Erfahrungsbericht von northstar
Hinsehen erwünscht...
Pro:
Dichte, horrorlastige Story; hinter dem ganzen Blut und Morden steckt schon eine Botschaft...
Kontra:
Eklige Effekte und nichts für Angsthasen...
Empfehlung:
Ja
Man weiß ja worauf man sich einlässt. Ein Horrorfilm, ja wahrscheinlich stellenweise recht eklig, aber das ist ok, es ist Kinotag, nur 3 € der Film, warum also nicht? Und außerdem ist der Film ja von Danny Boyle, der macht nunmal gute Filme, dass sollte man schon nicht verpassen. Also rein ins Kino, rein in „28 days later“...
Story
Ein dunkles Labor. Affen rütteln an Käfiggittern, wildes, agressives Gekreische. Da stürmt eine Gruppe Tierschützer den Raum, will die Affen frei lassen. Ein Forscher kommt zufällig hinzu, will sie daran hindern, doch zu spät, eine Türe eines Käfigs öffnet sich. Doch der Affe rennt nicht davon, nein, er fällt einen der Befreier an; unter lautenm Schreien beißt er sich in diesem fest, Blut fließt, alles wird schwarz....
28 Tage später....
Ein Krankenhaus. Menschenleer, so stellt Jim fest, der gerade nach einem Unfall aus dem Koma erwart ist. Verwirrt trottet er durch die verlassenen Straßen Londons. Was ist passiert? Evakuierung? Was schreibt die Zeitung da? Zuflucht sucht Jim schon bald in einer Kirche, aber auf deren Bänken findet er reihenweise Tote. Verwessend. Ist hier noch jemand am Leben? Da taucht der Priester auf, irgendwie seltsam, schreiend, mit roten, blutunterlaufenen Augen, wiederlich anzusehen, er will Jim angreifen, der flieht in die Nacht. Es tauchen weitere Gestalten auf, alle hinter Jim her. Der rennt um sein Leben, bis 2 weitere Personen auftauchen und die Verfolger abschlachten. Selina und ihr Begleiter Mark. Diese erzählen ihm von der Seuche, die England, vielleicht sogar die ganze Welt heimgesucht hat. Menschen werden durch sie zu mordlustigen, wilden Bestien. Alles menschliche verschwindet aus ihnen. Um diesen Schicksal zu entkommen muss man sich gegen die Infezierten zur Wehr setzen, doch wie ist das möglich, schließlich ist ganz London voll mit ihnen und auch nur der kleinste Tropfen Blut mancht einen normalen Menschen in Sekunden selbst zu einem wilden Monster wie ihnen. Einziger Trost: die Infezierten kommen nur bei Nacht heraus. So schlagen sich die drei durch die City der Stadt durch, bis Mark getötet werden muss, kalt, erbarmungslos, ist er doch vom Blut eines dieser Monster infiziert worden. Selina erlösst ihren Freund schnell und ohne Mitleid. Gemeinsam mit Jim treffen sie später auf Frank und Hannah. Zu viert will man sich nun nach Manchester durchschlagen, denn eine Radiobotschaft verspricht dort ein Mittel gegen den Virus, einen Ort des Friedens vor dem alltäglichem Überlebenskampf...
Meine Meinung
Eklig, absolut eklig. Wenn ich im Kino immer da sitzen muss und meine Augen nicht aufhalten will oder mich geschockt von der Leinwand abwende dann stimmt entweder was mit dem Film nicht oder mit mir. Nun, ich war nicht der einzige Besucher im Kino, dem’s so ging, also tendiere ich zur ersten Hypothese. Manch einer verliess sogar den Kinosaal, so fies war das Gezeigte. Nun, dies tat ich nicht, man will ja dann doch auch wissen wie’s ausgeht. Neugier siegt über Ekel, man siegt über sich selbst. Und riskiert man einen Blick ist manchmal alles auch nur halb so schlimm. Denn wie immer im Horrorfilm spielt auch „28 days later“ mit den Erwartungen der Zuschauer; heißt: jemand steht vor einem Fenster, es ist Dunkel, die Infizierten kommen nachts, von draußen, also sicher durch das Fenster, man zählt bis 10 und da ist auch schon einer, dass Blut fließt in Strömen, es wird gemezelt, gekotzt, geschrien, aber halb so schlimm, denn dass dachte man sich eh swchon, dass dies nun wieder kommt. Wenn man das Muster eines solchen Films erkennt, was jetzt nicht schwer ist, ok, dann ist der Film immer noch eklig, aber eben erträglich und ansehbar. Gut, für ansehbar habe ich ne Zeit gebraucht, aber es geht. Und wenn man über das Blut hinwegsieht, über die Leichen, die „Zombies“, so versteckt sich in „28 days later“ ein toller Film über Menschen in Extremsituationen und auch über die Frage, was kann der Mensch, was sollte er besser nicht können. Diese Frage bleibt im Hinterkopf, trotz der recht kurzen Exposition im Tierlabor mit dem Virus. Aber ich denke darum geht’s Regiseur Danny Boyle nicht in erster Linie. Der Mann wollte wohl einfach nur eine Gute Horrorstory erzählen und das ist ihm gelungen. Mit allem drum und dran eben.
