Erfahrungsbericht von SVoigt3000
Von Killer-Affen, Zombis und Gangbangs...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Gestern war wieder Zeit für einen Kinobesuch. Die Entscheidung war, dass wir uns „28 Days Later“ statt „Hero“ ansehen, was sich im Nachhinein als großer Fehler erwiesen hat. Ich kenne zwar „Hero“ nicht, aber ich weiss, dass „28 Days Later“ schlecht ist. Aber ich will das Fazit ja nicht vorwegnehmen und beschreibe dann nun lieber mal, warum dieser Film denn sein Geld nicht wert ist...
-----STORY:-----
In einem Labor lassen Tierschützer Affen frei, die dort zu Versuchszwecken gehalten werden – Ein Fehler wie sich nur 28 Tage später herausstellt. Denn die Affen waren mit einem gefährlichen Virus infiziert...
28 Tage später wacht Jim (Cillian Murphy) im Krankenhaus aus dem Koma auf. Kein Arzt ist in seinem Zimmer zu sehen, die Flure sind verwüstet und das Krankenhaus ist Menschenleer. Auch Londons Straßen sind still, die bekannten Doppeldeckerbusse liegen umgekippt auf der Straße – nirgendwo ein Lebenszeichen. Aber schon bald macht er die „Bekanntschaft“ mit einigen überlebenden Menschen, die infiziert und dadurch blutrünstig und brutal geworden sind. Auf seiner Flucht lernt Jim die nicht infizierte Selina (Naomi Harris) kennen.
Zusammen ziehen die beiden eher ziellos durch London und machen dann die Bekanntschaft mit Frank (Brendan Gleeson) und dessen Tochter Hannah (Megan Burns). Und die beiden haben per Radio eine Botschaft aus einem Militärlager bei Manchester empfangen, wo sie, so die Botschaft, die Antwort auf den Virus und Schutz finden können. Also machen sich die Vier auf die gefährliche Reise, ahnen aber nicht, dass in der Militärbasis das Grauen längst kein Ende finden wird.....
-----KOMMENTAR:-----
Was macht ein Mensch, wenn ihm alles genommen ist, was sein Leben organisiert, kontrolliert und schöner macht – Staat, Regierung, Gesetze, Polizei, Freunde, Familie, Mitmenschen....? Eine Interessante Frage, der man auf hohem Niveau hätte nachgehen können, in „28 Days Later“. Stattdessen sieht man nach vielleicht 10, 15 Minuten einen Geistlichen, der, infiziert, mit spastisch aussehenden Zuckungen und einem hässlich entstellten Gesicht auf Jim zuwackelt und versucht ihn auch zu infizieren (was im Film häufig dadurch geschieht, dass die Infizierten über ihre Opfer Literweise Blut erbrechen, sodass der Virus durch Tröpfcheninfektion übertragen wird). Als ich diesen entstellten Geistlichen sah, sagte ich schon – nach wohlgemerkt 10, 15 Minuten – der Film würde schlecht werden. Und meine Meinung änderte sich auch nicht mehr. Denn aus dem Kern der Geschichte hätte man viel mehr machen können als einen zwar überaus spannenden aber auch brutalen, ekeligen und platten Horrorfilm.
Lobend muss ich aber sagen, dass die Schauspieler alle samt unbekannt waren. Gut, das könnte am Plot und dessen Umsetzung liegen. „Sie waren jung und brauchen das Geld.“ Der Schauspieler, der am bekanntesten sein dürfte ist Brendan Gleeson, der bereits unter anderem in „Gangs Of New York“, Steven Spielbergs „A.I.“ und „Mission Impossible 2“ mitspielte. Die meisten anderen Schauspieler hatten bisher aber fast nur TV-Rollen oder spielten in kleineren Filmen mit. Das hat aber nichts zu sagen, denn alle Schauspieler machen ihre Sache sehr gut. Man nimmt ihnen ab was sie spielen und kann sich – besonders am Anfang mit Jim – mit ihren Rollen identifizieren. Schön, dass hier auch mal junge, nicht so bekannte Gesichter eine Chance bekommen haben!
