Ruinen (DVD) Testbericht

D
Ruinen-dvd-horrorfilm
ab 26,60
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

Von den Schrecken der Pflanzenwelt....oder so was in der Art.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit ein paar Wochen gibt es für rund 20 EUR den hochgelobten Schocker

==Ruinen==

als recht eindrucksvoll gestaltetes DVD-Packerl zu kaufen. Die auf der Vorderfront angebrachte Aussage seitens der „TV Movie“, der da lautet: „Ein wahnsinnig guter Schocker, der an den Kinositz fesselt“ macht in der Tat neben dem Bild an sich was daher ~ und trotzdem war ich bis zuletzt mehr als kritisch, eben weil die Story mehr als abgedroschen klingt.

Von meinen Worten „der Film ist entweder richtig gut oder grottenschlecht; dazwischen kann ich mir eigentlich nichts vorstellen“ nicht sonderlich beeindruckt, vergrößerten meine Eltern ihre DVD Sammlung um eben diesen Kracher. Warum mir nach erfolgter Begutachtung jener Film regelrecht aufgedrängt wurde, ist mir just in diesem Moment recht klar.

===Die Story===

ist wie gesagt mal wieder mehr als leicht nacherzählt und ebenso plump gestrickt:
Am letzten Urlaubstag schreckt eine Collegestudentin am Pool hoch; ihr heißgeliebter Ohrring ist futsch. Wie der Zufall es so will, findet ausgerechnet ein deutscher Touri jenen Klunker und palavert nebenbei darüber, dass er am Folgetag seinen Bruder in einer „geheimen Ruine“ besuchen gehen will. Von den ewig gleichen Fotomotiven gelangweilt, beschließen die vier Collegefreunde spontan, jenen Matthias ganz einfach zu begleiten.
Nein, was für ein Zufall aber auch das alles wieder war!
Passend dazu handelt es sich bei jener genannten Ruine selbstredend um ein Überbleibsel der Maya. Mal wieder, sozusagen.

Mitten im Busch angekommen wagt Amy dann auch, mal die Frage einzuwerfen, wie man überhaupt zurück zum Hotel zu gedenken meint ~ zumal der Taxifahrer schneller futsch war, wie man gucken konnte. Dass mitten im Busch niemand der fünfe Empfang auf seinem Hightechhandy hat, stört die Abenteuerlust kaum, immerhin erblicken sie ein Zelt auf dem Hügel der Ruine. Und ab geht’s ins Gestrüps mit ein paar Flip-Flops.

Die Idylle bricht zusammen, als ein paar nicht näher bezeichnete Dschungeleinwohner regelrecht panisch auf die Besucher reagieren, was wiederum unsere 5 Freunde in Panik versetzt. Nunja. Nicht alle ~ Amy knipst munter weiter und macht vermeintlich mit eben dieser Geste die Menschen richtig sauer.

Doch selbst ich kann mich irren ~ denn wie sich in einer späteren Szene herausstellt, werden die Speerwerfer vielmehr richtig sauer, sobald jemand in Kontakt mit dem die Ruine umwuchernden Grünzeug gerät. Und dann gibt’s auch schon die erste Leiche.

Laut DVD-“Klappentext“ wartet in der Ruine „etwas unaussprechlich Böses darauf, seine Opfer in einen nicht enden wollenden Alptraum aus Angst und Horror zu zerren. Angst und Paranoia fressen sich in ihren Verstand, dann ihre einzige Chance zur Flucht besteht darin, das Undenkbare zu begehen.“

Ähm....ja. So kann man die Idee, ganz einfach zu versuchen, mit dem gefundenen Jeep nebst Wagenschlüssel davonzubrausen, natürlich auch nennen.


==Umsetzung nebst Ha-ha-Effekt==

Sicher...in dem Film ist nichts so lustig gemeint wie es nun dank meiner flappsigen Wiedergabe nun daher kommt. Und eigentlich gibt es in der Tat genug Szenerien, die den ein oder anderen Zuschauer dazu verleiten, das Patschehändchen des Mitguckers zu zerquetschen. Die Singles unter uns krallen sich in ihr eigenes Schulterblatt. Naja, zumindest eine tut das.

Wie dem aber auch sei; im Grunde lag auf der Hand, dass eine derartig altbackene Idee „da sind ein paar Archäologen in ner Ruine der Maya und da ist was böses im Busch“ nicht wirklich mit was endgeil-spektakulärem daherkommen kann. Dass man allerdings Meerjungfraumanns „Da ist Böses im Busch“ derartig wörtlich nehmen kann, war auch mir neu.

Lobenswert ist an dem Film zweifelsohne jedoch, dass hier auf ein möglichst gruselig ausschauendes Monster und unnötige Effekthascherei verzichtet wird. Die Kameraführung ist obendrein geschickt genug, um die Vorkommnisse nicht ins Groteske zu ziehen und den Zuschauer erst im Nachhinein an „Der kleine Horrorladen“ denken zu lassen.

Man hätte nämlich alles wirklich sehr obskur aussehen lassen können. „Ruinen“ hingegen verzichtet jedoch darauf und lässt den Zuschauer eher im Hintergrund sehen, was da nu eigentlich los ist in der Ruine. Na, immerhin verwirrt der Titel des Filmchens hier mal nicht.