Schauspieler
Mir alle gänzlich unbekannt, da ich mich im englischen Filmgeschäft beileibe nicht auskenne. Was aber natürlich nichts über die Qualität der Schauspieler aussagt.
Cillian Murphy ist als Jim wirlich beeindruckend. Emotional dicht spielt er den verzweifelten Mann, der durch die Umstände eine Art Held wird, obwohl er eigentlich nichts heldenhaftes tut. Ebenso Nomie Harris als Selina, ein starke Frau in einer starken Rolle. Gekonnt ausbalanciert von Harris zwischen roher Gewalttätigkeit, Verzweifelung und Sehnsucht nach Normalität. Auch Frank und dessen Tochter sind perfekt besetzt durch Brendan Gleeson und Megan Burns. Die beiden verstehen sich gut, man nimmt ihnen dirket die innige Vater / Tochter Beziehung ab, die aus der Angst vor dem Horror dieser Welt erwachsen und entstanden ist. Beide halten zusammen, egal was kommt. „28 days later“ ist auch in den Nebenrollen dicht gespielt, aber das verlangt auch der Stoff, denn das Grauen legt eben die emotionalsten Gefühle dieser Menschen frei undauch die Schauspieler hinter den Figuren könnenund müssen nicht weniger tun...
Regie
Danny Boyle macht wieder etwas anderes. Nach „Trainspotting“, „A life less ordinary“ oder „The Beach“ dachte man an alles mögliche, was Boyle als nächsten Film bringen würde, aber mit Sicherheit nicht an etwas wie “28 days later”. Purer Horror, gemischt mit experimentellen Ideen eines Mannes wie Boyle, die sich in den beeindruckenden Bildern des Films zeigen. Sei es das leere Krankenhaus, der Blick über die verlassenen Straßen Londons oder ähnliches. Auch nicht unproblematisch etwa die Idee, ob Kinder, wie hier die Tochter Franks, Hannah, Drogen nehmen sollen, etwa Schlafmittel, um so weniger zu spüren, aber so wohl auch weniger zu leben. Humor beweißt der Brite auch, indem er den überlebenden Menschen Schokoriegel, verstrahltes Obst & allerlei ungesunden Kram als einzige nützliche Nahrung liefert...
Fazit
Ein dichter, ekelhafter, aber auch sehr guter Film. Danny Boyle schaft mit „28 days later“ anderes Kino. Kein Mainstream, kein Garant auf Erfolg beim Massenpublikum, aber ein guter Film, auf den man sich einlassen muss und der durch die drastischen Szenen und Effekte das menschliche Schicksal diese Albtraums greifbar werden lässt. Jim und seine Freunde haben allerhand durchstehen in diesem Film, ob sich am Ende Erlösung findet oder der Horror ohne Ende weiter geht? Nun, dass wird der Kinozuschauer wohl erfahren, denn im Dunkeln des Kinosaals hofft man doch immer auf den einen Silberstreifen am Horizont, der die Rettung bringt, der das Böse vertreibt und der hier die Menschlickeit siegen lässt.
Vielleicht ja genau 28 Tage später....
Fazit: Muss man sehen und man man muss auch hinsehen, sonst entgeht einem ein verstörender, aber auch extrem beeindruckender, anderer Film. Also Bestnote, trotz anfänglicher Abneigung meinerseits...
