Sin City (DVD) Testbericht

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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Summe aller Bewertungen
- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von SVoigt3000
Die Enttäuschung...
Pro:
Comic-Stil (visuelle Effekte), Schauspieler, Komik, FSK 18
Kontra:
Handlung ist sehr flach, Brutalität
Empfehlung:
Nein
Sin City ist ein außergewöhnlicher Film – das steht schon nach dem Anschauen des Trailers fest. Ein Film, der komplett im Comic-Look gezeigt wird ist sicher interessant und das Staraufgebot dazu macht den Film sicher sehenswert. Also war ich nun endlich im Kino und habe mich dem Genuss hingeben wollen...
-----STORY:-----
„Sin“ bedeutet zu Deutsch „Sünde“. Sin City ist also eine Stadt voller Sünde – und das stimmt auch. In „Old Town“ regiert nicht das staatliche Gesetz, das durch die Polizei gesichert wird, sondern das Gesetz der dortigen Bevölkerung – vieler junger und hübscher Frauen, die zumeist als Prostituierte arbeiten. Im übrigen Sin City gibt es zwar die Polizei, aber die ist korrupt und somit kein wirklicher Bekämpfer der Morde, die alle Nase lang geschehen.
Einer der wenigen noch guten Polizisten ist Hartigan (Bruce Willis), der versucht einen namenlosen Kindervergewaltiger (Nick Stahl), der nur „Feiger Bastard“ genannt wird, zu fassen, auch wenn dies seinen Tod bedeutet. So rettet er die 11-jährige Nancy in letzter Minute, wird aber dabei angeschossen...
Dwight (Clive Owen) ist der neue Freund von Bardame Shellie (Brittany Murphy) und wird Zeuge, wie diese von ihrem gewalttätigen Ex Jacky Boy (Benicio Del Toro) unter Druck gesetzt, bedroht und geschlagen wird. Dwight weiss, dass das nur ein Ende hat, wenn er Jacky Boy und seine Freunde tötet. Also folgt er ihnen nach Old Town, wo die Huren regieren und gerät dort in einen Machtkampf zwischen den Frauen – allen voran die sado-masochistische Gail (Rosario Dawson) und der Mafia.
Und dann ist da noch der einsame und hässliche Straßenkämpfer Marv (Mickey Rourke), der sich, weil er so hässlich und gefährlich aussieht, nicht mal Frauen kaufen kann. Aber dann kommt die Nacht der Nächte: Die wunderschöne Goldie (Jamie King) gibt sich ihm hin und Marv erlebt die Nacht seines Lebens. Am nächsten Tag: Goldie liegt tot neben ihm – ermordet. Schon ist die Polizei im Anmarsch, Marv flieht und schwört den Mörder zu finden. Dabei kommt er dem Kanibalen Kevin (Elijah Wood) auf die Spur...
-----KOMMENTAR:-----
Wie man an der Inhaltsbeschreibung sehen kann, ist Sin City alles andere als ein Ort für einen erholsamen Urlaub. Der Tod wartet an jeder Straßenecke und eigentlich ist man auch in den eigenen vier Wänden nicht sicher. Dazu passt dann, dass der Film nahezu komplett in schwarz-weiss gezeigt wird – mit einigen farblichen Hervorhebungen allerdings – und dass Sin City am Computer zu einer surrealen bedrohlichen Metropole gemacht wurde. Um der Comic-Vorlage (1991) gerecht zu werden, wurde auch Zeichner und „Sin City“-Erfinder Frank Miller als Co-Regisseur angeheuert. All das bringt die gespannte Stimmung der Stadt direkt zum Zuschauer und fesselt sehr schnell.
Leider hält dieser Zustand des Gefesseltseins nicht lange an. Denn mir wurde recht schnell bange, als mir der Gedanke kam, dass der Film nichts weiter sein würde, als eine Aneinanderreihung von Gewalt. Das war zwar schon bei Quentin Tarantinos „Kill Bill“ – und der hat mir gut gefallen – so, aber bei „Sin City“ kommen die einschläfernden Monologe der Darsteller hinzu, die den Zuschauer direkt ansprechen und ihm immer wieder sagen, was sie gerade denken, tun, fühlen und so weiter. Die Idee ist gut, aber die Stimmen klingen dabei so monoton und die Dialoge und Monologe sind so gestelzt und pseudo-intellektuell, dass sie schon bald buchstäblich nerven.
