100 Feet (DVD) Testbericht

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ab 72,68
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Erfahrungsbericht von atrachte

Geisterschrott

Pro:

unfreiwillig Komisch,

Kontra:

der ganze Rest,

Empfehlung:

Nein

Klassische Geistergeschichten haben im aktuellen Horror-Geschehen eigentlich kaum noch ein tragendes Gewicht. Außer in den in der Regel belanglosen Remakes asiatischer Horrorfilme oder den ein oder anderen ganz netten B-Movie Vertreter, scheint es momentan für eines der klassischen Horror-Wesen keine große Verwendung zu geben. Dagegen scheint Regisseur und Drehbuchautor Eric Red („Bad Moon“, „Hitch – Der Highway-Killer“) allerdings etwas zu haben, denn statt auf der aktuellen Folter- und Eckelwelle zu schwimmen, hetzt er in seinem aktuellen Film „100 Feet“ keinen nach Blut durstigen Massenmörder auf Famke Jannsen „X-Men“, „96 Hours“), sondern ihren toten Ehemann in Form eines Geistes. Warum eigentlich nicht, ein bisschen Abwechslung vom blutigen Einheitsbrei und stattdessen ein wenig „Back to the Roots“ Charme kann ja eigentlich nie schaden. Nur wenn wie im Fall von „100 Feet“ das Endprodukt sein Publikum langweilt.
Nachdem Marnie Watson (Famke Janssen) für den Mord an ihren gewalttätigen Ehemann, den Cop Mike Watson (Michael Paré), mehrere Jahre in einem Gefängnis war, hat sie nun die Gelegenheit ihre restliche Strafe zu Hause abzusitzen. Der Haken an der Sache ist das sie mittels einer elektronischen Fußfessel auf jeden Schritt überwacht wird und sich ihr Bewegungsradius gerade einmal auf knapp 30 Meter (also 100 Feet) beschränkt. In ihrem alten Haus angekommen, macht sich Marnie schnell daran sich gemütlich einzurichten. Allerdings scheint sie nicht die einzige zu sein die in dem Haus lebt und nach dem sich mit der Zeit immer wieder merkwürdige Zwischenfälle ereignen, ergibt sich der ungewollte Mitbewohner zu erkennen :es ist Marnie´s verstorbener Mann, der jetzt in Geisterform Rache für seinen Tod sucht.

Regisseur Eric Red ist im Horror-Genre keinesfalls ein unbekannter. Hauptsächlich als Drehbuchschreiber für die 80er Jahre Kultfilme „Hitch – Der Highway-Killer“ und „Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis“ verantwortlich, waren seine eigenen Regiearbeiten Anfang der 90er Jahre („Bad Moon“, „Body Parts“) allerdings weniger berauschend. Immerhin scheint er von dem Geld, das er mit seinen wenigen Werken gemacht hat, aber über die Jahre ganz gut ausgekommen zu sein, anders wäre es wohl nicht zu erklären das Red ganze zwölf Jahre gebraucht hat um sein neuestes Werk „100 Feet“ fertig zu stellen. Und auch wenn man immer so schön sagt das alles, was lange währt am Ende auch gut ist, so lässt sich diese Aussage auf die aktuelle Geistergeschichte von Red nicht übertragen.
Dabei fängt eigentlich noch alles recht Spannend an. Ohne irgendwelches Vorgeplänkel, das die genauen Hintergründe zu „100 Feet“ näher beleuchtet, findet sich der Zuschauer sofort im Geschehen wieder, das zeigt wie eine Frau, Marnie, durch das majestätisch anmutende New York gefahren wird. Wohin die Reise gehen soll, warum ihr Fahrer, der sich wenig später als der Cop Shanks herausstellt, Marnie gegenüber so kühl ist: das alles baut durchaus Spannung und Fragen auf, jedoch kann dieses anfängliche Interesse an der Geschichte kaum fünfzehn Minuten getragen werden. Denn sobald die Protagonistin in ihrem alten Haus ankommt und sich nach und nach sämtliche Fragen auflösen warum sie hier unter Hausarrest steht, war es das dann auch schon mit der Spannung, die im ganzen Filmverlauf nie wieder zurück erlangt werden kann. Die Geistergeschichte entwickelt sich nach und nach immer mehr zu einer Abspulung bekannter Genre-Elemente (es glaubt ihr natürlich keiner, man versucht den Geist mit alten Ritualen los zu werden usw.). Was man Red allerdings anerkennen muss ist das er seine Hauptdarstellerin eine Genre-fremde Attitüde auferlegt hat, statt panisch kreischend durch das verlassene Haus zu laufen geht Marnie beinahe gefasst mit der Tatsache um das ihr toter Ehemann in Geisterform im Haus umher wandelt und sie heimsucht. Eine durchaus erfrischende Tatsache, anders hätte „100 Feet“ aber sicherlich auch nicht funktioniert.