----------------- by Northstar \'03 -------------------
Stats
28 Tage später
(28 days later)
NL / GB / USA 2002
~ 112 Minuten
Cast
Cillian Murphy - Jim
Naomie Harris Selina
Brendan Gleeson - Frank
Megan Burns - Hannah
Christopher Eccleston - Henry
Crew
Danny Boyle – Regie
Andrew Macdonald – Produzent
Alex Garland – Drehbuch
Anthony Dod Mantle - Kamera
Tipp
www.28dayslater.de -> Seite zum Film mit Gewinnspielen und Infos. Auch die ersten 6 Minuten kann man hier von Boyles neustem Werk betrachten...
Story
Ein dunkles Labor. Affen rütteln an Käfiggittern, wildes, agressives Gekreische. Da stürmt eine Gruppe Tierschützer den Raum, will die Affen frei lassen. Ein Forscher kommt zufällig hinzu, will sie daran hindern, doch zu spät, eine Türe eines Käfigs öffnet sich. Doch der Affe rennt nicht davon, nein, er fällt einen der Befreier an; unter lautenm Schreien beißt er sich in diesem fest, Blut fließt, alles wird schwarz....
28 Tage später....
Ein Krankenhaus. Menschenleer, so stellt Jim fest, der gerade nach einem Unfall aus dem Koma erwart ist. Verwirrt trottet er durch die verlassenen Straßen Londons. Was ist passiert? Evakuierung? Was schreibt die Zeitung da? Zuflucht sucht Jim schon bald in einer Kirche, aber auf deren Bänken findet er reihenweise Tote. Verwessend. Ist hier noch jemand am Leben? Da taucht der Priester auf, irgendwie seltsam, schreiend, mit roten, blutunterlaufenen Augen, wiederlich anzusehen, er will Jim angreifen, der flieht in die Nacht. Es tauchen weitere Gestalten auf, alle hinter Jim her. Der rennt um sein Leben, bis 2 weitere Personen auftauchen und die Verfolger abschlachten. Selina und ihr Begleiter Mark. Diese erzählen ihm von der Seuche, die England, vielleicht sogar die ganze Welt heimgesucht hat. Menschen werden durch sie zu mordlustigen, wilden Bestien. Alles menschliche verschwindet aus ihnen. Um diesen Schicksal zu entkommen muss man sich gegen die Infezierten zur Wehr setzen, doch wie ist das möglich, schließlich ist ganz London voll mit ihnen und auch nur der kleinste Tropfen Blut mancht einen normalen Menschen in Sekunden selbst zu einem wilden Monster wie ihnen. Einziger Trost: die Infezierten kommen nur bei Nacht heraus. So schlagen sich die drei durch die City der Stadt durch, bis Mark getötet werden muss, kalt, erbarmungslos, ist er doch vom Blut eines dieser Monster infiziert worden. Selina erlösst ihren Freund schnell und ohne Mitleid. Gemeinsam mit Jim treffen sie später auf Frank und Hannah. Zu viert will man sich nun nach Manchester durchschlagen, denn eine Radiobotschaft verspricht dort ein Mittel gegen den Virus, einen Ort des Friedens vor dem alltäglichem Überlebenskampf...
Meine Meinung
Eklig, absolut eklig. Wenn ich im Kino immer da sitzen muss und meine Augen nicht aufhalten will oder mich geschockt von der Leinwand abwende dann stimmt entweder was mit dem Film nicht oder mit mir. Nun, ich war nicht der einzige Besucher im Kino, dem’s so ging, also tendiere ich zur ersten Hypothese. Manch einer verliess sogar den Kinosaal, so fies war das Gezeigte. Nun, dies tat ich nicht, man will ja dann doch auch wissen wie’s ausgeht. Neugier siegt über Ekel, man siegt über sich selbst. Und riskiert man einen Blick ist manchmal alles auch nur halb so schlimm. Denn wie immer im Horrorfilm spielt auch „28 days later“ mit den Erwartungen der Zuschauer; heißt: jemand steht vor einem Fenster, es ist Dunkel, die Infizierten kommen nachts, von draußen, also sicher durch das Fenster, man zählt bis 10 und da ist auch schon einer, dass Blut fließt in Strömen, es wird gemezelt, gekotzt, geschrien, aber halb so schlimm, denn dass dachte man sich eh swchon, dass dies nun wieder kommt. Wenn man das Muster eines solchen Films erkennt, was jetzt nicht schwer ist, ok, dann ist der Film immer noch eklig, aber eben erträglich und ansehbar. Gut, für ansehbar habe ich ne Zeit gebraucht, aber es geht. Und wenn man über das Blut hinwegsieht, über die Leichen, die „Zombies“, so versteckt sich in „28 days later“ ein toller Film über Menschen in Extremsituationen und auch über die Frage, was kann der Mensch, was sollte er besser nicht können. Diese Frage bleibt im Hinterkopf, trotz der recht kurzen Exposition im Tierlabor mit dem Virus. Aber ich denke darum geht’s Regiseur Danny Boyle nicht in erster Linie. Der Mann wollte wohl einfach nur eine Gute Horrorstory erzählen und das ist ihm gelungen. Mit allem drum und dran eben.
