Die Brücke (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von Robzn
\"Krieg spielen macht wohl Spaß?\"
Pro:
schwarz/weiß Bilder erhöhen das Realitätsempfinden, gute schauspielerische Leistung der Kinder, überzeugende Aufnahmen
Kontra:
manchmal etwas \\\\\\\\\\\\\\\"Theater\\\\\\\\\\\\\\\"-schauspielerei
Empfehlung:
Ja
======================= Der Film an sich. =======================
== Geschichte (Kurze Zusammenfassung.) ==
April 1945. Sieben Jungendliche, Freunde aus Schultagen, träumen davon, endlich etwas zu erleben. Ideologie, Patriotismus und Vaterlandverteidigung prägen ihre Gedanken. Dann kommt der Tag der Einberufung und schon am ersten Abend beginnt ihr Einsatz. Eine strategisch unwichtige Brücke soll geschützt werden, so das den Jungs nichts geschieht und sie der Front fern bleiben. Doch das Schicksal nimmt seinen lauf.
== Geschichte (Lange Zusammenfassung ohne das Ende zu erzählen.) ==
„Die Brücke“ von Bernhard Wicki beschreibt die Geschehnisse des April 1945, nach dem Roman von Manfred Gregor.
Sieben Schuljungen, allesamt um die 16 Jahre alt wohnen in einem kleinen Ort nahe der sich bald anbahnenden Frontlinie. Gesehen vom Krieg haben die Dorfbewohner noch nichts und doch macht sich jeder seine eigenen Gedanken. Die einen reden von Endsieg, Vaterlandskampf. Die anderen versuchen ihr Leben zu leben. Und die letzten ahnen die befürchtete Bedrohung durch die Amerikaner und Russen und versuchen zu fliehen. Die Jungs aber sind vernarrt in die Idee, endlich mit ran zu dürfen. In der Schule werden Frontverläufe auf Karten nachgespielt, strategische Pläne durchdacht und doch durchleben sie die Zeit der Pubertät und gehen ihrem Leben nach wie jeder Junge in dem Alter. Jeder auf seine Art und Weise. Einige Tage später die erste Begegnung mit dem Krieg. Eine Bombe ist in dem kleinen Flüsschen des Ortes runtergekommen und die Jungs sind schwer begeistert von dem Ereignis.
Dann, eines Tages, kommt ihre Einberufung und für manche die Flucht aus der Realität und dem verhassten zu Hause. Man solle zum Soldaten, zum Mann gemacht werden. Die sieben Jungs sind außer sich vor Freude und melden sich am nächsten Tag pünktlich zum Dienst. Laufen, Ducken, das Gewehr reinigen, alles wird ihnen beigebracht. Doch an einem Tag wird man nicht zum Soldat. Abends dann Alarm, der erste Einsatz rückt näher und für die Jungs der lang ersehnte Fronttag. Um sie jedoch zu schonen, bzw. den Rest der Truppe nicht zu gefährden, bekommen sie einen Sonderauftrag. Ihre Brücke, Treffpunkt seit je her, soll verteidigt werden; jedenfalls sollen sie es denken. Strategisch unwichtig soll sie am nächsten Tag gesprengt werden und die Jungs die Aufgabe erhalten, „Krieg zu spielen“.
Doch es kommt ganz anders. Beim Spaziergang des Unteroffiziers und dem Weg zum Kaffeeholen begegnet er einer Patrouille. Fliehen wolle er, sich aus dem Staub machen. Es kommt zum Handgemenge und Schüssen; er ist tot. Nun sitzen die Jungs schutzlos an ihrem Bunker, stetig in ihrem Glauben der wichtigen und strategisch wertvollen Brückenverteidigung.
Nachdem immer und immer mehr zurück fahrende Lastwagen von der Front zurück kehren und fliehen, fangen die Jungs an nachdenklich zu werden. Sollen wir wirklich bleiben? Wo wollen all die Soldaten hin? Doch man bleibt. Der nächste Tag bricht herein und die Jungs setzen sich zusammen und frühstücken. Da, ein Tiefflieger am Himmel! Sigi, das Nesthäkchen der sieben, wirft sich verschreckt auf den Boden, während die anderen das Flugzeug in der Ferne beobachten. Gelächter, Sprüche über den kleinen Angsthasen. Plötzlich wendet der Flieger und kommt genau auf die Brücke zu. Die Jungs werfen sich hin, doch einer bleibt stehen. Sigi. Mit zitterndem und doch entschlossenem Blick wirft er sich der Bedrohung entgegen. Es wird seine letzte Tat sein. Nun sind die fünf übrig gebliebenen noch wütender und patriotisch denn je. Sie sollen dafür büßen!