Interessant ist allerdings die Wechselwirkung von Brutalität und Komik. „Sin City“ ist ab 18 Jahren freigegeben und das ganz bestimmt auch zu recht. Denn dort wird auf äußerst extreme Art gemordet, verstümmelt und gefoltert. Kanibale Kevin werden zum Beispiel Hände und Füße abgesägt – bei lebendigem Leibe – damit sein Wolf die Witterung aufnehmen kann und dann wird er von dem Wolf – natürlich auch bei lebendigem Leibe – langsam verspeist. Das Ganze ist zwar farblich so verfremdet dargestellt, dass der Ekelfaktor sich in Grenzen hält, aber allein die Vorstellung reicht ja schon... Trotzdem sind einige Szenen, trotz ihrer Brutalität – nein: Gerade wegen ihrer Brutalität – komisch. Hier wird dann auch deutlich, dass sich Regisseur Robert Rodriguez hat von Quentin Tarantino beeinflussen lassen (er hat sogar Quentin Tarantino für eine Szene als Gast-Regisseur gewinnen können). Da wäre zum Beispiel die Szene, in der Marv auf dem Elektrischen Stuhl landet. Der Strom wird aufgedreht, Marv zuckt eine zeitlang, spuckt dann Blut und ist ruhig. Dann gurgelt er nur noch: „Mehr habt ihr Wichser nicht zu bieten?“. Ein Lacher im Kino...
Nach einem solchen Lacher tritt dann aber irgendwann wieder die Langeweile ein – ja Langeweile. Die Handlung, die man hier zwar recht ausführlich beschreiben muss, ist im Grunde genommen nicht der Rede wert und kaum das Drehbuch-Papier wert, auf dem sie steht. Eigentlich geht es nur von einem Gewalt-Exzess zum nächsten und dazwischen versucht man eine Verbindung durch eine eigentlich hirnlose Handlung herzustellen und das Ganze mit ein paar Gags und – zugegeben – sehr guten Effekten zu füllen. Hätte Regisseur Rodriguez sich auf einen Handlungsstrang festgelegt und den dafür ausführlicher, interessanter und vielschichtiger dargestellt, wäre „Sin City“ sicher interessanter. So fragt man sich nun allerdings zum Ende hin immer öfter, wann der Film denn nun endlich ein Ende hat.
Hervorragend sind dann allerdings die Schauspieler. Bereits in der Inhaltsangabe finden sich einige hochkarätige Namen. Bruce Willis schlägt sich, zwar Herzkrank, aber doch fast wie in „Stirb Langsam“ ohne Rücksicht auf Verluste durch, um Nancy zu retten. Dabei wirkt er absolut überzeugend, genau wie auch alle anderen Schauspieler, die einem zum größten Teil aus anderen bekannten Hollywood-Filmen bekannt vorkommen dürften. Aber auch die kleineren Namen machen ihre Sache sehr gut. Vor allem hat mich Jessica Alba wieder einmal positiv überrascht. Nach ihrer, meiner Meinung nach, langweiligen und schlechten Serie „Dark Angel“ konnte sie mich in „Honey“ (2003) zum ersten Mal überraschen und nun zum zweiten Male. Sie spielt hier eine Stripperin, hat aber mehr zu tun als zu tanzen und gut auszusehen. Sie spielt auch überzeugend, was mich freut. Noch besser finde ich allerdings Rosario Dawson („Alexander“) als mit Uzi bewaffnete Hure und Amazone, die so sicher nicht nur Dwight (Clive Owen) den Kopf verdreht hätte. Sie sieht nicht nur gut aus, sondern spielt ihre Rolle auch sehr überzeugend. Großes Kino!
-----FAZIT:-----
Ein Film, dessen visuelle Effekte wohl einmalig sind, bisher. Von daher: Großes Kino! Der Film ist auch an einigen Stellen komisch und unterhaltsam, wird aber durch die mehr als flache Handlung bald langweilig. Außerdem ist der Film übermäßig brutal und von daher am 18 Jahren zurecht freigegeben. Fazit insgesamt: Mittelmäßig!!!
