Erfahrungsbericht von winterspiegel
Agent ohne Schlips und Kragen
Pro:
Stunts, Ausstattung, Drehorte
Kontra:
Überzeichnete Charaktere, mitunter übertriebene Action
Empfehlung:
Ja
Der 53 jährige Regisseur Rob Cohen scheint sich damit ganz gut auszukennen, was die jüngere - sogenannte Fun-Generation in die Lichtspieltempel lockt. Zuletzt hatte er sich noch mit „The Fast and the Furious“, einem actiongeladenen Streifen im Milieu der illegalen Straßenrennen, mit aufgemotzten Autos ausgetobt. Doch auch bei seinem Nachfolgefilm „x X x“ versucht Cohen gewissermaßen der heutigen Jugendkultur ein Stück weit auf den Zahn zu fühlen.
Folglich wurde beschlossen eines der wenigen wirklichen Kino-Kultobjekte zu nehmen, sein angestaubtes Image abzuklopfen und es auf zeitgemäß und hip zu trimmen. Dazu verpasste Cohen seinem „furiosen“ Star Vin Diesel ein paar coole Tätowierungen und schickte ihn in einen Mischmasch aus Agenten-Thriller, Extremsport-Streifen und Comic-Verfilmung, jederzeit dazu bereit einen Seitenhieb auf den berühmten Agenten auszuteilen, der seinen Wodka Martini geschüttelt und nicht gerührt zu trinken pflegt.
Filmhandlung
Yorgi, der Kopf der terroristischen Untergrundbewegung „Anarchy 99“ wird schon geraume Zeit von der amerikanischen Geheimorganisation NSA überwacht. Nur muss Special Agent Augustus Gibbons (Samuel L. Jackson) der Chef dieser Spezialeinheit, immer wieder den Verlust seiner Geheimagenten an der Front verkraften, die dieser heiklen Mission nicht gewachsen scheinen.
Gibbons sucht nach einer anderen Methode. Anstatt seine Männer weiterhin zu opfern, sucht sich der Special Agent ein paar straffällig gewordene Typen zusammen. Nach einer Reihe unterschiedlichster Tests stellt sich Xander Cage, der sich mit nicht immer ganz legalen Extrem-Sportarten seinen Adrenalin-Kick holt, als besonders fähig heraus.
Triple X, wie der zukünftige Spion von Gibbons von nun an genannt wird, willigt nach anfänglichem Zögern schließlich ein sich den bevorstehenden Aufgaben zu stellen, nachdem man ihm mitgeteilt hat, dass ihm seine Strafen erlassen werden, sobald er seine Aufträge erledigt hat.
In Prag angekommen, setzt sich Xander Cage erst mal mit den Polizeibehörden in Verbindung, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Danach soll ein Zusammentreffen mit „Anarchy 99“ erfolgen, das im Hinterzimmer einer verruchten Disco stattfinden soll. Durch einen gekonnten Trick gewinnt Cage das Vertrauen von Yorgi, dem Oberhaupt der Terroristengruppe.
Der Extremsportler der sich von nun an als gewiefter Geheimagent beweisen muss, lernt auch noch die hübsche aber zwielichtige Gangsterbraut Yelena (Asia Argento) kennen. Mit ihrer Hilfe erfährt Cage, dass sich etwas höchst brisantes unter der alten Burg befindet, in der die Bande ihr Hauptquartier aufgeschlagen hat.
Als der Spion wider Willen sich Zutritt in die finsteren Gewölbe verschafft und ins Herz der – wie sich herausstellt -hochtechnisierten Anlage vordringt, muss er grässliches mit Ansehen. Doch dies alles ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was die Welt zu erwarten hat, wenn die Terroristen nicht gestoppt werden. Aber es gibt ja noch Triple X, der seine Fähigkeiten gezielt dazu einsetzen muss, um den Planeten vor einer Katastrophe zu retten...