Ein weiteres Lob geht an die Kameraleute. Da sich der Film an den Horrorfilmen der 70er anlehnen soll, ist es meiner Meinung nach eine sehr gute Idee, die Bilder öfter sehr körnig und grob darzustellen. So sind die Regentropfen in einem Bild quasi nur als weiße Punkte zu sehen – fast wie ein Rauschen oder ähnliches in alten Filmen. Das trägt zum einen zur Stimmung des Films bei und zeigt außerdem eben die hohe Affinität zu den 70er-Jahre-Horrorfilmen.
Ein weiteres Indiz für diese Affinität – und damit komme ich nun zu meinen Kritikpunkten – sind die Infizierten, die ungefähr genauso spastisch und lächerlich durch das Bild wackeln, wie die Zombis aus alten Filmen. Regisseur Danny Boyle („Trainspotting“, „The Beach“) schafft es immer wieder, ein hohes Maß an Spannung und auch Tempo zu erzeugen, wenn die Infizierten auftauchen. Das ist auch nötig, ansonsten wäre man wohl bei diesen Zuckungen in schallendes Gelächter ausgebrochen. Kurz: Das sieht wirklich selten dämlich aus!
Am Anfang trifft der Film einmal, als Jim durch das menschenleere London läuft. Danach kommt man aber vor Spannung und Ekel nicht mehr dazu, über den Film nachzudenken (was wegen der flachen Story auch besser ist). Als die Überlebenden in der Militärbasis ankommen und die Frauen dann erstmal von der gesamten Truppe vergewaltigt werden sollen, hat mich der Film zum zweiten Mal getroffen. „Gut, schickt einen Virus in die Welt, lasst die Menschen mutieren und blutrünstig werden, aber nun noch sowas – das reicht langsam an Ekel!“, dachte ich mir – besonders da die eine Dame ein Mädchen von vielleicht 15, 16 Jahren ist... Und aus dem Wunsch der Soldaten, endlich wieder Sex haben zu können – notfalls auch gegen den Willen der Frau – entsteht dann die nächste Spannung und auch der große Showdown...
-----FAZIT:-----
Wer auf Horrorfilme und/oder Schockeffekte und Zusammenzucken im Kinosessel steht, ist mit „28 Days Later“ an der richtigen Adresse. Ich persönlich hätte lieber auch etwas Anspruch und weniger Splatter gesehen. Außerdem wirken die Infizierten auf mich so lächerlich, dass ich schon deswegen den Film nicht wirklich ernst nehmen kann.
-----STORY:-----
In einem Labor lassen Tierschützer Affen frei, die dort zu Versuchszwecken gehalten werden – Ein Fehler wie sich nur 28 Tage später herausstellt. Denn die Affen waren mit einem gefährlichen Virus infiziert...
28 Tage später wacht Jim (Cillian Murphy) im Krankenhaus aus dem Koma auf. Kein Arzt ist in seinem Zimmer zu sehen, die Flure sind verwüstet und das Krankenhaus ist Menschenleer. Auch Londons Straßen sind still, die bekannten Doppeldeckerbusse liegen umgekippt auf der Straße – nirgendwo ein Lebenszeichen. Aber schon bald macht er die „Bekanntschaft“ mit einigen überlebenden Menschen, die infiziert und dadurch blutrünstig und brutal geworden sind. Auf seiner Flucht lernt Jim die nicht infizierte Selina (Naomi Harris) kennen.
Zusammen ziehen die beiden eher ziellos durch London und machen dann die Bekanntschaft mit Frank (Brendan Gleeson) und dessen Tochter Hannah (Megan Burns). Und die beiden haben per Radio eine Botschaft aus einem Militärlager bei Manchester empfangen, wo sie, so die Botschaft, die Antwort auf den Virus und Schutz finden können. Also machen sich die Vier auf die gefährliche Reise, ahnen aber nicht, dass in der Militärbasis das Grauen längst kein Ende finden wird.....
