28 Weeks Later (DVD) Testbericht

28-weeks-later-dvd-horrorfilm
ab 8,85
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Erfahrungsbericht von linnie

langweilige Horror-Splatter-Mischung

Pro:

die Anfangsszene im ausgestorbenen London, die Filmmusik

Kontra:

vorhersehbar, Film setzt zu sehr auf Ekeleffekte, zu lang für die magere Story

Empfehlung:

Nein

"28 Tage später" ein Film ohne Jugendfreigabe, der im Cinemaxx gestern im Vorverkauf schon ausverkauft war. Was mag das wohl für ein Film sein? Jedenfalls habe ich mich dafür in ein nicht-klimatisiertes Kino mit Wohnzimmerflair und dementsprechend kleiner Kinoleinwand gequetscht, nur um mir diesen Film anzutun. Naja, hat ja nur 3,60 Euro gekostet.....

** Worum geht es eigentlich?
Der Film beginnt 28 Tage vor der eigentlichen Handlung in einem Affenlabor. Dort sind ein paar Leute eingebrochen, um die Testaffen zu befreien, doch einer der Wissenschaftler warnt die Tierbefreier vor den Affen, da diese mit einem Virus infiziert sind, mit dem Virus "Wut". Doch eine weibliche Tierschützerin lässt sich nicht aufhalten und öffnet einen der Käfige. Sie wird sofort von dem Affen angefallen, woraufhin sie sich in einen "Zombie" verwandelt. Im Film heißen die Zombies "Infizierte", doch mit ihren blutunterlaufenen Augen und den ruckartigen Bewegungen, dem bösen Blick und ihrer Aggression kommen sie meinem Bild eines Zombies doch recht nahe.

Dann geht der eigentliche Film los: 28 Tage später erwacht Jim (Cillian Murphy) in einem verwüsteten und ausgestorbenen Krankenhaus aus dem Koma. An dieser Stelle habe ich mich bereits gefragt, warum die Zombies ihn am Leben gelassen haben?! Aber Fragen sollte man vielleicht nicht stellen. Diese Szene halte ich für die stärkste im ganzen Film, denn Jim wacht auf und wandert durch das Krankenhaus auf der Suche nach anderen Menschen. Dann verlässt er das Krankenhaus und findet nur leere Straßen und Verwüstung vor sich. Diese Szene ist ziemlich gut gemacht, da absolute Stille in den sonst so chaotischen Londoner Straßen herrscht. Im Hintergrund wird ein wirklich ergreifendes Lied gespielt.

Jedenfalls betrifft Jim eine Kirche und trifft dort auf den ersten Zombie. Er flieht vor dem infizierten Pfarrer und wird von zwei Menschen - Selena (Naomie Harris) und ... äh Marc (glaub ich) - gerettet. Diese beiden klären ihn über die Situation in London auf: Ein Virus wurde freigesetzt, die Menschen wurden zu Zombies, töteten sich gegenseitig, doch für Evakuierung war es zu spät. Nun leben nur noch wenige Menschen in ständiger Angst vor den Zombies. Die drei flüchten sich in einen Unterschlupf für die Nacht. Am nächsten Tage möchte Jim unbedingt zu seinen Eltern, auch wenn Selena und Marc ihn davor warnen. Jims Eltern liegen tot in ihrem Bett, auf dem Nachtschrank liegen die restlichen Schlaftabletten. Jim ist verzweifelt, auch wenn Selena ihn trösten will. Die Nacht verbringen die drei im Hause von Jims Eltern. Dummerweise zündet Jim nachts eine Kerze an (ach ja, Strom gibts keinen mehr, weswegen London nachts stockfinster ist), woraufhin gleich ein Zombie durchs Fenster springt und Jim anfällt. Selena und Marc kommen ihm zu Hilfe, doch dabei wird Marc infiziert und Selena zögert nicht lange, bevor sie ihn tötet.

Nun ziehen Jim und Selena alleine weiter. Bald treffen sie auf Frank (Brendan Gleeson) und seine Tochter Hannah (Megan Burns), die ebenfalls auf der Flucht vor den Zombies sind. Frank hat eine Radiobotschaft von den sogenannten Soldaten empfangen, die sich in der Nähe von Manchester verbarrikadiert haben. Dort soll es die Antwort auf die Infektion und auch Schutz vor den Zombies geben. Also beschließen die vier, mit Franks Auto dorthin zu fahren.

Natürlich sind einige Katastrohpen vorprogrammiert: z.B. die Reifenpanne in einem dunklen Autotunnel, aber schließlich kommen die Menschen doch bei den Soldaten an. Dort eskaliert schließlich die Situation, denn Jim erfährt, dass die (ausschließlich männlichen) Soldaten die Radionachricht nur deshalb ausgesandt haben, um Frauen zur Fortpflanzung anzulocken. Jim soll exekutiert werden, da ihnen nur die Frauen wichtig sind. Doch Jim kann flüchten und versucht nun, Selena und Hannah zu retten.

Ganz am Ende kommt schließlich noch eine Szene weitere 28 Tage später. Doch darüber will ich nichts mehr verraten.

