Effi Briest (2009) (DVD) Testbericht




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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von XXLALF
Effi löst sich aus ihrer Zeit
Pro:
Vorteile: Gelungene Inszenierung
Kontra:
Nachteile: Zu starke Offenlegung der Geheimnisse
Empfehlung:
Ja
Okay, jetzt heißt es zunächst einmal alle Vorurteile, die ich über den Film gelesen und gehört habe, ganz schnell vergessen, den Sinn, um was es bei Effi Briest geht, ins Gedächtnis zurückrufen, und mal gespannt sein, wie sich dieses verspielte, verträumte Mädchen, das mit einem 20 Jahre älteren Mann verheiratet wird, in der Neu-Inszenierung gibt. Dazu ist noch anzumerken, dass diese 5. Verfilmung im 19. Jahrhundert spielt, also dem Original treu geblieben ist, wobei der Sinn von Effi Briest nicht verloren ging, sondern eben, der Jetztzeit, sprich Gegenwart angeglichen ist. Das heißt, dass das Geheimnisvolle aufgedeckt, Sexszenen vorhanden sind und Horroreffekte eingebaut wurden. Also alles dies, was das heutige Kino und Fernsehen zeigt, und was die Zuschauer sehen wollen. Aber genug mal für den Anfang, wobei ich nun zum eigentlichen Filmbericht über schwenken möchte.
Eher etwas ungewöhnlich fängt diese Effi Briest Verfilmung an, zumal sich eine Kutsche aus der Dunkelheit nähert, wobei der steinige Weg umsäumt von hohen Bäumen und niedrigen Fackeln ausgeleuchtet ist. Man hört nur den Hufschlag der Pferde und das rattern der Rädern, wobei die Kutsche sich dem fürstlichen Haus der Familie Briest nähert, in welchem ein festlicher Ball stattfindet, zu welchem Baron Geert von Instetten (Sebastian Koch) geladen ist.
Auf jeden Fall freut sich Luise von Briest (Juliane Köhler), die Mutter von Effi (Julia Jentsch) sehr, dass Herr von Instetten, ihre Jugendliebe, die Einladung angenommen hat. Es wird fröhlich und ausgelassen getanzt, wobei Effi von ihrer Mutter angehalten wird, mit Instetten zu tanzen, was sie eher mit einer ablehnend Haltung tut. Viel lieber tanzt Effi mit ihrem Vetter Dagobert von Briest (Mirko Lang), der zum einen nur gering älter ist als sie, und mit welchem sie scherzen und lachen kann und welchen sie auch liebt, wenn auch nur auf freundschaftlicher Basis.
Und als der festliche Ball zu Ende ist, sieht man Effi mit einer ihrer Freundin in einem Ruderboot sitzen, wobei sie, wie es eben bei jungen Mädchen der Fall ist, zusammen kichern und von Jungs, und dem Verliebtsein, erzählen. Ja, und dann wird Effi von ihrer Mutter ins Haus gerufen, da Herr von Instetten seine Aufwartung macht, wobei Effi´s Eltern sich soweit schon einig sind mit ihm, dass Effi bald Baronin von Instetten wird.
Instetten fragt Effi, ob sie seine Frau werden möchte, wobei sie weder ja noch nein sagt. Nur die Eltern, dass heißt die Mutter ist die treibende Kraft, die Effi mit Instetten zusammenbringen möchte, wobei der Vater, Herr von Briest (Thomas Thieme) ohne Zweifel zu hegen, ob die Handlung richtig ist, zustimmt. Effi ist nicht nur sehr jung, sie wirkt obendrein doch recht unsicher, fühlt sich in ihrer Haut überhaupt nicht wohl, sodass man den Eindruck gewinnt, dass sie sich übergangen fühlt.
Frau von Briest redet mit Effi, dass sie nur ihren Vater geheiratet hat, dass sie in diesem fürstlichen Haus aufwachsen durfte, wobei Effi spürt, dass ihre Mutter viel mehr Gefühle für Instetten hegt, als für ihren Vater.
