Wall-E - Der Letzte räumt die Erde auf (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von GoddamnStalker

wall-e räumt auf im feld der animationsfilme

5
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  sehr anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  Kino-Version

Pro:

Animation, Anspruch, Witz, Figuren, Thematik, Umsetzung, Visualität

Kontra:

/

Empfehlung:

Ja

Diesen Bericht habe ich auch auf www.ciao.de veröffentlicht

Vorbemerkung:
Ich halte mich gerade für ein Semester in den USA zum studieren auf und habe den Film im Campuskino gesehen.

Vorspann:
Vor dem eigentlichen Film gibt es wie von Pixel gewohnt einen super toll gemachten kurzen Vorfilm über einen Magier, dessen magischen Zauberhut und einen Hasen, der sehr schön auf den Film einstimmt und komplett ohne verbale Kommunikation auskommt.
Formalitäten:
Länge: 98 Minuten
Regie: Andrew Stanton Drehbuch: Andrew Stanton, Jim Capobianco

Inhalt (Vorsicht massive Spoiler):
Die Erde, einige 100 Jahre in der Zukunft, die Menschheit hat die Erde verlassen und lebt auf einem riesigen Raumschiff im Weltall, das gleichzeitig Konsumtempel, Wohnanlage und Verkehrsmittel ist. Die Menschen sind so faul, dass sich ihre Knochen zurückgebildet haben und alle übergewichtig sind. Maschinen übernehmen alle Arbeit, reichen das Essen, massieren und lesen jeden Wunsch von den Lippen ab. Menschen bewegen sich nicht mehr, weil sie auf einer schwebenden Liege liegen und mit dem Fernsehprogramm oder Kommunikationsmittel direkt vor ihrer Nase ausgestattet sind.
Auf der Erde lebt nur ein Roboter namens Wall-E, gleichzeitig Film Namensgeber, dessen Aufgabe es ist Müll zu sammeln und zu komprimieren und dann "Häuser" aus ihm zu bauen. Neben ihm lebt scheinbar nur eine Kakerlake auf der Erde, die sein treuer Begleiter ist. Wall-E ist zudem ein Sammler und sammelt besondere Gegenstände, die sich vom tristen Müll unterscheiden und erfreut sich der Seltenheit und Besonderheit von Dingen.
Eines Tages landet ein Raumschiff auf der Erde, das einen weiteren, modernen Roboter auf der Erde ablädt- es handelt sich um einen "weiblichen" Roboter namens Eve. Eves Aufgabe ist es auf der Erde nach neuem pflanzlichen Leben zu suchen, damit die im Exil befindlichen Menschen eines Tages auf die Erde zurückkehren können. Wall- E verliebt sich prompt in sie und versucht sich ihr zu nähern, doch sie ist auch dazu programmiert gefahren abzuwehren und hat demzufolge einen eingebauten Verteidigungsmechanismus. Schließlich gelingt ihm doch die Annäherung und er zeigt ihr seine Sammlung und die Dinge, die er gern hat. Angemerkt sei hier, dass das erste Viertel des Films fast völlig wortlos und nur durch Gesten und Mimik übertragen wird.
Eins seiner Sammlungsstücke ist eine Pflanze, die er Eve zeigt und nach einer kurzen Analyse nimmt diese die Pflanze auf, sendet ein Signal an ihre Auftraggeber und geht in den Ruhezustand. Da Wall-E aber verliebt ist, weicht er trotz ihres abgeschotteten Zustands nicht von ihrer Seite. Und das sorgt für einige wunderbare, zauberhaft und herzzerreißende Szenen, die wie gesagt hauptsächlich durch Körpersprache kommuniziert werden. Schließlich erreicht Eves Auftraggeber die Erde und bringt sie zurück von wo sie herkam. Wall- E kann dies nicht zulassen und klemmt sich an das Schiff und folgt ihr. Die Destination ist das Schiff auf dem sich die Menschen befinden, wir erfahren, dass die Menschen nun schon seit 700 Jahren so leben und in einer absoluten Konsumwelt ohne Eigenantrieb leben, aber dabei glücklich scheinen, weil sie es kaum anders kennen.
Eve versucht ihre Mission zu erfüllen, wird jedoch von einem Computerprogramm, dem Autopiloten, sabotiert. Der Captain des Schiffs wird jedoch von der Mission in Kenntnis gesetzt und wird langsam aber sicher belehrt, wie das Leben auf der Erde war und warum es lohnenswert ist zurückzukehren. Der Haken an der Sache ist, dass es bereit vor 700 Jahren Befehle vom damaligen Kapitän gab, den Rückkehr Befehl zu missachten, und dies sollte durch den Autopiloten mit aller Kraft verhindert werden. Aber Wall-E, Eve und der Captain setzen alles daran, wieder zur Erde zurückzukehren und sich von der Faulheit, der Abhängigkeit durch Maschinen und des Verfalls zu entledigen. Ob das gelingt kann man sich fast denken....
Animation:
Die Animation ist unglaublich. Ein visuelles Meisterwerk. Ca. das erste viertel des Films kommt fast vollständig ohne Dialog aus und macht den Film somit fast zum Stummfilm. Natürlich gibt es Ton und Geräusche, aber non-verbale Kommunikation überwiegt und wird durch Piepen, Mimik, Gestik, Körperhaltung und ähnliches Meisterhaft kommuniziert. Manchmal ist es so subtil, das man sehr aufmerksam sein sollte. Aber grade das ist einer der vielen Pluspunkte und stärken des Films. Sowohl die Erde als auch die Szenen im Weltraum und an Bord der Konsumkreuzers sind atemberaubend. Der Detailgrad ist faszinierend. Von der verlassenen, staubigen Erde, die mit Wolkenkratzern aus Müll von Wall- E neu erbaut wird, über spektakuläre Weltraum fahren, bis hin zu detailreichen Massenszenen an Bord des Konsumkreuzers sind hier wahre Meister am Werk gewesen.
Aber auch die stillen Momente überzeugen völlig. Die Interaktion von Wall-E und Eve, von Wall- E und der Kakerlake, von anderen Robotern miteinander, das alles ist völlig überzeugend und im Filmkontext höchstgradig glaubwürdig umgesetzt worden und verzaubert einfach nur. Wall-E ist nicht nur ein verdammt starker Animationsfilm, sondern auch ein Lupenreiner Sciencefiction Film und dazu noch einer der besten überhaupt.
Der Film steckt nur so voller Ideen mit denen man prinzipielle allein schon 100 von Filmen füllen könnte und sie werden perfekt in Szene gesetzt.


