Markus Kaffee Westminster Earl Grey Tea Testbericht

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ab 11,02
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Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  durchschnittlich
  • Geruch:  durchschnittlich
  • Zubereitung:  durchschnittlich
  • Wirkung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von topfmops

Aus Schaden wird man klug??

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  • Geschmack:  sehr schlecht
  • Geruch:  sehr schlecht
  • Zubereitung:  sehr schwierig
  • Kaufanreiz:  Preis

Pro:

Nicht zu erkennen oder zu erschmecken

Kontra:

Hier steht nur eine begrenzte Zahl von Zeichen zur Verfügung

Empfehlung:

Nein

Um die Überschrift wieder aufzunehmen oder die Frage zu beantworten:
Ich doch nicht.
Ich könnte mich in denselbigen beißen, wenn ich denn gelenkig genug wäre.
Wieder reingefallen, wieder gegen die Prinzipien gehandelt, wieder auf ein Angebot der Werbe-Fuzzies reingefallen.

Ich zähle wahrhaftig nicht zu den Schnäppchenjägern, denn ich weiß wie verführerisch diese Verkäufer ihre Angebote verpacken.
In einen Supermarkt, besonders bei einem Discounter, gehe ich nur mit vorbereiteter Liste der Dinge, die ich wirklich kaufen möchte, weil ich eben nicht auf deren Tricks und Schlichen hereinfallen will.
Eigentlich gibt es keine schlimmere Situation als die, in der sich zwei erfahrene Verkäufer – Betonung liegt auf der ersten Silbe – gegenüber sitzen, der eine kennt die Methoden des anderen.

Ich rede nicht vom sogenannten ‚Fachverkäufer’, der immer wieder gesucht wird, denn der handelt ganz anders.
Wer schon mal in einem Laden etwas kaufen wollte und das zusätzliche Glück hatte, dem ‚Fachverkäufer’ leibhaftig zu begegnen, der wird feststellen, dass der grundsätzlich hinter einem Tresen, einer Vitrine oder einem ähnlichen Ding steht.
Also Deckung hat.
Du kommst an den Burschen nicht heran.
Du äußerst deinen Wunsch, der ‚Fachverkäufer’ nickt verständnisvoll, bückt sich, zieht aus seinem Gerät ein Fach auf und verkauft daraus.
Er ist also ein ‚Fachverkäufer’!!
Das hat mit Verkauf, so wie ich es verstehe, nichts zu tun.
Der wahre Verkäufer dient dir etwas an, wovon du vor fünf Minuten gar nicht wusstest, dass es das überhaupt gibt.

Und ich weiß, wovon ich rede.
Schließlich hat mein erster Chef schon 1971 behauptet, dass ich zwar ein guter Mathematiker sei, aber ein noch viel besserer Verkäufer, und seitdem habe ich – bis auf ganz wenige Ausnahmen – meinen Lebensunterhalt mit Verkauf bestritten. Scheint eine natürliche Begabung zu sein.
Und wer schon Millionenaufträge hereingeholt hat oder wer bei 35°C im Schatten in Spanien und in Tunesien Wollbetten verkauft hat – wo wir fast 10 Jahre gelebt und manchmal auch gearbeitet haben -, der fürchtet sich vor nichts mehr, außer vor einem anderen Verkäufer.
Apropos 35°C:
Wenn Touristen mit der Bemerkung „Boaaah eyyyyh, 35°C im Schatten!“ über die südliche Hitze klagten, kam ganz und sehr bestimmt immer die Replik:
„Du bist doch doof!! Was läufst Du auch im Schatten rum!“

Nur: Wissen und Fähigkeiten schützen nicht vor Fehlkäufen, und über einen möchte ich berichten, dass da ‚richten’ drin ist, kommt strafverschärfend hinzu.
Bei einem der Besuche im örtlichen Aldi-Nord sah ich ganz am Anfang einen Warenkorb mit der marktschreierischen Behauptung „Nicht immer in unserem Sortiment!!“
Nun bin ich eigentlich mit Aldi sehr zufrieden, sowohl bei den Preisen als auch mit der Qualität. Unter anderem wurde angeboten

EARL GREY TEA

von Westminster mit dem Zusatz „Schwarzer Tee, aromatisiert“
Die Tapferen unter meinen Lesern wissen um meine – ich drücke es mal vorsichtig aus – Abneigung gegen Lebensmittel mit dem Zusatzstoff ‚Aroma’.
Das ist jedoch in diesem Fall etwas grundsätzlich anderes, denn ich weiß wie der besondere Geruch und Geschmack an oder in Tee von der Sorte ‚Earl Grey’ kommt.
Und damit wir alle von derselben Sache sprechen, nehme ich mal wieder ungeniert die Hilfe meines Leib- und Magenhelferleins ‚wikipedia’ in Anspruch:

