Carver (DVD) Testbericht




Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
Erfahrungsbericht von das-christian
Moby Dick in da House!!!
Pro:
Der Killer, ziemlich brutal
Kontra:
Der Killer, schlechtes Bild, Stino - Film
Empfehlung:
Nein
Carver gehört zu der Sorte von Filmen, die ausschließlich durch brutale Szenen im Gedächtnis haften bleiben. Es sollte erwähnt werden, dass ich hier die englischsprachige Uncut-Version bespreche, die geschnittene deutsche FSK 6-Version ist nicht einmal einen Flohschiss wert.
Kritik
Carver beginnt mit dem noch nie dagewesenen einleitenden Text: "Based on actual events", oder in Deutsch: "nach einer wahren Begebenheit" (was mich schon vorsorglich aufwürgen lässt). Wir befinden uns in irgendeiner von Inzest geplagten Hinterwäldlergegend im amerikanischen Nirgendwo. Bereits zu Beginn lernt man, wie man einen Vor-Vorspann für das menschliche Auge unansehbar machen kann; da gibt es die schönen verdorbenen Landschaften im Hintergrund und im Vordergrund eine rote Lava-Schrift mit den Credits. Das passt natürlich gar nicht, hält aber wenigstens den Blutdruck hoch. Dann geht's aber los, mit einem sichtlich verwirrten Girlie im Kerker. Man muss kein Hellseher sein, um zur Schlussfolgerung zu kommen, dass sie die Ehre hat das Einführungsopfer zu spielen und in nur wenigen Sekunden das Zeitliche segnen wird. Spätestens, wenn man unseren korpulenten Killer durch das Bild huschen sieht (150 kg auf geschätzten 1,50 m Körpergröße), macht man sich nur noch Gedanken darüber, wie sie abtreten wird und ob das ganze schön blutig vonstatten geht. Und dann folgt der richtige Vorspann, also der, der nach dem Vor-Vorspann kommt und weit vor dem Abspann, aber noch kein Nachspann, vielleicht aber schon ein Zwischenspann ist?oder so. Also nochmals Lava-Schrift, nur diesmal gibt es keine Schäfchen und Windräder im Hintergrund, sondern feinstes Geschnetzeltes, zubereitet von unserem Fleischereifachmeister Moby Dick höchstpersönlich. Und hossa, man sieht zwar nur Ausschnitte, aber das was man zu sehen bekommt, macht Lust auf mehr.
Unser Killer ist einer von der Sorte: doof, hässlich und doof. Mutter Natur hat sich mit ihm wohl ihren übelsten Scherz erlaubt. Und ernsthaft, der Typ sieht aus, als wäre er grad beim DSDS-Casting durchgefallen, nachdem er bei Britt einen Mutanten-Test gemacht hat. zum Töten setzt er immer eine Maske auf, die erinnert etwas an die Maske des Killers aus "Blutiger Valentinstag", ist aber bei weitem nicht so cool. Jason und Michael würden sich totlachen darüber. Den Killer kann man, als das was er darstellen soll, einfach nicht ernst nehmen.
Aber weiter mit der Anleitung: wie bastele ich mir einen billigen Slasher. Wir brauchen paarungswillige und zurückgebliebene Teenies (also Frischfleisch) auf Campingtour; das läuft. Eine Raststätte mit verdrecktem Lokus und mysteriösen Besitzer, der mit dem Killer unter einer Decke steckt; läuft auch. Und abschließend brauchen wir noch einen gemeinen Killer, in diesem Fall möchte man ihn eher knuddeln, als sich vor ihn fürchten. Mehr oder weniger (eher weniger) hat man also die bedeutsamsten Elemente zusammen. Dass es hier auch Blut gibt, hat man bereits in den Anfangsminuten gecheckt.
