Ich war Kind C (Taschenbuch) / Christopher Spry Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

in der hand einer sadistischen pflegemutter

Pro:

siehe bericht

Kontra:

siehe bericht

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

Die Originalausgabe dieses Buches erschien unter dem Titel: Child C im Simon & Schuster Verlag, London, United Kingdom. Die deutsche Erstausgabe erschien im RM Buch und Medien Vertrieb 2009, die englischsprachige Ausgabe 2008. Vermittelt hat das Buch durch die Literarische Agentur Thomas Schluck GmbH. Buchnummer: 946186, 382 Seiten, Preis: 2,50 € auf dem Flohmarkt. Untertitel des Buches: Ein hilfloser Junge in der Gewalt einer sadistischen Pflegemutter. Aus dem Englischen übersetzt von Susanne Greiner. Es handelt sich um eine Hardcoverausgabe.

Buchumschlag:

Auf dem hellbeigen Buchumschlag ist das Gesicht eines Jungen zu sehen.

Autor:

Christopher Spry wurde als Kind misshandelt und schreibt seine Autobiografie.

Klappentext:

Aufgewachsen bei einer sadistischen Pflegemutter. Eine wahre Geschichte - so erschütternd wie Dave Pelzer "Sie nannten mich "Es."
Mit dem Gesicht zur Wand stand ich da und kniff die Augen zusammen. Ich hörte das teuflische Sirren des Rohrstocks und wusste, was nun kommen würde. Ich stand in dem düsteren Wohnzimmer und empfing meine Strafe. Ein Fensterladen war offen. Der Boden war mit Müll übersät: Plastitüten voller Kleider, die auf den Teppich quollen, vergilbte Schachteln mit nicht mehr gebrauchtem Spielzeug, alte Decken, ausrangierte Küchengeräte, die nur noch für den Müll taugten...
"Wer sein Kind nicht schlägt, der liebt es nicht!" schrie Eunice. "Wer sein Kind liebt, der bestraft es beizeiten."
Sie sagte, sie müsse den Teufel in mir austreiben, um mich für die Apokalypse vorzubereiten, und zitierte Bibelstellen. Eunice war meine Mutter, und ich nannte sie bis zur Gerichtsverhandlung auch so: Mutter.

Buchinnenteil:

Ich kann unterschiedliche Spülmittelmarken allein am Geschmack voneinander unterscheiden. Ich habe beim Gehen chronische Schmerzen, weil sie eines meiner Knie mit einem Kricketschläger zertrümmert hat. Ich finde nicht leicht Freunde und habe immer noch Schlafstörungen. Ich kann niemals eigene Kinder haben.

Inhalt in eigenen Worten:

Die Geschichte spielt in Gloucester im Jahre 1992. Christophers Mutter wird krank, als er gerade mal 4 Jahre alt ist. Er und sein Bruder - er heißt Bradley - kommen zu Eunice, ihrer neuen Pflegemutter. Sie gehört denZeugen Jehovas an. Außer drei Pflegekindern hat sie außerdem noch zwei Töchter. Das sind ihre leiblichen Kinder. Eunice sammelt alles, nichts wirft sie weg. So sehen dann auch ihre Wohnungen aus. Die Kinder gehen nicht zur Schule, sondern Eunice erteilt ihnen Unterricht und sie dürfen auch nicht zu Freunden gehen. Alles verbietet die neue Mutter. Die Erziehung Christophers, um den es hier in der Hauptsache geht, muss nachts putzen, ihm drohen schreckliche Strafen, wenn er nicht ausführt, was seine Mutter ihm aufträgt. Christopher kommt keine Nacht früh genug und auch nicht kindgerecht zu Bett. Nie ist er ausgeschlafen. Die neue Mutter verweigert die Mahlzeiten, hören die Kinder nicht, Eunice sperrt sie nackt im Keller ein, schlägt auf die Zöglinge ein. Christopher muss Spülmittel trinken. Da Christopher seelisch unter diesen Qualen leidet, flüchtet er in eine für sich erschaffene Welt der Fantasie.

