Coraline - ollector's Edition (DVD) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Dr_Ed
Neugier tötet nicht immer die Katze
Pro:
siehe Bericht
Kontra:
siehe Bericht
Empfehlung:
Ja
Es kommen ja mittlerweile immer mehr Filme in unsere Kinos, die in 3D-Technik gedreht wurden. Bislang sind dies noch überwiegend Trickfilme, weil sich dort diese Technik noch mit etwas geringerem Aufwand umsetzen lässt. Der Film, den ich Euch heute vorstellen möchte, ist in der sogenannten „Stop-Motion“-Technik gedreht: Das heißt, es werden Puppen abfotografiert und die Haltung der Puppen ändert sich in jedem Bild minimal, so dass die Bilder dann hinterher so ähnlich aussehen, wie bei einem gemalten Zeichentrickfilm. Bislang kam diese Technik u.a. bei Filmen wie „Nightmare before Christmas“, „The Corpse Bride“ oder „James und der Riesenpfirsich“ oder der „Wallace&Gromit“-Reihe zum Einsatz. Nun bringt der Macher dieser Werke, Regisseur Henry Selick, seinen neuesten Film in die Kinos. Ob er sich mit den vorangegangen Filmen messen lassen kann, dazu mehr in diesem Bericht!
### DER INHALT ###
~~~ zuerst wieder die „Gemeinwesen kann mit Puppenhäusern wenig anfangen“ - Kurzversion ~~~
Die 11-jährige Coraline Jones ist mit ihren Eltern von Michigan nach Oregon gezogen und bezieht mit ihnen eine Wohnung in einem etwas abgelegenen Haus mit etwas seltsamen Nachbarn und Bewohnern. Da ihre Eltern mehr mit ihrer Arbeit, der Fertigstellung eines Gartenkataloges, beschäftigt sind, fühlt sich Coraline von ihnen vernachlässigt. Eines Nachts entdeckt Coraline im Haus eine geheime Tür, die sie direkt in eine Parallelwelt führt. Dort trifft sie auf ein Abbild ihres realen Lebens, das bei oberflächlicher Betrachtung viel besser erscheint. Ihre Eltern dort sind viel liebevoller und das Essen viel leckerer. Es gibt jedoch einen kleinen Unterschied: Ihre Eltern in der Parallelwelt haben statt Augen Knöpfe. Auf den ersten Blick scheint es wie das Paradies zu sein, aber fast schon zu spät entdeckt Coraline, was tatsächlich hinter dieser scheinbar so schönen Fassade verbirgt und dabei gerät sie in große Gefahr.
~~~ und jetzt wie gewohnt die „Dr.Ed hätte lieber eine Eigentumswohnung“ - Langversion ~~~
Die 11-jährige Coraline Jones ist mit ihren Eltern von Michigan nach Oregon gezogen und bezieht mit ihnen eine Wohnung in einem etwas abgelegenen Haus. Da ihre Eltern mehr mit ihrer Arbeit für die Fertigstellung eines Gartenkataloges beschäftigt sind, fühlt sich Coraline von ihnen vernachlässigt. Also geht die neugierige Coraline erstmal auf Entdeckungstour. Als erstes macht sie Bekanntschaft mit dem etwas merkwürdigen Nachbarsjungen Wybie Lovat, der mit ihr Freundschaft schließen möchte, sich aber nicht unbeidngt wie ein zukünftiger Freund aufführt, sondern seltsame und unheimliche Geschichten erzählt. Auch die anderen Nachbarn sind ein wenig merkwürdig: Da ist der ehemalige Zirkusartist Mr. Bobinsky, der mangels Engagements mehr mit Alkoholkonsum und einer Mäusedressur beschäftigt ist. Dann sind da noch zwei ältere britische Ladies, Miss Spink und Miss Forcible, die auch eine Varieté-Vergangenheit und darüber hinaus eine Marotte für Scotch-Terrier haben, wobei sie ablebig gewordene Exemplare auch gerne mal ausstopfen lassen und ins heimische Regal stellen. Außerdem streunt noch eine geheimnisvolle schwarze Katze durch die Gegend.