So weit, so Schlecht. Die Brüder Ryan und Pete warten in einer verkommenen Raststätte auf ihre beiden Freunde, mit denen sie zum Zelten fahren wollen. Ryan ärgert sich über das versiffte und mit Scheiße beschmierte Klo, als er dort grad seine Sitzung abhält, während sein zurückgebliebener Kumpel Zack (hier noch mit Eiern) am Erdboden dieses sagenumwobenen Klos entlang robbt, um ihn zu erschrecken und gleichzeitig zu begrüßen. Dieser gewisse Zack ist nicht besonders helle, besitzt aber immerhin drei Gehirnzellen (Inhalt: Kacken-Poppen-Kacken). Die Tussi im Bunde (deren Name ich bereits wieder vergessen habe) ist nicht ganz so doof wie ihr Stecher Zack, hat aber große Akneprobleme, da helfen auch geschätzte 5 kg Schminke nicht um das zu vertuschen. Immerhin hat sie einen niedlichen Pöter, den sie kurz vor ihrem Ableben noch einmal in die Kamera hält. Ein Sheriff spielt auch mit, sein Auftritt gehört aber in die Kategorie: unnötig und kurz, er darf scheinbar nur mitmachen, weil der Regisseur irgendwann einmal gehört hat, dass in solchen Filmen immer Sheriffs mitspielen.
Irgendwie gelangen die Vier dann auf einen (selbstverständlich) verlassenen und verkommenen Zeltplatz. Da solche Filme einen anständigen Bodycount haben müssen, lernen sie dort noch ein weiteres potentielles Opfer kennen, welches ausnahmsweise mehr als drei Gehirnzellen mit sich trägt, aber über keinen großen Überlebenswillen verfügt. Zu diesem Zeitpunkt ist es wirklich schwer eine mögliche Identifikationsfigur ausfindig zu machen. Ohnehin ereignet sich in den ersten 45 Minuten nicht wirklich viel, leider mag es auch nicht gelingen den Charakteren in irgendeiner Art und Weise Tiefgang zu verleihen. Der Sympathieaufbau hält sich arg in Grenzen. Immerhin ergeben sich ein paar Stereotypen; Pete, der am rationalsten handelt und denkt; Ryan, sein feiger Bruder; Zack, ein verkappter Macho (mit den geringsten Überlebenschancen); Tussi Nr. 1, die Bitch und Tussi Nr. 2, die hübsche Kämpferin mit unehrenhaftem Abgang. Nach den 45 Minuten geht es dann aber endlich los und zwar richtig. Gleich die erste Splatterszene kann dazu führen, dass insbesondere die männlichen Zuschauer zusammenzucken und ihr bestes Stück schützen wollen (sofern man die Uncut-Version hat). Ja, da wird Olli Kahns Ausspruch: "Wir brauchen Eier!" zur grauenhaften Realität. Ab dann steigt auch das Tempo, es wird uns ein Terrorfilm serviert, der den Härtegrad von Hostel locker übersteigt. Da wird halt mal ein Nagel in Großaufnahme durch ein Bein gekloppt, was soll's, die Dumpfbacken von Teens haben es ja auch nicht anders verdient.
Unser Killer hat nicht nur eine Hackfresse der übelsten Sorte, auch schauspielerisch hat er genauso viel drauf wie der Rest der Cast, nämlich gar nichts. Besonders bei ihm sieht man immer wieder, wie er sein Gesicht völlig unpassend zur aktuellen Szene verzieht, allein deshalb ist es gut, dass der Typ fast ausschließlich mit Maske zu sehen ist. Aber immerhin agieren die Schauspieler besser als die Leute hinter der Kamera, die haben nämlich noch weniger drauf. Von Bildschärfe und Ausleuchtung haben die Verantwortlichen scheinbar noch nie etwas gehört. Auch dilettantische Perspektiven gibt es massig, ein neuer Lynch wurde hier jedenfalls nicht geboren. Der Film befindet sich zwischen B-Movie und Amateurfilm, so richtig zuordnen kann man das nicht.
Es sollte auch erwähnt werden, dass hier ein Film im Film zu sehen ist. Als die Jugendlichen in einer Scheune sind, finden sie Filmmaterial, was sie sich auch gleich ansehen, nichts ahnend, dass die Szenen, die sich dort abspielen kein Fake sind. Einige logische Ungereimtheiten treten da schon auf, denn wieso wechselt die Kamera ständig ihre Position, es ist schwer zu glauben, dass die späteren Opfer für die richtige Kameraeinstellung posiert haben. Auch sonst, hätte das alles mehr dirty werden können, schwarz-weiß-Aufnahmen hätten die Intensität dieser Film-im-Film-Szenen sicherlich noch erhöht. Aber ich hab ja bereits erwähnt, dass hier keine Genies hinter den Kameras am Werk waren. Als Fan von Film im Film-Szenen hat sich meine Begeisterung in Grenzen gehalten.