Leseprobe:

Prolog

"Erspar dem Knaben die Züchtigung nicht!" schrie Mutter, indem sie eine Bibelstelle zitierte. "Wenn du ihn schlägst mit dem Stock, wird er nicht steben."
...
Der Rohrstock brannte sich in meinen Rücken. Wieder brüllte ich vor Schmerzen, schrie: "Nein, bitte nicht!", und versuchte, mich wegzudrehen. Ich spürte, wie sie nach mir griff und mich gegen die Wand drückte. Noch ein Schlag auf meinen Rücken und noch einer. Ich presste meine Hände gegen die Wand und knallte die Fingernägel in die Tapete. Sirr, sirr.

Schreibstil:

erschütternd, Gänsehaut erzeugend, abschreckend, abstoßend, Mitleid erregend, macht wütend

Meinung:

Das Buch beginnt mit einer Widmung des Verfassers an seine Eltern.
Erschreckend allein ist schon die Einleitung mit dem Titel "Über dieses Buch". Hier heißt es an einer Stelle:
All diese grausamen Vorfälle ereigneten sich nicht in einem Kriegsgebiet und auch nicht in einer längst vergangenen Zeit, in der die Menschen es nicht anders kannten.
Darauf folgen der Prolog, 57 Kapitel und der Epilog.

Allein der Klappentext ist fesselnd und aufregend, spannend dargestellt. Das alleine reichte mir schon, das Buch auf dem Flohmarkt zu kaufen. Als Christopher Spry dieses Buch veröffentlichte, war er 20 Jahre alt. Das ist im Buch zu lesen.
Die neue Pflegemutter des Schriftstellers ist eine Anhängerin der Zeugen Jehovas, die meines Wissens nach eine Sekte ist. Sie lehnen den Krieg ab, da Waffen erheben und schießen Mord ist. Sie feiern keinen Geburtstag, da man sich selbst verehrt, feiern nicht das Weihnachtsfest, denn es fällt nicht auf das Datum, an dem wir es feiern. Die Kinder dürfen nicht an Schulausflügen teilnehmen und nicht an Theateraufführungen der Klasse usw. Sie müssen stattdessen den Wachtturm verteilen und sehen die anderen Christen außerhalb ihrer Überzeugung, ihrer Religion als Teufel an.
Das war auch der Grund der Mutter Eunice, ihre Kinder dermaßen zu züchtigen, dass sie nur noch in Angst, Qual und Pein gelebt haben.
Fesselnd und spannend, jedoch unmenschlich in den einfachen, fast kindlichen und naiven Schilderungen, zieht das Erzählte in den Bann, erzeugt ganz automatisch Gänsehaut, ruft Schrecken empor, Ekel breitet sich im Leser aus, wenn man liest, dass der Junge Spülmittel trinken musste, bis zur Schamesgrenze aushalten musste, was seine Mutter ihm befahl.
Die leiblichen Töchter der Frau halfen ihr, die Kinder zu misshandeln. Mit allen Dingen überfordert oder aber auch zu faul, übertrug sie alle Arbeiten an die Kinder, die Schutzbefohlenen.
Kinder müssen geschützt und nicht den Schlägen und anderen Qualen mehr ausgestzt werden.
Es ist haarsträubend, was es in diesem Buch zu lesen gibt.
Brutal ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, schildert der junge Mann aus seiner schrecklichen Vergangenheit.
Was da alles ans Tageslicht kommt, geht unter die Huat und lebt im Leser noch lange fort, arbeitet in ihm.
Am liebsten würde man den jungen Mann in den Arm nehmen und sagen: Ich hab dich lieb.
Absolut empfehlenswert, weil es unter die Haut geht.

34 Bewertungen, 8 Kommentare

  • uhlig_simone@t-online.de

    26.09.2011, 11:53 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe grüße v. simone

  • mima007

    26.09.2011, 11:52 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima17

  • sigrid9979

    26.09.2011, 09:54 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Monntag Lg Sigi...

  • MelE

    26.09.2011, 08:55 Uhr von MelE
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich war auch sehr betroffen von dem Buch und fühle mich außerstande darüber zu berichten, denn was sollte ich schreiben? Wenn ich daran denke, daß die armen Kinder auf die Fußsohlen geschlagen wurde, wird mir ganz anders!

  • Miraculix1967

    26.09.2011, 00:36 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Sonntagabend, gute Nacht und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • morla

    25.09.2011, 22:39 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • tina08

    25.09.2011, 22:31 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • katjafranke

    25.09.2011, 22:17 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße von der KATJA