Ebenso erfreulich, dass hier mal auf die „erhobene Zeigefinger“-Dramatik verzichtet wurde: endlich quakt mal kein inwiefern-auch-immer-Involvierter davon, dass die Menschen gewisse Dinge einfach ruhen lassen sollten, böse Mächte geweckt haben und bla.
Ganz im Gegenteil: das ganze wieso-warum-weshalb-und-was-ist-da-eigentlich-genau-los wird überhaupt nicht weiter berücksichtigt, vielmehr baut der Film auf diverse Schockmomente auf, die mich ganz entfernt an Saw erinnern. Nur halt ohne dazugelieferte Säge; dafür jedoch mit einem fragwürdigen Knochensägeinstrument. Aber das sollte sich jeder selbst ansehen. Bzw. eher nicht; je nachdem, wie hart im nehmen der ein oder andere ist.

Apropos hart im nehmen: freigegeben ist der Film im übrigen bereits ab 16 Jahren, was mich stellenweise im Vergleich auf andere Altersempfehlungen anderer Filmchen doch ein wenig wundert ~ wobei es die anfänglich arg pubertär-wirkenden Szenen irgendwo vermuten ließen.

Genauer gesagt schlittert der Film in den ersten 10min an einem genervten Augenverdrehen haarscharf vorbei ~ zum einen erinnerte es zu sehr an zig andere „paar Jugendliche alleine im Wald / in einem beliebigen Gebäude, die sich irgendwann nackisch machen und wenig bis mittelprächtig später im Blut schwimmen“ Machwerke. Wobei ich hiermit nu auch nicht sagen will, dass ich zwischendurch nicht kurz an „Hostel“ denken musste. Denn den Spruch „Irgendjemand vom Hotel wird uns suchen kommen. Amerikaner können nicht so einfach verschwinden.“ hab ich für meinen Teil schon mal wo gehört...

Erfreulich ist allerdings, dass die Darsteller allesamt nen guten Job hingelegt haben. Bei den Schauspielern klingelt bei mir zwar nix, höchstens bei Jonathan Tucker mal ganz leise; doch Jena Malone, Shawn Ashmore, Laura Ramsey und Joe Anderson sagen mir mal wieder rein gar nix. Was ja nicht unbedingt was schlechtes sein muss. Genervt hat niemand, hier und dort gab es sogar eine kleine Entwicklung und überraschende Wendung zu sehen, so dass ich über keinen so richtig meckern könnte. Auch sieht Matthias nachher so richtig schön überzeugend leidend, verzweifelt und käsig aus; nix wirkt zu übertrieben oder zu unecht oder wie gesagt zu sehr auf Ekeleffekt getrimmt.

Hier und da gibt es tatsächlich Szenen, die gruselig oder vielmehr schockierend sind. Ebenso kann ich zu der weisen Entscheidung gratulieren, dass der Film auf die sonstigen Vorraussehbarkeiten verzichtet. Wie bei „Herr der Fliegen“ oder gar „Open Water 2“ hatte ich irgendwo erwartet, dass es nicht lang dauern würde, bis das Grüppchen sich in untergrüppchen spaltet und aufeinander losgeht. Zwar passiert letzteres irgendwie doch, aber eben nicht so, wie man sich das von Anfang an gedacht hätte. Und offenkundig haben sich bis zum letzten Atemzug ja doch alle lieb.


==Summa summarum==

würde ich sagen, dass man sich „Ruinen“ an für sich gut mal ansehen kann, sofern man sich bewusst vor Augen hält, dass beim Stichwort „Maya“ eigentlich jeder Film aufs selbe hinaus läuft. Meiner Meinung nach bildet der Kernpunkt, dass im Grunde so gut wie gar nichts innerhalb der Ruine abläuft, doch wieder etwas besonderes; zumindest jedoch etwas neueres.

Hauptsächlich konzentriert sich das 87minütige Geschehen auf die Interaktion innerhalb der Gruppe ~ ein Umstand, der mir hier - und ohnehin so gut wie immer- mehr als lieb war, ist und bleibt.

„Ruinen“ schlittert also an dem totalen Reinfall definitiv vorbei; und obschon so einiges voraussehbar, abgedroschen und pseudo-erotisch ist, gehe ich dem Film ne knappe Empfehlung ~ wohlweislich unter dem definitiven Hinweis, dass die DVD KEINEN Kaufpreis von 20 EUR rechtfertigt.

Die wahren Weisen watscheln also bitte zur Videothek oder warten darauf, dass der Film im Saturn verramscht wird. DVD's, die nicht mal ein Inlayer aufweisen, haben es ohnehin nicht anders verdient.

37 Bewertungen, 12 Kommentare

  • tk7722

    18.08.2009, 15:50 Uhr von tk7722
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht, liebe Grüße

  • liebes35

    17.08.2009, 16:15 Uhr von liebes35
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. LG Steffi

  • morla

    17.08.2009, 14:47 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir einen guten wochenstart lg. petra

  • l.x.klar@gmx.net

    17.08.2009, 13:27 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    greetz from wallcity beartown

  • Gozo-Bernie

    17.08.2009, 13:13 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruss aus der Heimat von telestrada.it

  • sunrise67

    17.08.2009, 11:58 Uhr von sunrise67
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche einen tollen Wochenstart!

  • minasteini

    17.08.2009, 10:30 Uhr von minasteini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Nicht für mich. Freue mich über Gegenlesung. LG

  • willma1984

    17.08.2009, 09:46 Uhr von willma1984
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht. LG willma1984 :)

  • MrNeuss

    17.08.2009, 09:02 Uhr von MrNeuss
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner bericht!

  • catmum68

    17.08.2009, 08:55 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr informativer Bericht LG

  • sigrid9979

    17.08.2009, 03:47 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Spitzen Bericht...Lg Sigi

  • Lale

    17.08.2009, 03:08 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche dir einen guten Start in die Woche.