Der Ruf der Kiwis (Taschenbuch) / Sarah Lark Testbericht

ab 6,82
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Erfahrungsbericht von margy

ruf der kiwis

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Das 832-seitige Taschenbuch erschien im Bastei Lübbe Verlag in der 6. Auflage im April 2009 in der deutschen Sprache. Unter der ISBN 3404162617 ist das Buch für 9,99 € im Handel zu erwerben.

Buchumschlag:

Eine endlos lange, rote Treppe führt zu einem See, hinter dessen Kulisse sich schwaze Berge mit olivem Schimmer erheben. Im Hintergrund sehe ich eine hellbraune Wand mit Figuren.

Autorin:

Sarah Lark ist eine deutsche Schriftstellerin und wurde 1958 in Bochum geboren. Sie studierte Geschichte und Literaturwissenschaft und machte auch ihre Promotion. Anschließend arbeitete sie lange Jahre als Reiseleiterin und entdeckte schon früh ihre Liebe für Neuseeland, von deren magischen Landschaften sie schon immer magisch angezogen wurde.
Sie lebt in Spanien und arbeitet zurzeit an weiteren Neuseelandromanen. Zudem schreibt sie weitere historische Romane unter dem Pseudonym Ricarda Jordan.

Inhalt:

Gloria ist die Tochter der Halb- Maori Kura-Maro-Tini. Als Künstlerin reist Kura mit ihrem Ehemann rund um die Welt. Sie gibt Konzerte, hat überall, heute hier, morgen dort, ihre Auftritte. Währenddessen kümmert sich Gloria um Kiward Station. Die Eltern selbst haben kaum Kontakt zu ihrem Kind, regeln aus der Ferne für das Wohlergehen der Tochter. Sie geben die Anweisung, dass Gloria in England die Schule besucht. Auf einer Schule für Musikkünstler soll sie ihren Abschluss machen. Doch Gloria sträubt sich dagegen, sie will das absolut nicht. Doch dem Willen der Eltern kann sie nichts entgegen bringen. Die Eltern schicken die Großcousine Lilian mit Gloria, damit sie eine Begleitung hat und nicht alleine ist. Beide kommen in ein Internat. Lilian ist begeistert von der Schule, Gloria gefällt es gar nicht. Kurz vor Ausbruch des 1. Weltkrieges nehmen die Eltern ihre Tochter mit auf ein Konzert in die USA. Der Krieg bricht jedoch aus und die Familie kann nicht zurück in ihre Heimat, so dass der Aufenthalt verlängert werden muss.

Textausschnitt:

„Ein Wettrennen! Komm, Jack, bis zum Ring der Steinkrieger!“ Gloria wartete Jacks Antwort gar nicht erst ab, sondern brachte ihr fuchsfarbenes Pony gleich neben seinem Pferd in Startposition. Als Jack ergeben nickte, legte Gloria leicht die Unterschenkel an, und die kleine Stute stob davon. Jack McKenzie, ein junger Mann mit rotbraunem lockigem Haar und ruhigen, grünbraunen Augen, ließ sein Pferd ebenfalls angaloppieren und folgte dem Mädchen über das schier endlose Grasland von Kiward Station. Jack hatte keine Chance, Gloria mit seinem kräftigen, eher langsamen Cobwallach einzuholen. Er war auch zu groß für einen Jockey, aber er gönnte dem Mädchen den Spaß. Gloria war mächtig stolz auf das pfeilschnelle Pony aus England, das wie ein Vollblüter in Kleinformat wirkte.

