Experiment Killing Room (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
"Bestes Glück."
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
==Experiment killing room==
dessen Titel ich mir nach meiner fast-regelmäßigen Lektüre der Filmzeitschrift „Deadline“ ins Hirn meißelte. Der Kostenpunkt lag bei 11,99 EUR, die ich schlicht und ergreifend einmal riskieren wollte. Sobald auf einer DVD „basierend auf einer wahren Begebenheit“ zu lesen ist, bin ich ohnehin schneller bei der Sache als bei fiktiven Geschichten.
Bezüglich der _story_ mag ich an dieser Stelle lediglich ausführen, dass Kerry (Clea Duvall), Tony (Shea Whigham), Crawford (Timothy Hutton) und Paul (Nick Cannon) im Gegenzug für 250 Dollar an einem Testprogramm seitens der Regierung teilnehmen wollen. Crawford nahm schon des öfteren an solchen Testreihen teil, belächelt die Skepsis der anderen, die sich minutenlang über Fragen Marke „Welchen Feiertag würden Sie abschaffen? Weihnachten, Ostern oder den Unabhängigkeitstag?“ den Kopf zerbrechen.
A
ls der Leiter des Forschungsteams,Dr. Phillips (Peter Stormare), dazustößt, offenbart sich der Charakter der Studie: im Grunde geht es um eine Art psychischen Belastbarkeitstest....
==Die Umsetzung==
bietet sich meiner Ansicht nach lediglich dann so außergewöhnlich spannend dar, wenn man als Zuschauer so wenig wie möglich von dem Inhalt weiß. Nicht, dass der Film sonstig langweilig sei ~ aber ich schätze, ich wäre meinem halben Herzinfarkt eindeutig weiter entfernt gewesen, wenn ich vorab um jedes weitere Detail gewusst hätte.
Noch interessanter als ohnehin schon gestaltet sich der 89min Film dadurch, dass es zeitgleich um die junge Emily Riley (Chloë Sevigny) geht, die sich um eine Stelle im Forscherteam beworben hatte und nun ihre Tauglichkeit unter Beweis stellen muss. Der Umstand, dass sie zuvor keine Kenntnis darüber hatte, welche Hintergründe ihre Tätigkeit bereithalten würden, wird ihr zudem mehr und mehr zum Verhängnis.
Nicht nur ihr, sondern jedem einzelnen Darsteller nimmt man seine Rolle absolut ab; selbst die eher geringfügigen Auftritte weiterer Forscher wirken überzeugend und sorgen für eine absolut spannende wie auch beklemmende Atmosphäre.
„Experiment killing room“ ist zweifellos einer der fesselndsten Filme, die ich in der letzten Zeit gesehen habe. Zwar mag man vereinzelt an psychologische Kleinigkeiten aus „Saw“ denken; stellt jedoch schnell fest, dass außer der großen Frage nach Ethik und Moral nicht viel Gemeinsamkeit zu finde ist. In diesem Zusammenhang sei kurz auf die FSK16 Angabe eingegangen ~ durchaus gerechtfertigt wie angebracht, meiner Ansicht nach, vorrangig im Hinblick auf den (z. T. Eben auch nervlichen) Anspruch, den „Experiment killing room“ an den Zuschauer stellt.
Zu der Aufmache „wahre Begebenheit“ muss ich allerdings einräumen, dass diese Angabe mal wieder „übertrieben“ ist und nicht viel mehr als vermehrt werbeträchtig anzusehen ist. '''Unabstreitbar zwar, dass es jene Forschungen in den 70er Jahren gegeben haben mag, doch den Umstand, dass nie schriftlich festgehalten wurde, dass „Projekt MK-Ultra“ eingestellt wurde, als Beweis dafür anzusehen, dass jenes nach wie vor durchgeführt wird... ist doch ein wenig gewagt, wenn man mich fragt.'''
Geht man zudem unerbittlich kritisch mit dem Film ins Gericht, so stolpert man somit über eine Aussage des Professors, wieso diese Tests noch durchgeführt werden können ~ überraschenderweise ist dies jedoch das einzige, was ich an dem Gesamtwerk auszusetzen haben _könnte_.