Noch bei der Anprobe des Brautkleides, weiß Effi nicht warum sie Instetten heiraten soll, wobei sie Angst vor ihm hat, was sie jedoch nicht begründen kann. Aber ganz im geheimen hätte sie doch lieber das Ja-Wort ihrem Vetter Dagobert gegeben. Jedoch zu dieser Zeit herrschte noch "blinder Gehorsam", dass heißt, dass Kinder ihren Eltern zu gehorchen hatten, wobei jedes "widersprechen" sich nicht für ein gehorsames, sittlich erzogenes Kind schickte.
Effi gibt Instetten das Ja-Wort in der Kirche, wobei ihre erste gemeinsame Nacht (Hochzeitsnacht) in einem Hotelzimmer stattfindet. Recht grob, gefühllos geht er dabei vor, was eher einer Vergewaltigung gleichkommt, zumal Effi von vornherein, als sie im Bett liegt, recht ängstlich und verkrampft wirkt, als Instetten das Zimmer betritt.
Ja, und dann am anderen Tag geht die Fahrt weiter nach Kessin, in welchem der Baron Landrat ist, wobei sie an einem geheimnisvollen Grab eines Chinesen vorbeikommen, der einst im Hause des Barons gewohnt hat. Nachts wird Effi regelmäßig von Alpträumen heimgesucht, wobei sie leise Tanzschritte vom darüber liegenden Saal hört. Kein anderer im Haus hat jemals solch sonderbare Geräusche gehört, nur Effi, wobei dies schon recht gruselig, geisterhaft, mit einem leichten Horroreffekt, wie man sie aus Hitchock-Filmen her kennt, dargestellt wird.
Verständnis für Effi´s Alpträume zeigt Instetten nicht wirklich, wobei Effi nach Hause will, oder sie darauf drängt ein anderes Haus zu suchen, in welchem es nicht spukt. Instetten beruhigt sie, dass es sicher von ihrer Schwangerschaft her rührt, da man doch in dieser Zeit starken Gefühlsschwankungen ausgesetzt ist, woraufhin er sie in die Apotheke schickt, um sich ein leichtes Schlafmittel zu besorgen. Alonzo Grieshübler (Rüdiger Vogler), der Apotheker, spürt, was Effi fehlt, woraufhin er sie zur Theaterprobe einlädt. Und dort macht Effi zum ersten mal Bekanntschaft mit Major von Crampas (Misel Maticevic), der in diesem Theater Regie führt. Okay, gesehen hat sie ihn mal bei einem Strandspaziergang, wobei er ihr mit samt von Frau und Kindern bei einer Festlichkeit am Strand vorgestellt wurde.
An einem der vielen Strandspaziergänge, die Effi allein unternimmt, sieht sie, wie eine Frau, Roswitha (Margarita Broich), ins Wasser geht, worauf Effi sie durch Zuspruch vor dem Selbstmord bewahrt und ihr neue Hoffnung gibt, in dem sie im Hause der Instetten, als Kindermädchen eingestellt wird.
Gleich darauf kommt Anni zur Welt, das recht dramatisch im Film dargestellt wird. Meines Erachtens zu dramatisch.
Effi nimmt das Angebot zu den Theaterproben an, wobei sie Crampas näher kennenlernt, er sie nachts nach Hause begleitet, wo es zum ersten Kuss zwischen den beiden kommt. Von jetzt ab verabreden sie sich regelmäßig in einem kleinen Strandhaus, wo die Intimitäten nicht lange auf sich warten lassen. Recht freizügige Szenen werden da gezeigt, wobei der Zuschauer zum einen eine splitterfasernackte Effi zu Gesicht bekommt, und obendrein noch mit einem recht leidenschaftlichen Sex-Akt verwöhnt wird, der bis zum Orgasmus geht.
Nach der Theatervorstellung wird Effi von ihrem Mann nur so von Komplimenten überschüttet, wobei er meint, dass das strahlen, das Glücksgefühl, das Effi in ihren Augen hat, er dafür Verantwortlich ist. Dem ist es aber nicht, und das weiß Effi ganz genau, woraufhin, als sich ihr Mann ihr zärtlich nähern will, sie sich ihm entzieht, sie ihn abweist.
