The Signal (DVD) Testbericht

The-signal-dvd-horrorfilm
ab 43,08
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Erfahrungsbericht von LilithIbi

„Wir müssen jetzt mit den Vor-Verurteilungen anfangen.“

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vorab sei gesagt, dass ich mir offen gestanden immer noch nicht sicher bin, ob der knapp 100minütige Film

===The Signal=== eine Art Parodie oder Satire darstellen oder ob er tatsächlich ernst gemeint sein soll. Wäre letzteres der Fall, so sind zumindest eine Hand voller Szenen unfreiwillig komisch; während man sich vor allem an der im Film gesprochenen Zeile

„Jetzt wird es aber langsam lächerlich!“

hochziehen kann. Die _Handlung ist rasch zusammengefasst: nachdem Mya Denton (Anessa Ramsey) ihren Liebhaber Ben Capstone (Justin Welborn) keine wirkliche Antwort darauf gibt, ob sie mit ihm ein neues Leben anfangen möchte, nimmt dieser erstmalig obskure Störgeräusche vom TV-Gerät war, welche an ein arg verschwurbeltes Testbild erinnert. Jenes „Signal“ wird ebenso über Telefon, Handy und Radio gesendet und sorgt dafür, dass die breite Masse der Menschheit regelrecht ausrastet. Sprich: es wird gemordet, was das Zeug hält; und das nicht immer auf die ansehnlichste Art und Weise.
Kaum zu hause angekommen flippt auch Myas Gatte Lewis (AJ Bowen) aus ~ klar, dass Mya nun doch versucht, zum nicht wirklich vereinbarten Treffpunkt Terminal 13 zu gelangen...

===Die Umsetzung=== beginnt mit einer Bebilderung, die mich erst an der Funktionsfähigkeit meines DVD-Players zweifeln ließ. Von der ersten Sekunde an wird der Zuschauer mit einem hohen Spannungsfeld konfrontiert, in dem das Bild immer wieder abbricht und völlig durcheinander zu sein scheint. Es entsteht eine Art surrealer Aufnahmestil, untermauert mit einer Begleitmusik, die an eine Techno-Version von „Psycho“ auf Speed erinnert. Die Atmosphäre ist beklemmend, bedrohlich, die Panik der gezeigten Frauen, die blutverschmiert und an Handschellen gefesselt sind, wirkt ~ kurz darauf schwenkt die Szenerie auf Mya; so dass man sich erst einmal ent-paralysieren muss.

Das zweifellos besondere an „The Signal“ dürfte u. a. Der Umstand sein, dass der Film in quasi drei Teile (Transmission I – Schwer verliebt; Transmission II – Das eifersüchtige Monster; Transmission III – Flucht aus Terminus) unterteilt ist, die jeweils von einem anderen Regisseur erschaffen wurden. Kaum weiß man um diese Information, bildet man sich ein, jenes tatsächlich auch zu merken ~ vor allem der zweite Teil hat seinen eigenen – schwarzhumorigen – Stil und unterhielt mich auf seine eigentümliche Art. Aberwitzige Dialoge seitens Anna (Cheri Christian), die sich durch nichts und niemanden in der Vorbereitung ihrer Silvesterparty zu stören scheint sorgen für einen ganz eigenen Unterhaltungswert; der pathologisch-anthropologische Erklärungsversuch eines Nachbarns, was nun eigentlich draußen vor sich geht, lohnt sich ebenfalls, sich zweimal anzusehen bzw. hören.

Tatsächlich muss man gestehen, dass innerhalb „The Signal“ kein gesteigerter Wert eine nachvollziehbare Hintergrundgeschichte gelegt wurde. Es wird weder geklärt, wer das Signal aussendet, noch fragt überhaupt ein jemand danach. Überdies scheinen die Beteiligten das Geschehen mehr oder minder hinzunehmen anstatt wirklich geschockt zu sein. Weiterer Knackpunkt an der Geschichte, dass der Film vor- und zurückspringt, sich Gesehenes rückwirkend als Wahnvorstellung entpuppt und der Zuschauer immer wieder aufgefordert ist,

Apropos Blut: für schwache Nerven ist „The Signal“ sicherlich nichts; zwar ersparten uns die Macher sekundenlange Großaufnahmen wie bspw. in „Hostel“, doch diejenigen, die empfindlich auf abgehackte Köpfe oder gar angebohrte Arme reagieren, finden mit Sicherheit mannigfaltige Gründe, um wegzugucken. Dementgegen stehen die Szenerien, in denen der Zuschauer lediglich den heruntersausenden Metall-irgendwas bestaunt, während der Körper hinter einer Couch verborgen bleibt. Und das ist auch gut so, um „The Signal“ nicht einen ausschließlichen „Hauptsache brutal“ Anstrich zu geben.

Um was es denn Machern stattdessen ging, bleibt allerdings deren Geheimnis ~ die Gefahren der Volksverblödung durch den übermäßigen TV-Konsum aufzuzeigen, wäre immerhin eine Möglichkeit. An dieser Stelle wären tatsächlich einmal entsprechende '''DVD-Extras''' interessant gewesen ~ bedauerlich also, dass die DVD außer eine handvoll '''trailer''' nichts weiteres parat hält.

Unabstreitbar ist „The Signal“ trotzdem als interessantes Werk zu betrachten. Dadurch, dass es selbst für den Zuschauer bis zuletzt schwierig ist, zu erkennen, wer „gut“ und wer „böse“ ist; wann das töten (weil Notwehr oder purer Angst, selbst getötet zu werden) akzeptabel sein könnte etc., involviert der Film einen Anspruch, dem man sich erst einmal zu stellen bereit sein muss. Vermutlich werden viele, sie sich „The Signal“ angucken, jenen kurz und knapp als „totalen Mist“ abtun. Und ja, auch ich selbst kämpfte zwischendurch arg mit mir selbst, was ich von dem Gesehenen halten sollte ~ kaum jedoch eine Nacht darüber geschlafen, fühlt sich der vermeintliche DVD-Genuss anders an, so dass ich mir überdies sicher bin, mir das Ganze wiederholt ansehen zu wollen.
===Summa summarum== werden Fans von den typischen „Einführung, Hauptteil, Erklärung, Schluss“ Usus bitterlich enttäuscht oder gar ärgerlich sein. Wie bereits angedeutet offenbaren sich manche Kleinigkeiten erst im Nachhinein; bekommen winzige Details ihre nachwirkende Bedeutung.

Tatsächlich muss der Zuschauer sich in einer passenden Stimmung befinden, um „The Signal“ eine Chance zu geben ~ wer völlig unvor-informiert auf das Dargebotene zusteuert, wird vermutlich den Großteil des Gesehenen mit der großen Frage „Und was soll das jetzt?“ zu kämpfen haben.

Für diejenigen hingegen, die darum wissen, dass „The Signal“ übertrieben-überdreht-skurril-morbide und trotzdem zugleich anspruchsvoll-kritisch ist lohnt sich das Anschauen allemale.

23 Bewertungen, 4 Kommentare

  • xYusufAgax

    06.12.2010, 21:14 Uhr von xYusufAgax
    Bewertung: besonders wertvoll

    Super Bericht Freue mich über Gegenlesungen Viele Grüße

  • XXLALF

    06.12.2010, 14:09 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ganz liebe adventsgrüße

  • Lanch999

    06.12.2010, 12:47 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! LG von Lanch999 Würd mich freuen wenn du bei meinen Berichten vorbeischaust! :D

  • katjafranke

    06.12.2010, 10:53 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein SH von der KATJA