Schauspieler
Mir alle gänzlich unbekannt, da ich mich im englischen Filmgeschäft beileibe nicht auskenne. Was aber natürlich nichts über die Qualität der Schauspieler aussagt.
Cillian Murphy ist als Jim wirlich beeindruckend. Emotional dicht spielt er den verzweifelten Mann, der durch die Umstände eine Art Held wird, obwohl er eigentlich nichts heldenhaftes tut. Ebenso Nomie Harris als Selina, ein starke Frau in einer starken Rolle. Gekonnt ausbalanciert von Harris zwischen roher Gewalttätigkeit, Verzweifelung und Sehnsucht nach Normalität. Auch Frank und dessen Tochter sind perfekt besetzt durch Brendan Gleeson und Megan Burns. Die beiden verstehen sich gut, man nimmt ihnen dirket die innige Vater / Tochter Beziehung ab, die aus der Angst vor dem Horror dieser Welt erwachsen und entstanden ist. Beide halten zusammen, egal was kommt. „28 days later“ ist auch in den Nebenrollen dicht gespielt, aber das verlangt auch der Stoff, denn das Grauen legt eben die emotionalsten Gefühle dieser Menschen frei undauch die Schauspieler hinter den Figuren könnenund müssen nicht weniger tun...
Regie
Danny Boyle macht wieder etwas anderes. Nach „Trainspotting“, „A life less ordinary“ oder „The Beach“ dachte man an alles mögliche, was Boyle als nächsten Film bringen würde, aber mit Sicherheit nicht an etwas wie “28 days later”. Purer Horror, gemischt mit experimentellen Ideen eines Mannes wie Boyle, die sich in den beeindruckenden Bildern des Films zeigen. Sei es das leere Krankenhaus, der Blick über die verlassenen Straßen Londons oder ähnliches. Auch nicht unproblematisch etwa die Idee, ob Kinder, wie hier die Tochter Franks, Hannah, Drogen nehmen sollen, etwa Schlafmittel, um so weniger zu spüren, aber so wohl auch weniger zu leben. Humor beweißt der Brite auch, indem er den überlebenden Menschen Schokoriegel, verstrahltes Obst & allerlei ungesunden Kram als einzige nützliche Nahrung liefert...
Fazit
Ein dichter, ekelhafter, aber auch sehr guter Film. Danny Boyle schaft mit „28 days later“ anderes Kino. Kein Mainstream, kein Garant auf Erfolg beim Massenpublikum, aber ein guter Film, auf den man sich einlassen muss und der durch die drastischen Szenen und Effekte das menschliche Schicksal diese Albtraums greifbar werden lässt. Jim und seine Freunde haben allerhand durchstehen in diesem Film, ob sich am Ende Erlösung findet oder der Horror ohne Ende weiter geht? Nun, dass wird der Kinozuschauer wohl erfahren, denn im Dunkeln des Kinosaals hofft man doch immer auf den einen Silberstreifen am Horizont, der die Rettung bringt, der das Böse vertreibt und der hier die Menschlickeit siegen lässt.
Vielleicht ja genau 28 Tage später....
Fazit: Muss man sehen und man man muss auch hinsehen, sonst entgeht einem ein verstörender, aber auch extrem beeindruckender, anderer Film. Also Bestnote, trotz anfänglicher Abneigung meinerseits...
----------------- by Northstar \'03 -------------------
Stats
28 Tage später
(28 days later)
NL / GB / USA 2002
~ 112 Minuten
Cast
Cillian Murphy - Jim
Naomie Harris Selina
Brendan Gleeson - Frank
Megan Burns - Hannah
Christopher Eccleston - Henry
Crew
Danny Boyle – Regie
Andrew Macdonald – Produzent
Alex Garland – Drehbuch
Anthony Dod Mantle - Kamera
Tipp
www.28dayslater.de -> Seite zum Film mit Gewinnspielen und Infos. Auch die ersten 6 Minuten kann man hier von Boyles neustem Werk betrachten...
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