Baron Instetten wird nun als Ministerialrat nach Berlin berufen, sodass der lang ersehnte Wohnortswechsel doch noch stattfindet, den sich Effi nun gleich doppelt herbeisehnt. Zum einen wegen den nächtlichen Alpträumen, und zum anderen merkt sie, dass es mit Crampas ein Ende haben muss, zumal sie merkt, dass Crampas sie nicht wirklich liebt, sondern nur mit ihr spielt.
Es kommt in Berlin zu einem Treffen zwischen Effi und ihrem Vetter Dagobert, der jedoch gleich merkt, dass Effi nicht mehr die Effi ist, mit welcher er früher herumgealbert hat, sondern sie nun eine erwachsene, verheiratete Frau ist, wobei er zu ihr sagt, dass sie zu gefährlich für ihn ist.
Effi besucht allein ihre Eltern, wobei sich in Berlin ein Unfall der kleinen Anni ereignet, und daraufhin die Liebesbriefe entdeckt werden, die zwischen Crampas und Effi ausgetauscht wurden, die nun Instetten in die Hände fallen. Trotz allem, dass 6 Jahre inzwischen vergangen sind, ist Instetten gefangen in altertümlichen Regeln, sodass er Crampas zum Duell fordert, obwohl Instetten selber keinen Sinn drin findet. Crampas kommt beim Duell ums Leben, was Effi bei ihren Eltern durch einen Brief von Instetten, der an Effi´s Vater gerichtet ist, mitbekommt.
Mit solch einer Tochter, die Ehebruch begangen hat, können ihre Eltern nicht umgehen, nicht mehr verkehren, woraufhin sie Effi aus dem Elternhaus weisen. Auch die kleine Anni bleibt Effi verwehrt, da sie nun bei ihrem Vater in der Obhut der Hausangestellten Johanna ist. Nur durch die Fürsprache des Apothekers Grieshübler, kommt es zu einem Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter.
Und nun tritt die Radikale Wendung zwischen Original (Roman und früheren Verfilmungen) ein. Nämlich es gibt ein Wiedersehen und eine Aussprache in einem Berliner Kaffee zwischen den Eltern und Effi, woraufhin Effi sich sehr emanzipiert und selbstbewusst gegen ihre eigenen Eltern stellt. Mit erhobenen Haupt kehrt sie ihren Eltern den Rücken, die wohl Effi das Zuhause wieder anbieten, was sie aber rigoros ablehnt, da sie ihre Freiheit nicht mehr aufgeben will. Für nichts auf der Welt, den mit Heuchlern will Effi nichts mehr zu tun haben.
So, und nun meine Meinung zu dieser Neu-Inszenierung von Effi Briest
Zunächst mal möchte ich mit den einzelnen Charakteren anfangen.
Effi, die von Julia Jentsch gespielt wird, wirkt nicht mehr so kindlich, verspielt wie z.B. Hanna Schygulla, die ein reines Engelgesicht hat, sondern eher wie ein Jugendliches Mädchen, das sich nicht mehr auf eine Schaukel setzt und vom Wind sich tragen lässt. Diese Szene ist gänzlich verschwunden, wobei man die Schaukel wohl noch im Garten der Briest sieht, aber mit keiner schaukelnden Effi. Diese Szene, das kindlich beschwingte, wird in diesem Film mit Tanz und Fröhlichkeit auf dem festlichen Ball ausgedrückt. Julia Jentsch wirkt nicht naiv genug, um blind ihrer Mutter zu gehorchen, wobei man darin schon etwas Selbstbewusstsein heraus spürt. Sie ist wohl kein aufmüpfiges junges Mädchen, dass ihrer Mutter oder ihrem Vater widerspricht, wobei man in ihren Gesichtszügen sieht, dass sich das, was über ihren Kopf hinweg entschieden wird, ihr gegen den Strich geht. Diese Darstellung ist super geschauspielert, wobei man die Ehrlichkeit und Klarheit spürt.
