Erfahrungsbericht von Tub_thumper
Vin Diesel in Superform
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Plot:
Es ist Nacht in Prag. Ein Mann läuft durch die Straßen und blickt sich nervös um. Auf dem Dach sitzt ein anderer, der dem ersten auflauert. Als der Moment gekommen ist, tötet der zweite den ersten. Er greift in die Taschen und holt etwas heraus. Danach verschwindet er hastig in ein Haus. Dies tut er zu Recht, denn er wird von einer Gruppe verfolgt. Das Haus entpuppt sich als dunkler Schuppen, wo allerdings eine Gruppe laut aufspielt: Rammstein. Während die Band ihr Stück \"Feuer frei\" zum besten gibt, versucht sich der Mann zu entziehen. Dummerweise ist er jedoch in der Höhle des Löwen, denn der Clubbesitzer ist offenbar Chef der Verfolger. Da sowohl das Lied von Rammstein als auch die Pyroeffekte gut passen, gelingt es schließlich, den Verfolgten durch einen gezielten Schuß zu töten ohne dass die Massen etwas davon bemerken.
Kurz darauf findet in Washington beim NSA ein Treffen statt. Wie schnell klar wird ist der getötete ein Agent gewesen. Offensichtlich sind bei der Operation schon mehrere
Agenten umgekommen. Der altgediente und gezeichnete Agent Gibbons macht darauf hin einen richtungweisenden Vorschlag. Da die Agenten nicht in die Umgebung der Prager Unterwelt passen, muss man solche Männer rekrutieren, die optisch in die Szene passen.
In Kalifornien treibt Xander Cage sein Unwesen. Er arbeitet als Darsteller und Produzent von Stuntvideos. Sein neuester Coup bestand darin, Senator Hotchkiss seinen teuren Wagen vor der Nase zu entwenden. Weil Hotchkiss sich für ein prüderes Amerika einsetzt, soll er vor laufender Kamera bestraft werden. In sein Auto werden von Cages Kollegen rasch für Unfälle speziell gebaute Kameras montiert, dann kann die eigentliche Fahrt losgehen. Ziel ist eine Brücke. Dort will Cage den Wagen herunterstürzen wobei er den ersten Teil des Flugs noch im Wagen erlebt um sich dann mit einem Fallschirm in Sicherheit zu bringen. Nachdem der Wagen spektakulär auf dem Boden zerschellt (natürlich nicht ohne obligatorische Explosion), werden die Kameras und das Filmmaterial eingesammelt. Dann treten Cage und Co. Ziehen davon und feiern ihren Coup.
Während der Feier allerdings werden alle von einer plötzlich einstürmenden Einheit überrascht. Schnell wird Cage von einem Geschoß getroffen. Er wird ohnmächtig und wacht in einem typisch amerikanischen Truckercafe wieder auf. Schnell sieht er sich einer erneuten Gefahr gegenüber, denn es findet scheinbar ein Überfall statt. Cage hat die Situation jedoch schnell überblickt und überwältigt die Angreifer. Daraufhin gibt sich Gibbons zu erkennen. Nach einem kurzen Dialog, der im Wesentlichen aus einer Nachbesprechung der Prüfung besteht, wird Cage erneut ohnmächtig geschossen.
Er erwacht erneut an einem überrachenden Ort: in einem Flugzeug – und zwar kurz bevor er mit zwei anderen abgesetzt wird. Diese haben offenbar auch die Prüfung im Cafe hinter sich. So glauben alle erneut an eine komplett gestellte Situation als sie sich in einer lateinamerikanischen Region befinden. Allerdings erweist sich das als Fehler, denn die drei reagieren zu lässig als sie gefangengenommen und in einem Lager verhört werden. Ein Angriff einer Armee allerdings lenkt die Aufmerksamkeit ab. Einer der drei verschwindet, Cages anderer Kollege wird im Durcheinander verletzt. Cage kümmert sich um ihn und will ihn aus dem Inferno retten. Mit einem Motorrad, einer Menge Können sowie ein bisschen Glück gelingt ihm das.
Wieder taucht Gibbons auf und gibt ihm die Wahl: entweder Gefängnis für seine Taten oder Amnestie. Für letztere muss er allerdings Kontakte zu einer Gruppe namens Anarchie 99 knüpfen. Cage wählt natürlich letzteres und fliegt nach Prag. Schnell findet er Anschluß und bekommt so innerhalb eines Tages reichlich Informationen. Doch das reicht Gibbons nicht und so muss er weiter Informationen sammeln über den Anführer Yorgi, der zudem eine attraktive und geheimnisvolle Partnerin mit Namen Yelena hat. Cage dringt also weiter in die Kreise ein. Je mehr er dies tut, desto mehr muss er feststellen, dass mehr dahinter steckt als es zunächst den Anschein hat.
