Erfahrungsbericht von trampastheo
Hoffnungslos infiziert
Pro:
Gute Horroratmosphäre, originelle Handlung, Darsteller, Spannung (nach Mitte des Films), actionreich, Making Of
Kontra:
Logikfehler, richtige Spannung kommt erst nach Mitte des Films auf, Nichtssagendes alternatives Ende auf der DVD
Empfehlung:
Ja
Mit großer Erwartung hielt ich die DVD zum Film 28 Days Later in meinen Händen. Die sehr positiven Kritiken und die Meinungen meiner Freunde über diesen Horrorfilm aus dem Jahre 2002, ließen mich durchaus hoffen, dass 28 Days Later vielleicht sogar an Spannung und Grauen mehr anzubieten haben würde, als mein Favorit der letzten Jahre in diesem Genre Wrong Turn. Danny Boyle, bis zu diesem Zeitpunkt für mich bekannt nur aus The Beach, hat die Regie für diesen Film, der übrigens erst ab 18 Jahren freigegeben ist, übernommen.
Handlung
Bei einem Überfall in einem britischen Labor, wird von den Eindringlingen ein Schimpanse freigelassen, dessen Verhalten jedoch auf Aggression trainiert worden war. Er beißt ein weibliches Mitglied der Einbrecher, dass sich Sekunden nach dem Biss in eine Bestie verwandelt. Das war der Tag 1 im Film. 28 Tage später wacht Jim (gespielt von Cillian Murphy) von seinem Komma auf. Er hatte davor als Fahrradkurier einen Unfall. Er schaut sich in den Gängen des Krankenhauses um, aber dort befinden sich weder Arzt und Schwestern, noch Patienten. Draußen auf der Strasse ist ebenfalls weit und breit keine Menschenseele zu sehen. In ganz London scheint nur noch er unterwegs zu sein. Wo sind bloß alle Menschen hin? Kurz darauf muss er auf grausige Art und Weise feststellen, dass seine Mitmenschen von einem Virus, der natürlich mit der Anfangsgeschichte des Schimpansen zu tun hat, infiziert wurden. Die meisten davon sind schon tot, doch die restlichern Infizierten sind blutrünstige Bestien geworden, die es auf ihn und die wenigen Nicht-Infizierten abgesehen haben. Für Jim beginnt der wahrste Horror. Mit einer kleinen Menschengruppe Nicht-Infizierter versucht er Manchester mit dem Auto zu erreichen, wo laut einer Radioansage weitere Menschen, die nicht vom Virus infiziert worden sind, anscheinend sicherer leben. Das könnte die Rettung sein oder?
Filmkritik
28 Days Later – deine Tage sind gezählt hat als Horrorfilm Stärken und Schwächen aufzuweisen. Die Stärken des Films liegen ganz klar im Bereich der Originalität der Handlung und der Horrorstimmung. Wie die infizierten Menschen sich auf einmal in Bestien verwandeln und grauenvoll über die Nicht-Infizierten herfallen ist spektakulär im Film umgesetzt worden. In vielen Szenen jedoch sind diese Szenen zu blutig und so ist eben das FSK hoch gesetzt worden. Als Schwäche des Films sind ein Logikfehler in der Handlung, sowie die bis zur Mitte weniger entwickelte Spannung anzusehen. Erst nach Mitte des Films, als Jim auf sich allein gestellt ist, wird es etwas spannender. Der Logikfehler des Films liegt darin, dass sich ganz Großbritannien infiziert hat und das durch einen Virus, der durch die Atmungswege in den Körper gelangt. Die Frage ist, warum dann die Nicht-Infizierten nicht weiterhin am Virus erkranken, wenn sie doch ständig mit Infizierten kämpfen und so auch mit ihnen in Kontakt kommen? Manchmal nimmt man es nicht so genau mit der Logik einer Handlung in einem Film. Nicht jeder ist jedoch im Stande diese Lücken bzw. Fehler so zu akzeptieren und nur auf die Action des Films zu achten! Was die Action selbst angeht, ist diese durchaus vorbildlich. Von der Anfangsszene, als sogar ein Pfarrer zur Bestie mutiert, bis zum Ende, als Jim und Co. der großen Gefahr ausgesetzt sind, ist 28 Days Later turbulent und actionreich.