Soweit Jack sich erinnerte, war es das erste Geburtstagsgeschenk ihrer Eltern, mit dem Gloria wirklich glücklich war. Der Inhalt der Pakete aus Europa, die sonst in unregelmäßigen Abständen für sie eintrafen, war wenig spektakulär: ein Rüschenkleid samt Fächer und Kastagnetten aus Sevilla; goldfarbene Schühchen aus Mailand; eine winzige Straußenlederhandtasche aus Paris ... alles Dinge, die auf einer Schaffarm in Neuseeland nicht sonderlich von Nutzen waren, und die sich sogar für gelegentliche Besuche in Christchurch als viel zu extravagant erwiesen. Doch Glorias Eltern dachten nicht an so etwas, im Gegenteil. William und Kura Martyn stellten es sich wahrscheinlich amüsant vor, die eher hausbackene Gesellschaft in den Canterbury Plains durch einen Hauch 'Große Welt' zu schockieren. Hemmungen und Schüchternheit waren beiden fremd, und sie gingen selbstverständlich davon aus, dass ihre Tochter ähnlich fühlte.

Schreibstil:

wunderschöne und detaillierte Beschreibungen der Menschen und der Landschaft, bildhafte Beschreibungen, lebendig und fesselnd, spannend, packend, mitreißend, unterhaltsam, interessant, sehnsuchtsvoll, melancholisch



Meinung:

Verliebt in ihre Heimat und allen Begebenheiten rings um sie herum fühlt sich Gloria wohl. Nichts, wirklich nichts, zieht sie in eine andere Gegend dieser Welt. Sie liebt die Natur, das Reiten auf dem Pferd, die Menschen, die bei ihr leben. Gloria kennt sich aus.
Den Klang ihrer Stimme kann ich mir vorstellen, ihre innere tiefe Verbundenheit des Herzens un aller Sinne klingen in ihren Worten.
Die Eltern, die sie kaum sieht, vermisst sie, wünscht sich, in der Geborgenheit ihrer Eltern aufzuwachsen. Stattdessen sind sie nur auf Reisen, sehen sich die Welt an, sorgen zwar für das Geld und einen gewissen Standard und Reichtum, ein sorgenfreies Leben, aber ihre Anwesenheit ist dem Mädchen wichtiger.
Nie wird das Kind gefragt, ob es ihren Wünschen und Bedürfnissen entspricht, was die Eltern gerne von ihr sehen würden.
Sie haben nicht mitbekommen, dass das Mädchen größer wurde und ein Stück weit für sich selbst entscheiden kann. Die Eltern sehen meiner Meinung nach nur das, was sie selbst erleben, sich erhofften und erträumten und projizieren genau das in ihr Kind ohne das Interesse dafür zu zeigen, ob es auch im Interesse des Kindes liegt.
Nicht jedes Kind möchte in genau dieselben Fußstapfen der Eltern treten und genau so war Gloria. Sie hatte das Recht auf ihre Zukunft, die sie selbst bestimmen kann.
Mit welchen Freunden sie sich zusammentut, welchen Mann sie heiratet, wohin der berufliche Weg sie führen soll.
Die Zukunft liegt dieser jungen Frau zu Füßen, viele Jahre muss sie noch einen Beruf ausüben, der ihr Spaß machen muss, nicht den Eltern.
Ohne darüber nachzudenken, mischten sie sich jedoch in alles ein ohne überhaupt einen Funken Ahnung davon zu haben, was das Mädchen zu Hause macht und wie es ihr geht.
Die Geschichte Glorias ist sehr glaubwürdig und authentisch geschrieben. Sehr gut versetzt sich die Schriftstellerin in die jeweiligen Figuren, die sie beschreibt. Temporeich und liebevoll, voller Gefühle und mitreißend liest sich dieser Roman in kürzester Zeit. Ich brauchte drei Tage, um ihn zu lesen.
Mitleid und Hass, Liebe und immer wieder einen Hoffnungsschimmer durchstreifen das 800seitige Buch. Überraschende Wendungen fließen mit ein.
Dieses Buch ist das letzte Band einer Trilogie. Es umfasst die Zeitspanne zwischen 1907 und 1918.
Einsam, verlassen, verkriecht sich Gloria nach dem Aufbruch aus ihrer Heimat in die Schule immer mehr in ihr eigenes Schneckenhaus zurück. Sie findet keine Freunde, wird immer zurückhaltender und apathischer.
Sarah Lark gibt in ihrem Buch Einblicke in den Stamm der Maori, die Ureinwohner Neuseelands. Vor etwa 1000 Jahren besiedelten sie Neuseeland.
Immer wieder wird dam Mädchen gezwungen, Dinge zu machen, die ihr widerstreben. Das ist kein guter Start ins Leben. Auf eigenen Füßen stehen kann sie zu keiner Zeit, da ihr Wille total gebrochen wurde und sich niemand nach ihren Wünschen und Bedürfnissen fragten.
Der riskante Plan, den Gloria letztendlich schmiedete, brachte ihr ein Stück Freiheit, ein Weg, sich zu zeigen und um auf sich aufmerksam zu machen.
Worte einzusetzen hätte bei den Eltern sowieso nicht gelohnt, denn sie kannten nur sich und ihre eigenen Wünsche. Sie sahen ihr Kind nicht einmal richtig, wie Eltern ihr Kind sehen sollten. Wache aufmerksame Augen hätten sie bewachen sollen, nicht der Egoismus, Träume zu verwirklichen, die nicht die Träume des Kindes sind. Sie muss nicht in die Fußstapfen ihrer Eltern treten, denn sie ist eine eigenständige Person, deren Zukunft anders aussieht als die ihrer Eltern. Es ist nicht Jedermanns Sache, auf der Bühne zu stehen und die Welt zu bereisen. Gloria war ein besinnlicher Mensch, der die Ruhe ihres Landes und ihrer Heimat liebte, mit der Natur und den Menschen verbunden war und nicht das Herumreise und den Applaus und das Rampenlicht der Bühne brauchte.
Die Reisenden wussten zwar, wir haben ien Kind, dachten aber kein Stück darüber nach, was das Kind betrifft. Ihre Welt sollte auch die Welt des Kindes werden. Doch in dem Kind stecken Teile mehrerer Personen, nicht nur die des Vaters und der Mutter, sondern auch die der Großeltern beider Seiten und nicht jeder reiste durch die Welt und trat auf der Bühne auf.
Sehr nachdenklich stimmend, aufregend, zwiespältig, fesselnd, spannend, aufregend, Gefühle erweckend, fesselnd mit wirklich tollen, sehr ausführlichen Beschreibungen der Handlungen, der Personen, der Landschaften und der verschiedenen Orte hielt mich die Geschichte in ihrem Bann, bis ich die letzten Zeilen gelesen hatte.