Charakterdesign und Figuren:
Das Charakterdesign ist stimmig und überzeugend, dem Pixarteam gelingt es spielend eine höchstgradig sympathische Riege an Roboterfiguren, die beinahe menschlicher sind als die Menschen selbst in Szene zu setzen. Wall-E erinnert an Nummer 5, und seine Funktionen sind sehr erheiternd.
Eves Design ist fast sehr simpel, aber dennoch unglaublich effektiv, durch ihre "Augen" lassen sich sehr schön Emotionen ausdrücken und wer hätte gedacht, dass man den Namen "Wall-E" einfach nur durch Stimmeinsatz so vielfältig, passend und gefühlsbetont herüberbringen kann.
Die menschlichen Figuren sind ihrer Faulheit entsprechen übergewichtig, naiv und etwas tumb anmutend. Innerfilmisch wird ihr Körperwandel durch Knochenabbau aufgrund fehlender Bewegung erklärt und sie bewegen sich über weite Strecken des Filmes nur durch ihre fliegenden Gleiter.. Wenige Menschen fallen durch ihre Andersartigkeit auf. Es gibt eine Frau, deren Monitor durch Wall-Es eingreifen ausgemacht wird und die daraufhin, die realle Welt genießen und wertschätzen kann. Später "befreit" sie zudem noch einen Mann, dem die realle Welt ebenso zusagt.
Auch der Captain ist ob seiner Faulheit und Verblendung teil der untätigen Menschen, wird aber im Laufe des Filmes wachgerüttelt, sodass man sieht, das die Menschheit noch nicht verloren ist, aber dringender Handlungsbedarf besteht.
Auch sehr schön und witzig anzuschauen ist ein Gruppe von Robotern mit Fehlern und Fehlprogrammierungen, die sich Eve und Wall-E nach ihrer Befreiung aus der Werkstatt anschließt.
Themen:
Der Film ist aufgrund seiner Natur als Animationsfilm natürlich für Kinder konzipiert. Dennoch handelt es sich hierbei um einen wirklich vielschichtigen, kritischen und anspruchsvollen Film, der auf vielen Ebenen funktioniert:
-Zum einen als bloße Liebesgeschichte zweier Roboter,
-als Geschichte über Einsamkeit und dem Drang nach Partnerschaft,
-als Schwangerschaftsgeschichte (Wall- E "schwängert" Eve durch die übergabe der Pflanze und sorgt sich nun um das Wohlbefinden seiner Frau und seines "Kindes" und lässt sie deswegen nicht alleine),
-eine Kapitalismus und Konsumkritik, die die Faulheit der einzelnen "anprangert" und konsequent ins worst-case Szenario weiterspinnt,
-eine Kritik über Verschwendung und fehlende Sicht für die Zukunft,
-ein Utopischer/Dystopischer Sci Fi- Film über die Konsequenzen des derzeitigen Lebensstils,
-ein Stummfilm,
-eine Feldstudie über Faulheit und ihre Konsequenzen
Ein Film über das naive Vertrauen zu Maschinen und die Konsequenzen
ein unterhaltsamer Animationsfilm
und prinzipiell noch einige weitere Lesarten

