Der Nebel (Blu-ray) Testbericht

Der-nebel-blu-ray-horrorfilm
ab 12,17
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Auf yopi.de gelistet seit 07/2009

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Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

Der wahre Nebel des Grauens

Pro:

Schaurig-schönes Vergnügen mit ordentlih Schauwert uaf gut ausgestatteter DVD.

Kontra:

- entfällt wegen is'nich' -

Empfehlung:

Ja

Wenn im Kino Nebel wabert, verbirgt sich darin nur selten etwas Erfreuliches: In John Carpenters legendärem B-Film-Klassiker „The Fog“ lauerten im nasskalten Dunst tote Matrosen, im King’schen Grauschleier verbergen sich Monster aus einer anderen Dimension.

„Der Nebel“ hat, was ein schaurig-schönes Filmvergnügen braucht: Schlechte Sichtverhältnisse, übernatürlichen Schrecken und, typisch für King, eine gehörige Dosis religiösen Wahnsinns. Die Verfilmung der Kurzgeschichte hat außerdem das, was aus der Verfilmung einer King-Novelle einen wirklich guten Film macht: den Namen Frank Darabont im Vorspann. Mit der Verfilmung der King-Kurzgeschichte „The Shawshank Redemption“ hat Darabont der Kinogeschichte vor gut fünfzehn Jahren einen ihrer größten Überraschungserfolge geschenkt: Nachdem „Die Verurteilten“ auf der großen Leinwand gescheitert war, lief Darabonts sensibles Knastdrama erst in der Zweitverwertung zur wahren Größe auf.

Schnell entwickelte „Die Verurteilten“ sich zum Videotheken-Geheimtipp, inzwischen gilt der Film längst als Klassiker, den die Publikumsgunst immer wieder auf die vorderen Plätze der einschlägigen Bestenlisten katapultiert. Mit „The Green Mile“ bewies Darabont 1999, dass seine erste King-Verfilmung tatsächlich mehr war als nur ein Glückstreffer. 2007 wagte der bekennende King-Fan sich dann erneut daran, eine Kurzgeschichte des „King of Horror“ zu verfilmen. Abermals kann sich das Ergebnis sehen lassen: „Stephen Kings’ ‚Der Nebel’“ bietet 125 Minuten lang Nervenkitzel vom Feinsten.

Wie so viele Geschichten aus der Feder des Stephen King spielt auch „Der Nebel“ in der Umgebung der fiktiven Stadt „Castle Rock“ im US-Bundesstaat Maine. Nachdem ein nächtlicher Sturm über das kleine Örtchen an der Ostküste hinweggebraust ist, glauben die Bewohner zunächst noch, mit dem Schrecken davongekommen zu sein.
Das nächtliche Unwetter hat einen Baum in das Fenster des Ateliers von Maler David Drayton (Thomas Jane) geknickt, ein zweiter Baum auf des Nachbars Grundstück ist auf Davids Bootshaus am nahegelegenen Seeufer gestürzt. Immerhin ist aber niemand zu Schaden gekommen, und zunächst scheint es sogar so, als ob die Geschehnisse der vergangenen Nacht eine Tauwetterphase zwischen Drayton und Nachbar Brent Norton (Andre Braugher) einläuten könnten. Zwischen dem Geschäftsmann aus New York und dem Maler stehen die Dinge nicht zum Besten, aber jetzt ist Norton, der seinen Mercedes ebenfalls als Sturm-Totalschaden abschreiben muss, auf Davids Hilfe angewiesen. Gemeinsam mit David und dessen kleinem Sohn Billy (Nathan Gamble) bricht Norton in die nahe gelegene Ortschaft auf, um dort im Supermarkt den dringenden Einkauf zu erledigen.

Darabonts drittes Knast-Drama: eingesperrt im Supermarkt

Das Trio hat sich bereits in die Warteschlange an der Kasse eingereiht, als plötzlich der völlig verängstigte Dan Miller (Jeffrey de Munn) in den Laden stürzt und vor Gefahren warnt, die im Nebel lauern. Schlagartig wird der Shopping- zum Horrortrip: Sirenen heulen, Feuerwehr und Militär rasen vorbei, und in Sekundenschnelle verwandelt vor den Augen der wie erstarrt wirkenden Supermarktbesucher ein weißer Nebel die Welt da draußen jenseits der Schaufensterscheiben in ein weißes Nichts. Darin lauert, was kein Meteorologe hätte vorhersagen können: Unheimliche, tentakelbewehrte Monster, riesenhafte Insekten, Flugsaurier mit vier Flügeln und grotesk wirkendes, abscheuliches Spinnengetier. Natürlich sehen die Viecher nicht nur entsetzlich aus, sondern haben offensichtlich außerdem ein Beuteschema, in das sich homo sapiens sapiens vortrefflich einfügt.

Ein paar erste Unentwegte, die sich mutig ins wabernde Nebelgeschehen stürzen, verschwinden ebenso auf Nimmerwiedersehen wie Ladenjunge Norm (Chris Owen), der unter dem vorwitzig geöffneten Garagentor hinweg von einem glibbrigen Greifarm ins Nichts gezogen wird. Nun ist guter Rat teuer, zumal die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) bei dem völlig verängstigten Häuflein Mensch zunehmend Gehör findet. David mutmaßt ganz richtig, dass es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis die spontan zum Glauben findende Supermarktgemeinde ein erstes Menschenopfer fordern wird, um eine vermeintlich missgestimmte Gottheit zu besänftigen: Der Soldat, dessen Einheit in den nahe gelegenen Bergen irgendwelche geheimnisvollen Experimente veranstaltet, soll wirklich nur der erste Sündenbock sein ...

