Brüno (DVD) Testbericht

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Brueno-dvd-komoedie
ab 13,56
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von atrachte

Borat war so 2006

4
  • Action:  wenig
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 16 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  Kino-Version

Pro:

wenn man den Humor mag ist der Film einer der witzigsten der letzten Jahre,

Kontra:

man muss es mögen,

Empfehlung:

Ja

Zwar ist der britische Komiker und Schauspieler Sacha Baron Cohen („Ali G. Indahouse“, „Sweeney Todd“) schon einige Jahre im Geschäft, seinen Kultstatus hat er aber wohl erst seinem vor zwei Jahren erschienenen Film „Borat“ zu verdanken. In diesen machte er sich als sexistischer, homophober und antisemitischer Reporter Borat auf nach Amerika, um dort schonungslos die Vorurteile und Doppelmoral der Menschen zu entlarven, und sie bis an die Schmerzgrenze vorzuführen. Kein Wunder, das nach dem Überraschungserfolg nun ein weiterer Film mit einer von Cohen´s Kunstfiguren folgt. In dieser dreht sich diesmal, nach dem Möchtegern Gangsta-Rapper Ali. G. und besagten Kasachen Borat, alles um den schwulen Modereporter Brüno, welcher sich im gleichnamigen Film aufmacht um die Welt auf seine ganz eigene Art und Weise zu erobern.
Nach einem desaströsen Vorfall bei den Mailänder Modewochen, steht der tuntige Modereporter Brüno (Sacha Baron Cohen) vor den Scherbenhaufen seiner Existenz. Seine Fashionshow „Funkyzeit“ beim österreichischen Jugendfunk hat er verloren, sein kleinwüchsiger, asiatischer Loverboy Diesel (Clifford Bañagale) ist auf und davon und außerdem steht er bei sämtlichen Modeveranstaltungen auf der schwarzen Liste. Lediglich sein Assistent Lutz (Gustaf Hammarsten) steht noch hinter Brüno, der von sich selbst angibt 19 Jahre jung zu sein. Doch Brüno will sich nicht so einfach geschlagen geben und macht sich auf nach Amerika um dort zum Weltstar zu avancieren. Das Ziel ist ganz klar gesteckt, denn man will nicht weniger als der „berühmteste Österreicher seit Hitler“ werden. Doch auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten läuft es alles andere als gut für den tuntigen Reporter: egal ob seine neue Sendung mit im Sekundentakt eingeblendeten Genitalien seiner selbst beim Testpublikum gnadenlos durch fällt oder er bei einer Talkshow für Entsetzen bei dem Publikum sorgt, als er erzählt, dass er seinen Sohn in Afrika gegen einen iPod eingetauscht hat . Doch ein Brüno gibt so einfach nicht auf...