Kritik
Schon in den ersten Szenen des Films muss ein unschwer als James Bond-Verschnitt sich zu erkennen gebender Agent, vor einer unmöglich erscheinenden Aufgabe kapitulieren. Nachdem Regisseur Cohen diese Verhältnisse erst einmal zurechtgerückt hat, konzentriert er sich darauf seinen Heldencharakter Triple X alias Vin Diesel unter zu Hilfenahme von obercoolen Filmsequenzen und nicht immer ungefährlichen Stunts (ein Stuntmen kam bei den Dreharbeiten ums Leben) in die Geschichte einzuführen. Aber diese phantastischen Bilder, bei denen unter anderem ein Sportwagen das Fliegen lernt, haben leider immer einen nicht zu übersehenden Hang zur Übertreibung. So müsste doch wohl inzwischen der letzte action-begeisterte eigentlich wissen, dass bei einem Sturz eines Wagens aus großer Höhe, dessen anschließende Explosion in einem Feuerball reine Hollywood-Fiktion ist.
Wer danach etwa vermuten sollte, dass der Film erst mal ein paar Gänge runterschaltet sieht sich getäuscht, die Macher gönnen dem Zuschauer kaum eine Verschnaufpause und ein donnerndes Action-Feuerwerk folgt dem nächsten.
Schade nur, dass Cohen nicht wirklich neuen Ideen eingebracht hat, die das Agenten-Genre bereichert hätten. Die paar schrägen Äußerlichkeiten - wenn diese auch ganz gut umgesetzt wurden - waren mir einfach zu wenig. Denn Geballere bis zum Abwinken, schöne Frauen im Duzend billiger und Q-mäßiges Agentenspielzeug, kennen wir ja schon aus dem Original zur Genüge... Sagen wir einfach mal wohlwollend, es war halt eine Verbeugung vorm großen Vorbild.
Auch die Sets sehen größtenteils so aus als seien sie geradewegs aus einem früheren Bond-Streifen entsprungen. Vor allem bei der unterirdische Basis von der aus das Mini-U-Boot startet, um seine tödliche Fracht in die Welt hinaus zu befördern, beschleicht einen ein merklicher Anflug eines Déjá-vu. Selbst die bedrohlichen Giftgasbehälter scheinen aus einer ähnlichen Werkstatt zu kommen, aus der schon die Requisiten von Actionreißer „The Rock“ stammten.
Wenn die Film-Passagen tatsächlich etwas einfaltsreicher werden, wie etwa die „Lawinen-Verfolgungsjagd“, sind diese zwar sehr dramatisch inszeniert, entbehren dabei aber jedwedes Maß an Logik. Oder wer glaubt tatsächlich daran, dass der coole Superspion auf einem Snowboard zumindest genauso schnell ist, wie eine alles mit sich reißende Schneelawine, die ihn zu verschlingen droht.
Vin Diesel als xXx gibt wieder seine schon aus „The Fast and the Furious“ bekannte Rolle als Raubein mit Herz. Zwar nimmt ihm sehr wahrscheinlich niemand (ich jedenfalls nicht) die Verkörperung des über und über tätowierten und auf jugendlich gestylten Helden so recht ab, doch darauf kommt es wohl bei diesem Krawall-Streifen auch gar nicht so sehr an. Vielmehr wartet der Zuschauer darauf, dass er den nächsten waghalsigen Stunt serviert bekommt, oder er in den vollen Genuss von reinrassigen Sportwagen und schnellen Frauen kommt... oder war es doch etwa andersherum.
DVD
Diese DVD ist eines der seltenen Beispiele bei der fast alles stimmt. Beim Bild gibt es zwar einige Abstriche, die wohl auf das Konto des umfangreichen Zusatzmaterials geht, doch der Ton bügelt dafür diese kleine Scharte mit einem grandiosen Effektfeuerwerk wieder aus. Surround-Effekte und das tiefe Dröhnen des Subwoofers bei den nicht wenigen Explosionen die der Streifen bereit hält, bilden eine gute Einheit und dürften sicherlich den Action-Fan mehr als zufrieden stellen.
Die umfangreichen Extras sind zwar meist im Stil des Films selber in leicht hektischer Art eingefangen, aber insgesamt sehr unterhaltsam zusammengestellt. Wieder einmal beweist Columbia TriStar, dass sie - was die Zusatzausstattung anbelangt ein gutes Händchen hat. Und auch die komplett ins deutsche übersetzten Extras verdienen gewissermaßen ein Extra Lob.