Was mich am Film in vielen Szenen gedanklich mitgenommen hat, war natürlich die Vorstellung selbst in so einer Welt zu leben, wo man fast ganz allein sein würde und lauter Gefahren ausgesetzt sei. Ein grässlicher Gedanke, wenn man sich in die Rolle von Jim im Film versetzt! Gejagt von blutrünstigen Bestien und das Tag und Nacht. Kein Leitungswasser, kein Strom, kein Internet! Welch grauenvolle Vorstellung! Hauptdarsteller im Film ist der junge Cillian Murphy. Obwohl er mir aus keinem anderen Film bekannt ist, so kann ich trotzdem zur Bilanz kommen, dass es ein guter Schauspieler ist, der überzeugen konnte. Imposant in ihrer Rolle auch Naomie Harris; die ich in einer dunklen Szene des Films fast mich Michael Jackson in seinen jungen Jahren verwechselt habe. Zum Glück verwandelt sie sich im Film nicht in eine Bestie, denn sonst hätte man annehmen können, dass es sich um „Thriller“ handelt. Was man im Film als Zuschauer gerne sehen wird: im leeren Supermarkt kann man richtig schön einkaufen, am besten vier Einkaufswagen voll und dann an der Kasse vorbei ohne bezahlen zu müssen. Was für eine Vorstellung! Diese hatte ich als Kind sehr oft! Beeindruckt war ich vom unendlichen Werbebeschuss in diesem Film. Für einen Horrorfilm sollte eigentlich ein neuer Rekord aufgestellt sein, denn ich habe insgesamt elf verschiedene Markenprodukte darin gesehen, die auf sich aufmerksam machen wollen: Mars, Sanyo, Maltesers, TDK, Epson, Mastercard, Benetton, Nescafe, Kelloggs, Pepsi, Sharp.
DVD und Bonusmaterial
Studio: Twentieth Century Fox
Produktionsjahr: 2002
Freigegeben: ab 18 Jahren
Filmlänge: 112 Minuten
Bildformat: 1.85:1
Sprache: Deutsch und englisch auf Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, englisch
Für einen Horrorfilm, wo meistens das Bonusmaterial auf der Strecke bleibt, ist auf dieser DVD doch einiges enthalten. Sogar ein Making Of wurde mit auf die DVD genommen. Die Bildqualität der DVD selbst ist als sehr gut zu werten. Trotz der vielen Nachtaufnahmen ist das Bild immer sehr scharf.
Alternatives Filmende und unveröffentlichte Szenen: Das einzig wahrlich negative am Bonusmaterial der DVD ist das Nichtssaussagende alternative Filmende. Eigentlich unterscheidet es sich kaum vom Ende der wahren Geschichte, nur ist der Protagonist des Films Jim gar nicht darin vorkommend, wobei sich daraus schließen lässt, dass er wohl zuvor ums Leben gekommen ist. Wie das aber passiert ist und unter welchen Umständen, wird dem Zuschauer nicht gezeigt! Ich bin ja eigentlich immer sehr begeistert, wenn ein alternatives Ende in einer DVD-Sektion angeboten wird, aber in diesem Fall hätte man darauf verzichten können. Insgesamt werden 7 Szenen gezeigt, die am Ende nicht mit in den Film gekommen sind. Darunter eine sehr interessante Szene, als ein Massenangriff der Infizierten stattfindet. In dieser Sektion findet man auch einen Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor des Films.
Making Of: Das Making Of der DVD, mit einer Länge von knapp über 24 Minuten, ist besonders interessant. Nicht wie üblich wird man hier mit Interviews der Protagonisten (die sich meistens gegenseitig verherrlichen) bombardiert, sondern mit Fachwissen und Meinungen von Spezialisten. Das Thema, bei dem Ärzte und Professoren zu Wort kommen, ist die Verbreitung einer möglichen Infektion in naher Zukunft und wie gefährlich solch ein Virus für die ganze Menschheit sein kann. In einer Grafik wird sogar die Verbreitung einer Infektion dargestellt. Genau zu diesem Thema äußern sich dann auch Darsteller und Regie.
Marketing: In dieser Sektion stehen dem Zuschauer eine Bildgalerie, zwei Trailer zum Film, animierte Storyboards und ein Musikvideo von Jacknife Lee zur Verfügung. Das Musikvideo zeigt keine Band oder Sänger, sondern nur Szenen vom Film selbst. Die Musik dazu ist sehr dynamisch und temporeich.
Fazit
Zwar war 28 Days Later für mich nicht der erwartete Horrorschocker und an Wrong Turn kann man auch nicht herankommen, doch es ist ein sehenswerter Horrorfilm, der die Note gut durchaus verdient hat. Die Horroratmosphäre ist gelungen, die Handlung, trotz des Logikfehlers, sehr interessant und die Spannung kommt, auch wenn etwas spät, ebenfalls zum Vorschein. Darstellerisch gesehen hat der Film zwar keine großen Namen vorzuweisen, aber die vorhandenen Akteure sind zufrieden stellend. Was die DVD selbst angeht, war im Bonusmaterial vor allem das Making Of, der darin vorkommende Höhepunkt.
