The Unborn (2009) (DVD) Testbericht

The-unborn-2009-dvd-horrorfilm
ab 10,10
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2010
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  spannend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

Von jemanden verfolgt zu werden, der nie geboren wurde.

3
  • Action:  viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  spannend
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ob nun die Zeitschrift „Zillo“ alleine Schuld ist oder aber die meinige Privatvideothek, die ich „Bruder“ nenne – es bedurfte nur eines einzigen Telefonates, das dafür Sorge trug, dass ich hier zig DVDs rumliegen habe, von denen mein Bruder sicherlich bald selbst nicht mehr wissen wird, dass er sie je besessen hat.

Was im Falle des Falles, dass ich den ein oder anderen Film für gut befinde, natürlich umso spaßiger sein kann.

==THE UNBORN==

überzeugte mich in der Darbietung durch die oben genannte Zeitschrift eigentlich nicht wirklich,
zu albern sah ein Szenenbild aus, als das es mich vorab hätte gruseln können. Da die Story jedoch nicht so abgedroschen klang, wie es gerade für die Horrorsparte typisch ist, wollte ich dem ganzen dann doch mal eine Chance einräumen.

Laut Zeitschrift sollte sich die _Story um die junge Casey Bell (Odette Yustman) drehen, die eine merkwürdige Verhaltensweise bei dem ihr zu hütenden Kind feststellt. Von da an verfolgt jener Junge sie in ihre Träume, erscheint ihr im Spiegel und lässt Casey keinerlei Ruhe mehr. Als sie obendrein feststellt, dass ihre Augenfarbe sich von blau nach braun ändert, sucht sie einen Arzt auf, der ihr von einem Zwillingsphänomen erzählt. Rasch offenbart sich, dass Casey eigentlich einen Zwillingsbruder hätte haben sollen, der jedoch bereits im Mutterleib starb.

Ihrem Vater nach sei dies zwar nicht der Grund gewesen, weswegen Caseys Mutter vor Jahren das Leben nahm; doch die Hauptdarstellerin forscht weiter und sieht sich mit einer Vergangenheit konfrontiert, die weder sie noch der Zuschauer so erwartet hätte. Darüber hinaus geht es – natürlich – darum, dass eine Art Dämon wiedergeboren werden möchte und schließlich mittels altbkackenen Exorzismus ausgetrieben werden soll.

==Die Umsetzung==

findet hierbei nichtmal ansatzweise so lieblos statt, wie sich das nun wieder anhören mag.
Zwar wirken die ersten wie auch letzten Filmminuten noch wie ein erneuter Aufguss des bereits 10fach dagewesenen; trotzdem jedoch ist David S. Goyer, der für Drehbuch und Regie verantwortlich ist, ein recht gelungener Gruselstreifen gelungen.
Die Altersfreigabe ab 16 weist schon für sich allein darauf hin, dass man hier keine extravaganten blutrünstigen Ekel-Darbietungen erwarten muss ~ dennoch hat der Film mehr als ein paar gruselige Schreck- und Schockmomente zu bieten.

Hierzu muss man zwar sagen, dass die „buhu“-Momente nicht wirklich neu sind; der Geist, der genau dann im Spiegel erscheint, wenn man diesen zuklappt, funktioniert aber trotzdem jedes Mal. Vermutlich genau deswegen, weil man es so erwartet.

Auch findet hier der sog. „Spiderwalk“ seinen Platz, der ja im „Exorzist“ gut beeindrucken konnte, so arg, dass man jenen in der ersten Veröffentlichung herausschnitt und erst im directors cut wieder ans Publikum heranführte. Und ja....auch hier beeindruckte es mich in gruseliger Art und Weise.

Selten kommt ein Horrorfilm um gängige Klischees herum; und so ist es auch hier fast schon klar, das mitten in der Nacht halbnackt die Tür geöffnet wird; wer schlussendlich überleben wird und wer nicht mehr gerettet werden kann. Desweiteren wirft „The unborn“ ein paar Ungereimtheiten bzw. zumindest doch ein paar Logik-Fragen auf; eben weil ich persönlich ganz einfach mal davon ausgehe, dass man nicht einfach mal eben um Mitternacht rum jemanden im Altersheim besuchen gehen kann. Entdeckte Verwandtschaft hin- oder her;
ein wenig Bodenhaftung hätte dem Film sicherlich nicht schlecht getan.

Darüber hinaus fand ich als eingefleischte CSI-Guckerin es doch arg fragwürdig, dass Großmütterchen trotz ihrer gesammelten Lebenserfahrung rät, alle Spiegel zu zerstören und die Scherben zu verbrennen. Was sie dann auch tun.
Und das, obschon laut CSI sowie Wiki Glas eine Brenn- bzw. Schmelztemperatur von ca. 1480 °C aufweist. Na, die müssen es ja muckelig warm gehabt haben im heimischen Kaminzimmer.

Ohnehin fragt man sich die ganze Zeit, warum nun eigentlich unbedingt der gehütete Junge vom Dämon heimgesucht wurde. Einerseits liegt es zwar auf der Hand, dass der Dämon immer in der Nähe von Casey bleiben wollte, zumal er ja im Laufe des Filmes auch „wandert“ ~ doch die Rückkehr in immer diese Göre, die ganz zufällig so aussehen soll wie der im Nazi-Zwillings-Experiment gestorbene Großonkel? Wieso überhaupt sieht der Kleine so aus? Und warum tritt der Dämon erst im weiteren Filmverlauf von einem Körper zum anderen, nie mehr aber zurück zu dem Knaben? Und hätte Casey dann nicht auf von den anderen „Körpern“ heimgesucht werden müssen?