Kritik:
Angekündigt wurde die Rolle von Vin Diesel als eine neue Generation von Geheimagenten. Ich persönlich muss jedoch sagen, dass die Rolle selbst nicht durch Innovation auffällt. Diesel ist ein Nachfolger von Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone, denn er ist einerseits so cool wie der Österreicher es schon in seinen Filmen in den 80-ern war.
Insgesamt passt Diesel ausgezeichnet in die flach charakterisierte Rolle. Cage ist ein cooler Typ, der sich kaum steuern lässt. So ändert er immer wieder Vorgaben nach seinem Geschmack ab. Eine andere Eigenschaft, die Cage auszeichnet, ist seine Beharrlichkeit und sein Sinn für Freundschaft. So kann er Yelena nicht allein in Gefahr lassen, sondern er übernimmt selbst das Kommando. All das bringt Diesel wie ich finde hervorragend rüber.
Hinzu kommt das bemerkenswerte optische. Tätowierungen sind dabei für einen harten Mann ein Muß. Nicht nur George Clooney verschafften sie in \"From Dusk Till Dawn\" eine persönliche Note. Auch in diesem Film werden besonders durch die drei X-e im Nacken ein prägendes Element geschaffen, das letztlich sogar namensgebend für den gesamten Film war. Ich persönlich finde die Ver-X-ung (X-ander statt Alexander, X-tina statt Christina (Aguilera) oder aXn statt Aktion) schon fast wieder langweilig und pseudo-cool. In diesen Film passt das in die erzeugte Atmosphäre und Charakterdarstellung jedoch hervorragend rein.
Die Vergleiche mit den Bond Filmen würde ich wie folgt ziehen: die Bond Filme versuchen mehr und mehr durch Action-Sequenzen zu überzeugen. Der eigentliche Stil ging verloren und man adaptiert das was heute \"in\" ist. Dieser Film baut mehr oder minder von vornherein auf Actionsequenzen auf und ist nicht der x-te Teil einer Serie von Filmen. Mir persönlich graut auch schon, wenn ich den Vorspann von \"Die another Day\" sehe und darin James als Opfer er Emanzipation. Genau um dieses Thema schert sich XXX nicht. Und das ist auch gut so. Es geht sowohl in Bond Filmen wie auch in diesem um einen starken Helden, der über den Dingen steht und nicht um jemanden, der sich gegen die Änderungen, die die Zeit mit sich bringt, auflehnt. Daher vermute ich, dass mir dieser Film besser gefallen wird als \"Die another Day\". Aber ich lasse mich in dem Fall gerne vom Gegenteil überzeugen.
Was mir persönlich fehlt ist ein interessanter Gegenpart zu Diesel. In alten Bond Filmen hat man mit Beißer(\"Moonraker\"), Kananga (\"Leben und Sterben lassen\") oder May Day, gespielt von Grace Jones in \"Im Angesicht des Todes\", charismatischere Gegenparts als den eher langweiligen Yorgi. Etwas neues, typisches bietet die Rolle nicht. Er ist der Gangsterboss, der nach erfolgreicher Arbeit die beteiligten Wissenschaftler umbringt. Das ist nichts neues. So finde ich die Rolle doch für einen Gegenspieler eines Superhelden doch sehr blass gehalten.
Auch Asia Argento als Yelena steht klar im Schatten von Diesel. Sie ist als Beiwerk zur Geschichte ganz ordentlich, doch letztlich besticht sie nicht durch eigene Fähigkeiten. Vielmehr ist es so, dass sie zunächst die harte Frau ist – im Laufe des Films und der Beziehung zu Cage jedoch immer weicher wird. Für meinen Geschmack sogar zu weich. Beispielsweise heult sie als die Wissenschaftler getötet werden. Das passt jedoch weder zu ihrem harten Auftreten gegenüber Yorgi bisher noch dazu, dass sie sich mehr mit Anarchie 99 identifizieren will.