Je älter dass Effi wird, um so selbstbewusster wird sie auch, was in folgenden Szenen wunderschön zum Ausdruck kommt. Als sie bereits schon schwanger ist, und sie bei einem Strandfest ins Gespräch mit zwei wesentlich älteren Frauen kommt, vertritt sie sehr selbstbewusst ihre eigene Meinung, woraufhin Effi von ihrem Mann im Nachhinein gemaßregelt wird. Auch bei der Schlussszene gibt sich Effi sehr souverän und emanzipiert. Nicht nur gegenüber ihren Eltern, sondern auch gegenüber ihrem ehemaligen Mann.
Instetten, Sebastian Koch finde ich persönlich zu jung dargestellt für Effi, die ja laut Roman mit einem 20 Jahre älteren Mann verheiratet wird. Es tut mir leid, aber der 20jährige Altersunterschied kann man ihm nicht ansehen. Sebastian Koch, stellt schlechtweg das männliche Prinzip dar. Arbeit und Karriere, wobei er in seiner Arbeit aufgeht und seine Frau alleine lässt. Er ist ein recht kompliziert Charakter, zumal er recht lange Zeit allein gelebt hat, und die doch recht junge Effi nur als Mittel zum Zweck geheiratet hat. Sie wird von ihm behandelt wie ein naives Kind, aber hergenommen wie eine Prostituierte, obwohl er durch sein Alter und seine Position, sicher schon Erfahrung mit Frauen gesammelt hat. Aus diesem Grund ist die Vergewaltigungsszene in der Hochzeitsnacht mir nicht verständlich. Schade, das eigentlich die Szene, in welcher er Effi in die Hände des Liebhabers spielt, man nur bei den Extras findet.
Major von Crampas gespielt von Misel Maticevic, ist ein überaus guter Schauspieler für diese Rolle, man kann schon sagen, geradezu Ideal, zumal er einen sehr Freidenkenden Mann spielt, ja sogar als Charmeur auftritt, der es versteht, eine junge, unerfahrene Frau um den Finger zu wickeln. Selbst als Effi diese Affäre beendet, sieht er es recht gelassen, so als wenn andere Mütter auch noch schöne Töchter haben. Im Grunde lebt er wie ein Lebemann, der keine Gelegenheit auslässt. Und obwohl er sich nicht an die Regeln der damaligen Zeit hält, sprich der Sitte und Moral unterliegt, nimmt er die Forderung des Duells von Instetten an, wobei er auch die Möglichkeit gehabt hätte, diese auszuschlagen. Mehr hat er selber dazu beigetragen, dass sein Ruf ruiniert ist, er selber seine Karriereleiter nach oben verbaut hat, wobei er damit zu rechnen gehabt hätte, dass er degradiert wird. Im Grunde stellt dieses Duell mehr einen Selbstmord dar. Ein anderer Ausweg blieb ihm nicht.
Nur, und das ist mir im Vergleich zum Roman aufgefallen, dass Crampas die Waffe gezielt auf Instetten gerichtet hat, und Crampas gleich tot war. Sozusagen ist Crampas sich bis zuletzt keiner Schuld bewusst, denn sonst hätte er die Waffe nicht gegen Instetten gerichtet. Und zum Verzeihen hat Crampas nichts.
In Luise von Briest, gespielt von Juliane Köhler, sehe ich eine sehr dominante Frau, die das Regiment im Hause der Briest´s führt. Ihre Tochter und ihr Mann haben nicht viel zu lachen, sprich zu sagen, da ihnen ständig von ihr ins Wort gefallen wird. Sehr gut und überzeugend, spielt sie die Rolle, der immer noch Verliebten des Herrn Baron von Instetten, wobei sie richtig schwärmerisch von Instettens Liebesbriefe redet und ihre Augen zu leuchten beginnen. Sie spielt sich als eine riesengroße Moralwächterin auf, als sie erfährt, dass Effi neben ihrem Mann einen Liebhaber hatte.