Im Laufe der Handlung fallen die Worte: „Es lohnt sich nicht, es verstehen zu wollen“ ~ und ich denke, dass ist etwas, was man auch zur Handlung sagen könnte.

Es würde „The unborn“ in seiner Wirkung nur wieder kaputtmachen.

Die Idee, der sich „The unborn“ bedient, ist alles andere als neu ~ dass hier auf einen Exorzisten zurückgegriffen wird, aber immerhin lange Zeit nicht mehr so gezeigt worden. Sonstig wurde oft versucht, alleine seinen Dämon / den umherirrenden Geist / das klingelnde Handy zu bekämpfen; hier hingegen wurde auf die gute alte Religion gesetzt.
Der Hinweis seitens des Rabbis (Gary Oldman), dass jenes bei Ungläubigen eigentlich nicht funktionieren kann, scheint jener zur gegebenen Zeit selbst vergessen zu haben. Ist aber nicht schlimm.

Die dargebotene Szenerie der Austreibung wirkt nicht überzogen, nimmt nicht zu viel Platz ein
und sorgt noch einmal so richtig für eine beklemmende Atmosphäre.


==Summa summarum==

hat mir der „The Unborn“ mehr zugesagt, als ich das dank des mich neugierig machenden Artikels her angenommen hatte. Oftmals klingen storys ja nichtmal schlecht; doch wenn man dann ein paar Szenenfotos sieht, weiß man im Laufe der Zeit davon den Lächerlichkeitsfaktor ablesen zu können.

Hier jedoch sollte ich mich irren ~ meiner Ansicht nach wirkt „The Unborn“ an keiner einzigen Stelle überzogen oder gar albern. Von den typischen ungewollt-komischen Szenerien, die seinerzeit in „Scream“ auf gekonnt liebenswerte Art und Weise auf die Schippe genommen wurden, natürlich abgesehen.

„The Unborn“ ist kein typischer „ich renn weg und werde gejagt und komm trotzdem wieder und huch ich muss wieder weggrennen“ Film; wenngleich es faszinierend ist, mitanzusehen, wie wenig skeptisch die meisten Protagonisten sind, wenn sie mit der „ich werde von einem Dibbuk verfolgt“ Theorie konfrontiert werden. Ich wage ja mal zu behaupten, dass ich persönlich ein wenig mehr von der Rolle wäre, wenn ich vis-a-vis einem dämonen-besessenen Kind gegenüber stehe, welches obendrein gerade die beste Freundin meiner Freundin erstochen hat.
Aber nun gut, es geht hier nicht um meine tough-heit.

Trotz jener gestreuten Mängel befand ich „The Unborn“ als einen nochmal richtig gut gemachten Gruselfilm. Kein Hardcore-Streifen, keine hölzernen Mono- und Dialoge, keine zu abgedroschenen Vorkommnisse. Die Idee, die einstigen Zwillingsexperimente während des Holocausts einzubringen, fand ich darüber hinaus arg gelungen; zumal auch hier nicht zu dick aufgetragen wurde. Der Gedanke, dass Hitler selbst Satan war, wurde in anderen Werken – Büchern oder „nur“ Theorien“ schon einmal geäußert; wieso sollte nicht also im Zuge dieser Massenvernichtung ein Dämon aus der Hölle fahren? Warum dafür dann nun eigentlich Casey's Familie bestraft werden soll, die ja selbst irgendwie Opfer war, darf man sich ganz einfach nicht fragen.

Vielmehr darf man sich auf vermittelte Weisheiten stürzen, die da zum Beispiel lautete:

„Die Welt ist nicht wirklich sicher. Wir haben nur immer so getan als ob.“

Schade zwar, dass die DVD Extras sich lediglich auf ein paar entfernte Szenen beschränkt; aber offen gestanden ist das ohnehin oftmals das einzige, was ich mir an Zusatzmaterial überhaupt anschaue.

Zusammenfassend würde ich dem Film zwar nicht unbedingt als Kauf-DVD haben müssen, doch wenn ich ihn mal für 5 EUR erwische, so denke ich schon, dass ich zugreifen könnte. Ne dicke Empfehlung sieht zwar definitiv anders aus, doch für nen winterlichen Abend, den man sich einfach mal mit etwas nicht allzu tiefsinnigen oder nerven-zereissenden gestalten möchte, reicht „The Unborn“ allemale.

Erst recht, wenn das filmische Ende derartig gestaltet wurde, wie es mich immer wieder begeistern kann....

28 Bewertungen, 6 Kommentare

  • kawe

    15.09.2010, 14:55 Uhr von kawe
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht, viele Infos.

  • Gemini_

    23.10.2009, 12:13 Uhr von Gemini_
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse berichtet! LG von Gemini_

  • Bunny84

    22.10.2009, 20:02 Uhr von Bunny84
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr Hilfreich und liebe Grüße sendet BUNNY84 PS: Freue mich über Gegenlesungen.

  • MoeGott

    22.10.2009, 19:00 Uhr von MoeGott
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht. Würde mich auf Gegenlesung freuen. liebe Grüße

  • sigrid9979

    22.10.2009, 17:44 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche einen schönen Donnerstag..Lg sigi

  • kathrin.marko@yahoo.de

    22.10.2009, 17:31 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    schön geschrieben