Anspielungen:
Der Film ist reich mit Anspielungen. Wie erwähnt sieht Wall-E aus wie Nummer 5, der Autopiloten Computer erinnert an Hal aus Stanley Kubricks 2001- A Space Odyssee, der Konsumkreuzer und die Firma, die diesen betreibt erinnert an Wal Mart oder ähnliche amerikanische Großkonsumanbieter. Nur um einige zu nennen.
Einordnung in interner Pixar-Hierachie:
Für mich ist dieser Film ganz weit vorne in der Pixar-Hierachie. Er ist einfach unglaublich gut, geschrieben, animiert, umgesetzt und mit wunderbaren Ideen versehen, die dazu auch noch unglaubliche Denkanstöße und Diskussionsgrundlagen bieten und darum handelt es sich hier um einen unglaublich tiefgründigen, anspruchsvollen und wunderbaren Film und ich würde sogar nicht vor dem Wort Meisterwerk zurückschrecken. Meine bisherigen Pixar-Favoriten waren: die Unglaublichen, Findet Nemo, Rattatouie und Monster AG. Aber ich denke, dass wir hier einen neuen Spitzenreiter haben und Pixar schafft es immer wieder sich selbst zu übertreffen, aber diesen Film zu übertreffen wird recht schwierig sein.

Kritik:
Wie wahrscheinlich bereits raus geklungen ist, bin ich von diesem Film hell auf begeistert. Er ist mindestens in der Top 3 der besten Filme des Jahres und ich würde mich nicht wundern, wenn es die ein oder andere Oscarnominierung für den Film geben würde. Einen kleinen Kritikpunkt gibt es jedoch, die Figur des Präsidenten wird leider von echten Darsteller verkörpert, ich hätte hier eine Konsequente Animation der Figuren bevorzugt. Ebenso, kann es sein, dass der Film von den aller kleinsten nicht verstanden wird und diese an manchen Stellen langweilen könnte, weil doch sehr viel subtil geschieht. Selbstredend gibt es dennoch sehr viele visuelle und offensichtliche komische Momente, dennoch muss man hier eventuell Gedults- und Aufmerksamkeitshorizonte der Kinder beachten.

17 Bewertungen, 4 Kommentare

  • Jerry525

    25.09.2008, 11:20 Uhr von Jerry525
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße sh Jerry

  • anonym

    25.09.2008, 10:32 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH für deinen guten Bericht,LG Bernd

  • Baby1

    25.09.2008, 09:50 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • blackangel63

    25.09.2008, 02:07 Uhr von blackangel63
    Bewertung: sehr hilfreich

    GuTe N8 - GrUsS....aNjA