-----KOMMENTAR:-----
Was macht ein Mensch, wenn ihm alles genommen ist, was sein Leben organisiert, kontrolliert und schöner macht – Staat, Regierung, Gesetze, Polizei, Freunde, Familie, Mitmenschen....? Eine Interessante Frage, der man auf hohem Niveau hätte nachgehen können, in „28 Days Later“. Stattdessen sieht man nach vielleicht 10, 15 Minuten einen Geistlichen, der, infiziert, mit spastisch aussehenden Zuckungen und einem hässlich entstellten Gesicht auf Jim zuwackelt und versucht ihn auch zu infizieren (was im Film häufig dadurch geschieht, dass die Infizierten über ihre Opfer Literweise Blut erbrechen, sodass der Virus durch Tröpfcheninfektion übertragen wird). Als ich diesen entstellten Geistlichen sah, sagte ich schon – nach wohlgemerkt 10, 15 Minuten – der Film würde schlecht werden. Und meine Meinung änderte sich auch nicht mehr. Denn aus dem Kern der Geschichte hätte man viel mehr machen können als einen zwar überaus spannenden aber auch brutalen, ekeligen und platten Horrorfilm.
Lobend muss ich aber sagen, dass die Schauspieler alle samt unbekannt waren. Gut, das könnte am Plot und dessen Umsetzung liegen. „Sie waren jung und brauchen das Geld.“ Der Schauspieler, der am bekanntesten sein dürfte ist Brendan Gleeson, der bereits unter anderem in „Gangs Of New York“, Steven Spielbergs „A.I.“ und „Mission Impossible 2“ mitspielte. Die meisten anderen Schauspieler hatten bisher aber fast nur TV-Rollen oder spielten in kleineren Filmen mit. Das hat aber nichts zu sagen, denn alle Schauspieler machen ihre Sache sehr gut. Man nimmt ihnen ab was sie spielen und kann sich – besonders am Anfang mit Jim – mit ihren Rollen identifizieren. Schön, dass hier auch mal junge, nicht so bekannte Gesichter eine Chance bekommen haben!
Ein weiteres Lob geht an die Kameraleute. Da sich der Film an den Horrorfilmen der 70er anlehnen soll, ist es meiner Meinung nach eine sehr gute Idee, die Bilder öfter sehr körnig und grob darzustellen. So sind die Regentropfen in einem Bild quasi nur als weiße Punkte zu sehen – fast wie ein Rauschen oder ähnliches in alten Filmen. Das trägt zum einen zur Stimmung des Films bei und zeigt außerdem eben die hohe Affinität zu den 70er-Jahre-Horrorfilmen.
Ein weiteres Indiz für diese Affinität – und damit komme ich nun zu meinen Kritikpunkten – sind die Infizierten, die ungefähr genauso spastisch und lächerlich durch das Bild wackeln, wie die Zombis aus alten Filmen. Regisseur Danny Boyle („Trainspotting“, „The Beach“) schafft es immer wieder, ein hohes Maß an Spannung und auch Tempo zu erzeugen, wenn die Infizierten auftauchen. Das ist auch nötig, ansonsten wäre man wohl bei diesen Zuckungen in schallendes Gelächter ausgebrochen. Kurz: Das sieht wirklich selten dämlich aus!
Am Anfang trifft der Film einmal, als Jim durch das menschenleere London läuft. Danach kommt man aber vor Spannung und Ekel nicht mehr dazu, über den Film nachzudenken (was wegen der flachen Story auch besser ist). Als die Überlebenden in der Militärbasis ankommen und die Frauen dann erstmal von der gesamten Truppe vergewaltigt werden sollen, hat mich der Film zum zweiten Mal getroffen. „Gut, schickt einen Virus in die Welt, lasst die Menschen mutieren und blutrünstig werden, aber nun noch sowas – das reicht langsam an Ekel!“, dachte ich mir – besonders da die eine Dame ein Mädchen von vielleicht 15, 16 Jahren ist... Und aus dem Wunsch der Soldaten, endlich wieder Sex haben zu können – notfalls auch gegen den Willen der Frau – entsteht dann die nächste Spannung und auch der große Showdown...
-----FAZIT:-----
Wer auf Horrorfilme und/oder Schockeffekte und Zusammenzucken im Kinosessel steht, ist mit „28 Days Later“ an der richtigen Adresse. Ich persönlich hätte lieber auch etwas Anspruch und weniger Splatter gesehen. Außerdem wirken die Infizierten auf mich so lächerlich, dass ich schon deswegen den Film nicht wirklich ernst nehmen kann.
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