Begeistert hat mich vor allem der Ausgang des Filmes ~ eben weil er gar nicht erst versucht, die Frage zu beantworten, die ich mir während des Guckens stellte. Wie es beispielsweise in diversen Gruselfilmen Marke „The Fog“ oder „Cloverfield“ vorkam, wurde dortig keinerlei Erklärung für die Ereignisse konstruiert ~ genauso funktioniert schlussendlich „Experiment killing room“. Zwar geht es hier nicht um komische Kreaturen der außermenschlichen Gattung; dafür jedoch um abstruse Gedankengänge vereinzelter Personen menschlicher Gattung.
Damit wir uns nicht falsch verstehen ~ eine Begründung wie auch ein Hinweis, wie es nach der erfolgten „Stufe 1“ weitergeht, erfolgt, nicht jedoch die Darlegung dessen, wie genau jenes aussieht. Und genau das finde ich mehr als gut so; nicht nur, weil ich mir keine wirklich überzeugende „Stufe 2“ Machart vorstellen könnte, sondern eben vor allem deswegen, weil es beunruhigend wäre, dass somit eine Art „to do list“ gezeigt worden wäre... und ich mir nicht erneut die Frage stellen möchte, was für ein Mensch derjenige sein muss, der sich solche Dinge ausdenkt.
==Summa summarum==
empfehle ich „Experiment killing room“ ausnahmslos jedem, der bereit ist, sich mit Themen wie Manipulation, Willensbrechung, Willensbeeinflussung, (auf)Opferung, dementierten illegalen Projekten und dergleichen auseinanderzusetzen und womöglich bereits Gefallen an dem deutschen Film „Das Experiment“ finden konnte.
''Die DVD selbst''' besticht vorrangig durch die Gestaltung; nicht oft schaue ich mir einen Pappschuber derartig intensiv an, wie es hier der Fall ist. Wer genauer hinsieht, entdeckt in dem vermeintlichen Buchstabensalat mehrere Schlagwörter; die quasi einen weiteren Hinweis auf das filmische Geschehen darbieten. '''Extras''' gibt es hier '''keine'''; mit Ausnahme von ein paar trailern, die direkt nach dem Einlegen der DVD starten, muss sich der Zuschauer mit dem eigentlichen Produkt begnügen. Obschon ich persönlich mir seltenst diese Sonderausstattungen anschaue, so finde ich jenes Fehlen hier doch ein wenig bedauerlich ~ interessant wären vor allem weitere backgroundinfos zu dem verfilmten Projekt gewesen. Andererseits ist dies beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, eben weil wie gesagt jener Wahrheitsgehalt inzwischen vehement abgestritten wird.
Wie dem aber auch sei ~ „Experiment killing room“ beschäftigt mich gedanklich nach wie vor, obschon ich im Anschluss daran bereits zwei weitere Filme sah, die nicht minder bewegend-verstörend waren. Doch im Gegenzug zu „Die Stadt der Blinden“ geht man hier nicht mit einem einfachen „puh, harter Tobak“ Gefühl davon,welches sich nach 24Std. bereits wieder verflüchtigt hat.
Ganz im Gegenteil: mir ist, je mehr Zeit vergeht, desto vehementer machen sich diverse Details im Filmgeschehen erneut bemerkbar ~ somit ist klar, dass ich mir jenes Meisterwerk in naher Zukunft zum wiederholten Male anschauen werde, selbst wenn einige Überraschungsmomente für mich somit logischerweise bereits verpufft sind.
Doch an Faszination wird der Film garantiert nichts einbüßen... „Experiment killing room“ gehört einfach in die Reihe der Werke, die ich mit beinahe-Sicherheit bei jeder TV-Übertragung wieder und wieder anschauen würde.
31 Bewertungen, 8 Kommentare
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13.05.2010, 12:52 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichsehr gut geschrieben
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07.05.2010, 22:09 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER ;)
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07.05.2010, 20:20 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir ein schönes wochenende. lg. petra
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07.05.2010, 19:25 Uhr von Powerdiddl
Bewertung: sehr hilfreichlg Heidi
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07.05.2010, 18:40 Uhr von laeuft
Bewertung: sehr hilfreichToll berichtet, LG Franz
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07.05.2010, 16:33 Uhr von Polarlicht1960
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße , aber auch meine Berichten würden sich mal über eine Lesung freuen ;-)
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07.05.2010, 16:18 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichSchön berichtet...Lg Sigi
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07.05.2010, 16:14 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichIch musste abschalten, bzw. mein Freund tat dies... vielleicht schau ich ihn mir irgendwann mal an. Allerbesten Gruß
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