Glaubensfrage (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr wenig
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

Nonnen fallen ab und zu.

4
  • Action:  sehr wenig
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  sehr niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  andere Version

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Seit einigen Tagen, wenn nicht sogar Wochen, liegt der Film
//GLAUBENSFRAGE//
Bei mir auf dem Couchtisch. Bzw. lag, denn gestern hab ich ihn endlich mal gesehen und auf den „zurück zu Muttern“ Stapel geschichtet. Ausschlaggebender Punkt dass ich den mir von meiner Ma empfohlenen Film endlich anguckte, war zweifelsohne MissVegas Verriss. Wie man sieht, nimmt diese Dame eine immer leitendere Rolle in meinem Leben ein… dies jedoch nur am Rande.
Fakt ist, dass ich selbst Meryl Streep sehr gerne sehe, eben weil ich sie für eine großartige Darstellerin halte. Der Name Philip Seymour Hoffman sagt mir ebenfalls irgendwas, selbst wenn ich dieses Gesicht nie einer bestimmten Person zuordnen könnte.
==Die Story==

klang für mich ebenfalls sehr verlockend:
Im Grunde geht es lediglich um das Treiben an einer katholischen Schule, über welches insbesondere
Schwester Aloysius wacht. Mir persönlich wurde nicht richtig klar, in welchem Jahr das ganze spielt, und kann dies somit nur auf „früher eben“ begrenzen.
Warum auch immer hegt jene Oberschwester von Anfang an Zweifel – wie auch der Originaltitel des Filmes „Doubt“ andeutet – an Pater Flynn, der sich insbesondere um den ersten schwarzen Jungen der Schule, Donald Miller, kümmert. Inwiefern er sich um diesen kümmert, beunruhigt erst Aloysius und wenig später die jüngere und absolut sympathisch-liebenswürdige Schwester, der obendrein jener Film gewidmet wurde.

Beim stummen Mittagessen fordert Schwester Aloysius ihre Mitschwestern auf, ein wachsames Auge auf Pater Flynn zu halten. In jener Szene tagt der spärlich gesäte Wortwitz des Filmes, der obendrein den Charakter der Hauptprotagonistin untermauert. Als eine der Nonnen Rückfrage hält, auf was genau sie achten solle und ob der Pater bestimmter Dinge verdächtigt wird, antwortet Aloysius:

„Das war keine Aufforderung zum Ratespiel, Schwester Raymond.“

Und ja, ich find so was lustig.

Ebenso musste ich grinsen, als Schwester James zu spät zu einer Besprechung erscheint, sich damit entschuldigt, dass die Nase einer älteren Nonne noch geblutet hat. Daraufhin meint Aloysius: „Sie scheinen gerne jemanden eins auf die Nase zu geben. Erst der junge London, dann…. Ach, vergessen Sie’s.“

Ohnehin überzeugt Schwester James mit ihrer latent-niedlichen und teilnaiven Art; Schwester James will unbedingt alles richtig machen, von ihren Schülern respektiert wie auch geliebt werden. Dass sie obendrein jenes von Schwester Aloysius erhofft, trägt nicht grade zur Einfachheit der Umsetzung bei ~ letztere ist durch ihre Strenge bei den Schülern und auch Nonnen gefürchtet.

Es dauert nicht lang, da beobachtet Schwester James eine Szene, die sie meldet ~ anfänglich war ich mehr als baff, wie rasch Mutmaßungen um einen möglichen sexuellen Übergriff erfolgen, muss aber gestehen, letztendlich genauso kritisch geworden zu sein.

Spätestens, als Donalds Mutter zur Rücksprache in die Schule bestellt wird, dreht sich die Story, kippt ins teilweise unerwartete. Was die Mutter von sich gibt, hätte zumindest ich so nicht erwartet….


===Die Umsetzung===

halte ich persönlich für gelungen. Zweifelsohne ist „Glaubensfrage“ ein sehr leiser Film ohne großes Tamtam, was nicht unbedingt heißt, dass man nicht bzgl. der ein oder anderen Szene wie gebannt auf die Handlung starrt.

