Lilo & Stitch (DVD) Testbericht

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Lilo-stitch-dvd-zeichentrickfilm
ab 3,21
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Erfahrungsbericht von winterspiegel

Ein Spielkamerad von ganz besonderer Art

Pro:

Musik, Zeichenstil, Stimmung

Kontra:

Nicht viel

Empfehlung:

Ja

In der jüngsten Vergangenheit erlebte die Disney-Company mit „Atlantis“ und „Der Schatzplanet“ empfindliche Einbußen an der Kinokasse, die selbst das weltweite Mäuseimperium nicht so einfach wegstecken konnte. Beide Animationsabenteuer waren technisch erste Sahne, aber an der Story haperte es mehr oder weniger halt doch.
Anders sah es bei einem Disney-Zeichentrickfilm aus, der zeitlich zwischen beiden oben genannten angesiedelt war. Mit der schlichten Schönheit eines klassischen Disney-Streifens, verbunden mit einer rasanten und schwungvoll-neuzeitlichen Geschichte, fand ein kleines Mädchen und ihr außerirdischer Freund, schnell Einzug in die Herzen von jung und alt.



Filmhandlung


In einer weit weit entfernten Galaxis muss sich der egozentrische Professor Jumba vor einem Tribunal verantworten. Der geniale Forscher hat mal wieder des Guten zu viel getan, und mit der Kreatur 6-2-6 ein viel zu gefährliches kleines Monster geschaffen, das eine enorme Bedrohung für das gesamte Sonnensystem darstellt..
Umgehend wird 6-2-6 auf eine Strafkolonie geschickt, doch durch ein Missgeschick kommt es, dass die kleine Kreatur vom Kurs abkommt und auf die Erde stürzt.

Nani und ihre jüngere Schwester Lilo leben seit dem Tod ihrer Eltern allein auf Hawaii. Nani hat größte Schwierigkeiten ihrer kleinen Schwester ein geeigneter Ersatz von Vater und Mutter zu sein, so ist praktisch jeden Tag kräftig Knatsch angesagt. Um Lilo einem Freund zu beschaffen, führt sie beider Weg ins örtliche Tierheim. Dort entdeckt das kleine Mädchen auch schnell einen -,zwar etwas seltsamen aber doch recht drolligen blauen Hund, der ihr auch sofort gefällt. Ohne zu merken, dass sie eines der gefährlichsten Geschöpfe des Universums aufgenommen haben, gehen die Geschwister nichts ahnend nach Hause.

Im Heim der beiden Mädchen kann 6-2-6 aber seine wahre Natur nicht immerzu verbergen. Schnell ist das gesamte Haus auf den Kopf gestellt. Ausgerechnet in diesem Moment bekommen die beiden Mädchen auch noch Besuch von einem Typen der Jugendfürsorge. Der ist überhaupt nicht begeistert und gibt Nani eine Frist, um für ihre kleine Schwester für ein fürsorglicheres Zuhause zu sorgen. Lilo versucht deshalb alles um ihrem außerirdischen Spielkameraden, den sie Stitch genannt hat, dementsprechende Manieren beizubringen.

Doch aus dem All kommt weiteres Ungemach. Professor Jumba und sein Begleiter sind angewiesen das fehl geschlagene Experiment einzufangen, und wieder in Gewahrsam zu nehmen. Verkleidet als Urlauber - um nicht sofort als Aliens aufzufallen - machen sie sich daran unbemerkt an Stitch heranzupirschen. Doch der beginnt sich langsam an seine neu gewonnene Familie zu gewöhnen...



Kritik


Anfangs sieht es beinahe so aus, als ob dieses Zeichentrickabenteuer auf eine Lucas`sche Space-Odyssee hinauslaufen würde. Doch schon nach wenigen Minuten wird klar, dass die Handlung vom Rest des Films dann doch in sonnenverwöhnten und wellenumbrandeten Hawaii spielen wird.
Deshalb ist auch das erste, dass mir überraschend positiv aufgefallen ist, die unglaublich idyllisch anmutenden Hintergrundbilder in Pastelltönen, vor dessen Kulisse Lilo und ihr außerirdischer Gefährte ihr Abenteuer vorwiegend zu bestehen haben. Diese beiden Hauptdarsteller sind - wie auch meist die Nebenakteure -in weitgehend knubbeliger Art mit auffallend runden Formen von den Disney-Zeichnern auf Papier zum Leben erweckt worden.