Viel zu kurz kommt Samuel L. Jackson in seiner Rolle als Agent Gibbons. Er ist der einzige, der durch schauspielerische Leistung Vin Diesel Paroli bieten kann. Allerdings ist seine Rolle als Mentor und organisatorischer Chef entsprechend klein geraten. Er passt sich dem Charakter der Rolle von Cage, die sehr dominant seinem Umfeld gegenüber ist, vollständig an. Dennoch gelingt es ihm in den Momenten, in denen er auftaucht, Akzente zu setzen. Ich denke, dass Jackson einer der besten Charakterdarsteller in Hollywood ist und an sein Talent reichen sehr viele (auch wenn sie populärer sind und mehr verdienen) andere Schauspieler nicht ran.
Die Stunts in dem Film sind einfach hervorragend. Nicht nur die Fülle von interessanten Stunts mit dem Auto, dem Motorrad und dem Snowboard machen sie zu einem sehenswerten Ereignis. Allerdings frage ich mich wirklich manchmal, ob es möglich ist, so mit dem Motorrad durch die Luft zu wirbeln und durch eine Lücke im Militärzaun zu fliegen wie es Xander Cage tut. Gerade die Motorradszenen haben mir daher ziemlich imponiert. Im deutschen Fernsehen gibt es ja mit Kobra 11 auch eine Serie, die sehr auf Stunts setzt, aber ich glaube hochschwierige in einem Film habe ich noch nicht gesehen. Aus der Perspektive ist der Film sicherlich sehr sehenswert.
Musikalisch weiß der Film zu gefallen. Es werden in dem Film unterschiedliche Stilrichtungen gespielt. In actiongeladenen Szenen geht es in Richtung Hard Rock und Metal während in den romantischeren Szenen bevorzugt klassische Instrumente genutzt werden. Jedoch wird nicht ganz monoton der Stil nach der Szene gewählt und so hört man bei mancher Actionszene auch mal Streicher und zu den Szenen und der Instrumentierung passende Musik. Besonders gelungen ist der Auftritt von Rammstein. \"Feuer Frei\" ist sehr gut in die Handlung eingebunden worden. Auch wenn man schon sehr schnell vermutet, dass der Agent erschossen wird, wird in der Sequenz Spannung aufgebaut bis die Szene schließlich ein passendes Ende findet.
Den Spannungsgehalt würde ich als mäßig bezeichnen. Zu schnell ist klar, dass der Film einem 0-8-15 Schema für Filme folgt. Wirklich Gefahr für den Hauptdarsteller gab es nicht, im Gegenteil: Cage schien immer und zu jeder Zeit Herr über das Geschehen zu sein. Andere Filme vermitteln durch überraschende Wendungen doch mehr an Spannung.
Fazit:
XXX ist ein Film, der nicht mehr ist als eine nette Abendunterhaltung, die allerdings Spaß macht, wenn man sich auf den Film einlässt. Eine Schwäche für gute ehrliche Actionszenen muss schon vorhanden sein um den Film zu mögen. Viel neues hat der Film nicht zu bieten, sondern eher Durchschnittskost.
Der Film setzt einzig und allein auf seine Stärken, nämlich Stunts und Vin Diesel. Daher kann man ihm die eine oder andere Schwäche durchaus zugestehen. Es wird voll und ganz auf ein Publikum abgezielt, das Action sehen will. Leute, die schauspielerische Höchstleistung, Liebesdramen oder Charakterstudien bevorzugen, sind mit Sicherheit falsch aufgehoben.
Neben den genannten Dingen wüsste ich jedoch nicht, weshalb dieser Film sonderlich in Erinnerung bleiben sollte. Eine neue Ära des Agentenfilms wird er meiner Meinung nach nicht einläuten, es sei denn man schafft es durch interessante Nebendarsteller oder durch eine geniale Story den Film in aller Munde zu halten.
Vin Diesel hat das Zeug, sich als Actionheld des 21. Jahrhunderts als würdiger Nachfolger von Schwarzenegger und Sly Stallone einen Namen zu machen. Mir ist er jedenfalls zuvor nicht aufgefallen. Allerdings tritt er bravourös in deren Fußstapfen. Was das Talent betrifft, braucht er sicherlich beide nicht zu fürchten und auch optisch passt er sich den beiden, die mittlerweile in die Jahre gekommen sind, ziemlich gut an.
Filminfos:
Schauspieler: Vin Diesel (Xander Cage), Asia Argento (Yelena), Marton Czokas(Yorgi), Samuel L. Jackson(Detective Augustus Gibbons), u.a.
Regie: Rob Cohen
Drehbuch: Rich Wilkes
Dauer: 124 min
FSK: 12
Danke für\'s Lesen, Tub_thumper
Es ist Nacht in Prag. Ein Mann läuft durch die Straßen und blickt sich nervös um. Auf dem Dach sitzt ein anderer, der dem ersten auflauert. Als der Moment gekommen ist, tötet der zweite den ersten. Er greift in die Taschen und holt etwas heraus. Danach verschwindet er hastig in ein Haus. Dies tut er zu Recht, denn er wird von einer Gruppe verfolgt. Das Haus entpuppt sich als dunkler Schuppen, wo allerdings eine Gruppe laut aufspielt: Rammstein. Während die Band ihr Stück \"Feuer frei\" zum besten gibt, versucht sich der Mann zu entziehen. Dummerweise ist er jedoch in der Höhle des Löwen, denn der Clubbesitzer ist offenbar Chef der Verfolger. Da sowohl das Lied von Rammstein als auch die Pyroeffekte gut passen, gelingt es schließlich, den Verfolgten durch einen gezielten Schuß zu töten ohne dass die Massen etwas davon bemerken.
Kurz darauf findet in Washington beim NSA ein Treffen statt. Wie schnell klar wird ist der getötete ein Agent gewesen. Offensichtlich sind bei der Operation schon mehrere
Agenten umgekommen. Der altgediente und gezeichnete Agent Gibbons macht darauf hin einen richtungweisenden Vorschlag. Da die Agenten nicht in die Umgebung der Prager Unterwelt passen, muss man solche Männer rekrutieren, die optisch in die Szene passen.
In Kalifornien treibt Xander Cage sein Unwesen. Er arbeitet als Darsteller und Produzent von Stuntvideos. Sein neuester Coup bestand darin, Senator Hotchkiss seinen teuren Wagen vor der Nase zu entwenden. Weil Hotchkiss sich für ein prüderes Amerika einsetzt, soll er vor laufender Kamera bestraft werden. In sein Auto werden von Cages Kollegen rasch für Unfälle speziell gebaute Kameras montiert, dann kann die eigentliche Fahrt losgehen. Ziel ist eine Brücke. Dort will Cage den Wagen herunterstürzen wobei er den ersten Teil des Flugs noch im Wagen erlebt um sich dann mit einem Fallschirm in Sicherheit zu bringen. Nachdem der Wagen spektakulär auf dem Boden zerschellt (natürlich nicht ohne obligatorische Explosion), werden die Kameras und das Filmmaterial eingesammelt. Dann treten Cage und Co. Ziehen davon und feiern ihren Coup.
Während der Feier allerdings werden alle von einer plötzlich einstürmenden Einheit überrascht. Schnell wird Cage von einem Geschoß getroffen. Er wird ohnmächtig und wacht in einem typisch amerikanischen Truckercafe wieder auf. Schnell sieht er sich einer erneuten Gefahr gegenüber, denn es findet scheinbar ein Überfall statt. Cage hat die Situation jedoch schnell überblickt und überwältigt die Angreifer. Daraufhin gibt sich Gibbons zu erkennen. Nach einem kurzen Dialog, der im Wesentlichen aus einer Nachbesprechung der Prüfung besteht, wird Cage erneut ohnmächtig geschossen.
Er erwacht erneut an einem überrachenden Ort: in einem Flugzeug – und zwar kurz bevor er mit zwei anderen abgesetzt wird. Diese haben offenbar auch die Prüfung im Cafe hinter sich. So glauben alle erneut an eine komplett gestellte Situation als sie sich in einer lateinamerikanischen Region befinden. Allerdings erweist sich das als Fehler, denn die drei reagieren zu lässig als sie gefangengenommen und in einem Lager verhört werden. Ein Angriff einer Armee allerdings lenkt die Aufmerksamkeit ab. Einer der drei verschwindet, Cages anderer Kollege wird im Durcheinander verletzt. Cage kümmert sich um ihn und will ihn aus dem Inferno retten. Mit einem Motorrad, einer Menge Können sowie ein bisschen Glück gelingt ihm das.
Wieder taucht Gibbons auf und gibt ihm die Wahl: entweder Gefängnis für seine Taten oder Amnestie. Für letztere muss er allerdings Kontakte zu einer Gruppe namens Anarchie 99 knüpfen. Cage wählt natürlich letzteres und fliegt nach Prag. Schnell findet er Anschluß und bekommt so innerhalb eines Tages reichlich Informationen. Doch das reicht Gibbons nicht und so muss er weiter Informationen sammeln über den Anführer Yorgi, der zudem eine attraktive und geheimnisvolle Partnerin mit Namen Yelena hat. Cage dringt also weiter in die Kreise ein. Je mehr er dies tut, desto mehr muss er feststellen, dass mehr dahinter steckt als es zunächst den Anschein hat.