-----STORY:-----
„Sin“ bedeutet zu Deutsch „Sünde“. Sin City ist also eine Stadt voller Sünde – und das stimmt auch. In „Old Town“ regiert nicht das staatliche Gesetz, das durch die Polizei gesichert wird, sondern das Gesetz der dortigen Bevölkerung – vieler junger und hübscher Frauen, die zumeist als Prostituierte arbeiten. Im übrigen Sin City gibt es zwar die Polizei, aber die ist korrupt und somit kein wirklicher Bekämpfer der Morde, die alle Nase lang geschehen.
Einer der wenigen noch guten Polizisten ist Hartigan (Bruce Willis), der versucht einen namenlosen Kindervergewaltiger (Nick Stahl), der nur „Feiger Bastard“ genannt wird, zu fassen, auch wenn dies seinen Tod bedeutet. So rettet er die 11-jährige Nancy in letzter Minute, wird aber dabei angeschossen...
Dwight (Clive Owen) ist der neue Freund von Bardame Shellie (Brittany Murphy) und wird Zeuge, wie diese von ihrem gewalttätigen Ex Jacky Boy (Benicio Del Toro) unter Druck gesetzt, bedroht und geschlagen wird. Dwight weiss, dass das nur ein Ende hat, wenn er Jacky Boy und seine Freunde tötet. Also folgt er ihnen nach Old Town, wo die Huren regieren und gerät dort in einen Machtkampf zwischen den Frauen – allen voran die sado-masochistische Gail (Rosario Dawson) und der Mafia.
Und dann ist da noch der einsame und hässliche Straßenkämpfer Marv (Mickey Rourke), der sich, weil er so hässlich und gefährlich aussieht, nicht mal Frauen kaufen kann. Aber dann kommt die Nacht der Nächte: Die wunderschöne Goldie (Jamie King) gibt sich ihm hin und Marv erlebt die Nacht seines Lebens. Am nächsten Tag: Goldie liegt tot neben ihm – ermordet. Schon ist die Polizei im Anmarsch, Marv flieht und schwört den Mörder zu finden. Dabei kommt er dem Kanibalen Kevin (Elijah Wood) auf die Spur...
-----KOMMENTAR:-----
Wie man an der Inhaltsbeschreibung sehen kann, ist Sin City alles andere als ein Ort für einen erholsamen Urlaub. Der Tod wartet an jeder Straßenecke und eigentlich ist man auch in den eigenen vier Wänden nicht sicher. Dazu passt dann, dass der Film nahezu komplett in schwarz-weiss gezeigt wird – mit einigen farblichen Hervorhebungen allerdings – und dass Sin City am Computer zu einer surrealen bedrohlichen Metropole gemacht wurde. Um der Comic-Vorlage (1991) gerecht zu werden, wurde auch Zeichner und „Sin City“-Erfinder Frank Miller als Co-Regisseur angeheuert. All das bringt die gespannte Stimmung der Stadt direkt zum Zuschauer und fesselt sehr schnell.
Leider hält dieser Zustand des Gefesseltseins nicht lange an. Denn mir wurde recht schnell bange, als mir der Gedanke kam, dass der Film nichts weiter sein würde, als eine Aneinanderreihung von Gewalt. Das war zwar schon bei Quentin Tarantinos „Kill Bill“ – und der hat mir gut gefallen – so, aber bei „Sin City“ kommen die einschläfernden Monologe der Darsteller hinzu, die den Zuschauer direkt ansprechen und ihm immer wieder sagen, was sie gerade denken, tun, fühlen und so weiter. Die Idee ist gut, aber die Stimmen klingen dabei so monoton und die Dialoge und Monologe sind so gestelzt und pseudo-intellektuell, dass sie schon bald buchstäblich nerven.