** Allgemeines
Der Film dauert 112 Minuten und hat keine Jugendfreigabe, was ich durchaus mal verstehen kann! Die Zombies sehen wirklich ziemlich fies aus, außerdem sind doch einige sehr blutige Szenen zu sehen, z.B. eine Szene, in der Jim einen anderen Menschen töten will und dazu seine Daumen in dessen Augenhöhlen presst. Die Kamera hält bei solchen Szenen natürlich immer schön drauf. Nun ja, ein bisschen Ekelfaktor sollte man schon erwarten.

Regie hat Danny Boyle geführt, der unter anderem durch Trainspotting und the Beach bekannt geworden ist. Das Buch hat wieder Alex Garland geschrieben, der auch bereits für the Beach die Filmvorlage schuf. Dem Regisseur kann ich bei diesem Film keinen Vorwurf machen, er hat seine Sache sehr gut gemacht, aber ansonsten gibts doch einiges anzukreiden.

** Meine Meinung über den Film
Eventuell hat man es schon herausgehört, aber der Film hat mir nicht gefallen. Ja warum eigentlich nicht? Ich fange lieber erstmal bei den positiven Dingen an, das geht schneller, außerdem ist die Startszene wirklich sehr gut gelungen.

Jim wandert ziellos durch das ausgestorbene London, wo plötzlich keine Elektrizität mehr vorhanden ist, wo keine Autos zu sehen sind, keine Menschen und dementsprechend in der ganzen Stadt eine Totenstille herrscht. Man stelle sich das Szenario mal vor: Wie fühlt man sich, wenn man in einer Millionenstadt aus dem Koma erwacht und plötzlich keine Menschen mehr antrifft? Das muss schon sehr erschreckend und beängstigend sein und das setzt Boyle meiner Meinung nach sehr gut um. Aus der Stadt sind keine Geräusche zu vernehmen und auch von Jim hört man nur ein gelegentliches "hallo", die Stille wird dabei durch eine sehr gelungene Filmmusik ersetzt, die sich musikalisch immer mehr steigert, bis Jim auf eine Wand mit Vermisstenanzeigen für die Virus-Opfer stößt. Die Szene ist wirklich ergreifend. Und auch die Idee (wenn auch nicht neu) ist doch sehr interessant. Doch in dem Moment, wo Selena, Jim, Frank und Hannah sich auf die Suche nach den Soldaten machen und schließlich die Szene mit/bei den Soldaten, da läuft der Film dann aus dem Ruder.

Schreckeffekte gibt es eigentlich kaum, da in fast jedem Punkt des Filmes völlig vorhersehbar ist, was passieren wird. Als die vier mit dem Auto in den dunklen Tunnel fahren, war es sowas von offensichtlich, dass es zu einer Katastrophe kommen muss, dass ich nichtmal mehr überrascht war, als tatsächlich die Zombies auftauchten. Auch konnte man sich an 5 Fingern abzählen, dass Frank den Film nicht überleben würde. Der nette alte "Opa" muss doch immer dran glauben und klar, so war es dann auch. Das hat alles dazu geführt, dass ich mich in der zweiten Hälfte des Filmes ziemlich gelangweilt habe und das bei einem Horrorfilm ab 18. Da ist doch irgendwas schiefgegangen, oder?

Was ich in der zweiten Hälfte vermisst habe, war die Stille im Film. Die bedächtigen Szenen, in denen die Auswirkungen des Virus gezeigt werden und dem Kinozuschauer die Gelegenheit zum Nachdenken und Fürchten gegeben wird. Außerdem tauchen die Zombies nicht mehr überraschend auf, sondern es ist immer vorher klar, wann etwas passieren wird.

Der Film ist (keine Frage) gut gemacht, was man besonders - wie bereits mehrfach erwähnt - in der Szene mit Jim in London bemerkt, aber der Rest des Filmes setzt nur noch auf Ekeleffekte und den Schlagabtausch zwischen Menschen und Zombies.

** Fazit
Empfehlenswert ist der Film jedenfalls nicht. Ich würde ihn fast in die gleiche Qualitätskategorie wie "Anatomie 2" einordnen, also ziemlich weit unten mit insgesamt 5 Punkten. Fast hätte ich "28 Tage später" mit Dreamcatcher verglichen, aber Dreamcatcher war einfach noch viel schlechter und in "28 Tage später" konnte man zwischendurch mal die Klasse des Regisseurs aufblitzen sehen. Ach ja, zu den Schauspielern habe ich gar nichts gesagt: Die waren okay, Jim sieht ganz nett aus, Selena ist die toughe schwarze Frau, Hannah das kleine liebe unschuldige Mädchen und Frank der nette Papa (weswegen er ja auch nicht überleben kann). Große schauspielerische Klasse war in dem Film nicht gefragt und war daher auch nicht zu sehen.

Wer unbedingt mitreden will, soll sich den Film anschaun, aber bloß nicht zu viel erwarten. Er ist recht langatmig und vorhersehbar, obwohl man aus der Story sicherlich mehr hätte machen können. Wer schwache Nerven hat und kein Blut sehen kann, sollte eventuell eher zu Hause bleiben ;-)


PS. Dieser Bericht stand ehemals in der "Kino-Kategorie" und wurde fälschlicherweise in die DVD-Kategorie einsortiert, darüber kann ich aber nichts schreiben...

89 Bewertungen, 1 Kommentar

  • mausal18

    28.08.2006, 20:34 Uhr von mausal18
    Bewertung: sehr hilfreich

    bin genau deiner meinung!