Die Asche meiner Mutter (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen
So müssen DVD-Versionen von Literaturverfilmungen sein
Pro:
- siehe Text -
Kontra:
nüx.
Empfehlung:
Ja
Zum einen, weil Frank McCourts Buch, auf dem der gleichnamige Film basiert, überaus lesenswert ist. Zum anderen, weil Alan Parkers („The Wall“, „Die Commitments“) gelungene Verfilmung so sehenswert ist, wie das Buch lesenswert ist. Und der dritte Glücksfall? Ist die DVD-Version des Films, denn die ist – zumindest in der im Jahr 2000 erschienenen Widescreen-Version sowie in der Neuauflage aus dem Jahr 2003 – glänzend ausgestattet.
Zumindest einem literarisch interessierten oder doch wenigstens angehauchten Publikum müsste das Herz im Leibe hüpfen, denn nicht nur Regisseur Alan Parker hat einen Film begleitenden Audiokommentar eingesprochen, sondern auch Autor Frank McCourt meldet sich zu Wort: Der Autor kommentiert die Verfilmung seines Buches – das nenne ich mal wirklich eine vorbildliche Nutzung der Möglichkeiten, die das Medium DVD bietet. Besser geht’s für meine Begriffe nicht.
McCourt erweist sich, wen wundert’s, als ebenso erzählfreudig wie schreibgewandt. Vor allem erhält Parkers Film gleich zu Beginn und während der ersten Bilder den Ritterschlag des Autors: Das Limerick, das und der Film präsentiert, ist offenbar sehr deckungsgleich mit dem Limerick, das McCourt in seiner Kindheit erlebt und später in seinen literarischen Lebenserinnerungen beschrieben hat. Immer wieder lobt McCourt den Film für sein hohes Maß an Authentizität. Das verdankt der Film natürlich nicht zuletzt dem Set Design. Gerade im Falle der feuchten Parterrewohnung, in der im Winter mehrere Zentimeter hoch das Wasser steht, muss die Kulisse besonders wirklichkeitsnah gelungen sein, denn McCourt kommentiert, beim Besuch des Sets habe er sich geradewegs in seine Kindheit zurücktransportiert gefühlt – kann es ein höheres Lob für eine Filmcrew geben?
Die Kindheit, von der der Film wie Buch erzählen, ist irisch, katholisch – und damit, wie der oft zitierte Klappentext des Buches nicht ohne Koketterie feststellt, natürlich unglücklich. Eines von McCourts Verdiensten als Schreiber liegt darin, dass seine Memoiren trotz des in ihnen geschilderten unvorstellbaren Elends stets einen geradezu unbekümmerten Tonfall haben – seinen Humor hat McCourt, allen Widrigkeiten zum Trotz, offensichtlich nie verloren.
Das findet seinen Niederschlag auch im Film. Dessen Grundtenor ist zwar, dem Sujet durchaus angemessen, reichlich bedrückend. Trotzdem blitzt zwischendurch immer wieder der McCourt’sche Witz auf, der „Die Asche meiner Mutter“ auszeichnet und der den Film grundlegend unterscheidet von den meist grimmen Sozialdramen eines Ken Loach oder den Filmen von McCourts Landsmann Neil Jordan. Die Entscheidung, die Handlung des Films von einem erzählerischen Ich aus dem Off erläutern zu lassen, empfinde ich als ebenso goldrichtig wie die Besetzung der Hauptrollen. Besonders Emily Watson als pragmatische Mutter und Robert Carlyle als großsprecherischer Trunkenbold liefern glänzende Leistungen ab.
Entsprechend positiv fällt mein Resümee aus: Die DVD-Umsetzung von „Die Asche meiner Mutter“ ist eine glänzende Ergänzung der literarischen Vorlage – beiden Medien, Buch wie Film, wäre es zu wünschen, dass DVDs von Literaturverfilmungen grundsätzlich ähnlich glänzende Mehrwerte böten, wie das bei „Die Asche meiner Mutter“ der Fall ist. Wer das Buch gelesen hat und keine Berührungsängste mit der englischen Sprache hat, dem kann ich diese DVD schon allein aufgrund des aufschlussreichen Kommentars von Frank McCourt wärmstens empfehlen.
28 Bewertungen, 10 Kommentare
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28.09.2007, 15:02 Uhr von Wegeno
Bewertung: sehr hilfreich...::: Gruß Werner :::...
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15.09.2007, 23:31 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichDer hat mich total berührt, LG Pet
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13.09.2007, 00:49 Uhr von hope1
Bewertung: sehr hilfreichüberflüssig, überfällig - bin schon zu lange im Ausland :)
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10.09.2007, 03:38 Uhr von firestorm1105
Bewertung: sehr hilfreichSH. LG, Romy
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08.09.2007, 00:46 Uhr von Tut_Ench_Amun
Bewertung: sehr hilfreichLG :-)
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07.09.2007, 15:15 Uhr von Meyerhoffsche
Bewertung: sehr hilfreichHeute mal ganz normale Grüße :)
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06.09.2007, 23:28 Uhr von gerrhosaurus1978
Bewertung: sehr hilfreichLG, Daniela
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06.09.2007, 21:42 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichdas Buch hat mir schon gar nicht gefallen, ob mir da der Film gefällt ist eine Frage
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06.09.2007, 19:49 Uhr von bea1502
Bewertung: sehr hilfreichja, das hört sich wirklich gut an... lg bea
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06.09.2007, 16:05 Uhr von MasterT86
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht. Lg Tobias
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