Im Winter ein Jahr (DVD) Testbericht

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Im-winter-ein-jahr-dvd-drama
ab 5,46
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2010
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr wenig
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  langweilig

Erfahrungsbericht von LilithIbi

Er war für die Leute das, was sie haben wollten.

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Er war für die Leute das, was sie haben wollten.

Für 5,55 € erstand ich kürzlich im Aachener „Müller“ die mir bis dato völlig unbekannte DVD

===Im Winter ein Jahr===

einzig und allein wegen der Beschreibung, die sich auf dem Rückseite befand.
Tatsächlich hat mir der Film schlussendlich mehr zugesagt, als leise Zweifel es mir einreden wollten ~ auch wenn ich eingestehen muss, dass dieses knapp 2stündige Werk eines jener ist, die man maximal einmal jährlich gucken mag.

_Die Handlung ist so schlicht wie schlussendlich aufwühlend: Eliane Richter (Corinna Harfouch) bittet den einsidlerischen Maler Max Hollander (Josef Bierbichler), ein rund 4m² großes Porträt ihrer Kinder Lilly (Karoline Herfurth) und Alexander (Cyril Sjöström) zu erschaffen. Der Preis von 20.000 € hat es in sich; dafür verspricht sich Eliane allerdings auch einiges: den Freitod von Alexander nach einem Jahr endlich ein wenig verarbeiten zu können.

Max Hollander versucht somit, dank Fotografien von Alexander sowie persönlichen Besuchen von Lilly das Gemälde zu fertigen, dringt dabei immer tiefer in die zutiefst verletzte, verstörte wie geprägte Seele der Tochter ein.

Die harte Schale Lilly's, die im Grunde die zentrale Thematik in dem Film darbietet, bröckelt mehr und mehr ~ '''und legt ein völlig verlustangstgeprägtes, schuldbeladenes Emotionswrack frei.'''

===Die Umsetzung===
plätschert hin und wieder ein wenig vor sich hin, ohne dabei jedoch langweilig zu wirken,

Der Text, der auf der DVD-Hülle selbst wirbt, kreiert den verfälschten Eindruck, dass es sich bei „Im Winter ein Jahr“ um einen actionreichen Film handelt, der voller Höhen und Tiefen nur so wimmelt. Stattdessen erzählt der Zuschauer ein ruhiges, sentimentales, fast schon melancholisches Drama, welches weder zu Tränen rührt noch mit viel Hektik aufwartet.

Nahe geht die Geschichte zweifelsohne, viele Szenen buchstäblich unter die Haut, verstören, klären jedoch gleichermaßen im nächsten oder übernächsten Moment schon wieder auf. Hervorzuheben mitunter die Szenerie, in der Lilly sich selbst als „Theaterschlampe“ bezeichnet, auf die erfolgende nur halb ernst gemeinte Frage „Große Klappe ~ und nichts dahinter?“ äußert „Nicht viel.“ Die begleitende Mimik spiegelt die absolute Verletzlichkeit Lillys wieder; womit beinahe sämtliche Szenen, in der sie versuchte, unbekümmert, lebensfroh, fast schon arrogant und stark zu wirken, in einem völlig anderen Licht erscheinen.

Interessant vor allem die Entwicklung, die sich zwischen Max und Lilly abspielt: bei jedem weiteren Treffen kommen sich die beiden ~ auf enthüllender Basis ~ näher, entwickeln eine Art Freundschaft, die gewissermaßen offen, gleichzeitig jedoch verschlossen bleibt.

Eher am Rande geht es um Lilly's Eltern, doch das, was man zu sehen bekommt, berührt nicht minder.

Trockener Humor, gefühlvoll-bedrückende Filmmusik wie stellenweise eine außergewöhnliche Kameraarbeit runden das Bild ab; zweifelsohne jedoch lebt und besticht „Im Winter ein Jahr“ vorrangig durch bestimmte Äußerungen, die den Schmerz der jeweiligen Person auf nachfühlbarste zu transportieren verstehen.

_“Ich hab es nicht vergessen, wie er mich nicht angesehen hat“
stellt meiner Ansicht nach einen Satz dar, der das Unsichtbarkeitsgefühl Lillys absolut auf den Punkt bringt. „Im Winter ein Jahr“ stellt quasi ein Werk dar, welches die Belastung, die Alexanders Suizid auf jedes einzelne Familienmitglied projizierte, in Augenschein nimmt ~ die Verarbeitung des Geschehens ist längst noch nicht so weit vorangeschritten, wie sich insbesondere die Mutter jene erhofft hätte.

'''Die DVD selbst''' überraschte mich persönlich direkt: kaum eingelegt, begrüßt mich ein gesprochener Text, dass diese ebenfalls für Blinde bzw. sehbehinderte konzipiert sei; wolle ich diese Fassung sehen, solle ich einfach eine bestimmte Taste drücken. Drücke ich sie nicht, bekomme ich erstmal einen Filmtrailer zu sehen; woraufhin der Film schließlich direkt los geht ~ '''ohne''' das ich hier nochmal auf _play drücken müsste.
Find' ich offen gestanden irgendwie komisch, macht aber nicht wirklich viel aus.

An '''Extras''' bekommt der willige Zuschauer hier einiges geboten:
ein 22minütiges '''making of''', ein paar '''entfernte Szenen''', eine knapp 5minütige '''„Alice im Wunderland“ Tanzsession''', '''Fotoshow am Set''', '''Darstellerinfos''', das altbackene '''Audiokommentar''' sowie zwei kurze Szenen, in denen der '''bayrische Filmpreis''' bzw. der '''Diva-Award''' verliehen wurde.
Muss man sich alles nicht angucken, meines Erachtens nach sind lediglich die entfernten Szenen tatsächlich interessant; während die Tanzeinlage mich schon innerhalb des Filmes faszinierte.

==Summa summarum==
sagt mir „Im Winter ein Jahr“ absolut zu; eben weil ein tiefgründiges Thema aufgegriffen wurde, ohne allzu viel Geheule und Geschluchze unterzubringen. Klingt jetzt wieder arg bösartig, ist jedoch vielmehr in dem Zusammenhang gemeint, dass die Stille, von der der Film lebt, sonstig unnötig unterbrochen werden würde.
Natürlich ist „Im Winter ein Jahr“ emotional, geweint, getobt, gebettelt und geschrien wird hier auch ~ doch eben auf eine andere Art und Weise, als man es von der breiten Masse ähnlicher Verfilmungen her gewohnt ist.

Sprich: mir persönlich gefällt der Film ungemein, nichtsdestotrotz gehe ich davon aus, dass jener für die breite Masse eher ungeeignet ist. Es passiert mehr „zwischen den Szenen“, in den Persönlichkeiten selbst, als das es stumpf in großen Gesten auf die Leinwand projiziert wurde. Wer jedoch bereit ist, sich auf die Bebilderung in eben jener selbstanalysierenden Art und Weise einzulassen, der bekommt hier ein absolut zauberhaftes Werk geboten.

40 Bewertungen, 15 Kommentare

  • MasterSirTobi

    02.09.2010, 04:44 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da hast du dir ein SH verdient. LG wünscht MST

  • simrose_07

    24.08.2010, 16:06 Uhr von simrose_07
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut beschrieben!!!

  • hotnici1989

    24.08.2010, 03:53 Uhr von hotnici1989
    Bewertung: sehr hilfreich

    super bericht weiter so

  • sigrid9979

    23.08.2010, 19:20 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht...lg Sigi

  • juriS91

    23.08.2010, 19:08 Uhr von juriS91
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht :) Alles Gute. Man liest von einander

  • morla

    23.08.2010, 19:06 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir einen guten wochenstart lg. petra

  • Lakisha_1

    23.08.2010, 15:06 Uhr von Lakisha_1
    Bewertung: sehr hilfreich

    schön geschrieben. lg

  • XXLALF

    23.08.2010, 14:55 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und einen guten wochenstart

  • tina08

    23.08.2010, 14:39 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße .... Tina

  • peter_nordberg

    23.08.2010, 14:37 Uhr von peter_nordberg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht von dir. lg Peter

  • Lanch999

    23.08.2010, 14:29 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! LG von Lanch999

  • atrachte

    23.08.2010, 13:23 Uhr von atrachte
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. lg

  • catmum68

    23.08.2010, 13:20 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht, LG

  • meisterjaeger86

    23.08.2010, 12:53 Uhr von meisterjaeger86
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller bericht lg

  • Iris1979

    23.08.2010, 12:43 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. LG Iris