Heraus kommt letztendlich ein ungemein harmonischer Stil, der einen regelrecht in diese phantastische Welt hineinzieht. Hinzu kommt auch ganz besonders, dass der spaßige Gesichtspunkt der Geschichte ohnehin nie zu kurz kommt und für Aufheiterung bei groß und klein, sozusagen im Minutentakt sorgt. Die eingedeutschten Synchronstimmen wurden - wie das bei Disney sowieso gang und gebe ist - mit besonderer Sorgfalt ausgewählt. Vor allem die kleine Lilo bekommt ein überaus possierliches deutsches Lästermaul verpasst. Eine besonders süße Kinderstimme, die aber zuweilen durchaus tiefsinnige und eher erwachsen klingende Lebensweisheiten auszusprechen pflegt.

Natürlich darf Elvis Presley nicht vergessen werden, mit dessen Songs der Trickfilm erst so richtig auf Touren kommt und ihm den passend korrekten (Hüft)Schwung verleiht. Es war sicher eine ausgezeichnete Idee der Macher, sich die Musikrechte der Lieder des „Kings“ zu beschaffen, die zweifellos nicht ganz preiswert waren.
Schließlich kommt der Streifen immer wieder auf das Thema der „Familie“ zu sprechen, dass ein starkes Hauptmotiv des Films zu sein scheint. Eine Angelegenheit die selbstverständlich erscheint, solange man noch so eine intakte Gemeinschaft sein eigen nennen kann. Hier wird auf sehr liebenswürdige Weise gezeigt, wie vom kleinsten Mädchen, über das abgebrühteste Alien, wohl niemand sehr lange ohne diesen hilfreichen Rückhalt auszukommen vermag.



DVD


Der Silberling des Disney Erfolgs wurde in gewohnter Güte und mit einigem an Extraausstattung realisiert. Das Bild hinterlässt in glasklaren, aber dennoch sehr weichen Farben einen sehr guten und geradezu erfrischenden Eindruck.
Der Ton, der mit dem entsprechenden Equipment auch in DTS zu genießen ist, kommt auch in Dolby Digital ungemein hell und räumlich rüber. Die Effekte sind allerdings etwas sparsam verteilt und die Tiefen könnten auch noch um einiges drucksvoller über die Lautsprecher kommen.
Die Zusatzausstattung ist bis auf das Making of meist nur für die lieben Kleinen ausgelegt, sodass dem erwachsenen Zeichentrickfan mehr oder weniger hier die kalte Schulter gezeigt wird. Eine spezielle Edition – eventuell mit einer zusätzlichen DVD - wäre deshalb zumindest wünschenswert gewesen.



Die Extras im Einzelnen:


Lilo´s Lexikon: Die Aloha-Inseln

Die angenehmen deutschen Stimmen von Nani und Lilo erzählen viel wissenswertes über die einzelnen Inseln Hawaii, Oahu, Maui, Kauai, Lanai und Molokai. Im Stil von Kinder und Jugendsendungen erstellt, gewähren diese Beiträge einen groben, aber dennoch interessanten
Einblick auf diese Inselgruppe.


Der Unterricht im Hula-Tanz

Ein Meister dieses Nationaltanzes erklärt anhand seiner Mädels die einzelnen Schritte des Tanzes und worauf es bei den einzelnen Bewegungen vor allem ankommt.


Der Look von Lilo& Stitch

Hier werden die Vorlagen von Regisseur und Autoren Chris Sanders erläutert, der die Zeichnungen selbst angefertigt hat und vorlagengetreu von den restlichen Zeichnern übernommen wurde, um daraus schließlich den Film zu machen.


