Effi Briest (2009) (DVD) Testbericht




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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von verbatim
Eine Literatur *NEU*- Verfilmung
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
heute schreibe ich wieder einmal über einen aktuellen Kinofilm. Da meine letzte Filmrezension ja gelungen ist, traue ich mich nun auch an eine zweite heran.
Diesen Film schaute ich mir mehr oder weniger freiwillig an. Im Deutsch-Leistungskurs haben wir ja bereits Effi Briest als traditionellen Roman behandelt und deswegen wies uns unser Lehrer drauf hin, dass man sich ja die neue Verfilmung anschauen könnte. Das taten dann auch fast alle aus unserem Kurs. Und wie man es schon hatte ahnen können, kauten wir Effi Briest in einer Diskussion noch mal 45 Minuten lang durch und natürlich auch den Film.
Das Kino war bei Effi Briest ganz und gar nicht voll, denn außer meiner besten Freundin und mir, saßen nur noch ungefähr 5 andere Zuschauer im Kino. Es war zwar leer, aber genau neben mir saß natürlich jemand. – ohne Worte –
*Warum heißt der Film – Effi Briest - ?*
Weil es eine Literatur- Neuverfilmung ist und auf dem traditionellen Roman Effi Briest basiert.
Weiteres zu dem Roman kann man auch in meinem Bericht dazu nachlesen. Nur ganz kurz:
Effi Briest ist die Protagonistin im Roman Effi Briest von Theodor Fontane.
*Thematik des Films*
Der Film spielt zur Zeit Fontanes: zwischen 1819 und 1898 und stellt die Gesellschaft dar.
Die Thematik der erzwungenen Ehen wird dargestellt und auch das allgemeine Recht der Frauen dieser Zeit und wie sich manche damit abfinden und manche eben nicht.
Im Prinzip kann man all dies in dem Leben von Effi Briest erkennen und deswegen ist von der Thematik her auch der Roman ein traditioneller.
Schon vorab: ein traditioneller Roman ist sicherlich um einiges schwieriger umzusetzen, als ein moderner oder gar nur ein verfasstes Drehbuch. Also hat sich der Regisseur ziemlich viel Arbeit aufgehalst und somit auch schon deswegen ein Lob verdient.
*Die Schauspieler*
(die Hauptrollen)
Elfriede Briest, kurz Effi Briest(Julia Jentsch): Effi wird recht gut dargestellt. Julia Jentsch spielt die Rolle einer einsamen Frau sehr gut und auch das Selbstbewusstsein Effis kommt gut aus ihr heraus. Allerdings sind Wandlungen im Film nicht mit einbegriffen, wofür aber allerdings nicht Julia Jentsch etwas kann, sondern dafür sei der Regisseur verantwortlich. Zum Beispiel wird die Effi nicht viel älter. Allerdings werden auch andere Charaktere nicht älter. Hmmm...komisch
Baron v. Innstetten, Gerd mit Vornamen(Sebastian Koch): Baron v. Innstetten wird hier als ein allseits zornigen alten Herrn dargestellt. Außerdem ist der Schauspieler noch ein wenig zu jung)oder nur jung geschminkt, wer weiß), denn der Altersunterschied zwischen der Effi und dem Innstetten im Buch war wesentlich höher. Ich als Regisseur hätte vielleicht einen älteren Herrn ausgesucht, wenigstens ein paar Falten mehr sollte dieser schon haben. Sonst ist Innstetten gut umgesetzt worden und Sebastian Koch hat seine Sache in einer Literaturverfilmung zu einem traditionellen Roman recht gut gemacht.
Luise von Briest, Effis Mutter (Juliane Köhler): die Mutter wird teils sehr gut dargestellt. Im Roman wurde ihre ausdrückliche Schönheit dargestellt und dies ist auch im Film sehr gut umgesetzt. Allerdings fehlt mir ein wenig der Bezug zum Roman, denn es heißt im Roman, dass der Mutter die gleichen Kleider passen, wie der Tochter, doch dies wird nicht dargestellt. Das kühle Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist gut gezeigt worden. Allerdings fehlt mir noch eine „Winzigkeit“, denn die Mutter ist ja im Roman in den Innstetten verliebt, dies wird im Film meist nur angedeutet, doch im Roman kann man dies genau raus lesen.
