28 Weeks Later (DVD) Testbericht

28-weeks-later-dvd-horrorfilm
ab 8,85
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Erfahrungsbericht von der_dominator

lauf, lauf gib nicht auf (sonst fressend ich die zombies auf)

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

28 Tage, ein ganzer Monat, wenn man es genau nimmt, ist es her seitdem eine engagierte Gruppe in ein geheimes Forschungslabor eindringt wo Schimpansen, mit einem tödlichen Virus infiziert, gehalten und zum Zwecke der Forschung beobachtet werden. Streng geheim versteht sich, denn allein der Gedanke irgendwo auf dieser Welt existiert ein Virus der binnen weniger Tage die gesamte Menschheit in eine Horde blutlüsterner Zombies verwandeln kann würde sicherlich für allerlei Aufregung sorgen. Das ganze geht schief. Einer der Aktivisten wird von einem Affen gebissen und gemäß dem „10 kleinen Negerlein“ befällt sie einen nach dem nächsten. Ein Gegenmittel steht nicht parat und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Von alledem merkt Jim (Cillian Murphy) nichts. Wie auch, denn während sich der todbringende Virus von London aus um die ganze Welt verbreitet, liegt der Fahrradkurier im Coma. 28 Tage später nun, wacht er auf und ist zunächst der einsamste Mensch der Welt. Zunächst ein wenig verwirrt wird ihm erst beim lesen einer „aktuellen“ Zeitung, die man überall auf den Straßen verteilt findet, klar was hier passiert ist. Ein paar Getränkedosen in der Hand macht er sich auf die Suche nach weiteren Überlebenden. Doch sein ständiges „Hallo“ das einsam über den Londoner Stadtvierteln kreist wird nicht erhört. Erst in einer Kirche trifft auf scheinbar menschliches Leben, das ihm jedoch eher an den Hals als mit ihm ums Überleben kämpfen will. Er flieht und, von einer Meute Zombies die sich in der Kirche verschanzt haben verfolgt, macht er sich aus dem Staub. Und er hat Glück, denn die brennenden Geschosse die plötzlich über seinen Kopf hinweg fliegen gelten der Meute hinter ihm und so ist er erstens aus dem gröbsten raus und zweitens wieder „unter normalen Leuten“, denn in Selina (Naomi Harris) und einem weiteren Überlebenden findet er zwei Weggefährten, die ihm die Lage erklären ehe es zu einer erneuten Konfrontation mit den Zombies kommt.

Diesmal im Elternhaus von Jim und diesmal nicht ohne Folgen denn nach einem Angriff der Kreaturen bleiben nur Jim und Selina am Leben. Wie es das Schicksal aber so will finden sie in Frank und seiner Tochter zwei weitere Überlebende mit deren Hilfe sie sich auf nach Manchester machen wo einen Gruppe von Soldaten ein Gegenmittel gefunden haben soll…


Mit dem Gedanken dass es sich bei „28 days later“ um einen reinen Zombiefilm handeln soll möchte ich mich nicht anfreunden. Sicherlich sind die meisten der agierenden Akteure eher Tod als lebendig aber dennoch spielt eine andere Komponente in dem Film eine nicht ganz untergeordnete Rolle. Es ist der Kampf ums Überleben den Danny Boyle, den ich für „Trainspotting“ liebe und der mir auch durch „the Beach“ nicht unsympathischer wurde, in den Mittelpunkt seiner gut 115 Minuten stellt. Gelungen wie ich finde, denn während der gut zwei Stunden geht es nicht darum exzessiv Gewalt darzustellen. Im Gegenteil, auch wenn es die ein oder andere durchaus „harte“ Szene dabei ist und der Film bei uns sicherlich eher für die Kinogänger jenseits der Volljährigkeit geeignet sein wird, werden diese durch schnell Schnitte ein wenig entkräftet, was dem Film gut tut, denn von dieser Schnelligkeit lebt der Film, der erneut auf einem Alex Garland Roman basiert.

Aber nicht nur die „Schnelligkeit“, durch eben jene Schnitte hervorgerufen, ist typisch für den Boylestreifen. Für seine Aufnahmen benutzte er eine Art Kamerafilter, der das ganze ein wenig verschwommen darstellt. Das ganze hat einen Vorteil - es wirkt nicht so künstlich und bunt wie die meisten Hollywoodproduktionen, im Gegenteil es sind die eher tristen Farben die dem ganzen Atem einhauchen und die Bedrohung auch für den Zuschauer jederzeit nachvollziehbar machen. Unterstützt wird das ganze durch wirklich atemberaubende Kameraeinstellungen und tolle Fahrten der selben, die selbst Kollegen David Fincher zumindest gleichgestellt werden dürften.

Beklemmend. Das ist „28 days later“ wie schon lange kein Film mehr. Ein Beispiel? Zu Beginn „wandert“ Jim durch London, eben noch von tausenden Menschen besiedelt, das nun vollkommen verlassen und vereinsamt daherkommt. Dazu die ständigen „Hallo“ Rufe - ein Gefühl das man kaum beschreiben kann, umso merkwürdiger ist es, wenn man die Wege „Jimmys“ selbst schon gegangen ist und London und deren Menschenmassen ein wenig kennt und erlebt hat.

Auf ganz große Schauspieler verzichtet Boyle. Und das stört wirklich niemanden, denn die Hauptdarsteller sind Atmosphäre und die von mir schon arg gebeutelte Geschwindigkeit die immer dann, unterstützt von rasenden Technotracks, einsetzt wenn die Gruppe von Zombies verfolgt wird, was nicht selten ist. Auch der Rest der Crew macht seine Sache gut und Jim Darsteller Murphy dürfte in Zukunft keinerlei Probleme haben im Filmgeschäft Fuß zu fassen während die junge Megan Burns dem ein oder anderen Jungen den Kopf verdrehen und zum träumen anregen sollte - und dabei handelt es sich nicht unbedingt um Alpträume rund um Zombies und anderes „Getier“.


Unterm Strich könnte „28 days later“ der beste und vor allem aufregenste Streifen des Sommers werden, denn im wesendlichen passt in Danny Boyles drittem „großem“ Film all das was einen großartigen Film ausmacht. Eine spannende Geschichte, die ohne etwaige Längen auskommt und den wissbegierigen Kinogänger förmlich süchtig nach mehr macht, weil nie zuviel erzählt wird, tolle Kameraeinstellungen mit „gruseligen“ Bildern, gut getimte Schnitte und überzeugende Akteure. Zudem ist auch die schon erwähnte musikalische Untermalung gelungen und weiß das „Gesehen“ steht’s passend zu untermalen. Lediglich Zuschauer die der dann doch nicht ganz unwichtigen Zombiekomponente nichts abgewinnen können oder weit unter der magischen 18er Grenze sind sollten dem Film wegbleiben.

[unterm Strich bleibt ]

28 days later - USA / London 2003
FSK: voraussichtlich ab 18

Regie: Danny Boyle
Darsteller: Cillian Murphy (Jim), Naomie Harris (Selena), Jim Sheridans (Frank), Alex Coxs (Henry), Megan Burns (Hanna) u.a.

Kinostart: 05.06.2003


© der_dominator im April 2003 - wirklich empfehlenswert

18 Bewertungen