Far Cry (DVD) Testbericht

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ab 7,66
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  anspruchslos
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  langweilig

Erfahrungsbericht von atrachte

Ein weiteres Verbrechen des Uew Boll

Pro:

unfreiwillig Komisch ist er allemal,

Kontra:

filmischer Dreck bei dem nichts funktioniert,

Empfehlung:

Nein

Eine dämliche Story ohne Logik, schmerzhaft schlechte Oneliner und Dialoge sowie ein Protagonist zwischen peinlichen Machoattitüden und den beim Zuschauer hervorrufenden unangenehmen Zwang zum Fremdschämen. Das alles, und noch ein bisschen mehr filmischer Non-sense, ist die Verfilmung des überaus erfolgreichen Ego-Shooters „Far Cry“, welcher bereits in der Vorlage nicht wirklich durch seine tiefgründige Story begeistern konnte. Perfekt also für Dr. Uwe Boll, verantwortlich für so filmische Tiefschläge wie „Alone in the Dark“, „Tunnel Rats“, „Postal“ und „BloodRayne“, die er vollkommen überzeugt von seinem Talent als Filmemacher auf das geneigte Publikum los gelassen hat. Und auch sein aktuellster Streich „Far Cry“ weiß sich Bestens in diese unrühmliche Liste einzureihen.

Im Auftrag des US-Militärs züchtet der Genetiker Dr. Krieger (Udo Kier) auf einer streng bewachten Insel Superkämpfer heran, welche in kommenden Kriegen den normalen Soldaten ersetzen sollen. Zwar sind die genetisch veränderten Wesen nahezu unzerstörbar, jedoch auch kaum zu lenken sodass sie auf alles los gehen was sich bewegt, egal ob Verbündeter oder Feind. Um den Treiben von Krieger ein Ende zu setzen gibt einer seiner Soldaten, Max (Ralf Moeller), die Daten an dessen Nichte Valerie (Emmanuelle Vaugier) weiter, die als Reporterin die Geschichte aufdecken soll. Nachdem Valerie jedoch schon länger nichts mehr von ihrem Onkel gehört hat, entschließt sie sich auf die abgeriegelte Insel zu fahren und selbst nach Beweisen zu suchen. Doch nachdem sie von Skipper Jack Carver (Til Schweiger) auf die Insel gebracht wurde, macht sie schnell Bekanntschaft mit den dort ansässigen Söldnern, die über den Besuch der Reporterin und des Skippers alles andere als erfreut sind. Auf der Jagd nach Beweisen und Spuren von Max´´ Verbleib , kommen Valerie und Jack schon bald hinter die grausamen Machenschaften des Dr. Krieger...

So schlecht die Filme des Uwe Boll auch sind, und das sind sie, immerhin kann man dem deutschen Regisseur ein gewisses Händchen in Sachen lukratives und einfaches Geldscheffeln sowie erfolgreiches da in der Regel kontroverses Marketing nicht abstreitig machen. So schafft er es pro Jahr mehrere Low-Budget Produktionen, in der Regel basierend auf mehr oder weniger erfolgreichen Videospielen, mit durchaus bekannten Schauspielern abzuliefern und damit stets eine nicht gerade kleine Zielgruppe anzusprechen: nämlich die der Videogamer. Das entsprechende Werke in der Regel von sämtlichen Kritikern (zurecht) zerrissen werden, ist Herrn Boll sowieso ziemlich Schnuppe immerhin rentiert sich sein Schaffen aus finanzieller Sicht sehr für den Regisseur. Als Zuschauer hat man bei den Machwerken des Deutschen aber das Nachsehen, vor allem wenn man mit Erwartungen oberhalb des Klodeckel-Niveaus an die entsprechende Auswürfe herangeht. Eine solche Haltung sollte man aber auch bei „Far Cry“ tunigst vermeiden, andernfalls wird man nur der verplemperten Zeit hinterher trauen.

