RockNRolla (Blu-ray) Testbericht

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ab 8,60
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Erfahrungsbericht von atrachte

Sex, Drugs & RocknRoll

Pro:

abgefahrene Charaktere, gut unterhaltende Story, atmosphärische Inzenierung,

Kontra:

das gewisse Etwas fehlt, gelegentliche Längen,

Empfehlung:

Ja

Es ist gar nicht mal so lange her, da galt Regisseur Guy Ritchie noch als die britische Antwort auf Quentin Tarantino. Und dies, nimmt man seine ersten beiden Filme „Bude, Dame, König, gRAS“ und „Snatch“, war auch eine durchaus berechtigte Einstellung dem Engländer gegenüber, verstand er es doch gekonnt ein klassisches Genre mit neuen Elementen und Innovationen aufzubrezeln. Doch nach seinen ersten beiden, zum Kult avancierten, Würfen geschah irgendetwas das sein Gespür für außergewöhnliche Gangsterkomödien verschwinden ließ. Nicht gerade wenige geben seiner Ex-Gattin Madonna an diesem Umstand eine Mitschuld, war sie doch einer der Hauptgründe für die Total-Blamage, welche Ritchie mit „Stürmische Liebe“ abgeliefert hat. Auch seine Rückkehr ins Gangster-Genre mit „Revolver“ war alles andere als das was der Brite noch einige Jahre zuvor auf die Leinwand brachte. Waren seine ersten beiden Filme also nur äußerst gute Ausrutscher oder hatte die Ehe mit der von seltsamen Eigenheiten behafteten Madonna eine negative Auswirkung auf sein filmisches Schaffen? Nimmt man seinen aktuellen, und in Deutschland überaus verspätet anlaufenden Film, „Rock N Rolla“, dann will man meinen das die Trennung Ritchies vom Popstar Madonna wirklich das Beste war, das der Brite seit „Snatch“ gemacht hat. Und auch wenn euphorische Lobeslieder auf die Rückkehr des Guy Ritchie vorerst noch nicht ganz berechtigt sind, so macht der Regisseur doch endlich wieder einen Schritt in die richtige Richtung.
Die Kleinganoven One Two (Gerard Butler) und Mumbles (Idris Elba) stecken ziemlich in der Scheiße. Nachdem sie der Unterwelt-Boss Lenny Cole (Tom Wilkinson) bei einem Deal hat aufs Glatteis laufen lassen, sind sie ihm zwei Millionen Pfund schuldig. In ihrer Notlage kommt ihnen ein Auftrag der reizvollen Buchhalterin Stella (Thandie Newton) wie gerufen. Sie schlägt vor das die beiden einen unbewachten Geldtransport ihres Bosses, dem russischen Milliardär Uri Obomavich (Karel Roden), hoch nehmen. Kein Risiko, schnelles Geld. Was sie jedoch nicht wissen: das Geld war dafür gedacht das Cole seine Kontakte spielen lässt um für Obomavich eine Baugenehmigung aushandeln zu lassen. Als kleine Gegenleistung im Vorraus für diesen Gefallen hat der Russe seinem neuen Partner ein geliebtes Gemälde geborgt, das, wie Obomavich glaubt, ihm Glück bringt. Doch auch dieses wird gestohlen, diesmal von Cole´s Johnny Quid (Toby Kebbell), einem Rockstar der gerade erst seinen Tod vorgetäuscht hat. Es beginnt eine Jagd durch die gesamte Unterwelt Londons, in welcher man auf ein Menschenleben nicht viel Rücksicht nimmt...

„People ask the question... what's a RocknRolla? And I tell 'em - it's not about drums, drugs, and hospital drips, oh no. There's more there than that, my friend. We all like a bit of the good life - some the money, some the drugs, other the sex game, the glamour, or the fame. But a RocknRolla, oh, he's different. Why? Because a real RocknRolla wants the fucking lot. „
- Archie -
„Rock N Rolla“ zeigt seinem Publikum warum Guy Ritchie bis vor einigen Jahren sowohl von Kritikern als auch von Fans so für sein Schaffen geliebt wurde. Aber trotz der Tatsache, das Ritchie sich endlich wieder auf seine filmischen Wurzeln besinnt, so stellt „Rock N Rolla“ noch nicht ganz die komplette Rückkehr des britischen Filmemachers zu alter Form dar. Dies liegt teilweise auch an dem eigentlich recht gelungenen Plot des Filmes. Dieser ist an sich recht Simpel angelegt, wirkt aber nach spätestens zwanzig Minuten durch all seine verschiedenen und parallel ablaufenden Handlungsstränge sowie der Vielzahl an wichtigen Haupt- und Nebencharaktere sehr aufgeblasen, was keinesfalls Negativ ist zumal Ritchie die groteske Geschichte gewohnt amüsant und unterhaltend erzählt. Vielmehr liegt das Problem darin das der Film manchmal einfach zu Belanglos ist und sich das ganze wie Künstlich in die Länge gestreckt anfühlt. Allerdings sind die meisten Szenen für die Handlung wiederum doch so wichtig das Ritchie von seinem Publikum durchgehende Konzentration verlangt, ist diese für einige Minuten weg hat man schon einmal Probleme den ein oder anderen Zusammenhang in Einklang des Gesamtwerkes wiederzufinden. Unter dem Strich hätte der Brite also durchaus den ein oder anderen Charakter streichen können um so auch die Laufzeit von fast zwei Stunden ein bisschen zu kürzen oder zumindestens den verbliebenen Charakteren ein bisschen mehr Screentime zukommen lassen.

Denn auch hier liegt ein kleines Manko das „Rock N Rolla“ leider mit sich bringt: so gut und schräg die vielen Figuren auch sind, es gibt über den ganzen Film verteilt keinen wirklichen Sympathieträger mit dem sich der Zuschauer direkt identifizieren kann und nur ganz wenige Charaktere, welche auch nach längerer Zeit noch einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Dies liegt keinesfalls an dem sehr guten Cast, denn hier hat sich Ritchie einmal mehr an sowohl bekannten als auch guten Darstellern bedient. Gerard Butler („300“, „PS: Ich liebe dich“) gefällt als schusseliger Kleinganove One Two äußerst gut, Idris Elba („28 Weeks Later“, American Gangster“) als One Two´s ruhigerer Kumpel Mumbles sowie Tom Hardy („Black Hawk Down“, „WAZ“) als der schöne Bob, welcher auch noch heimlich verliebt in seinen von Butler verkörperten Mitstreiter, machen ebenfalls einen gute Figur. So wirklich der Funke zwischen diesem wahnwitzigen Trio und dem Publikum springt aber nie über. Der restliche Cast kann ähnlich gefallen: Charakterdarsteller Tom Wilkinson („Batman Begins“, „Valkyre“) als Unterwelt-Boss Lenny Cole gefällt ebenso gut wie auch Thandie Newton („L.A. Crash“, „Run, Fatboy, Run“) als hübsche Buchhalterin Stella, Mark Strong („Der Mann der niemals lebte“, „Revolver“) als Cole´s loyale, rechte Hand Archy, Karel Roden („Hellboy“, „Running Scraded“) als fieser und russischer Milladr Uri Omovich. Der einzige Charakter der aber wirklich im Gedächtnis des Zuschauers verbleibt ist der Crack süchtige Rockstar Johnny Quid, gespielt von Toby Kebbell („Cheri“, „Blutrache“), der mal ebenso seinen Tod vorgetäuscht hat um die Verkäufe seiner Platten anzukurbeln. Als lustiger Sidekick tauchen außerdem der großartige Jeremy Piven („Entourage“, „Smokin´ Aces“) und Rapper Ludacris („Max Payne“, „Hustle & Flow“) als Produzenten-Duo auf, welches gezwungenermaßen ihr altes Pferd, Johnny, sucht um nicht selber Umgebracht zu werden.
Anscheinend war diese ungemeine Menge an verschiedenen Charakteren auch für Ritchie ein bisschen zu viel des guten, denn wie gesagt gelingt es ihm kaum auch nur einen Charakter richtig hervorzuheben. Und auch als Zuschauer kann man bei dieser Dichte an Charakteren schnell einmal die Übersicht verlieren. Sieht man aber einmal von diesen zwei Punkten ab, der manchmal konfusen Geschichte sowie den viel zu vielen Charakteren, ist „Rock N Rolla“ allerdings ein stimmiger Stilmix der Marke Ritchie geworden. Die Dialoge sind gewohnt kultverdächtig, zumindestens wenn man den Film mit englischen O-Ton guckt, Visuell liefert uns der Brite gekonnte und oftmals sehr schnelle sowie gelegentlich auch ungewöhnliche Schnitte mit stets kühlen Farben und auch der Soundtrack ist mit seinem rockigen und krachenden Klängen genau das richtige für diese Art von Film. Kurzum: die oberflächliche Inszenierung ist Top, lediglich am Inhalt mangelt es noch ein bisschen. Auch die ein oder andere Actionszene hätte der Film,vor allem bei der Spiellänge, doch noch gebrauchen können, die wenigen Actioneinlagen die es in „Rock N Rolla“ aber gibt gefallen durch die Bank weg, vor allem da sie, typisch für Ritchie, ihre Protagonisten nicht perfekt sondern tolpatschig agieren lassen und so für einen sehr hohen Spassfaktor sorgen.

\\\\ Daten zum Film ////
Original Filmtitel:
RocknRolla (2008)

Länge des Filmes:
Ca. 114 Minuten
Darsteller:
Gerard Butler...One Two
Tom Wilkinson...Lenny Cole
Thandie Newton...Stella
Mark Strong...Archy
Idris Elba...Mumbles
Tom Hardy...Handsome Bob
Karel Roden...Uri Omovich
Toby Kebbell...Johnny Quid
Jeremy Piven...Roman
Ludacris...Mickey
...

Regisseur:
Guy Ritchie
FSK:
Ab 16 Jahren

\\\\ Fazit ////
„Rock N Rolla“ ist Guy Ritchie wie er im Buche steht. Die Story ist gewohnt mit allerlei Nebenhandlungen gestrickt, liefert schräge Charaktere, gute Unterhaltung sowie eine überaus gelungene Inszenierung. Das einzige Problem ist das dem Film noch die abschließende Brise vom gewissen Etwas fehlt, das einem wirklich sagen lassen will: „Der Junge ist zurück“. Immerhin beweist Ritchie mit seiner aktuellen Gangsterkomödie aber das er es noch immer drauf hat sodass man durchaus Positiv in seine filmische Zukunft blicken darf.
6,5/10 Punkten für den Film „Rock N Rolla“ und somit drei Sterne als Wertung.

41 Bewertungen, 13 Kommentare

  • hjid55

    24.04.2010, 00:19 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüße Sarah

  • morla

    23.04.2010, 22:16 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir ein schönes wochenende lg. petra

  • bettie47

    23.04.2010, 22:09 Uhr von bettie47
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Grü0e von Bettie47

  • Clarinetta2

    23.04.2010, 21:37 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut vorgestellt

  • KnolliNicole

    23.04.2010, 18:04 Uhr von KnolliNicole
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht..schönes we und gruß Nicole

  • Lale

    23.04.2010, 16:45 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß

  • Shirty1980

    23.04.2010, 16:15 Uhr von Shirty1980
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein wirklich toller Bericht. Über eine Gegenlesung würde ich mich sehr freuen. Lg Shirty1980

  • Anton

    23.04.2010, 14:05 Uhr von Anton
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein schöner Bericht!! SH mfg Anton der Gegenleser

  • spidermorph@yahoo.de

    23.04.2010, 13:40 Uhr von [email protected]
    Bewertung: besonders wertvoll

    Besten Gruss aus FFM, Tony

  • Iris1979

    23.04.2010, 13:38 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. LG Iris

  • ladysnow

    23.04.2010, 13:32 Uhr von ladysnow
    Bewertung: sehr hilfreich

    schöner bericht, gegenlesung wäre toll lg

  • sigrid9979

    23.04.2010, 13:02 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut geschrieben...Lg Sigrid

  • Lakisha_1

    23.04.2010, 13:00 Uhr von Lakisha_1
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße; freue mich über jede Lesung