Sie haben mich verkauft Testbericht

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Erfahrungsbericht von margy

menschenhandel

Pro:

fesselnd, atemberaubend

Kontra:

--

Empfehlung:

Ja

Zum Buch:

# Taschenbuch: 350 Seiten
# Verlag: BasteiLübbe; Auflage: 1. (August 2009)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3404616545
# ISBN-13: 978-3404616541
# Originaltitel: Mummy, come home
Preis: 7,95 €
Übersetzerin: Isabell Lorenz

Zur Autorin:

Oxana Kalemi wurde in der Ukraine geboren und hat drei Kinder, die noch heute dort leben. Sie wurde von Menschenhändlern entführt und mehrfach quer durch Europa weiter - verkauft, bis sie schließlich nach England kam und es ihr gelang, sich zu befreien.
Heute kämpft sie vor Gericht um die Aufenthaltsgenehmigung für ihre Kinder in England.
Oxana schreibt in diesem Buch ihre wahre Geschichte nieder, die ich euch hier andeutungsweise etwas herüberbringen möchte.

Klappentext:

Es sollte ein Job für drei Monate sein, als Kellnerin in einem Club in Rumänien. Sie braucht das Geld für die Zukunft ihrer drei kleinen Kinder. Doch was sie dort in Wirklichkeit erwartet, ist ein wahrer Albtraum, kaum vorstellbar im 21. Jahrhundert: Der Club ist ein Bordell, ihre neuen Arbeitgeber entpuppen sich als europaweit agierende Menschenhändler. Eine schreckliche Zeit voller Angst und Gewalt beginnt, Oxana wird immer wieder verkauft, nach Italien, Deutschland, England verschleppt. Doch ihr gelingt das Unglaubliche, sie gibt niemals die Hoffnung auf und schafft es sich zu befreien. Ein erschütternder Bericht über die dunkelste Seite unserer Gegenwart.

Textausschnitt:

Nachdem mein Bruder fort war, kam ich mir beinahe unsichtbar vor. Ich war ein braves Mädchen und machte meinen Eltern nie Kummer, aber ich war auch sehr empfindsam. Jeden Tag schrieb ich in mein Tagebuch, was für böse Sachen meine Eltern und meine Lehrer zu mir gesagt hatten, und es machte mich traurig, dass niemand mich mochte, weil ich die Schlaue in der Klasse war. Und es wurde alles noch schlimmer, als Vitalik ins Gefängnis kam.

Schreibstil:

packend, fesselnd, erschreckend, erschütternd, entsetzlich, authentisch, lehrreich, mitreißend und berührend

Meinung:

Sofort konnte ich mich in die Lage des Mädchens versetzen und litt mit ihr. Oxana wird in der Ukraine geboren. Die Mutter ist eine Alkoholikerin und wird von ihrem Ehemann geschlagen. Der Vater verliert seine Arbeit und damit verschlimmert sich die Situation zusehends. Mutter und Vater trennen sich. Oxana wächst mit ihrem 6 Jahre älteren Bruder auf. In der Schule, von den seelischen Belastungen des Elternhauses gezeichnet, wird Oxana von den Mitschülern gemieden, gehänselt, schreibt schlechte Noten. Ihr Bruder landet im Gefängnis. Mit 14 Jahren erlebte sie ihre erste Vergewaltigung. Oxana verliebt sich in Sergej, der sich jedoch im Laufe der Zeit als brutaler Partner entpuppt. Er nimmt Drogen und geht in den Knast. Mit 16 Jahren heiratet sie und bekommt 3 Kinder. Dauernd sind diese krank und als Mutter kann sie ihre Kinder, nicht allein auf sich gestellt, versorgen, so wie es sein müsste. Auf diese Weise gerät die junge Frau an Menschenhändler, die ihr das Blaue vom Himmel versprechen. Mit der Aussicht auf eine bessere Zukunft lässt sie sich auf die Versprechungen und den Auftrag ein. Sie kommt in ein Bordell in Rumänien, in dem sie als Prostituierte arbeiten muss. Von ihrem Zuhälter, an den sie verkauft wurde, wird sie dann geschlagen und bedroht, muss Angst um das Leben ihrer Kinder haben. Mit der Aussicht, nur 3 Monate von ihren Kindern getrennt zu leben und für sie das nötige Geld zu verdienen, ließ sie sich auf den Handel ein. Aus Verzweiflung über ihre Notlage, aus der sie nicht herausfindet, greift auch sie zum Alkohol wie zuvor ihre Mutter.

