The Varangian Way- Turisas. CD Testbericht
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- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von MacDevil
Ein Muss für Freunde des epischen Viking-Metals!
Pro:
sehr abwechslungsreich, gute gesangliche Qualität, ordentliche Gesamtlänge
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Inhalt dieses Berichtes:
- Die Band
- Das Album
- »The Varangian Way« im Vergleich ...
- Fazit
1. Die Band
Die nach einem alten finnischen Kriegsgott benannte Band Turisas wurde 1997 von Mathias »Warlord« Nygård und Jussi Wickström gegründet. Ihr Stil, der die verschiedensten Spielarten des Metals mit finnischem Folk verbindet, lässt sich vielleicht am ehesten noch mit »epischer Viking Metal« beschreiben. Sie selbst haben ja für sich mit ihrem Debut den Begriff des »Battle Metals« geprägt.
2. Das Album
Nach ihrem Erstlingswerk »Battle Metal« aus dem Jahr 2000 veröffentlichten Turisas im Juni 2007 ihr zweites Album. Das Konzeptalbum »The Varangian Way« handelt von der Geschichte des Handelsweges der Waräger zwischen Skandinavien und Konstantinopel.
Es wurde noch eine »Director's Cut«-Version veröffentlicht. Diese enthält neben dem »Radio Edit« der ersten Single-Auskopplung »To Holmgard and Beyond« noch eine Coverversion des Boney-M.-Songs »Rasputin«. Diese hatten Turisas regelmäßig bei Live-Auftritten gespielt und sich wegen der großen Fanresonanz für eine Veröffentlichung entschieden.
2.1 Die Aufmachung
Das Cover wird geprägt von einer altnordisch anmutenden Darstellung eines Waräger-Schiffes. Auf der Rückseite findet sich eine Landkarte, die noch einmal den Weg der Waräger aufzeichnet und die einzelnen Stationen, die in den Songs behandelt werden, markiert. Klasse!
2.2 Die Stücke im Einzelnen
1. To Holmgard and Beyond (5:17) [10/10]
Who is »I« without a past? A river without a source? An event without a cause?
Bombastisch geht es los: Bläser, Gitarren und Drums bereiten den Weg in Richtung der ersten Station der Reise: Holmgard (eine frühmittelalterliche Siedlung südlich von Nowgorod). Gleichzeitig wird ein musikalisches Grundmotiv eingeführt, welches auf dem Konzeptalbum noch mehrfach wiederkehren wird.
Sowohl die Einzelgesänge, als auch der Chor-Refrain klingen überzeugend. Ruhige, nachdenkliche Passagen mit minimaler Drum- und Gitarrenuntermalung wechseln sich ab mit kraftvollen Riffs.
Auch ein Erzählpart (der durchaus an »Prologue For R. R. R.« erinnert) wird in die Eröffnung der Reise eingeschoben.
2. A Portage to the Unknown (4:50) [10/10]
What will we find and what was left behind? There's no return, get it off your mind!
Das zweite Stück beschreibt die Landung nach der Seefahrt. Nach einem grammophon-artigen Einstieg legt der Song richtig los. Auch in diesem Stück wechseln sich großartige Chöre mit ruhigen, sehr dramatischen Soloparts ab. Von Akkordeon-Soli bis E-Gitarren-Salven ist hier alles dabei – großartig!
3. Cursed Be Iron (5:03) [8/10]
Come and view thine evil doings and amend this flood of damage!
»Cursed Be Iron« nimmt sich gar nicht erst die Zeit für einen ruhigen Einstieg, sondern geht gleich in die Vollen. Auch die ruhigen Passagen dienen allein dem Spannungsaufbau vor dem gröhligen Refrain. Leider ist genau letzterer nicht so melodisch wie in den vorangegangenen Songs. Deswegen nur acht Punkte.
Interessant: Turisas' »Cursed Be Iron« enthält Teile des 9. Gesanges des »Kalevala«, in dem der Held Väinämöinen der Herrscherin des Nordlandes verspricht, der Schmied Ilmarinen werde ihr den Sampo schmieden. Im Gegenzug werde dem Schmied die Nordlandstochter versprochen.
4. Fields of Gold (4:34) [6/10]
A fight for existence. Life-death: 0-0
»Fields of Gold« ist wieder ein sehr episches Stück. Bläser und ein sehr eingängiger Rhythmus tragen es vorwärts. Super ist der marsch-ähnliche Zwischenpart mit Flöte und Percussion! Leider kommt in diesem Stück die Stimme nicht so besonders gut zur Geltung.
5. In the Court of Jarisleif (3:17) [9/10]
May beer flow as long as we can stand on two! All the pretty girls, come, keep us warm!
Das fünfte Stück beginnt mit einem witzigen »toast to our generous host, Jarisleif«, denn es spielt (wie bereits der Titel verrät) am Hofe von Jaroslaw dem Weisen, dem Großfürsten von Kiew. Die aufgebaute Atmosphäre zeugt wie schon auf dem ersten Album von Turisas' Fähigkeit, Feierstimmung musikalisch nicht nur zu transportieren, sondern auch zu erzeugen! Mit einer russischen Tanzeinlage steigert sich »In the Court of Jarisleif« in ein Finale furioso! Top!