Herr von Briest, der von Thomas Thieme gespielt wird, ist eher ein recht ruhiger phlegmatischer Typ, dem alles Recht ist, soweit er seine Ruhe hat. Er weiß, von der Liebesbeziehung und den Liebesbriefen, die der Baron von Instetten seiner Frau geschrieben hat, und noch immer schreibt. Ganz lapidar gesagt, Herr von Briest steht im Schatten von seiner Frau.
Johanna, die Hausdame im Hause Instetten, wird gespielt von Barbara Auer, die es nicht vertragen kann, dass Instetten eine jüngere und hübschere Frau genommen hat, obwohl sie mit ihm ein Verhältnis hat. Das bekommt Effi recht bald körperlich von ihr zu spüren, als sie recht heißes Badewasser in den Zuber eingießt, und als sie Effi recht grob den Rücken wäscht. Außerdem bringt sie es fertig, dass die Liebesbriefe, die Crampas an Effi geschrieben hat, Instetten in die Hände zu spielen. Eine geniale Intrigantin.
Roswitha, das Kindermädchen im Hause Instetten, wird gespielt von Margarita Broich, ist nicht dumm oder naiv, sondern nur ein recht dümmliches Aussehen hat. Sie ist eigentlich die einzige, die zu Effi hält. Als Freundin, der man alles anvertrauen kann, kommt sie in dieser Verfilmung nicht zum Ausdruck. Leider wurden zwei sehr schöne Szenen, die dieses Vertrauensverhältnis klarstellen, zum Ausdruck bringen, aus dem Hauptfilm entfernt, welche man aber bei den Extras auf dieser DVD vorfindet. Erst als Roswitha, nach Effi´s Trennung bei ihr wohnt, merkt man, dass sie sich gut verstehen, wobei es mehr auf der Ebene Herrin und Magd bleibt.
Nun zum Gesamteindruck des Film´s
In diesem Film sind Bestandteile enthalten, die eigentlich nicht in diese Literaturverfilmung gehören, wobei es sich hier um eine Neu-Inszenierung handelt, bei welchem dem Regisseur so viel freie Hand gelassen wird, dass nur mehr der Sinn des Originals erkennbar sein muss.
Gleich am Anfang des Films hatte ich Zweifel, ob ich überhaupt die richtige DVD eingelegt habe, zumal die erste Szene mehr einem Dracula-Film entsprungen sein könnte, als das Fuhrwerk nachts durch den düsteren Wald, daher gerattert kommt, wobei Fackeln den Wegrand umsäumen. Ein recht Horrormäßiger Einstieg für den Film Effi Briest. Aber es kommt noch weitaus besser.
So werden die Alpträume Effi´s recht schaurig dargestellt, mit schleifenden Vorhängen, die vom Wind bewegt werden, wobei man tanzende Füße von geisterartigen Wesen sieht, die mit jedem weiteren Alptraum an Intensivität, Lautstärke des Windes, noch mehr tanzenden Füße, zunehmen. Und dann träumt Effi, dass ihr Mann von dem Chinesen ermordet wird, wobei er sie im Anschluss packt, woraufhin sie von ihrem Mann wachgeschüttelt wird, weil sie im Traum schreit und wild um sich schlägt. Ziemlich am Schluss des Film´s, als Effi ein Bad nimmt, und dabei einschläft, taucht abermals dieser Chinese auf, der sie ertränken will, wobei diese ganzen Horrorszenen so in den Film intrigiert sind, dass man erst im nach hinein, als die Szene vorbei ist, erst merkt, dass dies alles nur ein Traum war.