„Earl Grey ist eine Teemischung, die ursprünglich aus ausschließlich chinesischen Teesorten bestand und mit dem feinen, duftig-bitteren Öl der Bergamotte leicht aromatisiert wurde.
Der Tee wurde nach Charles Grey, 2. Earl Grey (1764–1845) benannt.
Dieser hob 1833 als britischer Premierminister das Preismonopol der East India Company im Teehandel mit China auf. Jedoch ist der Tee Earl Grey nicht die Erfindung dieses Earl Grey.
Eine Legende besagt, dass bei einem Sturm auf der Überfahrt die Ladung stark durcheinander geschleudert wurde und sich Bergamotteöl auf die Teeballen ergoss. Lord Grey ließ sich bei der Ankunft des Schiffes in London die Schäden zeigen und beschloss, zuerst den Tee zu probieren und dann zu entscheiden, ob die Ladung vernichtet werden müsse.
Der Tee kam bei Freunden und Bekannten jedoch so gut an, dass der Earl beschloss, den „aromatisierten“ Tee in den Handel zu bringen.
Der zusätzliche Duft, der bereits von den Chinesen zugesetzt worden sein soll, schützte, ähnlich wie das Raucharoma, auf der langen Überfahrt von Übersee nach England den tief im Schiffsrumpf-Laderaum lagernden Tee vor Moder-, Fisch- und Teergeschmack.“

Veganer können an dieser Stelle schon mal aufhören zu heulen, denn
„Als Bergamotte (botanisch korrekt Citrus × limon, Syn. Citrus bergamia) bezeichnet man eine Gruppe von Sorten aus der Gattung der Zitruspflanzen (Citrus), die als Hybride aus Zitronatzitrone (Citrus medica) und Bitterorange (Citrus × aurantium) entstanden sind. Die Frucht wird nicht als Obst verwendet, sondern hauptsächlich wegen der enthaltenen Duftstoffe angebaut.“
Ende der Zitate.

Es handelt sich also um eine Pflanze, und nicht zu Öl vermahlenen Motten, wobei ich Veganer noch einmal vor dem Genuss von ‚Campari’ warnen möchte, denn der hat tierische Zusatzstoffe.
„Lange wurde dazu der aus Läusen gewonnene natürliche Lebensmittelfarbstoff Karmin (E 120) verwendet“
Auch ein Zitat aus ‚wikipedia’.

„Westminster“ ist in diesem Fall eine Handelsmarke von Aldi und gehört zur Markus GmbH, die auch den Kaffee für Aldi herstellt, mit dem wir überaus zufrieden sind.
Also war ich eigentlich auf der sicheren Seite, besonders bei einem Preis von € 1,99 für 200g. Kostet dieser Tee z.B. bei ‚Teegschwendner’, wo ich eigentlich Tee kaufe, siehe auch http://www.yopi.de/rev/228592.
Und da kostet ‚Earl Grey’ ein Vielfaches.

Auch ist es eine ziemlich ansehnliche Verpackung mit allen Informationen, die der bewusste Verbraucher haben möchte.
Ich entblöde mich jetzt nicht, die „Durchschnittliche Nährwerte“ von der Verpackung abzuschreiben.
Wer in der Lage ist, diesen Bericht zu lesen, der wird auch von der Verpackung ablesen können.

Allerdings werden auch wieder die „5 goldenen Tee-Regeln“ für die Zubereitung von „Tee“ aufgezählt, die meistens dafür verantwortlich sind, dass Deutsche eigentlich nur ungenießbaren Tee aufbereiten:
1. Teekanne gut vorwärmen. Lasse ich so gelten.
2. Für jede Tasse einen Teelöffel Tee nehmen. Das ist für den Genießer absoluter Unsinn, denn dieses Gebräu gibt einen dermaßenen Sud, der nur noch Briten zugemutet werden kann, und die verdünnen ihren Teesud mit heißem Wasser oder heißer Milch, trinken diese Zumutung jedenfalls nicht pur.
3. Frisches Wasser zum Kochen bringen und aufgießen. Kann auch in dieser Absolutheit nicht gelten, denn einige Tees vertragen beim Zubereiten keine 100°C.
4. Den Tee 3 – 5 Minuten ziehen lassen, umrühren und abgießen. Kann in dieser Allgemeingültigkeit auch nicht stehen bleiben, denn einige Teesorten werden schon nach einer Minute bitter.
5. So zubereitet, wird es ein wirklich guter Tee.
In diesem Anspruch mag das vielleicht für einige „Früchte-Tees“ gelten, aber niemals für einen ‚Earl Grey’ und für einen ‚Oolong’ schon mal grad gar nicht. Auch bilde ich mir ein, zu wissen, wovon ich rede, habe ich doch einige Jahre meines Lebens in England, Nordafrika und dem Vorderen Orient verbracht. Und da bekommt man an jeder Ecke und bei jeder Gelegenheit Tee serviert.
Ich bedaure immer noch, dass der Ausdruck „Tee“ in Deutschland keinen Schutz als Gebrauchsmuster hat und jedes Gebräu als „Tee“ bezeichnet werden darf.

