Sin City (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Mathi15

brachial, rigeros, freaky - KULT der keine Grenze kennt

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich habe kürzlich, um genauer zu sagen, gestern, den seit dem 11.August in den deutschen Kinos anlaufenden Film "Sin City" gesehen. Nachdem ich mit 3 weiteren Freunden jeweils 5 Euro für meine Kinokarte gelöhnt hatte - und das am Kinotag - konnte die Vorstellung beginnen


Gleich zu Beginn gilt jedoch festzustellen, dass es sehr schwierig ist, eine treffende und aussagekräftige kurze inhaltliche Zusammenfassung des Films zu finden, da die Story sehr verschachtelt ist und dies nicht nur an der großen Fülle von Schauspielern liegt, sondern fast schon im Sekundentakt etwas Erwähnenswertes passiert.


Der Film basiert auf der gleichnamigen Kult-Comic-Serie von Frank Miller. Ich bin zwar kein wirklicher Comic-Fan, aber vom Style-Faktor haben mir die Frank Miller Comics dieser Reihe vom zeichnerischen und generell künstlerischen Wert mehr als nur gefallen. Sie zeichneten sich schon immer durch eine besondere Dynamik und nicht nur in der einzelnen Story enthaltenen Zunder aus. Nein, die Figuren waren sehr detailliert gezeichnet. Ein echter Hochgenuss für Auge und das Zwerchfell.


Das es sich beim Kultstreifen um eine Comic-Vorlage handelt, zeigt sich nicht nur im Aufbau der Handlung selbst, sondern auch in der jeweiligen Wendung. Alle enthaltenen Superhelden, stehen nach dem Kampf wieder fast unversehrt auf und ziehen weiter in den Kampf.


An dieser Stelle möchte ich mal den Plot des Films kurz anreißen:


Sin City ist eine fiktive Stadt irgendwo und irgendwann. Das Gesindel der Welt findet an diesem Ort eine Heimstadt: Superhelden, ob nun geschunden oder gefeiert, kämpfen gegen Korruption und Intrigen. Auch die Kirche, die Staatsreligion, und mit Untersützung der Polizei haben dabei ihre schmierigen Hände im Spiel. Es geht im Geld, Macht und Ansehen. Was sonst? Die wichtigsten Sachen auch in unserer Welt um Erfolg auf großer Ebene zu haben.
Marv (Mickey Rourke), ein von den Frauen durch sein nicht gerade ästhetisches Aussehen geschunden und durch Straßen-Fights als Haudrauf-Geselle berüchtigt, verlebt die schönste Nacht seines Lebens mit seiner einzigen Liebe, der engelsgleichen Schönheit, aber eben auch Prostitierten Goldie (Jaime King). Diese wird eiskalt Opfer eines Auftragsmords und nach Kundschaftungen von Marv, führt die Spur geradewegs zur höchsten Instanz des Staates: Der eigenen Religion und dem höchsten Pater. Dabei muss sich auch Privatdetektiv Dwight (Clive Owen) mit einem skrupellosen und korrupten Cop (Benicio del Toro) herumschlagen. Der einzige gute Polizist der Stadt (Bruce Willis), so scheint es zumindestens, versucht derweil einem machtbesessenen Senatorensohn das Handwerk zu legen. Also eine Story mit 2 Handlungssträngen. Zuviel möchte ich aber an dieser Stelle nicht vorwegnehmen.


Der Film arbeitet mit tollen Effekten. Es gibt sogar ganze Szenen in lediglich Schwarz-Weißer Collorierung mit zusätzlichem Einsetzen einzelner Farben. Ein Beispiel stellt hierbei die Eingangsszene dar, die gänzlich in schwarz-weißer Optik gehalten ist, lediglich das rote Kleid der kurz darauf erschossenen Frau stellt einen weiteren eingefärbten zentralen Punkt dar.


Die Superganove, gleichzeitig natürlich Sohn des bösen Senators, hingegen ist in den symbolischen Farben des Neids, Gelb, gehalten.


Auch die enthaltenen Dialoge sind einfach nur auf der Kultstufe Numero Uno anzusiedeln. Trashige und mitunter vulgäre Ausführungen in die untere Sprachebene zeugen vom hohen Unterhaltungswert des Films. Denn mit geschickten Wortwendungen wird die Story weitesgehend anschaulich und aktionsgeladen zugleich wiedergegeben.


Auch in Punkto Schnitt ist der Film einfach nur genial. Tolle Szenenwechsel bieten Abwechslung vom Feinsten, auch für kinoverwöhnte Augen.


