Red (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Woher weiß man, WANN man aufgeben muss?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
==Die Story==
lässt sich wie folgt auf den Punkt bringen:
Brian Cox spielt hier den verwitweten Rentner Avery Ludlow, der beim Angeln von einem Trio gelangweilter Teenies überrascht wird. Geld hat Avery nicht bei sich; so dass aus purem Frust heraus der junge Danny McCormick Averys treuen Gefährten Red erschießt.
Schnell findet Avery heraus, um wen es sich bei den Junge gehandelt hat und macht sich auf den Weg zu dessen Elternhaus. Avery bittet lediglich um eine Entschuldigung, ein Geständnis, zumal der Besuch eines befreundeten Anwaltes arg ernüchternd ausfiel.
Doch wie zu erwarten war streiten die Brüder (Noel Fisher, Kyle Gallner) ihre Tat ab; Harald McCormick scheint zwar noch ein wenig reumütig zu sein, doch auch er schweigt.
Dazu kommt, dass Mr. McCormick gewohnt ist, mit Geld allerlei bei zulegen ~ als Avery sich schließlich an die Presse wendet, gerät die Situation nach und nach immer mehr außer Kontrolle....
===Die Umsetzung==
hält sich in den ersten Filmminuten sehr an den Roman. Sehr gelungen empfand ich vor allem die Einarbeitung der Gedanken Averys; was in Bildern oftmals schwer nachstellbar ist und somit mittels Wortwechsel zwischen Avery und dem jungen Danny erfolgte. Angetan war ich vor allem auch von der Verkörperung Harolds, dem im Film sehr gut sein Unwille an dem Geschehen anzusehen ist. Man merkt schnell, dass dieser seinem Bruder nicht wirklich nahe steht, den „Überfall“ für eine Schnapsidee hält sowie von Dannys Tat erschüttert ist.
Im Gegensatz zum Buch ist Red hier nicht sofort tot; vielmehr winselt er noch und stirbt wohl erst auf dem Weg zurück zum Wagen. Danny spuckt auf den Hund, womit die Eindringlichkeit der Szene noch einmal besonders verstärkt wird. Überhaupt muss ich sagen, dass die Beziehung zwischen Mensch und Hund auf eine besonders gelungene Weise dargestellt wurde, ohne auf altbackene Bilder zurückzugreifen. Vielmehr sind es hier die Kleinigkeiten, die man eher am Rande mitbekommt; man sieht die Kratzspuren an der Schlafzimmertür, die Red irgendwann hinterließ, man sieht ein gerahmtes Foto des Hundes in Averys Laden ~ auch die erzählte Erfahrung eines Waffenhändlers berührt und macht den besonderen Verlust deutlich.
Ebenso hervorzuheben ist der Umstand der leisen Anklage an die Gesetzgebung:
Avery erfährt, dass die Täter mit einer maximalen Geldstrafe von ca. 300 Dollar rechnen müssen, sofern man ihnen überhaupt etwas beweisen kann. Ein Hund zählt als „Besitz“, und da Red bereits recht alt war... die junge Reporterin greift ebenfalls diese Ungerechtigkeit auf; so dass man fast schon von einer filmischen Anprangerung der Missstände reden kann – wie es eben auch in „Evil“ der Fall war.
Bereits als ich das Buch las, fand ich die genannte Geldstrafe recht lachhaft ~ wenngleich solche Dinge für mich leider Gottes nichts neues sind. Da ich aus einer persönlichen Erfahrung heraus jedoch nun auch weiß, dass die Geldstrafe für einen nicht-ausgefüllten Versorgungsausgleich 500 EUR beträgt, empfinde ich die tierschützerische Geldbuße als noch lächerlicher.
Ich muss sagen, dass der Film jene Gegebenheit noch ein wenig „besser“ herausstellt als Jack Ketchum es in seinem Roman tat ~ und doch vermisse ich in ….... Regiearbeit die ein oder andere Höhe und Tiefe zugleich. Mag sein, dass der Film für mich persönlich gar nicht mehr so spannend sein kann als für jene, die den Roman nicht gelesen haben ~ doch „Evil“ fesselte mich trotz der vorangegangenen Lektüre einfach um einiges mehr.