Man muss Boll immerhin zu gute heißen das er sich Storytechnisch ziemlich an das Niveau der Vorlage hält. Auch der 2004 erschienene Ego-Shooter hatte eine ziemliche hannebüchen Story zu bieten, die nur grob zusammen gehalten wurde und wenn überhaupt durch unglaubwürdige und unfreiwillig komische Momente aufgefallen ist. Insofern gelingt es Boll erstmals sich wirklich halbwegs nah an einer entsprechenden Vorlage zu halten. Der große Unterschied besteht jedoch darin dass das Spiel seinen mehr als mageren Plot durch andere Elemente gut zu überbrücken wusste, was Uwe Boll im Film nicht gelingt. Alleine schon die Tatsache das man aus Kostengründen die Handlung nicht auf eine Pazifik-Insel verlegen konnte, sondern irgendwo in die kanadischen Wälder wo schließlich ein deutscher Wissenschaftler für das US-Militär Experimente vornimmt, während ein deutscher Skipper und Ex-Elitesoldat zusammen mit der Nichte eines anderen deutschen Soldaten auf diese entlegene Insel gelangt um jenen Soldaten zu retten, ist wieder so Trashig das man einfach nicht anders kann als sich über dieses Werk schamlos lustig zu machen. Doch damit natürlich nicht genug: egal ob die grau angemalten Muskelpakete...ähm, Supersoldaten, bei denen man genau erkennt wie nach und nach die Farbe aufgrund der Transpiration der Darsteller immer mehr verwischt, die vollkommen dämlichen Dialoge, banalen Einfällen wie einen Universalschlüssel für Handschellen, welchen Jack natürlich immer griffbereit hat, oder die Billig anmutenden Laborsets – zu lachen hat man als Zuschauer hier eigentlich immer was.

Valerie: „Was ist das?“
Jack: „Oh, was ganz feines. Nennt sich Handgranate. Werfen sie eine raus“
Valerie: „Hat nicht funktioniert“
Jack: „Sie müssen den Stift ziehen. Erst ohne Stift macht´s Bum“

Und so sehr sich Boll´s Filme auch als pure Trashgranaten anbieten, das Problem ist eigentlich stets das sie schlichtweg nicht in der Lage sind zu unterhalten. Vor allem bei den Actionszenen fällt dies auch in „Far Cry“ mal wieder auf. Vollkommen schlecht sind diese eigentlich nicht, hin und wieder lässt sich gar so etwas wie Potential entdecken. Jedoch schafft es der Regisseur samt seinem Team kaum entsprechende Szenen auch nur halbwegs Spannend zu inszenieren. Stattdessen verlaufen die Actionszenen meist ziemlich lahm und uninspiriert, während man im Hintergrund mit einem in Dauerschleife laufenden Score berieselt wird der nach spätestens fünf Minuten so sehr nervt das man sich am liebsten die Ohren abreißen würde. Auch merkt man hier immer wieder das fehlende Talent des Regisseurs und seiner Crew: hin und wieder gibt es zwar die ein oder andere gelungene Kamerafahrt zu sehen, auch einige Actionszenen lassen wie erwähnt durchaus etwas Potential erkennen jedoch mangelt es schlichtweg an der Umsetzung. Ein sehr gutes Beispiel bieten die Szenen, die im Dunkeln spielen welche so schlecht ausgeleuchtet sind das man sich nur sehr schwer tut überhaupt etwas zu erkennen. Außerdem neigt Boll sehr dazu die Actionszenen viel zu hastig zu schneiden, was dazu führt das man sich schwer tut dem ganzen wirklich folgen zu können.