Wie gesagt, ich persönlich war und bin recht angetan von den Wendungen der Geschichte, dem kleinen Clou gegen Ende und dem Ausgang des Filmes überhaupt.
Wer hier jedoch geballte Spannung, Dramatik oder nur eine Fokussierung auf jemand anderen als 4 oder 5 Personen erwartet, der wird zwangsläufig enttäuscht werden. Im Grunde geht es beinah ausschließlich um den Pater und die Verdächtigung dessen, die beiden Schwestern und der Gutgläubigkeit der einen bzw. der vermeintlichen Unterstellung der anderen ~ der Junge selbst spielt eher eine nebenrangige Rolle, auch wenn er Hauptaugenmerk des Geschehens bzw. Nichtgeschehens ist. Eine weitere, nicht näher aufgeklärte Rolle spielt der zweite Messdiener, der schluchzend zusammenbricht, als er die Mutter Donalds im Büro der Obernonne erblickt.

Und ja, es gibt mehrere Szenen, die sich nicht völlig erklären, die nicht aufgedröselt werden, die den Zuschauer über das Filmende hinaus mutmaßen lassen, was nun eigtl. genau geschehen ist.


==Zusammenfassend==

ist es vermutlich sehr wichtig, zu sagen, dass ich persönlich solche Filme mag, wo nicht alles erklärt wird; sofern nicht zu viele Lücken übrig bleiben. An „Glaubensfrage“ ärgert mich ein wenig die krumme Übersetzung des Originaltitels, was man dem Film jedoch nicht wirklich negativ anlasten kann.

Meines Erachtens nach haben alle Darsteller überzeugen können; besonders hervorzuheben die kleinen Anflüge des lakonischen Humors, die Schwester Aloysius hier und dort zu streuen bereit ist. Dass jener sowohl Schwester James als auch den Pater eher befremdet, hat obendrein etwas für sich.

Mitnichten würde ich mir „Glaubensfrage“ binnen des Restjahres noch einmal ansehen wollen; vielmehr denke ich, dass es sich hierbei um einen jener Werke handelt, die nur beim ersten Mal so richtig wirken können. Die Überraschungen, Offenbarungen und kleinen Wendungen funktionieren eben nur beim ersten Ansehen ~ und doch bin ich sicher, dass man selbst beim zweiten Ansehen noch grübelt, wie weit die Annäherung des Paters an seine jungenhaften Schäfchen jemals fortgeschritten ist.

Besonders gefallen haben mir die Ausschnitte der Predigten, an denen man als Zuschauer teilhaben durfte. Ein gewisses Sinnbild über ein Kissen, dessen Federn und der Auswirkung von Klatsch und Tratsch wird mir sicherlich nicht so schnell wieder aus dem Kopfe gehen…

Ergo des Ergos: Ein Film, der mir in seiner leisen Dramatik der vermutlichen 60er Jahre sehr zusagte; dem ich ebenfalls eine Empfehlung ausspreche und somit das Volk, welches MissVegas Bericht ebenso kennt, regelrecht verunsichere ~ womit sich der Kreis um den Titel „Doubt“ wieder schließt.

37 Bewertungen, 11 Kommentare

  • tina08

    08.08.2009, 18:51 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • morla

    04.08.2009, 18:51 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir einen schönen tag lg. petra

  • Nina1805

    04.08.2009, 16:55 Uhr von Nina1805
    Bewertung: sehr hilfreich

    Way Back Home" Somewhere in the country There's a place Where nobody knows your name When I'm feeling lonely there's a train That helps me run away

  • tk7722

    04.08.2009, 14:00 Uhr von tk7722
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr schöner Bericht, liebe Grüße

  • l.x.klar@gmx.net

    04.08.2009, 13:14 Uhr von [email protected]
    Bewertung: besonders wertvoll

    greetz from wallcity beartown

  • liebes35

    04.08.2009, 13:13 Uhr von liebes35
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. LG Steffi

  • sigrid9979

    04.08.2009, 13:05 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: besonders wertvoll

    Viele Grüße von sigi

  • peter_nordberg

    04.08.2009, 12:10 Uhr von peter_nordberg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. lg Peter

  • Gozo-Bernie

    04.08.2009, 12:07 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein Gruss aus Catania - der Heimat von telestrada.it

  • jacki0987

    04.08.2009, 11:19 Uhr von jacki0987
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße von Jacqueline

  • bibap

    04.08.2009, 11:11 Uhr von bibap
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner Bericht!! LG