Das Urteil - Jeder ist käuflich (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Abana1
Der lachende Dritte
Pro:
spannender Film, ganz gute Darsteller, überraschende Wendungen, gutes Bonusmaterial auf der DVD
Kontra:
die Bildqualität auf der DVD könnte besser sein
Empfehlung:
Ja
HANDLUNG
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Vor zwei Jahren wurde ein Familienvater von einem Mann bei einem Amoklauf erschossen. Die Witwe hat sich entschlossen, den Hersteller der Waffe zu verklagen, mit der ihr Mann getötet wurde. Ihr Anwalt ist Wendell Rohr (Dustin Hoffman), der voller Zuversicht an einen positiven Ausgang des Prozesses glaubt. Doch die Gegenseite will mit aller Macht eine Niederlage verhindern, denn das würde neben hohen Kosten auch noch einen Präzedenzfall schaffen, mit dem weitere Klagen verbunden wären. Der Waffenhersteller wird durch den Anwalt Durwood Cable (Bruce Davidson) vertreten, der allerdings keine große Rolle spielt, denn eigentlich hält Rankin Fitch (Gene Hackman) die Fäden in der Hand. Fitch ist ein Jury-Berater, der mit allen Mitteln die Zusammensetzung der Geschworenen-Jury beeinflussen will und kann. Er selbst wurde von den Waffenherstellern engagiert, damit das Urteil positiv für sie ausfällt. Auch Rohr engagiert einen solchen Jury-Berater (Jeremy Piven), allerdings setzt er mehr auf seinen Instinkt, als auf den Berater.
Größte Sorgfalt wird nun auf die Zusammensetzung der Jury gelegt. Die potentiellen Geschworenen werden von Fitch überwacht und ihr Leben durchleuchtet. Der Kandidat Nicholas Easter (John Cusack) fällt durch seine Unlust auf, an dem Prozess teilzunehmen. Der Richter ist von einem solchen Verhalten nicht gerade angetan und Fitch revidiert sein anfängliches Urteil über den Kandidaten und empfiehlt ihn nun doch als Geschworenen. Bald stellt sich heraus, dass Easter zusammen mit der geheimnisvollen Marlee (Rachel Weisz) seine eigenen Ziele verfolgt...
MEINE MEINUNG
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Zugegebenermaßen sagte mir der Filmtitel rein gar nichts, als ich die DVD zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte. Somit scheint der Film auch nicht gerade ein Kinoerfolg gewesen zu sein, denn ansonsten hätte ich das wohl mitbekommen. Aber ich habe mir \"Das Urteil\" dann ohne weitere Informationen und Vorurteile angeschaut und ich war auch einigermaßen zufrieden mit dem Film. Da ich die Handlung (auch die Kurzbeschreibung) vorher nicht kannte, war der Film für mich sehr spannend. Anfangs sah alles nach einen typischen Gerichtsfilm aus, also es gibt einen Guten und einen Bösen und am Ende siegt natürlich der Gute. Ich fühlte mich schon leicht gelangweilt, aber als sich dann die dritte Partei mit Easter einschaltete, wurde es richtig spannend und unterhaltsam. Eine solche Wende hatte ich keineswegs erwartet und das war auch die Rettung des Films. Ansonsten wäre \"Das Urteil\" ein vorhersehbares und schwaches Filmchen geworden. Normalerweise mag ich solche Justiv-Filme nicht unbedingt, da diese meistens sehr vorhersehbar und langweilig sind. Aber dieser Film hat mich auf seine Art sehr gefesselt.
Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von John Grisham (der Titel ließ dies schon vermuten). Ich habe das Buch nicht gelesen, aber anhand der Inhaltsangabe wird ersichtlich, dass die Handlung für den Film ein wenig abgeändert wurde. Während im Buch die Tabakindustrie an den Pranger gestellt wird, dreht es sich im Film um die Waffenindustrie. Wahrscheinlich wurde das Thema aus aktuellem Anlaß geändert, denn schließlich sind derzeit die Waffen ein heißeres Thema. Außerdem wurde noch die Figur Rohr etwas abgewandelt, denn aus dem Audiokommentar wurde ersichtlich, dass Rohr ursprünglich auch korrupt angelegt wurde.