Kritik:
Angekündigt wurde die Rolle von Vin Diesel als eine neue Generation von Geheimagenten. Ich persönlich muss jedoch sagen, dass die Rolle selbst nicht durch Innovation auffällt. Diesel ist ein Nachfolger von Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone, denn er ist einerseits so cool wie der Österreicher es schon in seinen Filmen in den 80-ern war.
Insgesamt passt Diesel ausgezeichnet in die flach charakterisierte Rolle. Cage ist ein cooler Typ, der sich kaum steuern lässt. So ändert er immer wieder Vorgaben nach seinem Geschmack ab. Eine andere Eigenschaft, die Cage auszeichnet, ist seine Beharrlichkeit und sein Sinn für Freundschaft. So kann er Yelena nicht allein in Gefahr lassen, sondern er übernimmt selbst das Kommando. All das bringt Diesel wie ich finde hervorragend rüber.
Hinzu kommt das bemerkenswerte optische. Tätowierungen sind dabei für einen harten Mann ein Muß. Nicht nur George Clooney verschafften sie in \"From Dusk Till Dawn\" eine persönliche Note. Auch in diesem Film werden besonders durch die drei X-e im Nacken ein prägendes Element geschaffen, das letztlich sogar namensgebend für den gesamten Film war. Ich persönlich finde die Ver-X-ung (X-ander statt Alexander, X-tina statt Christina (Aguilera) oder aXn statt Aktion) schon fast wieder langweilig und pseudo-cool. In diesen Film passt das in die erzeugte Atmosphäre und Charakterdarstellung jedoch hervorragend rein.
Die Vergleiche mit den Bond Filmen würde ich wie folgt ziehen: die Bond Filme versuchen mehr und mehr durch Action-Sequenzen zu überzeugen. Der eigentliche Stil ging verloren und man adaptiert das was heute \"in\" ist. Dieser Film baut mehr oder minder von vornherein auf Actionsequenzen auf und ist nicht der x-te Teil einer Serie von Filmen. Mir persönlich graut auch schon, wenn ich den Vorspann von \"Die another Day\" sehe und darin James als Opfer er Emanzipation. Genau um dieses Thema schert sich XXX nicht. Und das ist auch gut so. Es geht sowohl in Bond Filmen wie auch in diesem um einen starken Helden, der über den Dingen steht und nicht um jemanden, der sich gegen die Änderungen, die die Zeit mit sich bringt, auflehnt. Daher vermute ich, dass mir dieser Film besser gefallen wird als \"Die another Day\". Aber ich lasse mich in dem Fall gerne vom Gegenteil überzeugen.
Was mir persönlich fehlt ist ein interessanter Gegenpart zu Diesel. In alten Bond Filmen hat man mit Beißer(\"Moonraker\"), Kananga (\"Leben und Sterben lassen\") oder May Day, gespielt von Grace Jones in \"Im Angesicht des Todes\", charismatischere Gegenparts als den eher langweiligen Yorgi. Etwas neues, typisches bietet die Rolle nicht. Er ist der Gangsterboss, der nach erfolgreicher Arbeit die beteiligten Wissenschaftler umbringt. Das ist nichts neues. So finde ich die Rolle doch für einen Gegenspieler eines Superhelden doch sehr blass gehalten.
Auch Asia Argento als Yelena steht klar im Schatten von Diesel. Sie ist als Beiwerk zur Geschichte ganz ordentlich, doch letztlich besticht sie nicht durch eigene Fähigkeiten. Vielmehr ist es so, dass sie zunächst die harte Frau ist – im Laufe des Films und der Beziehung zu Cage jedoch immer weicher wird. Für meinen Geschmack sogar zu weich. Beispielsweise heult sie als die Wissenschaftler getötet werden. Das passt jedoch weder zu ihrem harten Auftreten gegenüber Yorgi bisher noch dazu, dass sie sich mehr mit Anarchie 99 identifizieren will.
Viel zu kurz kommt Samuel L. Jackson in seiner Rolle als Agent Gibbons. Er ist der einzige, der durch schauspielerische Leistung Vin Diesel Paroli bieten kann. Allerdings ist seine Rolle als Mentor und organisatorischer Chef entsprechend klein geraten. Er passt sich dem Charakter der Rolle von Cage, die sehr dominant seinem Umfeld gegenüber ist, vollständig an. Dennoch gelingt es ihm in den Momenten, in denen er auftaucht, Akzente zu setzen. Ich denke, dass Jackson einer der besten Charakterdarsteller in Hollywood ist und an sein Talent reichen sehr viele (auch wenn sie populärer sind und mehr verdienen) andere Schauspieler nicht ran.