Und was sucht der heutige Zuschauer noch in einem Film außer Horror, das ist Sex, oder zumindest viel nackte Haut. Was ich persönlich überhaupt nicht schön fand, war diese brutale Vergewaltigungsszene in der Hochzeitnacht, wobei man da nicht viel nackte Haut zu sehen bekam, dafür aber qualvolle Schreie und klägliches jammern, was schon einem weinen nahe kommt. Und was ich an dieser ganzen Geschichte gar nicht verstehen kann, ist, dass Effi nur ein paar Monate später, sich abermals einem sexuellen Abenteuer hingeben kann, wobei sie in dieser Szene splitterfasernackt vor ihrem Liebhaber steht, den sie nicht einmal liebt. Meines Erachtens, soweit ich mich auf meinen gesunden Menschenverstand verlassen kann, will doch keine Frau, mit welcher man so brutal umgegangen ist, auf längere Frist überhaupt nichts mehr vom Sex wissen, und schon zweimal nicht mit einem fremden Mann. Also da stimmt doch etwas mit der Psychologie nicht. So gefühlvoll die Sexszenen mit Crampas und Effi dargestellt werden, so unglaubwürdig erscheint sie auch, zumal Effi mit ziemlicher Sicherheit ein Trauma nach solch einer durchlebten Hochzeitsnacht davongetragen hat.
Der Schluss ist wirklich genial und für jeden nachvollziehbar inszeniert, sodass es zu einer Aussprache mit ihren Eltern kommt, aber Effi hat inzwischen soviel Selbstbewusstsein und Stärke, dass sie ihre Eltern direkt vor Kopf stößt, wobei ihnen buchstäblich die Luft wegbleibt, als sie sich eine Zigarette anzündet. Auch auf die Worte, die Effi mehr ihrer Mutter an den Kopf wirft, ist sie nicht gefasst, wobei Effi ihren Eltern nicht verzeihen kann, dass sie ihr Leben kaputt gemacht haben. Mit stolzem Gang und erhobenen Blick verlässt sie das Lokal, wobei sie ihren Ex links liegen lässt, ihm nicht mal einen Blick würdigt, der vor dem Cafe auf sie wartet.
Okay, der Schluss ist nicht aus der Luft gegriffen, wobei Theodor Fontane zu diesem Roman eine echte, reale Vorlage hatte, zumal es wirklich eine Person gegeben hat (Elisabeth von Plotho), die das gleiche oder fast gleiche durchlebt hat, wie Effi. Bis zum Schluss. Sodass diese Inszenierung mehr der Wahrheit über den Ausgang, das Ende, der Effi Briest entspricht.
Ich persönlich finde diesen Film wirklich gelungen, obwohl ich es eigentlich lieber gehabt hätte, wenn noch Geheimnisse und Fantasien für den Betrachter vorhanden wären. So wirkt alles schon wie vorgekaut, offengelegt. Ein Beispiel: Die Szene im Strandhaus mit Effi und Crampas. Was sich darin zugetragen hat, wird in diesem Film ganz klar zum Ausdruck gebracht, wogegen im Roman, sowie vorherigen Verfilmungen, der Leser, sowie der Betrachter seiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Und das fand ich weitaus "prickelnder" als solche Sexszenen, die alles gleich offenlegen.
Und deshalb kann ich auch diesem Film nur 3 Sterne geben. Einfach weil alles schon offengelegt ist, und wegen der Sinnfehler, damit meine ich genauer die Vergewaltigung.
Daten zur DVD Effi Briest
Darsteller: Julia Jentsch, Sebastian Koch, Thomas Thieme
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: Paramount Home Entertainment
Erscheinungstermin: 23. Juli 2009
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 113 Minuten
Extras:
Making of
Deleted Scenes
Interviews
Die Etikette - Arbeiten mit den Schauspielern
Der Geräuschemacher bei der Arbeit
Darstellerinformationen
Fazit: Gelungen
155 Bewertungen, 36 Kommentare
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24.09.2010, 10:23 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Freitagsgrüße von der KATJA
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04.09.2010, 01:51 Uhr von misscindy
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, lg Sylvia
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31.08.2010, 12:45 Uhr von Sommergirl
Bewertung: besonders wertvolltoll berichtet, BW!!!!