Die Darstellung der Autorin über ihre Eindrücke des hinter ihr liegenden Lebens fesselten mich von Beginn an. An verschiedenen Stellen weinte ich, vor allen Dingen dort, wo sie darüber berichtet, wie schmutzig sie sich nach den Vergewaltigungen vorkam und einen Waschzwang entwickelte und sie sich vor ihrem Körper ekelte. Die schrecklichen Qualen ihres Sklavenlebens lässt sie Revue passieren und uns als Leser daran teilhaben. Geprägt von ihrem Elternhaus durchlebte sie all die schrecklichen Ereignisse, die ihre Mutter mit ihrem Mann durchmachte und weitaus mehr. Ihr Leben war geprägt von Angst. Angst um sich selbst, den Leuten zu verfallen, Angst um ihr Leben und um das ihrer Kinder. Oft wollte sie am liebsten nur noch sterben, doch die Gedanken an ihre Kinder hielten sie vor einem Selbstmord zurück. Es bleibt mir unbegreiflich und unvorstellbar, dass es selbst in Europa noch diesen Sklavenhandel gibt. Aus dem Buch "Sklavin" jedoch weiß ich, dass nicht nur Rumänien, sondern auch in England solch ein Sklavenhandel besteht, jedoch in einer anderen Weise. Die Polizei und unsere Staatsgewalt im allgemeinen ist hier doch aufgerufen, die Augen zu öffnen und genauer in jeden Winkel zu schauen, um solche Schandtaten zu verhindern und die Drahtzieher solcher Machenschaften hinter Gitter zu bringen. Wie kann man Menschen nur so großes Leid zufügen, weil sie in verzweifelter Not sind? Liebe deinen Nächsten wie dich selbst? Ist hier in diesem Fall etwa Nächstenliebe im Spiel? Es sind dreiste Machenschaften, um durch Handel mit Menschen an Geld zu kommen und sich die Taschen zu füllen. Wo aber bleibt die Menschlichkeit, das Mitgefühl mit den Notleidenden? Haben wir denn alle vergessen, dass wir nur Gutes ernten, wenn wir Gutes tun? Der Teufel reagiert überall in dieser Welt, auch bei uns im Christentum. Es wird Zeit, dass solchen Geschäftemachern und Gewalttätigen das Handwerk gelegt wird, die Bordells ausgerottet, dass Frauen auf der gesamten Welt viel mehr Respekt und Anerkennung gezollt wird. Oder werden sie nur danach beurteilt oder sogar verurteilt, wieviel Geld sie verdienen, wie sie sich opfern für Mann und Kinder? Wonach werden die Werte der Frau überhaupt gemessen? Je höher die Anstellung und der Beruf und das Gelernte, desto höher das Ansehen? Je voller das Portemonnaie und der Verdienst, desto höher der Wert? Wie bescheuert ist das eigentlich? Welchen IQ haben solche Verbrecher? Sie sind in meinen Augen unterste Schublade und das unterste Niveau. Die Rechnung werden sie eines Tages vor den Augen unseres Gottes tragen müssen. Was wollen sie dann antworten? Die Hölle ist ihnen unter Garantie und hundertprozentig gewiss.
Meist ist es so, dass das, was die Eltern erleben, auch mit ihren Kindern geschieht. Die Heranwachsenden haben nur ihre Eltern als Vorbild und werden sie in die Tretmühle der Gewalt hineingeboren, kommen sie ohne professionelle Hilfe da nicht mehr heraus. Der Vater, ein Alkoholiker schlägt die Mutter, schlägt die Kinder.
Für die Kinder ist das ein normaler Alltag, denn sie wachsen mit Prügel auf. Es fällt ihnen nicht auf, das etwas nicht stimmt, schalten die Polizei, das Jugendamt nicht ein und unterstützen damit unbewusst die Kriminalität.
Sie müssen lernen, Grenzen zu setzen, sie müssen lernen, sich durchzusetzen und es gar nicht so weit kommen lassen, das ihnen Gewalt angetan wird.
Hätte die junge Frau sich einem Arzt oder einem Priester anvertraut, hätte sie Hilfe bekommen. Auch Frauenhäuser sind eine Möglichkeit, Schutz zu finden, gerade für geschlagene und misshandelte Frauen.
Ich finde es hervorragend, dass solche Frauen auf sich aufmerksam machen, indem sie Bücher schreiben. Auf der einen Seite verarbeiten sie die erlebten Dinge in Schriftform, auf der anderen Seite suchen sie nach Hilfe, schlagen Alarm.
Wir Bürger als Nachbarn müssen auf solche Fälle in unserer Umgebung achten und wenn uns etwas Außergewöhnliches auffällt, sofort die Polizei alarmieren. Diesen Frauen muss geholfen werden.

36 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Polarlicht1960

    15.06.2010, 17:25 Uhr von Polarlicht1960
    Bewertung: sehr hilfreich

    VIELE LIEBE GRÜSSE BEKOMMST DU VON LARISSA.

  • Baby1

    13.06.2010, 00:49 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lieben Gruß Anita

  • alicia_

    12.06.2010, 13:43 Uhr von alicia_
    Bewertung: besonders wertvoll

    gut geschrieben, würde mich über Gegenleistungen sehr freuen, LG aus Köln

  • Maria90

    11.06.2010, 21:35 Uhr von Maria90
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh. toller bericht. freue mich immer über ein paar gegenlesungen.

  • Lale

    11.06.2010, 20:53 Uhr von Lale
    Bewertung: besonders wertvoll

    gerne gelesener Bericht... Allerbesten Gruß

  • Sonja_483

    11.06.2010, 20:27 Uhr von Sonja_483
    Bewertung: sehr hilfreich

    klasse bericht ; ) würde mich auch über eine lesung freuen lg

  • Ringer93

    11.06.2010, 19:28 Uhr von Ringer93
    Bewertung: sehr hilfreich

    Suche ständig leute zum gegenlesen

  • morla

    11.06.2010, 19:19 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir ein schönes wochenende lg. petra

  • mrasen

    11.06.2010, 19:15 Uhr von mrasen
    Bewertung: sehr hilfreich

    Lust auf eine Leserunde dann meldet euch bei mir :)