Eines Nachts wacht Coraline auf und wird von scheinbar zufällig anwesenden Mäusen in ein leeres Zimmer des Hauses gelockt. Dort stößt Coraline auf eine geheimnisvolle Tür. Als sie durch diese Tür hindurchkrabbelt, landet sie in einer scheinbaren Parallelwelt, die offenbar ein Abbild ihrer realen Welt darstellt. Dort trifft sie auf ein Abbild ihrer Eltern, die ihr alle nur erdenkliche Aufmerksamkeit zuwenden. Außerdem wird sie von ihnen mit nur allen für Kinder schmackhaften Köstlichkeiten bewirtet, so dass sich Coraline dort auf Anhieb wohl und geborgen fühlt. Alles in der Parallelwelt scheint besser als im wirklichen Leben, wobei der wesentliche Unterschied darin liegt, dass ihre Eltern in der Parallelwelt Knöpfe anstelle von Augen haben, ebenso wie alle anderen Menschen, die ihr dort begegnen. Am nächsten Morgen wacht Coraline dann aber in ihrem gewohnten Schlafzimmer auf, als wäre nichts gewesen. In der nächsten Nacht wiederholt sich das Schauspiel. Allerdings begegnet ihr auch die schwarze Katze, die auf einmal sprechen kann und Coraline vor den Verführungen der anderen Mutter warnt. Allmählich ahnt Coraline, was es mit der Parallelwelt auf sich hat und als sie die Aufforderung ihrer anderen Mutter doch in der neuen Welt zu bleiben mit der Bitte um Bedenkzeit ablehnt, zieht die andere Mutter plötzlich völlig andere Saiten auf und es wird nicht nur für Coraline gefährlich...
### MEINE MEINUNG ###
Coraline ist ein aufgewecktes, kluges und fantasievolles junges Mädchen, das von seinen Eltern ein wenig vernachlässigt wird, weil diese zu sehr mit sich selbst und ihrer Arbeit beschäftigt sind und sich deswegen missverstanden und auch unterfordert fühlt. Dann entdeckt sich durch Zufall eine Art Tunnel in eine Parallelwelt, wo sich ihre geheimsten Sehnsüchte erfüllen: Ihre dortigen Eltern überschütten sie mit Zuneigung und Aufmerksamkeit, das Essen dort ist nicht fade, eklig und vermeintlich gesund und auch die Nachbarn sind zwar immer noch skurril, aber bei weitem nicht so verstörend. Als ihr in der anderen Welt aber auch die Katze begegnet und sie dort sprechen kann, wird Coraline schnell klar, dass da irgendetwas nicht stimmt und als die Eltern der Parallelwelt auch noch plötzlich beginnen, sich merkwürdig zu verhalten, als Coraline nur sehr zögerlich und ausweichend auf ihren Vorschlag reagiert, doch in der schönen neuen Welt zu bleiben, wird die Traumwelt plötzlich sehr schnell zur Alptraumwelt. Da Coraline nicht bereit ist, ihre Augen gegen Knöpfe auszutauschen, wird ihr Leben plötzlich aufregender, als sie es sich jemals erträumt hätte.
Schon bei „Nightmare before Christmal“ bewies Regisseur Henry Selick ein Händchen für morbide Trickfilm-Geschichten. Zwar firmierte offiziell Tim Burton als Regisseur dieses Films, aber schon damals hat die eigentliche Arbeit Henry Selick gemacht. Bei „James und der Riesenpfirsich“ durfte Selick dann zwar selber auch offiziell den Regiesseur geben, aber leider blieb dieser Film immer nur ein Insider-Tipp. Auch in seinem neuesten Werk bleibt Selick seiner Ästhetik der Bilder treu und beweist einmal mehr seine Geistesverwandtschaft zu Tim Burton. Die morbide Atmosphäre zieht sich durch den ganzen Film und hebt sich damit wohltuend ab von der weichspülenden Romantisierung der meisten Disney-Filme. Und trotz der klassischen, aber aufwändigen Stop-Motion-Technik wirkt die Optik alles andere als angestaubt, sondern überwältigt in der inzwischen ausgereiften 3D-Technik durch liebevoll und detailgetreu gestaltete Bilder.
Aber nicht nur die Bilder überzeugen, sondern auch die Geschichte vermag einen zu fesseln und einen in ihren Bann zu ziehen. Die eigentlich düstere bis ernste Grundhaltung der Romanvorlage Neil Gaimans wird beibehalten und erinnert mitunter an die Kurzgeschichten von Roald Dahl oder die düstereren der Grimm'schen Märchen. Was anfänglich beginnt wie ein Update von „Alice im Wunderland“ oder „Der Zauberer von Oz“, wird allmählich immer düsterer und tendiert immer mehr in Richtung gruseliger Spannung und hat dann teilweise auch schon was von auf eine erwachsene Zielgruppe ausgerichtete Fantasy-Filme wie „Pan's Labyrinth“. Dabei ist positiv hervorzuheben, dass hier nicht ständig der moralisierende Zeigefinger im Raum steht, wie man es gerne so häufig bei den Disney-Filmen zu sehen bekommt. Auch wenn es ein amerikanischer Film ist, wirkt der Humor, aber auch die Atmosphäre eher britisch-europäisch. Auch wenn die charakterliche Tiefe der Figuren eher durchschnittlich bleibt, so merkt man dem Film jederzeit an, dass in ihnen doch einiges mehr an Liebe zum Detail innewohnt, als vielen Zeichentrickfiguren.