Die Stunts in dem Film sind einfach hervorragend. Nicht nur die Fülle von interessanten Stunts mit dem Auto, dem Motorrad und dem Snowboard machen sie zu einem sehenswerten Ereignis. Allerdings frage ich mich wirklich manchmal, ob es möglich ist, so mit dem Motorrad durch die Luft zu wirbeln und durch eine Lücke im Militärzaun zu fliegen wie es Xander Cage tut. Gerade die Motorradszenen haben mir daher ziemlich imponiert. Im deutschen Fernsehen gibt es ja mit Kobra 11 auch eine Serie, die sehr auf Stunts setzt, aber ich glaube hochschwierige in einem Film habe ich noch nicht gesehen. Aus der Perspektive ist der Film sicherlich sehr sehenswert.
Musikalisch weiß der Film zu gefallen. Es werden in dem Film unterschiedliche Stilrichtungen gespielt. In actiongeladenen Szenen geht es in Richtung Hard Rock und Metal während in den romantischeren Szenen bevorzugt klassische Instrumente genutzt werden. Jedoch wird nicht ganz monoton der Stil nach der Szene gewählt und so hört man bei mancher Actionszene auch mal Streicher und zu den Szenen und der Instrumentierung passende Musik. Besonders gelungen ist der Auftritt von Rammstein. \"Feuer Frei\" ist sehr gut in die Handlung eingebunden worden. Auch wenn man schon sehr schnell vermutet, dass der Agent erschossen wird, wird in der Sequenz Spannung aufgebaut bis die Szene schließlich ein passendes Ende findet.
Den Spannungsgehalt würde ich als mäßig bezeichnen. Zu schnell ist klar, dass der Film einem 0-8-15 Schema für Filme folgt. Wirklich Gefahr für den Hauptdarsteller gab es nicht, im Gegenteil: Cage schien immer und zu jeder Zeit Herr über das Geschehen zu sein. Andere Filme vermitteln durch überraschende Wendungen doch mehr an Spannung.
Fazit:
XXX ist ein Film, der nicht mehr ist als eine nette Abendunterhaltung, die allerdings Spaß macht, wenn man sich auf den Film einlässt. Eine Schwäche für gute ehrliche Actionszenen muss schon vorhanden sein um den Film zu mögen. Viel neues hat der Film nicht zu bieten, sondern eher Durchschnittskost.
Der Film setzt einzig und allein auf seine Stärken, nämlich Stunts und Vin Diesel. Daher kann man ihm die eine oder andere Schwäche durchaus zugestehen. Es wird voll und ganz auf ein Publikum abgezielt, das Action sehen will. Leute, die schauspielerische Höchstleistung, Liebesdramen oder Charakterstudien bevorzugen, sind mit Sicherheit falsch aufgehoben.
Neben den genannten Dingen wüsste ich jedoch nicht, weshalb dieser Film sonderlich in Erinnerung bleiben sollte. Eine neue Ära des Agentenfilms wird er meiner Meinung nach nicht einläuten, es sei denn man schafft es durch interessante Nebendarsteller oder durch eine geniale Story den Film in aller Munde zu halten.
Vin Diesel hat das Zeug, sich als Actionheld des 21. Jahrhunderts als würdiger Nachfolger von Schwarzenegger und Sly Stallone einen Namen zu machen. Mir ist er jedenfalls zuvor nicht aufgefallen. Allerdings tritt er bravourös in deren Fußstapfen. Was das Talent betrifft, braucht er sicherlich beide nicht zu fürchten und auch optisch passt er sich den beiden, die mittlerweile in die Jahre gekommen sind, ziemlich gut an.
Filminfos:
Schauspieler: Vin Diesel (Xander Cage), Asia Argento (Yelena), Marton Czokas(Yorgi), Samuel L. Jackson(Detective Augustus Gibbons), u.a.
Regie: Rob Cohen
Drehbuch: Rich Wilkes
Dauer: 124 min
FSK: 12
Danke für\'s Lesen, Tub_thumper
16 Bewertungen, 1 Kommentar
-
26.12.2007, 00:32 Uhr von luke1978
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht




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