Handlung
Bei einem Überfall in einem britischen Labor, wird von den Eindringlingen ein Schimpanse freigelassen, dessen Verhalten jedoch auf Aggression trainiert worden war. Er beißt ein weibliches Mitglied der Einbrecher, dass sich Sekunden nach dem Biss in eine Bestie verwandelt. Das war der Tag 1 im Film. 28 Tage später wacht Jim (gespielt von Cillian Murphy) von seinem Komma auf. Er hatte davor als Fahrradkurier einen Unfall. Er schaut sich in den Gängen des Krankenhauses um, aber dort befinden sich weder Arzt und Schwestern, noch Patienten. Draußen auf der Strasse ist ebenfalls weit und breit keine Menschenseele zu sehen. In ganz London scheint nur noch er unterwegs zu sein. Wo sind bloß alle Menschen hin? Kurz darauf muss er auf grausige Art und Weise feststellen, dass seine Mitmenschen von einem Virus, der natürlich mit der Anfangsgeschichte des Schimpansen zu tun hat, infiziert wurden. Die meisten davon sind schon tot, doch die restlichern Infizierten sind blutrünstige Bestien geworden, die es auf ihn und die wenigen Nicht-Infizierten abgesehen haben. Für Jim beginnt der wahrste Horror. Mit einer kleinen Menschengruppe Nicht-Infizierter versucht er Manchester mit dem Auto zu erreichen, wo laut einer Radioansage weitere Menschen, die nicht vom Virus infiziert worden sind, anscheinend sicherer leben. Das könnte die Rettung sein oder?
Filmkritik
28 Days Later – deine Tage sind gezählt hat als Horrorfilm Stärken und Schwächen aufzuweisen. Die Stärken des Films liegen ganz klar im Bereich der Originalität der Handlung und der Horrorstimmung. Wie die infizierten Menschen sich auf einmal in Bestien verwandeln und grauenvoll über die Nicht-Infizierten herfallen ist spektakulär im Film umgesetzt worden. In vielen Szenen jedoch sind diese Szenen zu blutig und so ist eben das FSK hoch gesetzt worden. Als Schwäche des Films sind ein Logikfehler in der Handlung, sowie die bis zur Mitte weniger entwickelte Spannung anzusehen. Erst nach Mitte des Films, als Jim auf sich allein gestellt ist, wird es etwas spannender. Der Logikfehler des Films liegt darin, dass sich ganz Großbritannien infiziert hat und das durch einen Virus, der durch die Atmungswege in den Körper gelangt. Die Frage ist, warum dann die Nicht-Infizierten nicht weiterhin am Virus erkranken, wenn sie doch ständig mit Infizierten kämpfen und so auch mit ihnen in Kontakt kommen? Manchmal nimmt man es nicht so genau mit der Logik einer Handlung in einem Film. Nicht jeder ist jedoch im Stande diese Lücken bzw. Fehler so zu akzeptieren und nur auf die Action des Films zu achten! Was die Action selbst angeht, ist diese durchaus vorbildlich. Von der Anfangsszene, als sogar ein Pfarrer zur Bestie mutiert, bis zum Ende, als Jim und Co. der großen Gefahr ausgesetzt sind, ist 28 Days Later turbulent und actionreich.
Was mich am Film in vielen Szenen gedanklich mitgenommen hat, war natürlich die Vorstellung selbst in so einer Welt zu leben, wo man fast ganz allein sein würde und lauter Gefahren ausgesetzt sei. Ein grässlicher Gedanke, wenn man sich in die Rolle von Jim im Film versetzt! Gejagt von blutrünstigen Bestien und das Tag und Nacht. Kein Leitungswasser, kein Strom, kein Internet! Welch grauenvolle Vorstellung! Hauptdarsteller im Film ist der junge Cillian Murphy. Obwohl er mir aus keinem anderen Film bekannt ist, so kann ich trotzdem zur Bilanz kommen, dass es ein guter Schauspieler ist, der überzeugen konnte. Imposant in ihrer Rolle auch Naomie Harris; die ich in einer dunklen Szene des Films fast mich Michael Jackson in seinen jungen Jahren verwechselt habe. Zum Glück verwandelt sie sich im Film nicht in eine Bestie, denn sonst hätte man annehmen können, dass es sich um „Thriller“ handelt. Was man im Film als Zuschauer gerne sehen wird: im leeren Supermarkt kann man richtig schön einkaufen, am besten vier Einkaufswagen voll und dann an der Kasse vorbei ohne bezahlen zu müssen. Was für eine Vorstellung! Diese hatte ich als Kind sehr oft! Beeindruckt war ich vom unendlichen Werbebeschuss in diesem Film. Für einen Horrorfilm sollte eigentlich ein neuer Rekord aufgestellt sein, denn ich habe insgesamt elf verschiedene Markenprodukte darin gesehen, die auf sich aufmerksam machen wollen: Mars, Sanyo, Maltesers, TDK, Epson, Mastercard, Benetton, Nescafe, Kelloggs, Pepsi, Sharp.