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23.08.2010, 19:08 Uhr von Humpen77
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht! Lieben Gruß
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28.06.2010, 18:44 Uhr von Netha
Bewertung: sehr hilfreichsonnige Grüße von Netha
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19.06.2010, 13:00 Uhr von Ringer93
Bewertung: besonders wertvollhoffe du schaust ma wieder bei mir vorbei ;)
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16.06.2010, 23:03 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG und Danke ;-) Martina
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14.06.2010, 12:26 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH,für deinen guten Bericht.LG Bernd
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13.06.2010, 00:19 Uhr von skye
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht, schönes WE, skye
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09.06.2010, 21:50 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichsehr gut vorgestellt
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07.06.2010, 14:20 Uhr von tina08
Bewertung: besonders wertvollViele Grüße ... Tina
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04.06.2010, 20:35 Uhr von mima007
Bewertung: besonders wertvollViele Gruesse, mima007
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03.06.2010, 23:52 Uhr von KatzeLucy
Bewertung: besonders wertvollsuper
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03.06.2010, 11:30 Uhr von angela1968
Bewertung: besonders wertvollbw, was sonst
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01.06.2010, 21:40 Uhr von giselamaria
Bewertung: besonders wertvolleinfach wunderbar beschrieben - LG gisela
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01.06.2010, 14:33 Uhr von aya2005
Bewertung: besonders wertvollden wollt ich mir auch ansehen..
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01.06.2010, 09:22 Uhr von Lucky130
Bewertung: sehr hilfreichVielen Dank für Deinen Besuch bei mir!
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01.06.2010, 01:29 Uhr von manu63
Bewertung: sehr hilfreichviele Grüße von Manuela
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31.05.2010, 19:57 Uhr von Tweety30
Bewertung: besonders wertvollBW und einen guten Start in die neue Woche!
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31.05.2010, 19:40 Uhr von JUST_ME
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht. LG und einen schönen Montag.
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31.05.2010, 15:36 Uhr von kurtmahr2001
Bewertung: sehr hilfreichWOW und kein bw mehr *grummel*
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31.05.2010, 14:16 Uhr von topfmops
Bewertung: sehr hilfreich"Effie Briest" als Historienfilm??
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31.05.2010, 14:10 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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31.05.2010, 13:59 Uhr von Manuela2205
Bewertung: besonders wertvollwie gewohnt spitze Bericht
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31.05.2010, 00:51 Uhr von Surferboy03
Bewertung: besonders wertvollSH von mir! Würde mich sehr über Gegenlesungen freuen =) *Leserunde 16x16? Dann melde dich im GB*
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30.05.2010, 23:32 Uhr von Shirty1980
Bewertung: besonders wertvollEin toller Bericht. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuenl Lg Shirty
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30.05.2010, 22:40 Uhr von morla
Bewertung: besonders wertvolllg. ^^^^^^^^^^^^petra
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30.05.2010, 22:01 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht. Liebe Grüße aus dem Münsterland PS: Freue mich über Gegenlesungen
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30.05.2010, 18:14 Uhr von TheHammer
Bewertung: sehr hilfreichguter bericht, weiter so!
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30.05.2010, 18:10 Uhr von Polarlicht1960
Bewertung: sehr hilfreichVIELE LIEBE GRÜSSE UND EINEN SCHÖNEN SONNTAG WÜNSCHT LARISSA
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30.05.2010, 18:08 Uhr von sigrid9979
Bewertung: besonders wertvollSchöner Bericht...Lg Sigi
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30.05.2010, 18:07 Uhr von echodelta
Bewertung: sehr hilfreichSH von mir und einen schönen Restsonntag! LG echo-delta
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30.05.2010, 17:52 Uhr von Free22
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht (: ...Wer hat Interesse an einer Leserunde? Ich spare für ein neues Handy (C905)&du?
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30.05.2010, 17:45 Uhr von Grambo
Bewertung: sehr hilfreichSehr schöner Bericht von dir! Ich freue mich immer über Gegenlesungen und bin auch immer bereit für eine schnelle Leserunde. :) Liebe Grüße Grambo
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30.05.2010, 17:39 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß
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30.05.2010, 17:28 Uhr von Nina1805
Bewertung: sehr hilfreichSH und noch einen schönen Sonntag! LG!










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