6. Five Hundred and One (6:18) [8/10]
Where did I come from? Was I already here?
Im sechsten Stück des Albums gefallen mir die Strophen deutlich besser als der Refrain. Das allerbeste an »Five Hundred and One« ist jedoch der Beat: Der galoppiert in einigen Passagen unglaublich voran und treibt diesen Song zu acht Punkten!
7. The Dnieper Rapids (5:20) [9/10]
A terrible noise heard from far away drowning all other sounds.
Die Stromschnellen des Dnepr machen ihrem Namen hier durchaus Ehre. Die alles verschlingenden, gnadenlosen Fluten schlagen sich nieder in fast orchestralem Arrangement von Bläsern, Streichern, Gitarren sowie dramatischem Chorgesang einerseits und dem tiefen Gröhlen des Frontmanns andererseits. Klarer Frauengesang in Zwischensequenzen symbolisiert die Hoffnung auf das Ende der wilden Fahrt mit ungewissem Ende. Eine wahre Oper!
8. Miklagard Overture (8:18) [10/10]
My sun rose in the North and now sets in the South.
»The Varangian Way« endet mit einem der großartigsten Songs des Albums. Die Epik dieses Stückes erschließt sich eigentlich nur beim Selberhören: Die Freude über die abgeschlossene Reise entlädt sich im Anblick der Mauern Miklagarðs (Konstantinopels). Der Kreis schließt sich mit Wiederholung des Holmgard-Motivs aus dem ersten Stück.
2.3 Auswertung
»The Varangian Way« erhält in meiner persönlichen Wertung 70 von 80 möglichen Punkten. Eine große Leistung und alles in allem ein wirklich rundes Arrangement! Von Anfang bis Ende sieht man dem Konzeptalbum seine Struktur an, jeder Song passt genau an die Stelle, an der er steht.
3. »The Varangian Way« im Vergleich ...
... mit Turisas' Debutalbum »Battle Metal«: Die Growl-Parts wurden auf dem zweiten Album im Vergleich zu »Battle Metal« zwar deutlich zugunsten des cleanen (unverzerrten) reduziert; an genau den richtigen Stellen gelingt es Nygård und Wickström jedoch, die inhaltlich nötige Dramatik mit geschickt eingesetztem »Schreigesang« aufzubauen.
Ein wenig schade fand ich, dass man auf dem Weg der Waräger, von einigen wenigen fremdsprachigen Brocken abgesehen, hauptsächlich Englisch singt. Mit Freude denke ich da an Sternstunden wie »Rex regi rebellis« oder »Sahti-waari« vom Erstlingswerk zurück.
... mit Werken anderen Pagan/Viking-Metal-Bands: Turisas brauchen sich nicht hinter Größen wie Ensiferum oder Finntroll zu verstecken. Sie haben es mit nur zwei Alben geschafft, einen für sie unverwechselbaren Sound zu kreieren, der locker mit den »gestandenen Wikingern« mithalten kann!
4. Fazit
Nach »Battle Metal« war mir klar, dass das zweite Album der Finnen für mich ein Pflichtkauf sein würde. Dass es sich um ein Konzeptalbum handeln sollte, machte mich nur noch gespannter. Ich kann nun sagen: Ich wurde nicht enttäuscht! »The Varangian Way« ist ganz großes Kino!
Empfehlenswert für alle, die sich gern »Epic«, »Nordic«, »Pagan« oder »Viking« vor ihr »Metal« schreiben!
29 Bewertungen, 12 Kommentare
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25.11.2008, 18:03 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichDer Bericht gefällt mir wirklich gut. SH LG MasterSirTobi
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15.11.2008, 01:04 Uhr von LiFo
Bewertung: sehr hilfreichGut gemacht! Viele Grüße aus dem Saarland
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12.11.2008, 16:30 Uhr von Gozo-Bernie
Bewertung: sehr hilfreichwieder ein Gruss aus Catania - bernie
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11.11.2008, 20:20 Uhr von Groudon1
Bewertung: sehr hilfreichKlasse berichtet! Freu mich auf Gegenlesung! LG
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11.11.2008, 19:36 Uhr von senora
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche einen gemütlichen Abend.
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11.11.2008, 19:14 Uhr von Futzi99
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht! LG Futzi
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11.11.2008, 18:24 Uhr von racheane
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße.... Anne
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11.11.2008, 18:17 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Rest vom Dienstag noch.Lg Sigi
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11.11.2008, 16:45 Uhr von Purzel2
Bewertung: sehr hilfreichLieben Gruß von Andreas
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11.11.2008, 15:50 Uhr von Jerry525
Bewertung: sehr hilfreichsh, neuer Bericht auch von mir heute online schau mal rein lg JERRY
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11.11.2008, 15:31 Uhr von sonnenbaerchen
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße vom Sonnenbaerchen
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11.11.2008, 15:24 Uhr von werder
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht! Lieben Gruß aus Hannover!
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