37 Bewertungen, 14 Kommentare

  • MasterSirTobi

    14.10.2010, 02:47 Uhr von MasterSirTobi
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der Bericht gefällt mir wirklich gut. SH LG Tobi

  • Humpen77

    26.08.2010, 12:24 Uhr von Humpen77
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht! Lieben Gruß

  • Striker1981

    24.08.2010, 19:28 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER ;)

  • simrose_07

    24.08.2010, 14:37 Uhr von simrose_07
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse Bericht... LG

  • laeuft

    24.08.2010, 14:01 Uhr von laeuft
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht, LG Franz

  • XXLALF

    24.08.2010, 11:51 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    und ganz liebe grüße

  • sigrid9979

    24.08.2010, 10:48 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Wünsche einen netten Dienstag

  • Iris1979

    24.08.2010, 10:08 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht. LG Iris

  • meisterjaeger86

    24.08.2010, 03:50 Uhr von meisterjaeger86
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller bericht lg

  • hotnici1989

    24.08.2010, 03:26 Uhr von hotnici1989
    Bewertung: sehr hilfreich

    super bericht weiter so

  • morla

    24.08.2010, 01:19 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • Lanch999

    24.08.2010, 01:11 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöner Bericht! LG von Lanch999

  • anonym

    24.08.2010, 00:00 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüsse, Talulah

  • juriS91

    23.08.2010, 23:46 Uhr von juriS91
    Bewertung: sehr hilfreich

    Top Bericht! Freue mich auf Gegenbewertung