Laufzeit: ca. 119 Minuten
Bildformat: 2.35:1 (16:9)
Tonformat: Deutsch / Englisch Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch / Englisch / Türkisch
Die Extras im Einzelnen
Audiokommentar:
Wer sich bei Audiokommentaren über die manchmal erschreckend langen Pausen ärgert, in denen den Filmemachern nichts mehr einfällt, was sie zu den jeweiligen Szenen zu sagen haben und diese dann einfach durch Dialog aus dem Film aufgefüllt werden, der sollte sich einfach mal diesen Kommentar anhören. Denn ganz ohne Punkt und Komma redet sich der Regisseur seine Eindrücke von der Seele, die ihm während des Anschauens so in den Sinn kommen. Dennoch präsentiert sich das Ganze außerordentlich kurzweilig, auch wenn (oder vielleicht gerade deshalb) manche Statements politisch nicht immer ganz so korrekt daherkommen.
Making of
Das Making of wurde in der Art eines Filmtagebuchs erstellt. Die Dreharbeiten wurden von einem separaten Kamerateam begleitet, dass dann die einzelnen Fortschritte in informativen Bildern festhielten. Diese insgesamt 40 Minütige Dokumentation wurde in zwei Hälften unterteilt. Der erste Teil beschäftigt sich hauptsächlich mit den Sets in den USA. Der Zweite Teil zeigt wie die Filmemacher im kostengünstigen Prag ihre „007-Kulissen“ ins rechte Bild rückten.
Diese Dokumentation ist neben dem Kommentar das Highlight der Bonusabteilung, hier wird noch einmal bildhaft verdeutlicht, welch enormen Aufwand für einen derartigen Blockbuster nötig ist. Interessierte an der Herstellung von Filmen ist diese ausgedehnte Exkursion sehr zu empfehlen.
Dokumentationen:
Drei Featurettes geben wichtige Anhaltspunkte über das U-Boot, über den GTO-Oldtimer, die Ausstattung und die Drehorte, und schließlich noch über den Star des Films Vin Diesel. Außerdem kann man sich noch einmal anhand eines Zusammenschnitts vergegenwärtigen, wie die unglaublichen Lawinenszenen entstanden sind. Der zuständige Leiter für visuelle Effekte gibt dazu noch einen aufschlussreichen Kommentar ab.
Entfallene Szenen:
Die Zehn rausgenommenen Szenen können ebenfalls mit einem Kommentar, diesmal wieder mit dem Regisseur betrachtet werden. Kaum eine Sequenz die es wirklich verdient gehabt hätte im Film zu bleiben, aber dennoch sehr beachtenswert. Aus diesen vielen Actionsequenzen die da rausflogen, könnte man ohne weiteres einen eigenen Krawallstreifen zusammenzimmern. So gesehen hat es an der großzügigen finanziellen Unterstützung des Projektes sicher nicht gemangelt.
Danach gibt es noch „Adrenaline“ ein Musik-Clip von Garin Rossdale, drei Film-Trailer und einen DVD-ROM-Teil zu bewundern.
Fazit
Die Umsetzung der Bilder, des Sounds und der Bonusausstattung auf DVD ist ohne Fehl und Tadel. Mehr noch – selten hatte mich ein Silberling derartig eindrucksvoll überzeugt und die Existenzberechtigung dieses Mediums unter Beweis gestellt.
Den Film selber sehe ich freilich etwas differenzierter. Reine Action-Liebhaber, die auch schon mal das Gehirn auf halbmast baumeln lassen können, dürften sich gewiss geradezu majestätisch unterhalten fühlen. Mir war insgesamt aber alles einen Tick zu unlogisch aufgebaut, teilweise zu übertrieben-dick aufgetragen und zu zwanghaft auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten.
So ist die leidige Frage die der Streifen seit seinem Erscheinen immer wieder aufwirft. Schickt Triple X den legendären Meisterspion James Bond in den wohl verdienten Ruhestand, für mich ziemlich schnell beantwortet: Ja, aber nur dann, wenn ein Snowboard-Fahrer tatsächlich einmal schneller als eine Schneelawine unterwegs sein sollte.