Erst kürzlich habe ich ein sehr passendes Statement, über Sacha Baron Cohen in einem Filmforum gelesen, wo es hieß „das der Kerl mehr Eier hat, als alle Männer auf der Welt vereint“. Eine Aussage die man spätestens nach dem Sehen seines neuesten Querschlägers „Brüno“ ohne Einwende unterzeichnen möchte, denn was der Brite hier für eine Show abzieht das übertrifft wohl alles bisher da gewesene im Maisntreamkino. Die Frage ob „Brüno“ seinen indirekten Vorgänger „Borat“ in Sachen „WTF-Momente übertrifft, also gut und gerne mit einem Ja beantwortet werden. Ist der Film um den tuntigen, höchst sympathischen Brüno aber auch der bessere der beiden? Nein, nicht ganz. Gründe dafür gibt es einige.
Zu erst sollte natürlich fest gehalten werden das die Formel, die „Brüno“ verwendet, exakt die gleiche wie bei „Borat“ ist. Ein etwas merkwürdiger Kauz macht auf in die USA um dort Weltruhm zu erlangen und lässt dabei keine Gelegenheit aus sich selbst und seine Partner vor der Kamera ins Lächerliche zu ziehen. Dabei bieten beide Filme die gleichen Twists und Storywendungen, wenn man das überhaupt so nennen möchte, und haben im Prinzip auch den gleichen Ausgang. Der Unterschied sind eben die Hauptcharaktere. Wirklich kritisieren kann man diese Tatsache allerdings nicht, denn es gilt die Regel was einmal funktioniert hat, funktioniert auch ein zweites mal. Natürlich ist auch der Pseudo-Dokumentarische Stil von „Borat“ gleich geblieben, wobei bei „Brüno“ doch einige Szenen doch sehr viel Inszenierter werden als noch beim zwei Jahre zuvor erschienenen Vorgänger. Auch hier kann man aber eigentlich keine wirkliche Kritik üben, immerhin ist es für den Unterhaltungsfaktor des Zuschauers nicht weiter Relevant ob die Szene nun wirklich gestellt ist, oder tatsächlich so abgelaufen ist, wie sie sich auf der großen Leinwand präsentiert. Wo Borat´s Ausflug nach Amerika aufgrund von Cohen´s Können seinen Interviewpartnern rassistische und sexistische Kommentare zu entlocken jedoch noch perfekt als Satire und Entlarvung der amerikanischen Doppelmoral funktioniert hat, versagt „Brüno“ auf halber Strecke. Vielmehr scheint Cohen´s Intention darin bestanden zu haben seine Interviewpartner einfach nur komplett verarschen zu wollen, was ihm stets gelingt. Dabei treibt er sein Spiel jedoch meistens soweit, das die Reaktionen der jeweiligen Personen oftmals nach zu vollziehen sind, aber eben weniger schockieren. Schade, denn wer den Charakter noch aus der „Ali .G Show“ kennt, der weiß das Cohen mehr aus „Brüno“ hätte rausholen können. Die einzige Szene, die wirklich aufgrund der Reaktion von Brüno´s Opfern für ungläubige Gesichter sorgt, ist jene in der der Österreicher nach Kinder-Models für ein Foto-Shooting mit seinem Sohn sucht. Dieser soll nämlich als schwarzer Jesus am Kreuz posieren, während die unten stehenden, weißen Kinder den „jüdischen Mob“ darstellen. Nun befragt Brüno natürlich die Eltern, wie weit sie gehen würden damit ihr Kind den Job bekommt. Da willigt eine Mutter sofort ein ihr Kind innerhalb von einer Woche fünf Pfund abspecken zu lassen, zur Not auch durch eine Fettabsaugung, ein Vater hingegen gibt an das sein Sohn keine Probleme mit brennenden Phosphor hat.

In dieser einen Szene legt der Film sein ganzes Potential offen und zeigt in welche Richtung er hätte gehen können. Allerdings funktioniert „Brüno“ als reine, übelst brachiale Komödie trotz alledem tadellos. Alleine die ersten fünf Minuten entscheiden bereits darüber ob man diesen Film mag oder hasst, und im Extremstall gar das Kino verlässt. Munter werden wir hier Zeuge von den abgefahrenen Sexspielen zwischen Brüno und seinem asiatischen Toyboy, die sich alles mögliche in ihren Anus schieben und wieder raus schießen (!!!), wie der tuntige Österreicher bei einer Geisterbeschwörung den verstorbenen Teil von Milli Vanilli Oral befriedigt, gar als Friedensbotschafter im Nahen Osten versucht sich der schräge Vogel und als „hetero-isierten“ Käfigkämpfer vor einem homophoben white trash Publikum sowieso. Hinzu kommt noch die restliche Aufmachung, sei es das umgeänderte Universal Logo zu Beginn des Filmes oder die ständige Beschallung mit trashigen Eurotrance: „Brüno“ zieht sein Programm von Anfang bis zum Ende kompromisslos, und manchmal auch etwas schmerzhaft durch.
Das dieser spezielle Humor funktioniert (oder bei manchen eben auch nicht) ist natürlich vor allem Sacha Baron Cohen zu verdanken, der seine Rolle absolut verinnerlicht hat und selbst die extremsten Situationen ohne mit der Wimper zu zucken durchzieht. Es wäre also nicht übertrieben zu sagen, das die Figur, wie auch Borat und Ali G. , ein Gesamtkunstwerk ist, denn Cohen hat sich vollkommen perfekt eine so eigene Gestik, Mimik und einen absurden Dialekt (inklusive vollkommen sinnfreier, deutscher Wortschöpfungen) zurecht gelegt, das man den ganzen Film überhaupt niemals den Eindruck bekommt, dass sich hinter dem tuntigen Österreicher in Wirklichkeit ein britischer Komiker verbirgt. Zu diesem Gesamtkunstwerk gehört natürlich auch die genannte Sprache des Österreichers, welche in der deutschen Synchronisation, zumindestens dem Trailer nach zu urteilen, vollkommen in die Hose gegangen ist. Sicherlich, bei der Situationskomik wird der Film trotzdem seine Lacher provozieren, sobald der Humor jedoch durch die Dialoge herbeigeführt wird, kann das ganze eigentlich nur, wie schon bei „Borat“ und „Ali G. Indahouse“, Scheiße ausgehen. Es empfiehlt sich also der Gang in die Original-Fassung.

\\\\ Daten zum Film ////
Original Filmtitel:
Bruno (2009)

Länge des Filmes:
Ca. 81 Minuten
Darsteller:
Sacha Baron Cohen...Brüno
Gustaf Hammarsten...Lutz
Clifford Bañagale...Diesel
Chibundu Orukwowu...O.J.
Chigozie Orukwowu...O.J.
Josh Meyers...Kookus
...

Regisseur:
Larry Charles
FSK:
Freigegeben ab 16 Jahren

\\\\ Fazit ////
„Brüno“ wird die Lager wohl noch extremer in zwei Lager spalten, als der indirekte Vorgänger „Borat“ es vor zwei Jahren getan hat. Denn nun hat Cohen, sollte er sie überhaupt jemals besessen haben, jegliche Scham abgelegt und verarscht die Menschen ohne Rücksicht auf Verluste. Das ganze ist äußerst extrem, manchmal ein bisschen homophob aber stets – sofern man den Humor mag- hochgradiges mit Koks gemischtes Speed für die Lachmuskeln. Wen bereits Herrschaften wie Oliver Pocher und Chrsitian Ulmen zu weit gehen, sollten diesen Film wohl fern bleiben, alle anderen können und sollten einen Blick riskieren. Zumindestens für mich war es das lustigste, was ich seit vielen Jahren im Kino gesehen habe.

8/10 Punkten für den Film "Brüno" und somit vier Sterne als Wertung.

44 Bewertungen, 12 Kommentare

  • tina08

    24.07.2009, 09:30 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße .... Tina

  • MasterSirTobi

    19.07.2009, 17:04 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH, was sonst. LG von dem MasterSirTobi

  • Puenktchen3844

    18.07.2009, 22:22 Uhr von Puenktchen3844
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein guter Bericht. LG

  • werder

    18.07.2009, 18:28 Uhr von werder
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH & LG aus Hannover! Freu mich immer über Gegenlesung!

  • catmum68

    18.07.2009, 16:44 Uhr von catmum68
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher Bericht LG

  • morla

    18.07.2009, 16:38 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir ein schönes wochenende lg. petra

  • Gozo-Bernie

    18.07.2009, 14:27 Uhr von Gozo-Bernie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruss aus Catania - der Heimat von telestrada.it

  • NancyNoack

    18.07.2009, 14:10 Uhr von NancyNoack
    Bewertung: sehr hilfreich

    Nicht doch! Der Typ ist doch einfach nur krank und gehört eingewiesen. ich finde den einfach nur abartig.

  • Baby1

    18.07.2009, 13:37 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • ronald65

    18.07.2009, 13:24 Uhr von ronald65
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg

  • peter_nordberg

    18.07.2009, 13:22 Uhr von peter_nordberg
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht. lg Peter

  • sigrid9979

    18.07.2009, 13:13 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Spitzen Bericht .. Lg Sigi