Auch wenn \"Das Urteil\" mir einigermaßen gut gefallen hat, fehlt noch viel, damit der Film richtig gut gewesen wäre. Während die Handlung sehr spannend aufgebaut war, wurden die Personen leider sehr vernachlässigt. Und als Charaktere kann man diese auch kaum bezeichnen, denn alle Personen blieben ziemlich blaß. Ob das nun an den Schauspielern lag oder an der Inszenierung bleibt fragwürdig, aber ich tippe mal auf beides. Denn Rohr, der von Dustin Hoffman gespielt wurde, oder Fitch, der von Gene Hackman gespielt wurde, ließen zumindest einiges Leben in diesen Menschen vermuten. Aber die beiden Personen Easter (gespielt von John Cusack) und Marlee (gespielt von Rachel Weisz) wurden ziemlich schwach dargestellt. Man spürte überhaupt kein Feuer oder Motivation hinter ihren Bemühungen. Ab und zu blitzte zwar mal ein emotionaler Zug hervor, aber das kann für einen solchen Film nicht ausreichend sein. Ich will natürlich keine Seifenoper oder hochgespielte Dramen sehen, aber man soll sich ja auch irgendwie mit den Charakteren identifizieren können, aber das ist hier gar nicht der Fall.
Wie schon erwähnt, war der Film, mal abgesehen von den wenigen emotionalen Regungen, eigentlich gut inszeniert. Vor allem die Person Nick Easter hat dazu beigetragen. Denn anfangs wird der Zuschauer getäuscht. Man sieht Easter als einen ganz anderen Menschen als er wirklich ist. Im Laufe des Films gibt er immer mehr über sich preis und dies ist die interessante Entwicklung des Films. Sollte man allerdings schon vorher etwas darüber gelesen haben, geht dieser Effekt bestimmt flöten. Aber ansonsten kann man sich so richtig schön manipuliert fühlen, wie z.B. die anderen Geschworenen auch.
Aber einen Beitrag zu einem besseren Ansehen der Justiz wird dieser Film bestimmt nicht darstellen (das sollte der Film mit Sicherheit auch nicht sein). Auch wenn schließlich das \"Gute\" gesiegt hat, so war letztlich doch alles manipuliert. Es gab keine unabhängige Entscheidung der Geschworenen. Und die gefallenen Bemerkung: \"Der Prozess ist viel zu wichtig, um ihn von Geschworenen entscheiden zu lassen\", sagt ja wohl alles. Auch wenn im Film alles etwas überspitzt dargestellt wurde, ist ein Fünkchen Wahrheit dran. Schließlich gibt es diese Jury-Berater und die werden alles mögliche machen, damit der Prozess zu Gunsten ihrer Partei entschieden wird.
Auch wenn es so einige kleinere negative Punkte gab, kann ich \"Das Urteil\" nur empfehlen. Allerdings sollte man über die Handlung noch nicht viel wissen, denn ansonsten wird der Film etwas langweiliger, als er für mich gewesen ist.
DIE DVD
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Die DVD (20th Century Fox Home Entertainment) ist für einen solchen Film recht gut mit Bonusmaterial ausgestattet. Ehrlich gesagt, hatte ich so viel gar nicht erwartet und einige Features sind auch wirklich sehenswert. Positiv ist noch aufgefallen, dass alle englischen Features mit deutschen Untertiteln unterlegt werden können. Dies brauche ich zwar nicht unbedingt, aber für den, der kein Englisch kann, ist dies ein willkommenes Hilfsmittel. Die Menüs sind zwar mit Szenen aus dem Film animiert, aber doch eher schlicht und unscheinbar gehalten. Mir persönlich haben sie nicht gefallen.
Die Bild- und Tonqualität ist gut. Da der Film eher auf Dialoge setzt und kaum Soundeffekte aufweist, ist natürlich vom Sound her nicht viel zu erwarten. Leider ist auch die Musicscore nur sehr sparsam eingesetzt wurden. Trotzdem wurden die Umgebungsgeräusche hervorragend mit Raumklang umgesetzt, so dass man in den einzelnen Szenen denkt, man sitzt mittendrin. Da gibt es beim Bild schon mehr zu meckern. Es ist zwar kontrast- und farbenreich, aber leider auch sehr unscharf. Die Konturen wirken sehr verwaschen. Hier hätte man wirklich mehr machen können.
Bonusmaterial
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# Audiokommentar des Regisseurs Gary Fleder
Obwohl ich mir Audiokommentare sehr gern zu einem Film anhöre, habe ich mir diesen bis jetzt noch nicht komplett zu Gemüte geführt. Ich habe bisher nur abschnittsweise mal reingehört und ich fand den Kommentar auch sehr informativ, aber bisher fehlte einfach die Zeit. Der Regisseur Gary Fleder erzählt viel über die Dreharbeiten und wie die Handlung im Vergleich zur Romanvorlage abgewandelt wurde.