Major von Crampas, Verführer Effis in Kessin(Misel Maticevic): Im Roman wird M. v. Crampas als ein überhübscher Adliger vorgestellt, welcher auch noch viele andere Qualitäten hat. Dies ist im Film regelrecht misslungen, denn ich fand den Crampas überhaupt nicht hübsch. Hier hätte man einen wirklich sehr attraktiven Schauspieler einsetzen sollen, welcher viel Charme besitzt.
*Die Umsetzung des Films*
Ich habe ja schon einige Sätze dazu bei den Schauspielern geschrieben, denn es kann einen einfach nur aufregen. Man sollte das Buch nicht vor dem Film gelesen haben, denn dann hat man schon einen eigenen Film im Kopf und dadurch sind Literaturverfilmungen immer sehr schwer umzusetzen. Denn jeder Leser hat seinen eigenen Film im Kopf. Nun wir bekamen den Films des Regisseurs vorgesetzt und natürlich stimmte er so gut wie gar nicht mit unserem eigenen überein.
Im Film wurde das zentrale Symbol aus dem Roman von Fontane überhaupt nicht erwähnt, sondern nur kurz rüber gezeigt. Das zentrale Symbol ist die Schaukel, welche Effis Kindheit verkörpert, aber auch ihre Lebensfreude, Abenteuerlust, ihre Sorglosigkeit und allgemein den Spieltrieb Effis. An keiner Stelle des Films wird Effi auf der Schaukel gezeigt. Die Schaukel wird einmal ganz kurz, als Effi am Anfang des Romans von ihrem Spiel mit Hulda(sie spielt im Roman mit 3 ihrer Freundinnen), zu ihrer Mutter ins Haus geht, weil Innstetten sich zu einem Besuch angemeldet hatte.
Schon am Anfang wird gezeigt, dass Effi eine Abneigung gegen Innstetten hegt und ihn am liebsten nicht sehen möchte. Bei ihrem ersten Tanz, kommt er ihr schon unsympathisch vor und auch bis sie nach Kessin ziehen, ist sie sehr misstrauisch. Im Roman ist es allerdings ganz anders. Effi ist am Anfang noch sehr naiv, denkt dass es schön ist, von zu Haus weg zu sein und ein neues Leben mit dem erfolgreichen Baron von Innstetten zu führen. Außerdem beschreibt Effi Gerd als einen interessanten und recht hübschen Mann. Des Weiteren glaubt sie ihrer Mutter, dass Baron von Innstetten ein wirklich toller Mann ist und dass er Effi wirklich liebt und sie sehr erfolgreich machen wird. Sie hat zwar leichte Zweifel, aber das ist auch nur, weil sie merkt, dass sie selbst Innstetten nicht recht lieb hat. In der Hochzeitsnacht wird eine Vergewaltigung dargestellt. Das findet Effi auch nicht im Roman. Sie denkt sich zwar, was macht denn der Kerl auf mir bzw. was will der von mir, aber so richtig abgeneigt ist sie auch nicht. Außerdem hat der Akt nicht nur ca. 30 Sekunden gedauert, sondern Innstetten hatte sich schon Zeit für seien Effi genommen.
Im Allgemeinen wird der Innstetten zu böse und gemein umgesetzt, nur weil er absolut gefühlskalt ist und kein Liebhaber, muss er doch die Effi nicht gleich gequält haben. Das kam im Roman für mich absolut nicht so rüber.
Der Chinese, welcher die Angst und die Einsamkeit Effis in Kessin verkörpert, wird sehr gut dargestellt. Schon fast Horror mäßig wurde er umgesetzt und ganz so krass habe ich es im Roman zwar nicht empfunden, aber die Umsetzung ist wirklich gelungen.
Der Vater von Effi(im Roman einfach nur Briest) wurde vom Aussehen her sehr gut umgesetzt. Allerdings fällt der Bezug zum Roman fast weg, weil er im Roman zu Effi immer sagt, wenn sie mit ihm über ihre Probleme reden will, „das ist ein zu weites Feld, Effi“. Dies wird im Film einmal am Ende erwähnt und sonst nicht. Der Bezug zum Roman fehlt bei der Figur überhaupt. Das Verhältnis zwischen Vater und Tochter wurde auch nicht richtig bzw. gar nicht dargestellt.