Interessant ist allerdings die Wechselwirkung von Brutalität und Komik. „Sin City“ ist ab 18 Jahren freigegeben und das ganz bestimmt auch zu recht. Denn dort wird auf äußerst extreme Art gemordet, verstümmelt und gefoltert. Kanibale Kevin werden zum Beispiel Hände und Füße abgesägt – bei lebendigem Leibe – damit sein Wolf die Witterung aufnehmen kann und dann wird er von dem Wolf – natürlich auch bei lebendigem Leibe – langsam verspeist. Das Ganze ist zwar farblich so verfremdet dargestellt, dass der Ekelfaktor sich in Grenzen hält, aber allein die Vorstellung reicht ja schon... Trotzdem sind einige Szenen, trotz ihrer Brutalität – nein: Gerade wegen ihrer Brutalität – komisch. Hier wird dann auch deutlich, dass sich Regisseur Robert Rodriguez hat von Quentin Tarantino beeinflussen lassen (er hat sogar Quentin Tarantino für eine Szene als Gast-Regisseur gewinnen können). Da wäre zum Beispiel die Szene, in der Marv auf dem Elektrischen Stuhl landet. Der Strom wird aufgedreht, Marv zuckt eine zeitlang, spuckt dann Blut und ist ruhig. Dann gurgelt er nur noch: „Mehr habt ihr Wichser nicht zu bieten?“. Ein Lacher im Kino...
Nach einem solchen Lacher tritt dann aber irgendwann wieder die Langeweile ein – ja Langeweile. Die Handlung, die man hier zwar recht ausführlich beschreiben muss, ist im Grunde genommen nicht der Rede wert und kaum das Drehbuch-Papier wert, auf dem sie steht. Eigentlich geht es nur von einem Gewalt-Exzess zum nächsten und dazwischen versucht man eine Verbindung durch eine eigentlich hirnlose Handlung herzustellen und das Ganze mit ein paar Gags und – zugegeben – sehr guten Effekten zu füllen. Hätte Regisseur Rodriguez sich auf einen Handlungsstrang festgelegt und den dafür ausführlicher, interessanter und vielschichtiger dargestellt, wäre „Sin City“ sicher interessanter. So fragt man sich nun allerdings zum Ende hin immer öfter, wann der Film denn nun endlich ein Ende hat.
Hervorragend sind dann allerdings die Schauspieler. Bereits in der Inhaltsangabe finden sich einige hochkarätige Namen. Bruce Willis schlägt sich, zwar Herzkrank, aber doch fast wie in „Stirb Langsam“ ohne Rücksicht auf Verluste durch, um Nancy zu retten. Dabei wirkt er absolut überzeugend, genau wie auch alle anderen Schauspieler, die einem zum größten Teil aus anderen bekannten Hollywood-Filmen bekannt vorkommen dürften. Aber auch die kleineren Namen machen ihre Sache sehr gut. Vor allem hat mich Jessica Alba wieder einmal positiv überrascht. Nach ihrer, meiner Meinung nach, langweiligen und schlechten Serie „Dark Angel“ konnte sie mich in „Honey“ (2003) zum ersten Mal überraschen und nun zum zweiten Male. Sie spielt hier eine Stripperin, hat aber mehr zu tun als zu tanzen und gut auszusehen. Sie spielt auch überzeugend, was mich freut. Noch besser finde ich allerdings Rosario Dawson („Alexander“) als mit Uzi bewaffnete Hure und Amazone, die so sicher nicht nur Dwight (Clive Owen) den Kopf verdreht hätte. Sie sieht nicht nur gut aus, sondern spielt ihre Rolle auch sehr überzeugend. Großes Kino!
-----FAZIT:-----
Ein Film, dessen visuelle Effekte wohl einmalig sind, bisher. Von daher: Großes Kino! Der Film ist auch an einigen Stellen komisch und unterhaltsam, wird aber durch die mehr als flache Handlung bald langweilig. Außerdem ist der Film übermäßig brutal und von daher am 18 Jahren zurecht freigegeben. Fazit insgesamt: Mittelmäßig!!!
28 Bewertungen, 2 Kommentare
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11.07.2006, 01:00 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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23.08.2005, 14:03 Uhr von MandarineausderDose
Bewertung: sehr hilfreichJessica fand ich nicht sehr überzeugend; sie kam ja auch nicht sehr lange vor ^^'
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