Die letzten Szenen werfen dann eine Frage auf, denn wenn das alles auf wahren Tatsachen beruhen sollte, wer war dann die (zuverlässige) Quelle dafür!? Hunde können ja noch nicht sprechen und wer glaubt schon einem Hinterwäldler, dessen Mutter gleichzeitig sein Bruder und seine Onkel ist!? Jedenfalls begründet das meine Würgkrämpfe, die ich in den ersten Minuten verspürte.
DVD
Klar ist, dass der Film in Deutschland nie und nimmer offiziell Uncut erscheinen wird. Eine deutschsprachige Uncut-Version werden wohl frühestens unsere Nachbarn aus dem Ösiland rausbringen. Um die Wartezeit zu umgehen, legte ich mir also die englischsprachige Unrated Version zu, die zusätzlich noch jede Menge Extras beinhaltet. So zum Beispiel ein Making of, Deleted Scenes und eine Gallerie. Die Bildqualität ist sehr schlecht, das trifft auch auf den Ton zu. Als Sprache kann man nur Englisch wählen, Untertitel gibt es keine.
Fazit
Carver ist wieder einmal ein richtig doofer Slasher, der am besten mit Bier und den dazugehörigen Kumpels ertragbar ist. Über das Dahinscheiden der Charaktere macht man sich keine Gedanken, einzig die Brutalität der Tötungsdelikte ruft Aufmerksamkeit hervor. Und genau das ist das einzig positive am Film, der Killer jagt alles ein, nur keine Angst. Es hätte ein durchschnittlicher Slasher werden können, aber zu sehr wird hier auch versucht von den ganzen Vorreitern abzukupfern, ein Personen-Kult wie bei einem Jason oder einem hastenichtgesehen kann so natürlich nicht entstehen. Allein schon aufgrund der Anzahl der Slasher die Monat für Monat unsere Videotheken vergewaltigen, bedarf es wirklich etwas Besonderem, was diesem Film leider fehlt.
Doofe Teenies (8/10)
Lustiger Killer (10/10)
Beschissenes Ende (9/10)
27 Bewertungen, 14 Kommentare
-
02.03.2009, 19:08 Uhr von Bountyhunter
Bewertung: sehr hilfreichSh und liebe Grüße von mir :D
-
02.03.2009, 15:52 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich dein Bericht liebe Grüsse
-
23.02.2009, 11:49 Uhr von 4money
Bewertung: sehr hilfreich:::LG und einen guten Wochenstart..chris:::
-
23.02.2009, 11:45 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
-
23.02.2009, 11:16 Uhr von nikita86
Bewertung: besonders wertvolltoller bericht. freu mich über gegenlesung. lg, nikita
-
23.02.2009, 10:05 Uhr von stars
Bewertung: sehr hilfreichFreu mich über Gegenlesung. Gruß stars
-
23.02.2009, 08:56 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr interessanter Bericht, liebe Grüße
-
22.02.2009, 23:32 Uhr von carmaxx
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht! Freue mich über Gegenlesung!
-
22.02.2009, 23:29 Uhr von sonnenbaerchen
Bewertung: besonders wertvollFreu mich über Gegenlesung!
-
22.02.2009, 23:02 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht. LG Marina
-
22.02.2009, 21:48 Uhr von leupi123
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht :D Freu mich auf Gegenlesungen LG
-
22.02.2009, 20:39 Uhr von Tonga1
Bewertung: sehr hilfreichDanke für den Film Tip
-
22.02.2009, 20:10 Uhr von timecode001
Bewertung: sehr hilfreichSuper Testbericht! Liebe Grüße und einen schönen Sonntag. timecode001
-
22.02.2009, 19:59 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSehr schön Berichtet Hellau Freue mich über Gegenlesungen. ..Lg Sigi
Bewerten / Kommentar schreiben