

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\"Sie hat ihn umgebracht!\" - \"Nein, sie hat ihn gerichtet.\"

So in etwa lauten die Schlußworte dieses von vorn bis hinten durchgängig spannenden Filmes. Dieses Meisterwerk ist wohl einer der besten Gerichtsfilme, die ich gesehen habe, da kommt auch kein noch so guter Film aus den letzten Jahren mit.

Im Mittelpunkt Marlene Dietrich als Frau eines Mordangeklagten, die zum Entsetzen ihres Mannes und sämtlicher Anwesender im Gericht gegen ihn aussagt. Was daraus für Verwicklungen entstehen und was sie damit überhaupt bezweckt, das zeugt von großer Spannung und führt zu einem erstaunlichen Schluß.

Unvergessen Charles Laughton als bärbeißiger, unter der Fuchtel seiner Krankenschwester stehender und sich mit kleinen Tricks gegen sie zur Wehr setzender Sir Wilfried und natürlich als Gegenspielerin Marlene Dietrich, die mit Wandlungsfähigkeit und ihrer unvergleichlichen kühlen Erotik beeindruckt.

Obgleich mal Wilder eher als Macher von Komödien kennt, ist ihm hier die Inszenierung eines packenden Thrillers rundum gelungen, stellenweise gespickt von Wilder-typischem Humor, wie z.B. die Dispute mit seiner Krankenpflegerin (gespielt von Laughtons Ehefrau Elsa Lanchester) - alles in allem ein Film, der von allem etwas hat. Ein Muß für jeden Filmfreund

31 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Overknees

    01.05.2005, 23:13 Uhr von Overknees
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ja... die schauspielrische Leistung auch der dietrich in dem Streifen ist nicht zu unterschätzen... schön intensiv. Ich gönn mir heute was leichtes... "Ocean's Eleven" ist angesagt. *greetz* Marc A.