Kalix. Werwölfin von London (Taschenbuch) / Martin Millar Testbericht
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Erfahrungsbericht von vampire-lady
bei Fuß!
Pro:
nicht viel
Kontra:
ne Menge Blödsinn
Empfehlung:
Ja
na ja das Warenangebot bei Karstadt war nicht nur in der Blödfugabteilung für Kinder sehr übersichtlich geworden, sondern allgemein und die Buchabteilung war besonders trübsinnig.
Ich habe dann "Kalix - Werwölfin von London" (Fischer 9,95 752 Seiten) von Martin Millar eingepackt, einfach aus einer Laune raus - obwohl ich nicht wirklich ein Werwolffan bin.
Mit dem Buch bin ich nun völlig uneins. Eigentlich beinhaltet es eine ganz nette Story, die für den Fantasy- oder Histo-bereich nicht sehr unüblich ist und sich im Mittelalter gut machen würde. Andererseits gibt es so einige Aspekte in diesem Buch, die mich einfach nur so genervt haben, daß mir fast ein Pelz gewachsen ist.
Kalix ist 17 und die jüngste Prinzessin aus dem führenden Haus der Werwölfe. Nach einer Auseinandersetzung mit ihrem Vater, bei dem sie ihm wohl ordentlich das Fell gegerbt hat, musste sie flüchten und streunt nun auf den Straßen Londons umher. Kalix ist selbstmordgefährdet, magersüchtig, laudanumabhängig, ungebildet und unreif. Sie verfügt aber - was niemandem so recht bewusst ist - über außergewöhnliche Kraft, weil sie bei Vollmond geboren wurde, was ungewöhnlich ist. Ihre Unbeliebtheit im Clan steigert sich weiter als der alte Fürst stirbt und ihre beiden Brüder in Streit um die Nachfolge geraten, denn die internen Strukturen führen dazu, daß Kalix Leben oder ihr Tod der ausschlaggebende Faktor bei der Wahl des neuen Fürsten sein kann. Kalix intrigante Mutter beauftragt daraufhin die ältere Schwester Thrix ein Auge auf Kalix zu haben, wozu diese keine große Lust hat, da sie an ihrer Designerkarriere arbeitet. Daraus folgt leider ein weiterer Handlungsstrang, der sich um die Entwürfe für Malveria, die exzentrische Königin der Feuergeister, dreht - im Feenreich sind anscheinend alle Kriege ausgefochten und man kämpft auf dem gesellschaftlichen Parkett um Ruhm und Ehre in dem man die besten Klamotten trägt. Ich habe selten etwas dämlicheres gelesen.
Wie gesagt finde ich die eigentliche Grundhandlung mit Kalix als Spielball der Mächtigen gar nicht so übel, wenn auch nicht originell - natürlich darf auch eine unglückliche Liebe nicht fehlen. Die Sache ist mit der ein oder anderen Actionsequenz abgemischt, das gibt gegen Ende richtig Tempo und macht Laune. Leider ist das Buch über die ersten 500 Seiten nicht ganz so schwungvoll. Während da viel wiederholt und unnötig rumgelabert wird (Danke ich habe es begriffen!), kommen die letzten Seiten nach dem großen Showdown ein wenig kurz. Deutlich klingt aber an, daß Kalix wohl in Serie gehen wird.
Eigentlich aber ist erstaunlich, daß ich das Buch überhaupt zu Ende gelesen habe. Die ersten 120 Seiten führte ich mir nur zu Gemüte, weil es spät war, ich im Bett lag und keine Lust hatte, mir was anderes aus dem Regal zu holen. Was mich unheimlich nervte, war der abgehackte Satzbau - der besonders zum Tragen kommt, wenn man Passagen über Kalix selbst liest. Diese ist einfach ein dämlicher Teenager, der für seine 17 Jahre auch noch zurückgeblieben ist. Anscheinend konnte sich die Fürstenfamilie keine passende Hundeschule für Kalix leisten. Ich habe immer noch Probleme nachzuvollziehen, warum das Gör so verlottert ist, weil der Autor das nicht ganz preisgegeben hat. Nein, ich kann die Hauptfigur nicht leiden. Wegen mir hätte einer ihrer Selbstmordversuche gern klappen können, wäre die Geschichte vielleicht besser geworden von. Habe selten so etwas deprimierendes gesehen wir Kalix und finde Hauptfiguren, die lediglich von anderen gebeutelt werden und kaum reagieren immer ermüdend.
Auch die Werwolfnummer war mir schleierhaft. Warum hat der Autor über Werwölfe geschrieben? ich komme da nicht hinter. Besonders werwolfig sind sie nun nicht. Im Grunde war seine Wahl für mich austauschbar, es hätte auch mit Aliens, Feen oder Zwergen funktionieren können. Was tun Millars Werwölfe? hocken in Schottland auf der Burg, machen einen auf Mittelalter und saufen Whisky. Punkt. ok es gibt eine soziale Strömung die in der Jetztzeit angekommen ist. Dafür stehen die Zwillinge Beauty und Delicious, die in London wohnen und allen peinlich sind, weil sie Rockmusik machen oder auch Thrix, die Modetussi.
Leider habe ich auch unter den anderen Figuren keinen Anknüpfungspunkt gefunden. Malveria und Thrix quälen den Leser mit ihrem langweiligen und belanglosen Modekram und der ein oder anderen Männergeschichte am Rande. Sex and the City brauche ich ja so überhaupt nicht! Und auch der Rest der Figuren ist so festgefahren, eindimensional und abgedroschen. Beispiel? Moonglow, ein Gothgirl mit Hippieattitüde, Hang zu Horoskopen und Vegetarierin. Geht mal gar nicht! Und die sind alle so.
Die einzige Figur, die mir gefallen hat, ist Dominil. Die wird von Kalix Mutter zu Überwachungszwecken nach London geschickt und die langweilt das ganze dumme Getue genauso wie mich. Die würde Kalix noch das Messer halten, damit sie sich besser selbst hineinstürzen kann.
(ich auch!)
33 Bewertungen, 7 Kommentare
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06.11.2009, 19:05 Uhr von willma1984
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht! :) LG Nadine
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25.07.2009, 18:11 Uhr von mima007
Bewertung: sehr hilfreichViele Gruesse, mima007
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24.07.2009, 19:24 Uhr von EddieSpaghetti
Bewertung: sehr hilfreichs.H. ! Freue mich über deine Gegenlesung.Schönes We ! EddieSpaghetti
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24.07.2009, 18:00 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
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24.07.2009, 16:57 Uhr von geligiraffe
Bewertung: sehr hilfreichSH Liebe Grüße Angelika
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24.07.2009, 16:00 Uhr von christianpirker
Bewertung: sehr hilfreichSehr guter Bericht! Liebe Grüße, Christian
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24.07.2009, 15:19 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichGut gemacht...Lg Sigi
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