DVD und Bonusmaterial
Studio: Twentieth Century Fox
Produktionsjahr: 2002
Freigegeben: ab 18 Jahren
Filmlänge: 112 Minuten
Bildformat: 1.85:1
Sprache: Deutsch und englisch auf Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, englisch
Für einen Horrorfilm, wo meistens das Bonusmaterial auf der Strecke bleibt, ist auf dieser DVD doch einiges enthalten. Sogar ein Making Of wurde mit auf die DVD genommen. Die Bildqualität der DVD selbst ist als sehr gut zu werten. Trotz der vielen Nachtaufnahmen ist das Bild immer sehr scharf.
Alternatives Filmende und unveröffentlichte Szenen: Das einzig wahrlich negative am Bonusmaterial der DVD ist das Nichtssaussagende alternative Filmende. Eigentlich unterscheidet es sich kaum vom Ende der wahren Geschichte, nur ist der Protagonist des Films Jim gar nicht darin vorkommend, wobei sich daraus schließen lässt, dass er wohl zuvor ums Leben gekommen ist. Wie das aber passiert ist und unter welchen Umständen, wird dem Zuschauer nicht gezeigt! Ich bin ja eigentlich immer sehr begeistert, wenn ein alternatives Ende in einer DVD-Sektion angeboten wird, aber in diesem Fall hätte man darauf verzichten können. Insgesamt werden 7 Szenen gezeigt, die am Ende nicht mit in den Film gekommen sind. Darunter eine sehr interessante Szene, als ein Massenangriff der Infizierten stattfindet. In dieser Sektion findet man auch einen Audiokommentar von Regisseur und Drehbuchautor des Films.
Making Of: Das Making Of der DVD, mit einer Länge von knapp über 24 Minuten, ist besonders interessant. Nicht wie üblich wird man hier mit Interviews der Protagonisten (die sich meistens gegenseitig verherrlichen) bombardiert, sondern mit Fachwissen und Meinungen von Spezialisten. Das Thema, bei dem Ärzte und Professoren zu Wort kommen, ist die Verbreitung einer möglichen Infektion in naher Zukunft und wie gefährlich solch ein Virus für die ganze Menschheit sein kann. In einer Grafik wird sogar die Verbreitung einer Infektion dargestellt. Genau zu diesem Thema äußern sich dann auch Darsteller und Regie.
Marketing: In dieser Sektion stehen dem Zuschauer eine Bildgalerie, zwei Trailer zum Film, animierte Storyboards und ein Musikvideo von Jacknife Lee zur Verfügung. Das Musikvideo zeigt keine Band oder Sänger, sondern nur Szenen vom Film selbst. Die Musik dazu ist sehr dynamisch und temporeich.
Fazit
Zwar war 28 Days Later für mich nicht der erwartete Horrorschocker und an Wrong Turn kann man auch nicht herankommen, doch es ist ein sehenswerter Horrorfilm, der die Note gut durchaus verdient hat. Die Horroratmosphäre ist gelungen, die Handlung, trotz des Logikfehlers, sehr interessant und die Spannung kommt, auch wenn etwas spät, ebenfalls zum Vorschein. Darstellerisch gesehen hat der Film zwar keine großen Namen vorzuweisen, aber die vorhandenen Akteure sind zufrieden stellend. Was die DVD selbst angeht, war im Bonusmaterial vor allem das Making Of, der darin vorkommende Höhepunkt.
45 Bewertungen, 1 Kommentar
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22.11.2004, 12:17 Uhr von Deborah_de_Winter
Bewertung: sehr hilfreichNa ich glaube das ist nichts für mich. Habe schon einen Zombiefilm mit ähnlicher Handlung angesehen. Das war schon schlimm genug, nochmal so einen Horror brauche ich nicht. Gruß Debbie
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