(c) winterspiegel für Ciao & Yopi
Folglich wurde beschlossen eines der wenigen wirklichen Kino-Kultobjekte zu nehmen, sein angestaubtes Image abzuklopfen und es auf zeitgemäß und hip zu trimmen. Dazu verpasste Cohen seinem „furiosen“ Star Vin Diesel ein paar coole Tätowierungen und schickte ihn in einen Mischmasch aus Agenten-Thriller, Extremsport-Streifen und Comic-Verfilmung, jederzeit dazu bereit einen Seitenhieb auf den berühmten Agenten auszuteilen, der seinen Wodka Martini geschüttelt und nicht gerührt zu trinken pflegt.
Filmhandlung
Yorgi, der Kopf der terroristischen Untergrundbewegung „Anarchy 99“ wird schon geraume Zeit von der amerikanischen Geheimorganisation NSA überwacht. Nur muss Special Agent Augustus Gibbons (Samuel L. Jackson) der Chef dieser Spezialeinheit, immer wieder den Verlust seiner Geheimagenten an der Front verkraften, die dieser heiklen Mission nicht gewachsen scheinen.
Gibbons sucht nach einer anderen Methode. Anstatt seine Männer weiterhin zu opfern, sucht sich der Special Agent ein paar straffällig gewordene Typen zusammen. Nach einer Reihe unterschiedlichster Tests stellt sich Xander Cage, der sich mit nicht immer ganz legalen Extrem-Sportarten seinen Adrenalin-Kick holt, als besonders fähig heraus.
Triple X, wie der zukünftige Spion von Gibbons von nun an genannt wird, willigt nach anfänglichem Zögern schließlich ein sich den bevorstehenden Aufgaben zu stellen, nachdem man ihm mitgeteilt hat, dass ihm seine Strafen erlassen werden, sobald er seine Aufträge erledigt hat.
In Prag angekommen, setzt sich Xander Cage erst mal mit den Polizeibehörden in Verbindung, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Danach soll ein Zusammentreffen mit „Anarchy 99“ erfolgen, das im Hinterzimmer einer verruchten Disco stattfinden soll. Durch einen gekonnten Trick gewinnt Cage das Vertrauen von Yorgi, dem Oberhaupt der Terroristengruppe.
Der Extremsportler der sich von nun an als gewiefter Geheimagent beweisen muss, lernt auch noch die hübsche aber zwielichtige Gangsterbraut Yelena (Asia Argento) kennen. Mit ihrer Hilfe erfährt Cage, dass sich etwas höchst brisantes unter der alten Burg befindet, in der die Bande ihr Hauptquartier aufgeschlagen hat.
Als der Spion wider Willen sich Zutritt in die finsteren Gewölbe verschafft und ins Herz der – wie sich herausstellt -hochtechnisierten Anlage vordringt, muss er grässliches mit Ansehen. Doch dies alles ist nur ein kleiner Vorgeschmack auf das was die Welt zu erwarten hat, wenn die Terroristen nicht gestoppt werden. Aber es gibt ja noch Triple X, der seine Fähigkeiten gezielt dazu einsetzen muss, um den Planeten vor einer Katastrophe zu retten...
Kritik
Schon in den ersten Szenen des Films muss ein unschwer als James Bond-Verschnitt sich zu erkennen gebender Agent, vor einer unmöglich erscheinenden Aufgabe kapitulieren. Nachdem Regisseur Cohen diese Verhältnisse erst einmal zurechtgerückt hat, konzentriert er sich darauf seinen Heldencharakter Triple X alias Vin Diesel unter zu Hilfenahme von obercoolen Filmsequenzen und nicht immer ungefährlichen Stunts (ein Stuntmen kam bei den Dreharbeiten ums Leben) in die Geschichte einzuführen. Aber diese phantastischen Bilder, bei denen unter anderem ein Sportwagen das Fliegen lernt, haben leider immer einen nicht zu übersehenden Hang zur Übertreibung. So müsste doch wohl inzwischen der letzte action-begeisterte eigentlich wissen, dass bei einem Sturz eines Wagens aus großer Höhe, dessen anschließende Explosion in einem Feuerball reine Hollywood-Fiktion ist.
Wer danach etwa vermuten sollte, dass der Film erst mal ein paar Gänge runterschaltet sieht sich getäuscht, die Macher gönnen dem Zuschauer kaum eine Verschnaufpause und ein donnerndes Action-Feuerwerk folgt dem nächsten.
Schade nur, dass Cohen nicht wirklich neuen Ideen eingebracht hat, die das Agenten-Genre bereichert hätten. Die paar schrägen Äußerlichkeiten - wenn diese auch ganz gut umgesetzt wurden - waren mir einfach zu wenig. Denn Geballere bis zum Abwinken, schöne Frauen im Duzend billiger und Q-mäßiges Agentenspielzeug, kennen wir ja schon aus dem Original zur Genüge... Sagen wir einfach mal wohlwollend, es war halt eine Verbeugung vorm großen Vorbild.
Auch die Sets sehen größtenteils so aus als seien sie geradewegs aus einem früheren Bond-Streifen entsprungen. Vor allem bei der unterirdische Basis von der aus das Mini-U-Boot startet, um seine tödliche Fracht in die Welt hinaus zu befördern, beschleicht einen ein merklicher Anflug eines Déjá-vu. Selbst die bedrohlichen Giftgasbehälter scheinen aus einer ähnlichen Werkstatt zu kommen, aus der schon die Requisiten von Actionreißer „The Rock“ stammten.
Wenn die Film-Passagen tatsächlich etwas einfaltsreicher werden, wie etwa die „Lawinen-Verfolgungsjagd“, sind diese zwar sehr dramatisch inszeniert, entbehren dabei aber jedwedes Maß an Logik. Oder wer glaubt tatsächlich daran, dass der coole Superspion auf einem Snowboard zumindest genauso schnell ist, wie eine alles mit sich reißende Schneelawine, die ihn zu verschlingen droht.
Vin Diesel als xXx gibt wieder seine schon aus „The Fast and the Furious“ bekannte Rolle als Raubein mit Herz. Zwar nimmt ihm sehr wahrscheinlich niemand (ich jedenfalls nicht) die Verkörperung des über und über tätowierten und auf jugendlich gestylten Helden so recht ab, doch darauf kommt es wohl bei diesem Krawall-Streifen auch gar nicht so sehr an. Vielmehr wartet der Zuschauer darauf, dass er den nächsten waghalsigen Stunt serviert bekommt, oder er in den vollen Genuss von reinrassigen Sportwagen und schnellen Frauen kommt... oder war es doch etwa andersherum.
DVD
Diese DVD ist eines der seltenen Beispiele bei der fast alles stimmt. Beim Bild gibt es zwar einige Abstriche, die wohl auf das Konto des umfangreichen Zusatzmaterials geht, doch der Ton bügelt dafür diese kleine Scharte mit einem grandiosen Effektfeuerwerk wieder aus. Surround-Effekte und das tiefe Dröhnen des Subwoofers bei den nicht wenigen Explosionen die der Streifen bereit hält, bilden eine gute Einheit und dürften sicherlich den Action-Fan mehr als zufrieden stellen.
Die umfangreichen Extras sind zwar meist im Stil des Films selber in leicht hektischer Art eingefangen, aber insgesamt sehr unterhaltsam zusammengestellt. Wieder einmal beweist Columbia TriStar, dass sie - was die Zusatzausstattung anbelangt ein gutes Händchen hat. Und auch die komplett ins deutsche übersetzten Extras verdienen gewissermaßen ein Extra Lob.
Laufzeit: ca. 119 Minuten
Bildformat: 2.35:1 (16:9)
Tonformat: Deutsch / Englisch Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch / Englisch / Türkisch
Die Extras im Einzelnen
Audiokommentar:
Wer sich bei Audiokommentaren über die manchmal erschreckend langen Pausen ärgert, in denen den Filmemachern nichts mehr einfällt, was sie zu den jeweiligen Szenen zu sagen haben und diese dann einfach durch Dialog aus dem Film aufgefüllt werden, der sollte sich einfach mal diesen Kommentar anhören. Denn ganz ohne Punkt und Komma redet sich der Regisseur seine Eindrücke von der Seele, die ihm während des Anschauens so in den Sinn kommen. Dennoch präsentiert sich das Ganze außerordentlich kurzweilig, auch wenn (oder vielleicht gerade deshalb) manche Statements politisch nicht immer ganz so korrekt daherkommen.
Making of
Das Making of wurde in der Art eines Filmtagebuchs erstellt. Die Dreharbeiten wurden von einem separaten Kamerateam begleitet, dass dann die einzelnen Fortschritte in informativen Bildern festhielten. Diese insgesamt 40 Minütige Dokumentation wurde in zwei Hälften unterteilt. Der erste Teil beschäftigt sich hauptsächlich mit den Sets in den USA. Der Zweite Teil zeigt wie die Filmemacher im kostengünstigen Prag ihre „007-Kulissen“ ins rechte Bild rückten.
Diese Dokumentation ist neben dem Kommentar das Highlight der Bonusabteilung, hier wird noch einmal bildhaft verdeutlicht, welch enormen Aufwand für einen derartigen Blockbuster nötig ist. Interessierte an der Herstellung von Filmen ist diese ausgedehnte Exkursion sehr zu empfehlen.
Dokumentationen:
Drei Featurettes geben wichtige Anhaltspunkte über das U-Boot, über den GTO-Oldtimer, die Ausstattung und die Drehorte, und schließlich noch über den Star des Films Vin Diesel. Außerdem kann man sich noch einmal anhand eines Zusammenschnitts vergegenwärtigen, wie die unglaublichen Lawinenszenen entstanden sind. Der zuständige Leiter für visuelle Effekte gibt dazu noch einen aufschlussreichen Kommentar ab.
Entfallene Szenen:
Die Zehn rausgenommenen Szenen können ebenfalls mit einem Kommentar, diesmal wieder mit dem Regisseur betrachtet werden. Kaum eine Sequenz die es wirklich verdient gehabt hätte im Film zu bleiben, aber dennoch sehr beachtenswert. Aus diesen vielen Actionsequenzen die da rausflogen, könnte man ohne weiteres einen eigenen Krawallstreifen zusammenzimmern. So gesehen hat es an der großzügigen finanziellen Unterstützung des Projektes sicher nicht gemangelt.
Danach gibt es noch „Adrenaline“ ein Musik-Clip von Garin Rossdale, drei Film-Trailer und einen DVD-ROM-Teil zu bewundern.
Fazit
Die Umsetzung der Bilder, des Sounds und der Bonusausstattung auf DVD ist ohne Fehl und Tadel. Mehr noch – selten hatte mich ein Silberling derartig eindrucksvoll überzeugt und die Existenzberechtigung dieses Mediums unter Beweis gestellt.
Den Film selber sehe ich freilich etwas differenzierter. Reine Action-Liebhaber, die auch schon mal das Gehirn auf halbmast baumeln lassen können, dürften sich gewiss geradezu majestätisch unterhalten fühlen. Mir war insgesamt aber alles einen Tick zu unlogisch aufgebaut, teilweise zu übertrieben-dick aufgetragen und zu zwanghaft auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten.
So ist die leidige Frage die der Streifen seit seinem Erscheinen immer wieder aufwirft. Schickt Triple X den legendären Meisterspion James Bond in den wohl verdienten Ruhestand, für mich ziemlich schnell beantwortet: Ja, aber nur dann, wenn ein Snowboard-Fahrer tatsächlich einmal schneller als eine Schneelawine unterwegs sein sollte.
(c) winterspiegel für Ciao & Yopi
40 Bewertungen, 2 Kommentare
-
26.02.2006, 17:24 Uhr von steve_the_specialist
Bewertung: sehr hilfreichsehr ausführlich
-
21.07.2004, 19:07 Uhr von cnighthawk88
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter und ausführlicher Bericht.




Bewerten / Kommentar schreiben