Es überrascht eigentlich nicht das man im Film schauspielerische Nieten wie Til Schweiger („Keinohrhasen“, „Driven“) und Ralf Moeller („Gladiator“, „Postal“) wiederfindet. Während Schweiger den plumpen Macho mit den dämlichsten Onelinern seit Rambo gibt, muss Moeller als genmanipulierter Supersoldat seinen Mann stehen. Immerhin letzterer profitiert von der Tatsache das er nicht viel Sagen muss und eigentlich nur seine Muskelkraft in Szene zu setzen hat, Schweiger hingegen ist einfach nur peinlich. Es verwundert aber trotzdem immer wieder wie es Boll gelingt Schauspielgrößen wie Udo Kier („Blade“, „Grindhouse“) für seine Projekte zu gewinnen. Und wer meint das selbst ein so erfahrener Darsteller wie Kier den Film doch halbwegs etwas aufwerten kann, der liegt falsch. Auch Kier wird mit absolut sinnentfreiten Dialogen bestraft und man merkt ihn sowohl an seiner Mimik als auch an seiner starren Gestik an das er sich in seiner Rolle des verrückten Wissenschaftlers nicht wohl fühlt. Die weiblichen Darstellerinnen haben in ihrer Rolle ebenfalls nichts zu lachen und sind eigentlich nur Mittel zum Zweck. Während Emmanuelle Vaugier („SAW II“) einmal Schweiger über sich rutschen lassen muss und fortan nur noch zur Pointengabe bereit steht, bleibt Natalia Avelon („Das wilde Leben“) als taffe Soldatin ziemlich blass und unscheinbar.

\\\\ Daten zum Film ////

Original Filmtitel:
Far Cry (2008)

Länge des Filmes:
Ca. 94 Minuten

Darsteller:
Til Schweiger...Jack Carver
Emmanuelle Vaugier...Valerie Cardinal
Natalia Avelon...Katja Chernov
Michael Paré...Paul Summers
Craig Fairbrass...Parker
Udo Kier...Dr. Krieger
Mike Dopud...Sgt. Ryder
Ralf Moeller... Max
...

Regisseur:
Uwe Boll

FSK:
Ab 16 Jahren

\\\\ Fazit ////
„Far Cry“ ist letzten Endes genau das geworden, was man von ihm erwartet: filmischer Müll. Zwar blitzt hin und wieder mal ein gewisses Potential durch, allerdings reicht dies bei weitem nicht aus um aus dem ganzen einen unterhaltenden Streifen zu machen. Die einzigen die hier wohl ihre Freude haben könnten wären Freunde des gepflegten Trashfilms, denn aufgrund seiner saudämlichen Einfälle und der ebenfalls nicht viel besseren Umsetzung ist „Far Cry“ zumindestens für die Lachmuskeln ein kleiner Segen.

2/10 Punkten für den Film "Far Cry" und somit ein Stern als Wertung.

42 Bewertungen, 17 Kommentare

  • Iris1979

    23.06.2009, 09:06 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. Liebe Grüße Iris

  • Striker1981

    14.06.2009, 21:35 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER

  • tk7722

    19.04.2009, 18:22 Uhr von tk7722
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr interessanter Bericht, liebe Grüße

  • Puppekaa

    19.04.2009, 11:58 Uhr von Puppekaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner Bericht - LG Karsta

  • anonym

    19.04.2009, 11:45 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    schönen Sonntag

  • bettie47

    19.04.2009, 02:58 Uhr von bettie47
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse berichtet. L.G. bettie 47

  • Baby1

    19.04.2009, 00:12 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • morla

    18.04.2009, 23:47 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir ein schönes wochenende lg. petra

  • MedienPanther

    18.04.2009, 23:34 Uhr von MedienPanther
    Bewertung: sehr hilfreich

    Als schauspielerische Niete würde ich Til Schweiger nicht gerade bezeichnen. Und auch Uwe Bolls Filme sind nicht alle schlecht. Werde mir trotzdem selbst meine Meinung bilden und mir den Film mal anschauen. LG Markus

  • sigrid9979

    18.04.2009, 22:19 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Sigrid...

  • minasteini

    18.04.2009, 21:16 Uhr von minasteini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super berichtet. LG Marina

  • sunflower76

    18.04.2009, 18:56 Uhr von sunflower76
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liest sich sehr interessant, schönes Wochenende, Dani

  • droehn

    18.04.2009, 17:48 Uhr von droehn
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht, lg droehn

  • bigmama

    18.04.2009, 16:34 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett

  • werder

    18.04.2009, 16:09 Uhr von werder
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toll berichtet! Gegenlesung finde ich klasse! LG aus Hannover!

  • carmaxx

    18.04.2009, 15:51 Uhr von carmaxx
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht! Freue mich über Gegenlesung!

  • Lale

    18.04.2009, 15:35 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Beste Grüße sendet die Lale.