Gelungene Adaption für die Leinwand

Frank Darabonts Film transportiert den klaustrohobischen Schrecken der King'schen „Die Vögel"-Variante angemessen Furcht einflößend auf die Leinwand. Im Unterschied zu vielen anderen Rezensenten kann ich die Kritik an angeblich zu künstlich wirkenden, weil computergenerierten Schreckgespenstern nicht nachvollziehen: Das Gezücht, mit dem Darabonts Film den Zuschauer konfrontiert, ist reichlich eklig und auch durchaus überzeugend in Szene gesetzt; der Rest der Ausstattung wirkt für einen Film mittlerer Preislage ebenfalls sehr hochwertig – Darabont versteht es ganz offensichtlich, aus einem begrenzten Budget das meiste herauszuholen. Mit Comic-Zeichner Bernie Wrightson zeichnet immerhin einer der ganz Großen seiner Zunft für das Creature Design verantwortlich; dankenswerterweise kommt die Zeichner-Legende im umfangreichen Bonusmaterial der Blu Ray-Disc ebenso zu Wort wie Plakatmaler Drew Struzan, dem Darabont in den Anfangsszenen ein längst verdientes filmisches Denkmal setzt.

Kurz vor dem schockierenden Ende des Films gelingt Darabont und seiner Crew sogar eine Einstellung, die einer der Beteiligten im einschlägigen Kurzfilm auf der Disc völlig zu Recht „iconic“ nennt: Das Bild des durch den Nebel stampfenden Behemoth brennt sich förmlich in die Netzhaut des Zuschauers ein: So sieht er aus, der gelungene Kompromiss dazwischen, zuviel und zu wenig Schrecken bildlich in Szene zu setzen. Darabont fühlt sich offensichtlich dazu verpflichtet, seinen Zuschauern etwas zu bieten, weiß aber genauso gut, dass sich das wahre Grauen erst in der Grauzone zwischen tatsächlich Gesehenem und nur Erahntem entfalten kann.

Punktet in allen Disziplinen: die gut ausgestattete Blu Ray

Für die Blu Ray-Version des Films hat der Verleih ein Päckchen geschnürt, angesichts dessen Inhalt Bonusmaterialisten einmal mehr das Herz im Leib lachen dürfte. Neben dem eigentlichen Film, der sowohl in der Farb- wie auch in der vom Regisseur bevorzugten Schwarzweißfassung vorliegt, bietet die Blu Ray einen filmbegleitenden Audiokommentar sowie eine Reihe von wirklich erhellenden Filmbeiträgen, welche die Entstehung des Films beleuchten. Ein ganz persönlicher Höhepunkt ist für mich aber die knapp viertelstündige Plauderei zwischen Darabont und King, in der die sympathisch bescheiden wirkenden Meister ihres jeweiligen Fachs auf Augenhöhe Nettigkeiten austauschen. Keine Frage: Hier haben sich zwei getroffen, die einander offensichtlich mögen und von denen jeder auf seine Weise alles daransetzt, sein Publikum nicht zu enttäuschen. Die Anekdote, in der Darabont die Anfänge seiner King-Begeisterung schildert, ähnelt zudem dem Beginn meiner eigenen King-Leidenschaft auf frappierende Weise – wie schön, zwei Seelenverwandte zu Gast zu haben; wenngleich auch nur als Projektionen auf die große Leinwand im Wohnzimmer.

R e s ü m e e

Hier gibt’s nichts zu kritikastern: Darabonts Verfilmung der Kurzgeschichte von Stephen King überzeugt vom Beginn bis zum schockierenden Ende, das Darabont selbst ersonnen hat und das eine gute Alternative zum offenen Schluss der literarischen Vorlage ist. Die Ausstattung der Blu Ray Disc ist hochwertig, Bild und Ton des Hauptfilms lassen ebenfalls nichts zu wünschen übrig: Beide mögen nicht in der Referenzklasse spielen, bieten aber grundsolide Werte. Einziger Wermutstropfen: Die Bildqualität des Bonusmaterials erreicht nicht durchgehend die Qualität des Hauptfilms – sowohl die auf der Disc enthaltenen Trailer sowie auch andere Beiträge haben teils merklich mit Kompressionsartefakten zu kämpfen. Da die „main attraction“ von störenden Effekten frei ist, gebe ich der Präsentation fürs gehobene Heimkino aber trotzdem gern die volle Punktzahl.

51 Bewertungen, 10 Kommentare

  • struppitoeter

    29.03.2010, 16:40 Uhr von struppitoeter
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich! Sehr schön!

  • michelle975

    09.11.2009, 11:54 Uhr von michelle975
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße, michelle975

  • Gemini_

    09.11.2009, 09:56 Uhr von Gemini_
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse! Gruß von Gemini_

  • Bunny84

    08.11.2009, 22:09 Uhr von Bunny84
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr Hilfreich. Einen schönen Abend wünscht dir Bunny84 PS: Freue mich über Gegenlesungen

  • Lakisha_1

    08.11.2009, 22:02 Uhr von Lakisha_1
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein sh von mir. würd mich freun wennst bei mir vorbei schaust. lg

  • starlet99

    08.11.2009, 21:58 Uhr von starlet99
    Bewertung: besonders wertvoll

    super bericht, viele grüße :-)

  • melliCLP

    08.11.2009, 21:34 Uhr von melliCLP
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreicher bericht , ich freu mich über gegenlesungen!Melli

  • minasteini

    08.11.2009, 21:17 Uhr von minasteini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich. LG Marina

  • KatzeLucy

    08.11.2009, 20:06 Uhr von KatzeLucy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der BEricht ist gut, leider nichts für mich

  • LittleBig

    08.11.2009, 19:46 Uhr von LittleBig
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut berichtet von dir. Liebe Grüße von Anja