Coraline - ollector's Edition (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von atrachte
Coraline im Wunderland
Pro:
sympathische Figuren, spannende Geschichte, visuelle Umsetzung,
Kontra:
nichts,
Empfehlung:
Ja
Coraline ist alles andere als glücklich in ihrem neuen Zuhause. Kein Wunder, musste sie doch aus der großen Stadt, wo sie ihre Freunde hat, irgendwo in die weit entfernte, ländliche Einöde ziehen, wo es neben exzentrischen Sonderlingen und nervigen Jungs nichts anderes zu geben scheint. Ihre Eltern, beide Botaniker die an einem gemeinsamen Buch arbeiten, haben momentan auch nicht wirklich Zeit für das elfjährige Mädchen, das sich im Nirgendwo schlichtweg zu Tode langweilt. Als sie eines Nachts jedoch von einer kleinen Springmaus aufgeweckt wird, und dieser ins Wohnzimmer folgt, entdeckt sie eine kleine, zuvor verschlossene Tür. Als das abenteuerlustige Mädchen schließlich durch die Tür geht, kommt sie am anderen Ende wieder in ihrem Wohnzimmer heraus. Doch die Welt, die Coraline betreten hat, ist eine ganz andere, ja, wie sie findet, gar eine weitaus bessere. Denn hier wird sie von ihrer „anderen“ Mutter mit den leckersten Speisen verwöhnt, ihr „anderer“ Vater unterhält sie mit Musik und Spiel und der andere Wybie, Coraline´s Nachbarsjunge, ist hier vollkommen ruhig und plappert nicht mehr so drauf los wie in der wirklichen Welt. Das einzige, was an den „Anderen“ etwas Komisch erscheint, ist das sie anstelle von Augen Knöpfe haben. Darüber macht sich Coraline jedoch vorerst keine größeren Gedanken, zu schön ist diese andere Welt als das sie alles, was in ihr vorgeht, ernsthaft hinterfragt. Erst als sie auf einen sprechenden Kater stößt, der das Mädchen davor warnt das ihre „anderen“ Eltern alles andere als gute Absichten verfolgen, geht Coraline ein Licht auf und sie will wieder in ihr richtiges Zuhause. Ihre „anderen“ Eltern, haben dagegen jedoch Einwende...
Es ist nur sehr unschwer zu erkennen, das „Coraline“ sehr viele Gemeinsamkeiten mit „Alice im Wunderland“ pflegt. Beide Vorlagen besitzen über ein junges, liebenswertes Mädchen als Protagonistin, lassen sie durch einen magischen Eingang in eine fantastische und faszinierende Welt abtauchen wo es zunächst sein Glück findet, später jedoch einsehen muss das es auch großen Gefahren ausgesetzt ist. Selbst die Grinsekatze ist in einer neuen Variante vorhanden, nämlich als alter, kauziger Kater. Trotz der vielen Parallelen ist die von Neil Gaiman geschriebene Kindergruselgeschichte von 2002 aber keinesfalls eine oberflächliche Kopie von Lewis Carroll´s Kinderbuchklassiker, als vielmehr eine intelligente Neuinterpretation seiner Motive. Und so präsentiert sich schließlich auch die Verfilmung von Selick, der die Geschichte für den Film noch einmal etwas gestreckt und um weitere Elemente erweitert hat und damit sogar Kennern der Vorlage zu Folge einen außergewöhnlich guten Job gemacht hat. Tatsächlich ist die Geschichte, von allen die er in seinen bisherigen Filmen erzählt hat, die am meisten ausgereifte und vollkommen schnörkellos umgesetzte. Der Erzählfluss ist dabei von Anfang an eher ruhiger Natur und vor allem darauf bedacht dem Zuschauer die Protagonistin und ihre Umwelt näher zu bringen, ihre Gefühlswelt ersichtlich zu machen und langsam die „andere“ Welt zu eröffnen. Von dieser ist man dann schließlich, wie auch Coraline, vollkommen fasziniert, spiegelt sie im Prinzip doch all ihre Sehnsüchte, ja eigentlich sogar die vieler Kinder, wieder, die sie, so meint sie zumindest, in der wirklichen Realität nicht erhält, sprich Eltern, die einen Rund um die Uhr verwöhnen, sprechende Tiere und viele zu erlebende Abenteuer.
Doch schon bald wird klar, das diese andere, anfangs so wunderschöne und faszinierende Welt mit all ihren Wundern, nicht das ist, was sich Coraline erhofft hat, denn die Absichten ihrer „anderen“ Eltern sind ganz andere als zunächst gedacht. Von nun an schlägt Selick einen weitaus düsteren Ton an, den er zwar schon von der ersten Minute an sehr subtil hat in den Film einfließen lassen, sich aber erst jetzt in seiner vollen Kragenweite entfaltet und die Handlung bestimmt. Im Kern ist „Coraline“ dabei fast schon so etwas wie eine klassische Coming-Of-Age-Geschichte, denn irgendwann erlangt die Protagonistin schließlich den Punkt, an dem sie erkennt das in ihrer wirklichen Welt nicht immer alles so sein kann, wie sie es sich wünscht, dass das Leben eben nach seinen eigenen Regeln spielt. Diese Erkenntnis ist schließlich auch die Botschaft, die Selick an sein (junges) Publikum senden will. Ob das ganze jedoch für ein jüngeres Publikum so sehr ersichtlich ist, ist zumindest fraglich. Man will gar behaupten, das sich der Film vielmehr an ein älteres Publikum richtet, als an deren Kinder. Aber manchmal sind es ja eben gerade solche düsteren, mitunter verstörenden Geschichten, die bei einem Kind viel eher die gewünschte Message und Selbsterkenntnis erzielen, als farbenfrohe und platt aufgetragene Motive, wie es die meisten Kinderfilme heutzutage eben tun.
Doch neben der wundervollen Geschichte, ist es vor allem die technische Inszenierung von „Coraline“, die einen bleibenden Eindruck beim Publikum hinterlässt. Die visuelle Umsetzung ist dabei so ausgereift und stets absolut perfekt präsentiert, das man gar nicht glauben will das der Hauptanteil des Filmes tatsächlich noch aus handgemachter Stop-Motion Arbeit besteht und nur ein vergleichsweise geringer Teil dem Computer entspringt. Vor allem das Charakterdesign besticht durch einen sehr hohen Hang zur Komplexität, wirken die Figuren, trotz ihrer kindlichen Überzeichnung, doch beinahe so lebensecht wie reelle Darsteller. Und auch die Sets und Umgebungen sind mit einer unglaublichen Liebe zum Detail kreiert worden ,die nicht selten Sprachlos macht. Der Stil des ganzen erinnert dabei natürlich sehr stark an Selick´s vergangene Arbeiten wie „Nightmare Before Christmas“ bzw. an Burtons „Corpse Bride“, sprich hat stets einen sehr düsteren, aber trotzdem unglaublich charmanten Touch. Das gleiche gilt auch für die verschiedenen Charaktere des Filmes. Die Protagonistin ist schlichtweg ein wandelndes Sympathiebündel, das man vom ersten Moment an ins Herz schließt, hinzu kommen der struppige Kater, der exzentrische Mr. Bobinsky, ein alter russischer Turner, die schrulligen Freundinnen Miss Spink und Miss Forcible sowie die eigentlich liebenswerten Eltern bzw. deren andere, böse Varianten. Das Voice-Acting, im Original unter anderem von Dakota Fanning („Mann unter Feuer“, „Krieg der Welten“), Teri Hatcher („Desperate Housewives“, „Spy Kids“) und Ian McShane („Deadwood“, „Death Race“) übernommen, schließt sich selbst in der deutschen Fassung dem fabelhaften Gesamteindruck an und passt zu den einzelnen Figuren mitunter perfekt.
\\\\ Daten zum Film ////
Original Filmtitel:
Coraline (2009)
Länge des Filmes:
Ca. 101 Minuten
Darsteller:
Dakota Fanning...Coraline Jones
Teri Hatcher...Mel Jones/Other Mother / Beldam
Jennifer Saunders...Miss April Spink/Other Spink
Dawn French...Miss Miriam Forcible/Other Forcible
Keith David...The Cat
John Hodgman...Charlie Jones /Other Father
Robert Bailey Jr...Wybie Lovat
Ian McShane...Mr. Sergei Alexander Bobinsky/Other Bobinsky
...
Regisseur:
Henry Selick
FSK:
Freigegeben ab 6 Jahren
\\\\ Fazit ////
„Coraline“ ist ein faszinierender, schöner, manchmal gruseliger und stets fabelhaft aussehender Film, mit dem Selick endgültig sein Talent unter Beweis stellt und gleichzeitig die Stop-Motion Technik in einer noch nie zuvor da gewesenen Perfektion präsentiert. Für Fans von Animationsfilmen mit etwas mehr Tiefgang, oder einfach jene, die im Kino mal wieder auf eine schöne, charmante Art unterhalten werden möchte, ein absoluter Geheimtipp, den man nicht ausschlagen sollte.
9/10 Punkten für den Film „Coraline“ und somit fünf Sterne als Wertung.
41 Bewertungen, 10 Kommentare
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12.01.2010, 16:37 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichSH, ganz toller Bericht. LG SirTobi
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04.01.2010, 15:02 Uhr von DMaster89
Bewertung: sehr hilfreichich bin wieder da zum Bewerten. Klasse Bericht! weiter so. Viele Grüße
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04.01.2010, 14:18 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichIch wünsche dir einen schönen Start in die Woche. Liebe Grüße BUNNY84 PS: Freue mich über Gegenlesungen
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04.01.2010, 08:49 Uhr von Cessie47
Bewertung: besonders wertvollGuter Bericht,alles Gute im neuen Jahr,lg
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04.01.2010, 01:19 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollAllerbesten Gruß
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04.01.2010, 00:25 Uhr von mrwong
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich...toll geschrieben.
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03.01.2010, 23:03 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichDas Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat. Hal Borland In diesem Sinne einen guten Start in 2010 + LG Guela
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03.01.2010, 23:00 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße und ein gutes neues Jahr.
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03.01.2010, 22:40 Uhr von billabbong
Bewertung: sehr hilfreichWünsch Dir ein gutes, glückliches und vor allem gesundes neues Jahr 2010!! LG billabbong
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03.01.2010, 22:37 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüsse Sigrid
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