# Nicht verwendete Szenen (~2min)
Normalerweise gehören die entfallenen Szenen zu den Highlights des Bonusmaterials, aber hier kann man nicht gerade davon reden. Erstens handelt es sich hier nur um zwei Szenen, und zweitens sind diese in einer außerordentlichen schlechten Bildqualität gehalten. Positiv ist noch zu vermerken, dass man wahlweise einen erklärenden Audiokommentar des Regisseurs zuschalten kann.
# Kommentar zu ausgewählten Szenen (~6min)
Hinter diesem Feature verbergen sich zwei Szenen, die von Dustin Hoffman bzw. Gene Hackman kommentiert werden. Dustin Hoffman kommentiert die Szene von Rohr und Fitch im Bad und Gene Hackman kommentiert die letzte Szene von Fitch in der Bar. Hoffman erzählt vorwiegend Sachen von den Dreharbeiten, während Hackman sich auf den Aufbau der Szene konzentriert.
# Untersuchung einer Szene (~14min)
In diesem Feature wird nochmals die Szene von Rohr und Fitch im Band aufgegriffen. Der Regisseur und die beiden Darsteller erzählen in kurzen Statements über die Dreharbeiten und ihren Ängsten vor dieser Szene, da diese sehr lang ist und viel Können vorraussetzt.
# Aus dem Ärmel (~8min)
Dieses Feature hat mir besonders gefallen, da hier Dustin Hoffman und Gene Hackman über ihre gemeinsame Vergangenheit erzählen. Das ist auf jeden Fall sehr sehenswert.
# Das Ensemble (~4min)
Hier handelt es sich um einen kurzen Clip über die Schauspieler, allerdings ist dieser nicht gerade sehr informativ, da er in der Kürze nicht viele Darsteller zu Wort kommen läßt. Während Hoffman und Hackman in den vorangegangenen Features ausführlich vorgestellt wurden, kommen hier Rachel Weisz und John Cusack nur kurz zu Wort. Auch die anderen Nebendarsteller werden nur kurz erwähnt.
# Licht und Schatten (~5min)
Hier handelt es sich um eine kurze Featurette über die Kamera, in der natürlich der Kameramann und der Regisseur zu Wort kommen.
# Eine Vision von New Orleans (~5min)
In diesem kurzen Feature dreht sich alles um die Ausstattung. Da der Film in New Orleans handelt, muss sich dies natürlich in den Szenen wiederspiegeln. Dieses Feature erklärt, wie dies umgesetzt wurde.
# Rhythmus (~5min)
Der Titel ließ zuerst ein Feature über die Musicscore vermuten, aber hier dreht sich alles um den Schnitt.
# Making of (~12min)
Das Making Of ist kein richtiges Making Of, sondern eher ein typisches Werbevideo. Man erfährt nicht wirklich etwas Neues und es hätte auch etwas informativer sein können. Die Darsteller und der Regisseur geben kurze Statements ab, wie toll der Film ist und die Dreharbeiten waren und das war es dann auch schon wieder. Aber ehrlich gesagt, haben die anderen Features auch schon eine Menge über die Dreharbeiten gezeigt, so dass dieses Making Of sowieso eher überflüssig ist.
Weitere Daten
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Sprachen : Englisch, Deutsch
Untertitel : Englisch, Deutsch
Bildformat : 2,35:1 (anamorph)
Audiokanäle : Dolby Digital 5.1
Spielzeit : 122 min
FSK : ab 12 Jahre
FAZIT
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Zusammenfassend kann man sagen, dass \"Das Urteil\" ein sehr spannender und unterhaltsamer Justiz-Film ist, der durch überraschende Wendungen nie langweilig wird. Die DVD wartet mit einem für einen solchen Film untypischen umfangreichen Bonusmaterial auf, welches durchaus sehr sehenswert ist. Die Bildqualität ist nicht hundertprozentig in Ordnung, trotzdem kann ich diesen Film und die DVD empfehlen.
Die DVD bekommt drei Punkte (von drei möglichen Punkten), und der Film erhält die Höchstpunktzahl von zwei Punkten.
36 Bewertungen, 6 Kommentare
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11.10.2005, 16:05 Uhr von Rumyana7
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner und ausführlicher Bericht. LG
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11.10.2005, 05:02 Uhr von Bea_im_Netz
Bewertung: sehr hilfreichsh, weil so ausführlich. LG
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10.10.2005, 12:10 Uhr von plötzlichpapa
Bewertung: sehr hilfreichDen Film habe ich auch schon gesehen und für gut befunden ;-)
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09.10.2005, 19:51 Uhr von marina71
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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08.10.2005, 21:03 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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08.10.2005, 19:30 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreichob imehl-benachrichtigung oder nicht; ich bewerte mit ‚SH’, wann und wen ich will...
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