Das Problem ist nur das der Film aus diesem Pluspunkt kaum schöpfen kann. Das die Story gewisse Klischees aufgreift, okay, damit kann man leben, man könnte auch mit der Tatsache leben das der Film das durchaus vorhandene Potential seiner Geschichte sehr schnell verspielt und ihr sämtliche Spannung entzieht. Nicht aber damit das es dem ganzen letzten Endes an einer wirklich packenden Atmosphäre fehlt. „100 Feet“ will ein klassisches Gruselfilmchen sein, schafft es aber überhaupt nicht mit seinen Schockmomenten das Publikum auch nur halbwegs vom Sitz zu bewegen, stattdessen muss dieses müde Einfälle wie umher fliegende Haushaltsgegenstände und regelmäßiges „Buh“ Geheul über sich ergehen lassen. Die einzig wirklich Interessante Szene die der Film aufzuweisen hat ist gegen Ende, in der unser Geist den neuen Lover von Marnie sämtliche Knochen bricht und ihn recht Brutal durch die Luft schleudert. Doch gerade in dieser Szene, bzw. allgemein wenn der Geist in Erscheinung tritt, fallen die sehr spärlichen CGI-Effekte auf. Wirklich Schade, denn selbst mit geringen Budget hätten die Macher hier einfach mal ein bisschen mehr Liebe zum Detail an den Tag legen können, als uns einen solch uninspirierten Geist vor zusetzen.
Ein weiterer Kritikpunkt sind die sämtlichen Ungereimtheiten, welche „100 Feet“ sehr schnell zu einer lächerlichen Farce verkommen lassen. Warum Bitteschön wirft Marnie ihren (Ehe)Ring (wieso hat sie den überhaupt behalten obwohl ihr Mann sie über Jahre hinweg verprügelt hat?) in den Abfluss nur um ihn wenige Sekunden später wieder mit der bloßen Hand herausfischen zu wollen. Und welche Überraschung das just in diesem Moment der Geist auftaucht und die Hand seines Opfers in den Abfluss zieht, während natürlich der obligatorische Küchenabfallzerkleinerer los geht sodass Marnie Gefahr läuft ihre Hand abgehackt zu bekommen. Wirklich Peinlich wird es aber erst im Finale dieses müden Geisterspieles, die immerhin die Lachmuskeln ein wenig in Wallung bringen kann. Mit Horror hat das allerdings nicht einmal im Ansatz etwas zu tun.

Dem ganzen Elend fügen sich leider auch die schauspielerischen Leistungen ein. Famke Janssen hat als beinahe alleinige Akteurin natürlich eine sehr anspruchsvolle Rolle, denn den Hauptanteil von „100 Feet“ über muss sie ganz alleine tragen. Ganz versagen tut die gebürtige Niederländerin zwar nicht, ein wirkliche reizendes Schauspiel legt sie wiederum auch nicht ab. Bobby Cannavale („Will & Grace“, „Cold Case“) wirkt hingegen einfach nur peinlich, genauso wie Ed Westwick „Children of Men“) als Marnie´s junger Bettgespiele. Und auch Michael Paré („Bad Moon“, „Blood Rayne“) als Geist kann, nicht zuletzt vielleicht aber auch aufgrund der miesen CGI-Effekte, überhaupt nichts reißen.
\\\\ Daten zum Film ////

Original Filmtitel:
100 Feet (2008)
Länge des Filmes:
Ca. 105 Minuten

Darsteller:
Famke Janssen...Marnie Watson
Bobby Cannavale...Shanks
Ed Westwick...Joey
Michael Paré...Mike Watson
John Fallon...Jimmy
Patricia Charbonneau...Frances
...
Regisseur:
Eric Red

FSK:
Ab 16 Jahren

\\\\ Fazit ////
„100 Feet“, das sind 105 Minuten vollkommen belangloser Scheiß der neben einer lahmen Story, und wenig überzeugenden Darstellern vor allem an dem Umstand scheitert das er laufend mit peinlichen Einfällen überrascht, so aber wenigstens den ein oder anderen unfreiwilligen Lacher bereit hält. Meine Empfehlung: lieber ein paar alte Genre-Klassiker ausleihen wo die Worte Atmosphäre und Grusel noch groß geschrieben wurden.

2/10 Punkten für den Film "100 Feet" und somit ein Stern als Wertung.

45 Bewertungen, 14 Kommentare

  • MasterSirTobi

    17.04.2009, 02:07 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH. Viele Grüße von MasterSirTobi

  • Mondlicht1957

    11.04.2009, 18:35 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super, ich wünsch dir ein schönes Osterfest

  • senora

    11.04.2009, 14:25 Uhr von senora
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schön berichtet. Schöne und sonnige Oster-Tage wünsche ich.

  • rainbow90

    11.04.2009, 10:31 Uhr von rainbow90
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. Frohe Ostern!

  • Lale

    11.04.2009, 03:52 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Beste Ostergrüße, die Lale.

  • Baby1

    11.04.2009, 00:30 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • Music-King

    11.04.2009, 00:24 Uhr von Music-King
    Bewertung: sehr hilfreich

    Eigentlich stimmt die Redewendung 'Was lange währt..." nicht, denn gerade wenn man sehr lange nichts mehr getan hat und sich dann plötzlich wieder damit beschäftig, trägt oftmals ungeniesbare Früchte... Und so war das hier scheinbar auch... Lieben Gruß, Roland

  • anonym

    11.04.2009, 00:22 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner bericht! Freue mich über Gegenleistungen. LG

  • monschischi

    11.04.2009, 00:13 Uhr von monschischi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich wünsche ein tolles Osterwochenende!! LG Nadi

  • carmaxx

    10.04.2009, 23:41 Uhr von carmaxx
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht! Freue mich über Gegenlesung!

  • tina08

    10.04.2009, 23:04 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße .... Tina

  • sigrid9979

    10.04.2009, 23:01 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    frohe Ostern wünscht dir sigi

  • droehn

    10.04.2009, 22:55 Uhr von droehn
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht, lg droehn

  • try_or_die87

    10.04.2009, 22:51 Uhr von try_or_die87
    Bewertung: besonders wertvoll

    Klasse berichtet. Liebe Grüße