Dabei legt Selick sehr viel Wert auf die Darstellung eines selbstbewussten, mutigen jungen Mädchens, das sehr schnell lernt, die angebotenen Verlockungen zu hinterfragen, das sich für die Freunde und Familie einsetzt und lernt, dass das Leben manchmal auch aus Pflichten bestehen kann und diese Pflichten auch Teil eines Reifeprozesses der eigenen Persönlichkeit sind. Der Film versteht ist, diesen Reifeprozess glaubhaft zu vermitteln ohne dabei tief in die pädagogische Trickkiste zu greifen oder den moralisierenden Zeigefinger zu erheben. Die Botschaften des Films sind wie beim klassischen Märchen gewissermaßen in die Handlung integriert. Das ist auch der Grund für die Ernsthaftigkeit in der Darstellung von den gruseligeren Momenten, die schon für einige Gänsehauteffekte gut sind. Dadurch gelingt es dem Film auch, das Publikum sehr schnell auf die Seite Coralines zu ziehen, so dass alle mit ihr mitfiebern. Allerdings muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich mir nicht ganz sicher bin, ob die Altersfreigabe ab 6 so glücklich ist, denn für einige zartbesaitete Gemüter oder unerfahrene junge KinogängerInnen könnten diese Gruselmomente schon etwas heftig sein. Andererseits ist die Inszenierung sensibel und liebevoll genug, um die Aufregung in geregelten Bahnen verlaufen zu lassen.
### FAZIT ###
Auch wenn ich den Film für Kinder unter 8 Jahren allenfalls in Begleitung Erwachsener empfehlen kann, ist er – vor allem in der 3D-Version - auf jeden Fall sehenswert, denn er hebt sich sowohl optisch als auch in seiner Erzählform wohltuend vom üblichen Trickfilm-Einerlei ab und wenn man ohnehin eine leicht morbide Ader oder ein Faible für Tim Burton bzw Roald Dahl hat, dann sollte man ihn auf keinen Fall verpassen!
### ABSPANN ###
Trickfilm USA 2009, 101 Min., FSK 6
Regie: Henry Selick
Drehbuch: Henry Selick nach einer Geschichte von Neil Gaiman
Kamera: Pete Kozachik
Musik: Bruno Coulais
~ Coraline Jones – Dakota Fanning
~ Mel Jones (Mutter) – Teri Hatcher
~ Charlie Jones – (Vater) – John Hodgman
~ Wybie Lovat – Robert Bailey jr.
~ Miss Spink – Dawn French
~ Miss Forcible – Jennifer Saunders
~ Mr. Bobinsky – Ian McShane
~ Die Katze – Keith David
u.v.a.
47 Bewertungen, 16 Kommentare
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03.08.2010, 10:21 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ganz liebe grüße
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10.12.2009, 23:31 Uhr von SweetPiccolina
Bewertung: sehr hilfreichsuper geschrieben lg
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12.10.2009, 20:20 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollBesten Gruß
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16.09.2009, 11:00 Uhr von Michaela2015
Bewertung: sehr hilfreichwie immer ein guter bericht, komme erst jetzt dazu, meine Lesungen nachzuholen, Lg Michi
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13.09.2009, 22:56 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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26.08.2009, 13:15 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße .... Tina
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26.08.2009, 11:45 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, liebe Grüße
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26.08.2009, 00:13 Uhr von RuHe2310
Bewertung: besonders wertvollschön, dass Du für uns Kinderbücher liest - ein bw und vlg
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25.08.2009, 12:31 Uhr von Kleinnightwish
Bewertung: sehr hilfreichganz viele liebe grüße von der angi ;)
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25.08.2009, 12:28 Uhr von rainbow90
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Bericht. Liebe Grüße
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25.08.2009, 11:22 Uhr von willma1984
Bewertung: sehr hilfreichToller Bericht. LG willma1984 :)
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25.08.2009, 10:16 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht..Lg Sigi
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25.08.2009, 09:58 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH für deinen guten Bericht.LG Bernd
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25.08.2009, 09:28 Uhr von liebes35
Bewertung: sehr hilfreichGuter Bericht. LG Steffi
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25.08.2009, 01:45 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir einen guten wochenstart lg. petra
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25.08.2009, 00:42 Uhr von minasteini
Bewertung: sehr hilfreichSh und liebe Grüße.
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