Und auch die Kameraführung ist meist passend. Spannende, schnippische Kameraschwenks, und -fahrten bei halsbrecherischen Kopf-an-Kopf-Rennen mit fahrbaren Untersätzen, genauso wie das gnadenlose Draufhalten auch bei noch so brachial wirkenden Gewaltdarstellungen - freaky.


Leider wirkt die Geschichte aber mitunter etwas zu überladen wie ich finde. Mitunter sind die Szenenwechsel zu schnell aneinandergereiht und die einzelne Wirkung geht gleich wieder verloren, weil sich daraufhin erneut etwas Spektakuläres ereignet.


Witzig sind auch kleine eingebaute Parodien des Regisseurs. Als weiterer Bösewicht, der Menschen bei lebendigen Leibe frisst und deren Köpfe als Trophäen einbehält, weist mehr als starke Verbindungen und Parallelen zu Harry Potter auf. Aber findet es selbst heraus.


Mitunter sind die brachialen und auch manchmal gewaltverherrlichenden Darstellungen nichts für schwache Nerven. Daher geht die FSK-18 Zensierung auch in Ordnung.


Das Ende lässt wie bei vielen solcher Filme auf mehr hoffen. Ein offenes Ende eben um auch gut ein weitere Fortsetzung für die weitere Füllung der leeren Kinokassen zu garantieren.


Am Ende noch die allgemeinen Daten zum Film "Sin City" in komprimierter Form:

Genre: Action
Erscheinungsland/-jahr: USA/2005
Darsteller: Jessica Alba, Josh Hartnett, Bruce Willis, Mickey Rourke, Elijah Wood
Regie: Robert Rodriguez, Frank Miller
Produzent: Robert Rodriguez, Elisabeth Avellán, Frank Miller
Drehbuch: Frank Miller, Robert Rodriguez
Kinostart: 11.08.2005
FSK: 18
Verleih: Buena Vista


Und ganz zum Schluss möchte ich noch ein paar gebührende Worte über den Mit-Regisseur Quentin Tarantino loswerden. Im Rahmen einer Hausarbeit für die Uni habe ich mich eh intensiv mit diesem Kultregisseur kürzlich und auch immer noch auseinander gesetzt. Aber auch schon vor der Anfertigung dieser Arbeit wusste ich die genialen Seiten des trashigen Hollywood-Regisseurs zu schätzen.


Biographie Quentin Tarantino:

Am 27. März 1963 erblickte Quentin Tarantino als Sohn einer 16-jährigen Mutter und eines 21-jährigen Vaters, damals als Jura-Student tätig, in Knoxville, Tennesse das Licht der Welt. Er kam aus einem insgesamt zerüttelteten Elternhaus. Dies zeigt sich beispielsweise an seinen wechselnden Erziehungsberechtigten. Gleichzeitig verfehlten die vielen auf ihn eingehenden Einflüsse nicht ihr Ziel: Quentin war als Kind hyperaktiv und hochintelligent zugleich. Stellvertretend dafür brach nach der zehnten Klasse seine schulische Ausbildung ab und arbeitete daraufhin als Kartenabreißer im Porno-Kino „Pussycat Theatre“ in Torrance. Schon kam er mit Filmen in Kontakt: Tarantino arbeitete 5 Jahre lang in der Videothek „Video Archives“ in Manhattan Beach, wo er sich stundenlang mit Filmmaterial beschäftigte. Daraufhin begann seine Erfolgsgeschichte seiner zahlreichen Kultfilme.


Seine Filmographie liest sich schon jetzt wie die eines Bestseller-Autors:
Reservoir Dogs (1992); Eddie Presley (1993); True Romance (1993); Sleep with Me – Liebe zu dritt (1994); Liebe bis zum Tod (1994); Killing Zoe (1994); Natural Born Killers (1994); Pulp Fiction (1994); Destiny – Hoher Einsatz in Las Vegas (1995); Four Rooms (1995); Desperado (1995); From Dusk Till Dawn (1996); Girl 6 (1996); Curdled – Der Wahnsinn (1996); Full Tilt Boogie (1997); Jackie Brown (1997); God Said, “Ha!” (1998); From Dusk Till Dawn 2: Texas Blood Money (1999); From Dusk Till Dawn 3: The Hangman´s Daughter (2000); Little Nicky – Satan Junior (2000); Planet if the Pitts (2002); Kill Bill Vol. 1 & 2 (2003)

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