Animation des Hula Tanzes

Gezeigt wird die aufwendige Arbeit, wie der Tanz in den Zeichentrickfilm detailgetreu eingearbeitet wurde und zu einer stimmungsvollen Einlage des flotten Animationsspektakels wird.


Making of Lilo& Stitch

Mit 19 Minuten ist dieser Beitrag zwar doch um einiges länger als alle anderen, leicht enttäuscht war ich trotzdem. Dort geben zwar Chris Sanders und Dean Deblois - die Autoren und Regisseure des Films einen netten Einblick in die Disneys Kreativwerkstätten, dennoch bleibt alles doch relativ oberflächlich. Auch der deutsche Star-Zeichner in Disney Diensten Andreas Deja, der an solch Meisterwerken wie „Der König der Löwen“, „Arielle“, „Aladdin“, „Die Schöne und das Biest“, „Herkules“ und letztlich „Lilo & Stitch“ mitgewirkt hat, bekommt eben mal nur ein paar lächerliche Sekunden um sich vorzustellen. Alles in allem viel zu wenig, um dem tollen Film auf digitalem Datenträger voll und ganz gerecht zu werden.

Außerdem gibt es noch ein Spiel: Das Alien Experiment, ein etwas nerviges, primitives Spielchen, dass vielleicht noch den Jüngeren einen gewissen Spaß bereiten kann.
Die Jahre bei Disney: Eine sehr kurze amüsante Episode, in der Stitch sich einfach in verschiedene Disney-Klassiker einschleicht und so seine Späße treibt.
Drei zusätzliche Szenen die im Film der Schere zum Opfer fielen.
Ein Making of zu „Burning Love“ mit Wynonna: Gezeigt wird eine knappe Einspielung über die Entstehung des Titelsongs.
Das Musik Video: “J can’t Help Falling in Love With You“, mit den A´Teens und den Kinotrailer.

Alle Extras wurden deutsch untertitelt oder synchronisiert.



Fazit


Als ich die ersten Zeichnungen des Disney-Films sah, konnte ich mich nicht sofort damit anfreunden. Irgendwie zu grob fand ich den Zeichenstil der Figuren. Erst mit den laufenden Bildern, offenbart sich freilich erst die volle Schönheit und Anmut der liebevoll gezeichneten Animationen. Die Silberscheibe bietet 80 Minuten unglaublich amüsante Unterhaltung, die so ziemlich für jedes Alter ein Anschauen rechtfertigt. Für die Fraktion der Trickfilmfans ist der Silberling ohnehin ein unbedingtes Muss.

Die DVD ist was den Bereich Bild und Ton anbelangt, absolut auf der Höhe der Zeit. Im Gegensatz dazu ist die Bonusausstattung viel zu Kindgerecht und meiner Ansicht auch zu mager ausgefallen.
In dieser Disziplin sollten sich die Macher bei den hauseigenen Kollegen einmal umschauen, die mit einer viel ausgewogeneren Mischung und reichhaltigeren Extras auf DVD richtiggehende Erlebniswelten (z b. Monster AG, die Schöne und das Biest) im Stande sind zu kreieren.

Gleichwohl ist diese Silberscheibe eine Empfehlung für alle Animationsfreaks, die sich vom sonnigen Hawaii und den beiden ungewöhnlichen Hauptdarstellern verzaubern lassen wollen.
Eine Fortsetzung muss deshalb auf alle Fälle her - und wenn es dazu kommen sollte, dass ich den zweiten Teil Bild für Bild höchstpersönlich selber zeichnen müsste.



Filmdaten

Laufzeit: 80 Minuten

Tonformat: Deutsch dts 5.1 / Dolby Digital 5.1 / Englisch Dolby Digital 5.1

Bildformat: 1:1.66 (16:9)

Untertitel: Deutsch / Englisch


(c) winterspiegel für Ciao & Yopi

41 Bewertungen, 1 Kommentar

  • mima007

    09.07.2004, 16:27 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Verschnitt ist der hammer!