Die Herzogin (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von templerthomas
Historisch mal wieder daneben
Pro:
Kostümschinken deluxe
Kontra:
s.Bericht
Empfehlung:
Nein
Der Film basiert auf einer Biografie der Herzogin von Devonshire.
Die 17-jährige Georgiana Spencer (Keira Knightley) heiratet den wesentlich älteren Herzog von Devonshire (Ralph Fiennes). Der Herzog ist an Belanglosigkeiten wie Liebe nicht interessiert. Er will nur einen männlichen Erben. Die Herzogin genießt das gesellschaftliche Leben und interessiert sich für die Politik. Sie wird zu einer Unterstützerin der Whigs. Die Ehe ist hingegen freudlos, dennoch gebiert Georgiana zweimal. Zwei Töchter. Das missfällt dem Herzog. Georgina lernt Lady Elisabeth Foster kennen und lieben. Sie verbringt leidenschaftliche Bettspiele mit ihr. Doch dann nimmt auch der Herzog die Lady zur Geliebten. Diese macht dies um an die drei Söhne aus ihrer Ehe zu kommen. Dies klappt. Georgina ist über die Vorgänge erbost. Logisch. Georgina verliebt sich in den Politiker Grey. Sie ist mit der Ménage-à-trois nicht einverstanden. Sie schlägt dem Herzog aber einen Deal vor - sie anerkennt die Beziehung und dafür darf sie mit dem Politiker eine Affäre haben. Der Herzog lehnt ab und vergewaltigt die Herzogin...
Tja und ab da wurde der Film für mich dann doch unerträglich. So kann nämlich die wahre Geschichte nicht abgelaufen sein. Ralph Fiennes ist zwar ein vorzüglicher Bösewicht aber die Story ist Blödsinn.
ACHTUNG Spoiler
Schauen wir mal weiter. Die Herzogin bekommt den langersehnten Erben, beginnt aber auch die Affäre mit Charles Grey. Der Herzog setzt sie unter Druck die Beziehung zu beenden oder ihre Kinder nie mehr wiederzusehen. Sie entscheidet sich für die Affäre und damit auch für den Abbruch des Kontakts zu ihren Töchtern (der KLeine bekommt ja noch nichts mit). Charles Grey sieht dies aber anders. Die Herzogin bekommt das Kind - ein Mädchen namens Eliza - und muss es, wieder auf Druck des bösen Herzogs, an die Familie Grey abgeben. Auf einem Empfang sieht sie Grey wieder der ihr von seiner Verlobung erzählt und das es seiner NIchte Eliza gut gehe. Und nun kommt das schöne Happy end für den Herzog. Nach einer "den Rest des Lebens machen wir uns doch leichter" Szene kommt der Abspann - die Drei leben bis zum Tod der Herzogin in einer Dreierbeziehung zusammen und nach Georgianas Tod gibt sie zur Heirat von Bess und dem Herzog sogar noch ihren Segen...
Mir ist schlecht.
Die reale Georgiana Cavendish war zum ersten mal spielsüchtig. Das brachte das Paar an den Rand des Ruins. Georgiana Cavendish war dazu eine sehr mächtige Frau. Ihr Mann hätte sie nie so unter Druck setzen können wie im Film. Und ja - sogar damals gab es schon Scheidungen. Die Herzogin war mit dem Prince of Wales eng befreundet. Last but not least wurde sie von ihrer Mutter wirklich geliebt.
Die Mutter begleitete sie auch - anders als im Film - bei der Geburt von Eliza. Übrigens war auch die Schwester dabei. Der Film ist hier total daneben.
Tatsächlich waren sowohl der Herzog als auch die Herzogin einfach notorische Fremdgänger. So wurde William Cavendish kurz nach dem Tod von Georgiana noch eine Tochter geboren. Die Lady Foster war dazu auch eine Fremdgeherin ohne Ende. Von wegen harmonische zweite Ehe mit Frau no 2. Das ganze Schicksal von Georgiana Cavendish wurde zu sehr auf Drama umgeschrieben. Mal abgesehen von kleinen Fehler das eben die Lady Foster zwei Söhne hatte und nicht drei wie im Film (übrigens wurde die Beziehung getrennt da sie etwas mit einem Bediensteten hatte).
Die Frage ist warum - und die Antwort ist Marketing. Hier ging es darum den Film in Richtung "Schicksal wie Lady Di" auszurichten. Was auch ein Blödsinn ist da Lady Di ganz ein anderer Mensch als die Herzogin war. Gemeinsamkeiten wie die gemeinsame Familie Spencer fallen da nicht ins Gewicht. So aber funktionierte das Marketing ganz gut.
Zum Film könnte ich auch sonst noch einiges kritisieren. Etwa die Besetzung.
Ralph Fiennes ist ein Top-Schauspieler aber er sieht William Cavendish ungefähr so ähnlich wie ich so aussehe wie Angela Merkel. Knightley spielt ebenfalls sehr gut. Der Film an sich funktioniert aber nicht.
Er pendelt zwischen Kitsch und Drama. Die Figur der Herzogin ist im Film nur lächerlich. Sie lässt sich alles gefallen und scheitert komplett. Von wegen selbstbewusste Frau ihrer Zeit. Das die Hauptfigur auf der einen Seite sich für politische Emanzipation einsetzt und auf der anderen Seite sich überhaupt nicht zur Wehr setzt ist einfach nur lächerlich. Dazu passt dann der Drama-Film mit dem "versöhlichen" Ende nicht zusammen.
Außer den guten schauspielerischen Leistungen und den schönen Kostümen gibts nichts zu loben.
1 Stern - weil mal wieder die Realität verbogen wurde. Besonders die liebevolle und kluge Mutter so zu verunglimpfen ist unfair.
Daten:
Darsteller: Keira Knightley, Ralph Fiennes, Charlotte Rampling
Regisseur(e): Saul Dibb
Format: Dolby, PAL
Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Region: Region 2
Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
Studio: STUDIOCANAL
Erscheinungstermin: 21. August 2009
Produktionsjahr: 2008
Spieldauer: 106 Minuten
Preis: 5,95 Euro
46 Bewertungen, 7 Kommentare
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02.09.2012, 21:24 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollBW..Liebe Grüße Edith und Claus
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01.09.2012, 23:46 Uhr von sirikit06
Bewertung: sehr hilfreichWünsche Dir ein schönes Rest-WE! LG
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01.09.2012, 17:18 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße von der KATJA
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01.09.2012, 14:15 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSchönes Wochenende und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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01.09.2012, 11:30 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße wünscht Sigi...
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01.09.2012, 05:51 Uhr von Aristoteles
Bewertung: sehr hilfreichKlasse Bericht, hat Spaß gemacht zu Lesen. LG Dustin
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01.09.2012, 04:42 Uhr von MrsFabulous
Bewertung: sehr hilfreichSH und LG
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