Vollends durchgefallen ist dieser Tee jeder bei der Geschmacksprobe:
Er schmeckt nach nichts!!
Noch einmal und diesmal buchstabiert zum Mitschreiben:
N-I-C-H-T-S!!
Es ist unglaublich, dass dieses Erzeugnis so und nicht anders schmeckt.
Diese Tee-Variante erfüllt den Straftatbestand der Warenunterschiebung, der schmeckt nach allem oder – wie schon gesagt - nach N-I-C-H-T-S und auf gar keinen Fall nach dem typischen und sofort wiederzuerkennenden ‚Earl Grey’.
Er reiht sich ein in die Frechheiten wie ein angeblicher ‚Earl Grey von Tomurcuk, eine türkische Aberration, siehe auch

http://www.yopi.de/rev/231010

über die ich schon vor über drei Jahren berichtet habe.

Es ist unglaublich, dass ein menschliches Gedächtnis, insbesondere mein eigenes, ein solches Kurzzeitgedächtnis ist, dass schon nach so kurzer Zeit vergessen ist, dass ich schon mal reingefallen bin.
Vor diesem „Tee“ möchte ich Euch warnen, den einen Stern will ich auch wiederhaben und auf einer nach unten unbegrenzten Skala dürfte „Westminster Earl Grey“ bestenfalls ein ‚minus unendlich’ erreichen.

Und auch diesmal weise ich darauf hin, dass dieser Artikel auch auf anderen Plattformen, auch unter dem Namen des mir ehelich anvertrauten Weibs – cunda - erscheinen wird. Ebenfalls – auszugsweise und umformuliert - in etlichen Tageszeitungen,.
Anderslautende Meinungen werden – wie üblich – respektiert, jedoch weitgehend ignoriert.

topfmops bedankt sich fürs Lesen und Bewerten, freut sich auf viele, lesenswerte Kommentare und hofft, Euch eine kleine Anregung gegeben zu haben.

49 Bewertungen, 15 Kommentare

  • Arne Gerlach

    06.03.2013, 07:58 Uhr von Arne Gerlach
    Bewertung: weniger hilfreich

    95% Selbstdarstellung, 5% Teerezension. Vielen Dank, aber völlig überflüssig! Bei Verrissen von günstigen Produkten (1,99€ für 250g) teure Produkte als Vergleich zu nehmen, führt solche Rezensionen ad absurbum. Klar schmeckt meist ein teurer Tee besser, ein Porsche bietet auch mehr Fahrvergnügen als ein Golf. Um bei diesem Vergleich zu bleiben: der Westminster Earl Grey ist der GTI unter den Golfs.

  • raZuuL

    03.02.2010, 15:39 Uhr von raZuuL
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super mach weiter so! MFG

  • Volker111

    27.01.2010, 13:39 Uhr von Volker111
    Bewertung: besonders wertvoll

    Tja, dieselben Fehler begehe ich selten, doch dafür immer wieder neue ;-)

  • schmusenase

    27.01.2010, 12:57 Uhr von schmusenase
    Bewertung: besonders wertvoll

    Was zankst Du nur immer die Veganer :)))

  • mima007

    25.01.2010, 10:43 Uhr von mima007
    Bewertung: besonders wertvoll

    Viele Gruesse, mima007

  • Ibizagirl1977

    25.01.2010, 09:00 Uhr von Ibizagirl1977
    Bewertung: sehr hilfreich

    wie immer sehr hilfreich Lg Ibiza

  • forlornsailor

    25.01.2010, 08:44 Uhr von forlornsailor
    Bewertung: besonders wertvoll

    Kann ich absolut so unterschreiben, es gibt bei Tee wirklich unglaubliche Qualitätsunterschiede. Bin auch dafür, die Bezeichnung Tee sollte im Zusammenhang mit echtem Tee benutzt werden dürfen und nicht für sog. "Früchtetees" und Konsorten.

  • Manuela2205

    25.01.2010, 08:23 Uhr von Manuela2205
    Bewertung: besonders wertvoll

    Womit ich wieder in meiner Meinung bestätigt bin, wo man ordentlichen Tee zu kaufen hat

  • darras76

    25.01.2010, 01:14 Uhr von darras76
    Bewertung: besonders wertvoll

    Tja, ab einem gewissen Alter muss man mit solchen Gedächtnislücken rechnen *davonrenn*

  • bigmama

    24.01.2010, 22:32 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett

  • Clarinetta2

    24.01.2010, 18:09 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse geschrieben...

  • Maria90

    24.01.2010, 17:34 Uhr von Maria90
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr hilfreich. gut beschrieben. lg

  • laeuft

    24.01.2010, 15:44 Uhr von laeuft
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super berichtet, LG Franz

  • liebes35

    24.01.2010, 15:38 Uhr von liebes35
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut beschrieben. LG Steffi

  • Mondlicht1957

    24.01.2010, 15:33 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse