Das Urteil - Jeder ist käuflich (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von T_Goose

Bist Du käuflich?

Pro:

perfekte Story, Starbesetzung, Sinn des Films

Kontra:

leichte Abweichungen zum Buch, die aber nicht stören

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Community. Von John Grisham, der zahlreiche Bestseller-Roman geschrieben hat, habe ich schon einige Bücher gelesen. Es gab auch bereits erfolgreiche Verfilmungen, wie „Die Jury“ oder „Die Firma“. Im Moment läuft in unseren Kinos eine weitere Verfilmung, eines John Grisham Romans. Dabei handelt es sich um „Das Urteil“, welches mit einer Starbesetzung ( Gene Hackman, Dustin Hoffman, John Cusack ) auftrumpfen kann. Wo es sich lohnt, diese Verfilmung zu sehen, könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen. Viel Spaß dabei.

.:: Story ::.

Celeste Wood ( Joanna Going ) hat vor zwei Jahren ihren Ehemann bei einem Amoklauf verloren. Da die Waffe illegal in die Hände des Attentäters gekommen ist, verklagt sie den Waffenkonzern auf Schmerzensgeld. Für diese Gerichtsverhandlung, werden von ihrem Anwalt Wendell Rohr ( Dustin Hoffman ) und dem der Gegenseite ausgesucht. Nicholas Easter ( John Cusack ), ist einer der vermeintlichen Geschworenen, auch wenn er dem Gericht mit großer Deutlichkeit zeigt, dass er auf diese ihm lästige Ehre keine Lust hat. Doch er kommt letztendlich als Geschworener Nummer 9 ins Team.

Der Prozess scheint fair zu beginnen, doch auf der Seite des Waffenkonzerns arbeitet verdeckt Rankin Fitch ( Gene Hackman ), der mit skrupellosen Mitteln sein Werk erledigt. Er beobachtet die Geschworenen und spioniert sie aus, um diese mit seinem Wissen so zu manipulieren, dass die Klage den Waffenkonzern aussichtslos erscheint.

Doch plötzlich kommt Marlee ( Rachel Weisz ) ins Spiel, die beiden Parteien ein Angebot unterbreitet. Wer ihr als erstes 10 Millionen Dollar bezahlt, für den manipuliert sie die Geschworenen, nach dessen Vorstellungen, da sie einen Komplizen unter ihnen hat. Rohr lehnt das Angebot ab, da er es lieber mit ehrlicher Arbeit versuchen möchte und auch Fitch bleibt lieber bei seinen eigenen Methoden. Doch Marlee lässt nicht locker, und steckt „ihrem Geschworenen“ Tipps zu und so scheinen die Geschworenen immer einen Schritt voraus.

Es entwickelt sich eine spannende Gerichtsverhandlung, in der die einzelnen Parteien alles versuchen, damit es nicht zu einem Prozessabbruch kommt...

.:: Meinung ::.

Da mir die anderen Verfilmungen von John Grishams Romanen auch sehr gut gefallen haben, bin ich mit entsprechenden Erwartungen ins Kino gegangen. Ich erwartete einen spannenden Thriller, der auch Dank seiner Starbesetzung, absolut lohnenswert werden sollte.

Der Anfang, mit der Auswahl der Geschworenen, verlief etwas schleppend. Es zog sich, dass die Vorstellung der einzelnen Personen und ihre Auswahl aus ausgiebig gezeigt wurde. Dies hätte man mit Sicherheit kürzer gestalten können, doch dann wäre wirklich ein wichtiges Bestandteil verloren gegangen. Durch zahlreiche Bilder und anderen Informationen über die Geschworenen, konnte man sich von ihnen ein vorzügliches Bild machen und sich so auch eher in ihre Lage versetzen. So wirken die einzelnen Charaktere sehr lebendig und ich habe in einigen Situation mit ihnen gefiebert, wie es denn nun weitergeht. Das hat mir schon bei den Romanen von Grisham gefallen, dass er es versteht, seine Charaktere gut zu umschreiben und man sich unter ihnen etwas vorstellen kann. Somit gab es also einen sehr guten Grund, warum sich diese Einleitung so in die Länge gezogen hat.

Das Thema der Gerichtsverhandlung sind illegale Waffen, mit denen bei einem Attentat unschuldige Menschen ums Leben gekommen sind. Dies ergibt zwar zur Buchvorlage eine Abweichung, dort ging es um die Tabakindustrie, aber diese Änderung wurde wohl auf Grund der sich veränderten Lage in Amerika gewählt. Die Tabakindustrie war vor ein paar Jahren ins Schussfeld geraten und hat bis heute stark an Aktualität verloren. Doch die Waffenindustrie, die in Amerika eine sehr starke Lobby hat, ist aktueller denn je. So hat man es auch geschafft, dem Film einen tieferen Sinn zu verleihen nämlich, dass es zahlreiche unschuldige Opfer gibt, die wegen illegaler Waffen ihr Leben lassen müssen. Da dies in Amerika ein großes Problem ist und sie sich dieser Problematik auch nicht entzeihen können, finde ich diese Abweichung vom Original vollkommen vertretbar.

Auffallend finde ich die unterschiedlichen Seiten von Kläger und Angeklagten. Auf der Seite der Kläger befindet sich die junge Celeste Wood, die von Joanna Going gespielt wird. Sie ist zu Beginn mit ihrem kleinen Sohn zu sehen und schafft es so schon, die Sympathien auf ihre Seite zu ziehen. Zusammen mit ihrem Anwalt Wendell Rohr ( Dustin Hoffman ), gibt sie ein Gespann ab, welches sämtliche Vorteile auf seiner Seite zu haben scheint. Sie wirken auf mich als Zuschauer sehr liebenswert und so wünsche ich ihnen schon Beginn an, dass sie den Prozess gewinnen.
Denn auf der Gegenseite steht mit Rankin Fitch, der von Gene Hackman verkörpert wird, ein absolut fieser Gegenspieler, der allein schon durch sein kaltes und emotionsloses Auftreten dafür sorgt, dass er in das Lager des Bösen gesteckt wird. Doch dies ist noch die harmlose Seite, denn im Verlauf des Films zeigt er sein wahres ich, das vor nichts zurückschreckt. Da wird schon mal ein Geschworener bedroht oder erpresst, nur damit er sein Ziel, einen Freispruch für die Waffenindustrie, durchboxen kann.
Daher sind die Rollen und Sympathien in diesem Film sehr schnell verteilt.

Doch am interessantesten erscheint mir immer noch die dritte Partei, die sich schnell herauskristallisiert. Die hübsche Marlee ( Rachel Weisz ) nett beiden Parteien ihre Forderung von einem Betrag in Höhe von 10 Millionen Dollar, und sie würde die Geschworenen dementsprechend manipulieren. Zunächst weiß man nicht, welches Ziel sie damit verfolgt oder ob alles nur ein großer Bluff ist. Doch mit der Zeit geschehen unter den Geschworenen seltsame Dinge, die sowohl Kläger als auch Angeklagten verwundern und sie über die Macht von Marlee staunen. Sie kommen allerdings nicht dahinter, wer ihr Partner ist.
Von Seiten der Kläger hatte ich es nicht erwartet, dass Rohr das Angebot annimmt, um so den Prozess zu gewinnen. Er verkörpert einfach eine zu ehrliche Haut und es wäre daher schon unvorstellbar gewesen, dass er sich so solch einem Schritt wagt. Von Fitch hätte ich das schon gedacht, doch er versucht es lieber nach seinen Methoden. Womit er aber nicht unbedingt erfolgreicher ist und durch diverse Aktionen unter den Geschworenen einige Male die Beherrschung verliert, da nicht alles so läuft, wie er es sich vorstellt.

So entwickelt sich ein packender Gerichts-Thriller, wobei die eigentliche Verhandlung immer mehr in den Hintergrund rückt. Vielmehr geht es um die ganzen Machenschaften, die dafür genutzt werden, um die Verhandlung zu beeinflussen. Ich finde die Spannung sehr hoch, auch wenn bald klar wird, wer auf welcher Seite steht und wer der Maulwurf unter den Geschworenen ist. Doch das lüften dieses Geheimnisses wirkt sich in keiner Weise negativ auf die Spannung und der weitern Verlauf der Geschichte ab. Ganz im Gegenteil. Vielmehr ist man jetzt daran interessiert, wie der Prozess weiter verläuft und ob der Maulwurf enttarnt wird, oder sein Spiel bis zum Ende durchziehen kann.

Die schauspielerische Leistung in „Das Urteil“ finde ich sehr gelungen. Allein schon die Starbesetzung aus Dustin Hoffman, Gene Hackman, John Cusack und Rachel Weisz ist nahezu einzigartig. Vor allen Dustin Hoffman, der schon in zahlreichen Filmen mitgespielt hat, finde ich einen begnadeten Schauspieler. Er zieht seine Rolle knallhart durch, sieht aber trotzdem aus, wie der nette Onkel. Er verkörpert einen souveräne Anwalt, der mit ehrlichen Mitteln zum Erfolg kommen will. Mir gefällt diese Rolle einfach hervorragend.
Gene Hackman spielt zwar den fiesen Gegenpart, der skrupellos ist und mit allen nur erdenklichen Mitteln zum Erfolg kommen will, doch seine Rolle finde ich mindestens genauso interessant. Es ist der Wiederspruch zu Hoffman, was diese Einzigartigkeit ausmacht. Hinzufügen möchte ich noch, dass Hoffman und Hackman seit über 46 Jahren befreundet sind, aber bisher noch niemals gemeinsam vor der Kamera gestanden haben. Schön, dass sie es bei „Das Urteil“ endlich mal geschafft haben.
Die Rolle von John Cusack, der erst letztes Jahr mit „Identität“ einen großes Erfolg feierte, ist auch nicht zu verachten. Er verkörpert einen der Geschworenen, auch wenn er anfangs deutlich zeigt, dass er an dieser Rolle kein Interesse hat. Doch mit seiner Begabung, bekommt er eine besonders Rolle in dem Film, die er wirklich brillant umsetzt. Auch wenn diese Rolle nach Außen hin vielleicht nicht so stark wirkt, für die Bedeutung des Films, ist sie von enormer Wichtigkeit.
Bliebt zum Schluss noch Rachel Weisz. Sie spielt die Rolle der Erpresserin, was ihr sehr gut gelungen ist. Sie verkörpert sehr gut die Kaltschnäuzigkeit und zugleich ihre Angst, dass sie bei ihrem Vorhaben auffliegt und das Spiel vorbei ist.

.:: Daten zum Film ::.

Land / Jahr : USA 2003
Titel : Das Urteil ( Original : Runaway Jury )
Verleih : New Regency Pictures
Länge : 138 Minuten
FSK : ab 12 Jahren
Regie : Gary Fleder
Schauspieler : John Cusack ( Nicholas Easter ), Gene Hackman ( Rankin Fitch ), Dustin Hoffman ( Wendell Rohr ), Rachel Weisz ( Marlee ), Joanna Going ( Celeste Wood )
Kinostart : 29.04.2004
Internet : www.dasurteil-derfilm.de

.:: Fazit ::.

Die 138 Minuten vergehen schnell und bei mir kam an keiner Stelle im Film Langeweile auf. Die Story ist sehr durchdacht und auch wenn sie gegenüber dem Buch geändert wurde, ist sie perfekt gelungen. Die hervorragende Besetzung der einzelnen Rollen trägt dazu bei, dass hier ein großes Filmwerk gelungen ist, was mir ausgezeichnet gefallen hat. Das ist endlich mal wieder großes Kino, was ihr euch nicht entgehen lassen solltet. Ich halte den Film für mehr als empfehlenswert und vergebe auch die vollen 5 Sterne.

Ich danke für eure Aufmerksamkeit.

Ciao T_Goose

18 Bewertungen, 1 Kommentar

  • cnighthawk88

    15.06.2004, 00:22 Uhr von cnighthawk88
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Bericht ist einfach klasse und der Film ist einer der besten dir dieses Jahr zu sehen waren. von mir auch 5 Sterne.