Sexszenen im Film sind ja ganz schön und gut, aber nicht in einer Neuverfilmung von einem traditionellen Roman, denn das passt kaum. Im Roman erfährt man gar nichts von Sex und erfährt auch erst später, dass Effi überhaupt ein Verhältnis hatte. Außerdem wird das Verhältnis zwischen Crampas und Effi falsch dargestellt. Im Film wird es so gezeigt, dass sie sich zweimal begegnet sind und im Theater zusammen spielen und dann küssen sie sich irgendwann in einer Seitengasse von Kessin. Im Buch reiten sie ständig miteinander aus, fangen dann mit dem Theater an und schreiben sich später Briefe. Wo soll man nun diese Affäre beginnen lassen? Also ich würde sagen, bei dem Picknick bei dem einem Ausritt. Denn man macht nicht umsonst ein Picknick.
Die Geburt der Tochter von Effi und Innstetten wird im Film auch deutliche rbeschreiben, als es im Roman der Fall war.
Des Weiteren hatten im Film Johanna, die Haushälterin von Innstetten und Effi, und Innstetten ein Verhältnis. Was im Roman ebenfalls nicht erwähnt wird.
Außerdem kommt im Film die Verbindung zwischen dem Haushund Rollo und Effi auch nicht richtig raus. Rollo war in Kessin so ziemlich der einzige Halt für Effi. Dies ist so gut wie gar nicht dargestellt worden.
Das Ende des Films ist natürlich das allerbeste: Effi lebt!
Also zur Erklärung: am Ende des Romans stirbt Effi. Im Film geht sie emanzipiert über die Straße und dann kommt der Abspann. Des Weiteren ist sie im ganzen letzten Drittel des Buches psychisch kaputt und so auch körperlich krank. Auch dies wird nicht dargestellt. Komisch, denn das ist der Hauptgrunde, den Innstetten nachweisen kann, dass Annie nicht bei ihrer Mutter aufgezogen werden darf.
*Allgemeine Daten*
Laufzeit: 118 Minuten
Kinostart: 12.02.2009
FSK: Ab 12
Regie: Hermine Huntgeburth
Drehbuch: Volker Einrauch
**Fazit**
Der Roman war zwar langweilig und der Film war etwas interessanter gestaltet und wollte die Menschen ins Kino locken, doch leider gelang das nicht.
Die Unterschiede zwischen Roman und Film sind teilweise so groß, dass man nur noch von einer Hauptbasis sprechen kann und das sollte bei einer ausgesprochenen Literatur – NEU – Verfilmung nicht geschehen. Ich kenne zwar die vorherigen Verfilmungen nicht, aber ich habe gehört, dass diese recht langweilig waren- ist ja auch richtig so, denn Fontane hat nun einmal langweilig geschrieben.
Aber wer sich mit dem Thema einmal auseinandersetzen möchte, der sollte den Film sich anschauen, wenn er nicht so gern einen traditionellen Roman liest.
Mein Lehrer stellte abschließend die Frage, ob dieser Film und Roman weiterhin Pflicht im Unterricht sein sollten oder nicht.
Fast einstimmig sagte der Kurs, dass das Thema sehr wichtig wäre und der Film aber nicht unbedingt angeschaut werden müsse und das Buch sollte man als Beispiel eines traditionellen Romans gelesen haben.
Deswegen: 3*Sterne und eine Empfehlung
LG Eure Jasmin
31 Bewertungen, 10 Kommentare
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04.04.2009, 22:20 Uhr von Striker1981
Bewertung: besonders wertvollBH und Liebe Grüße vom STRIKER
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02.04.2009, 21:37 Uhr von LiFo
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich! Liebe Grüße, Lifo
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06.03.2009, 14:34 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich liebe Grüsse und schönes WOCHENENDE
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22.02.2009, 19:46 Uhr von Prueter87
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht. LG Prueter87
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22.02.2009, 19:02 Uhr von helden_gesucht
Bewertung: sehr hilfreichdie story ist und bleibt langweilig. ich musste mich mit der originalen fassung als lesestoff auseinander setzen und hab nach 100 seiten kapituliert
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21.02.2009, 15:22 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: besonders wertvollEin guter Bericht. LG
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21.02.2009, 14:29 Uhr von droehn
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht, lg droehn
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21.02.2009, 13:07 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichich wünsche dir schönes wochenende lg. petra
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21.02.2009, 12:45 Uhr von giselamaria
Bewertung: besonders wertvollein Super-Bericht!!! - ich habe das Buch vor Jahren gelesen, ich fand es gut. - Bin aber erstaunt über die Filmberichte und -Kritiken. Dass das so ganz anders dargestellt wird, stört mich, werde ihn erst ansehen, wenn er im TV kommt - LG Gisela
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21.02.2009, 11:38 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichEin schönes Wochenende. LG Marina
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