Auch hier wird einiges weggelassen, ersetzt oder ausgeschmückt ~ was wohl bei jeder Buchverfilmung der Fall sein dürfte. Als tatsächlichen Verlust empfand ich jedoch, dass sogar gane Personen weggelassen wurden. Das Hausmädchen der McCormicks, die im Buch eine nicht unwesentliche Rolle spielt, fehlt völlig; auch hat Avery hier keine Tochter, obschon diese einen noch größeren Platz im Roman einnimmt.
Gut möglich, dass jene weggelassen wurde, um nicht zu sehr von der eigentlichen Geschichte abzulenken; und doch hätte sie einen weiteren Blick auf Averys Charakter sowie Beweggründe, einfach nicht aufzugeben, geben können.
Ebenso wurden etliche kleinere Szenen ausgespart, die ich persönlich als „wichtig“ betrachtet hätte. Ich will gar nicht allzu sehr ins Detail gehen; doch grundsätzlich bleibt zu sagen, dass unter der Regie von Lucky McGee sowie Drehbuchautor Trygve Allister Diesen der große Rundum-Charakter-Blick etwas zu sehr gestutzt wurde.
Dass die Reporterin im Film nicht mit Avery schläft, kann ich durchaus verkraften; doch irgendwie scheint insgesamt eine gewisse Faszination des Zuschauers auf der Strecke geblieben zu sein.
===Summa summarum===
ist die Story natürlich nicht neu; schon bei der Lektüre musste ich unweigerlich an „Spurwechsel“ denken und fühlte mich ähnlich gebannt. Leider schaffte der Film es nicht so ganz, diese Stimmung zu erzeugen.
Erwähnenswert vielleicht auch, dass hier so gut wie kein Blut zu sehen ist; der erschossene Hund wird (anfänglich) nicht mehr wirklich gezeigt; jegliche Gewalttaten passieren mehr im Grenzbereich oder gar außerhalb der Kamera. Beklemmend wirkt sich der Film jedoch so oder so aus.
Die Eltern des dritten Jungen, Steve, tauchen ebenfalls in zwei verschiedenen Szenen auf; wenngleich Amanda Plummer sowie Robert Englund im Grunde nicht viel mehr machen, als die Tür zu öffnen und ihren Text aufzusagen, halte ich ihre Leistung für durchaus lobenswert. An ihrer Gestik wie Mimik ist deutlich das Geschehene abzulesen; eine schauspielerische Leistung, die ich beispielsweise an Danny und Harolds Mutter vermisst habe.
Dickster Patzer für mich jedoch fast der Umstand, dass eine der von mir als sehr bedeutsamen Szenen herausgeschnitten wurde ~ zwar kann man sich diese in den „Extras“ der DVD noch ansehen, doch als sinnige Entscheidung bezeichne ich in der Tat etwas anderes.
Insgesamt betrachtet halte ich „Red“ für sehenswert, würde jedoch vorzugsweise das Buch in Betracht ziehen. Ich kann nichtmal sagen, woran es liegt, doch der Film kann nicht so, wie er sollte. Selbst der Schlusssatz, der mich im Roman absolut bewog, wird zwar hier genannt, verpufft aber wie Seifenblasenschaum.
Nichtsdestoweniger bereue ich den Kauf keineswegs, zumal der Preis – exclusive Porto – von nichtmal 4 EUR mehr als erfreulich ist. Was nicht heißen soll, dass ich nicht auch 10 EUR gezahlt hätte ~ vielmehr jedoch offen gestanden auch nicht.
Es bedarf eben etwas mehr als eine Handvoll bekannter Darsteller, um eine wirklich eindringliche Atmosphäre zu erschaffen....
31 Bewertungen, 8 Kommentare
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02.11.2009, 18:57 Uhr von MoeGott
Bewertung: sehr hilfreichganz toll berichtet ! freu mich auf deine gegenlesung! lg aus augsburg
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02.11.2009, 10:42 Uhr von Gemini_
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht! LG von Gemini_
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01.11.2009, 17:16 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht und Lg
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01.11.2009, 16:54 Uhr von willma1984
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! :-) LG willma1984
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01.11.2009, 15:46 Uhr von echodelta
Bewertung: sehr hilfreichSh von mir! LG Kai = echodleta
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01.11.2009, 14:56 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich ...Lg Sigi,,
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01.11.2009, 14:55 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht. Wünsche dir einen schönen Sonntag. LG BUNNY84 PS: Freue mich über Gegenlesungen
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01.11.2009, 13:33 Uhr von NancyNoack
Bewertung: besonders wertvollBW und einen schönen Sonntag
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