Ein paar Minuten später Geräusche. Panzer rollen näher... doch es sind nicht die Panzer der Wehrmachtssoldaten.
== Fakten ==
Filmtitel: Die Brücke
Jahr: 1959
Land: BRD
Regie: Bernhard Wicki
Buchvorlage: Manfred Gregor
Darsteller: Folker Bohnet, Fritz Wepper, Michael Hinz, Frank Glaubrecht, Karl Michael Balzer, Volker Leichtenbrink, Günther Hoffman, Cordula Trantow, Wolfgang Stumof, Günter Pfitzmann, Vicco von Bülow
FSK: 12
Länge: 158 Minuten (im Original 103 auf 2816m Filmband)
Filmpreise:
Golden Globe 1960, Preis der New Yorker Filmkritik: Bester ausländischer Film 1960, Oscar-Nominierung: Bester ausländischer Film 1960, Bundesfilmpreis 1960: Goldenes Band (Beste Regie), 1960 Bambi, 1960 Deutscher Jugendfilmpreis, 1960 Auszeichnung der UNO für Verdienste um den Frieden und viele viele mehr
Regieassistent: Holger Lussmann
Produktionsfirma: Fono
Kinoverleih: DFH
Kamera: Gerd von Bonin
Musik: Hans-Martin Majewski
Produzent: Hermann Schwerin
Drehbuch: Michael Mansfeld, Karl-Wilhelm, Vivier Bernhard Wicki
Art Direction: Heinrich Graf Bühl, Peter Scharff
Kostüme: Jutta Lürmann, Josef Wanke
Schnitt: Carl-Otto Bartning
Schminke: Jonas Müller, Alfred Rasche
Ton: Willi Schwadorf
Farbe: Schwarz-Weiss
Premiere: 10.22.1959 Mannheim, Alster Lichspiele
========= Meine Meinung zu den Charakteren und dem Umfeld. =========
== Der Ort des Geschehens. ==
Der gesamte Film findet in einem kleinen Ort im heutigen Rheinland Pfalz statt und spielt ausschließlich dort. Hauptpunkt ist die Brücke, deren Namen auch der Film trägt, welche nicht nur „Spielplatz“ der Jungs ist, sondern auch später zur Verteidigung dienen soll. Sie ist nicht besonders prachtvoll, nicht mit einer tollen Landschaft umgeben und hat auch ansonsten keine auffälligen Merkmale. Ein Bogen aus Stein, mit halb hohen Rändern, mehr nicht. Wahrscheinlich der beste und dezenteste Platz, an dem man den Höhepunkt des Filmes hätte drehen können.
Zu Beginn des Filmes werden die einzelnen Stationen der Jungen dargestellt und miteinander verknüpft. Manch einer lebt reich und im Wohlstand auf einem Bauernhof mit vielen Bediensteten, manch anderer arm innerhalb des Dorfes. Keine Spur der Zerstörung, keine Bombeineinschläge. Ein typischer Ort mit den üblichen alten Fenstern, alten Möbeln und ein Leben wie man es sich um die Kriegszeit herum eigentlich gar nicht so recht vorstellen kann, wenn man die Bilder der zerbombten und ausgebrannten Städte gesehen hat. Und doch ein markantes Bild, dass die Umgebung sehr glaubhaft und realistisch darstellen lässt.
== Die sieben Hauptdarsteller. ==
= Sigi Bernhard, gespielt von Günther Hoffmann =
Sigi ist der kleinste und jüngste der Buben. Über ihn wird sich amüsiert, lustig gemacht und doch halten alle zu ihm und sind sehr Kameradschaftlich. Dennoch stolpert er oft über seine eigene Tollpatschigkeit, die ihm letztendlich auch zum verhängnis wird. In dem Moment, in dem er allen beweisen möchte, dass er kein Kind mehr ist, geschieht das unerwartete.
Günther Hoffmann spielt den Sigi wirklich sehr eindrucksvoll. Mit großen, fragenden Augen läuft er durch die Welt und stellt den kleinen Tollpatsch dar, der sich an seine großen Freunde klammert und immer mit dabei sein will. So recht scheint er gar nicht zu wissen wie ihm geschieht und lässt alles mit sich ergehen. Leider wird seine Position schon fast zur späteren Bedeutungslosigkeit degradiert und hinkt etwas hinter den anderen Charakteren nach. Dennoch braucht der Film ihn um zu zeigen, wie jung die sieben doch eigentlich sind. In einer Szene explodiert ein kleiner Sprengsatz neben ihm und seine Leiche zuckt etwas zusammen. Aber wer würde sich nicht schrecken wenn kaum einen Meter neben ihm ein Knallfrosch explodiert? Und so genau wollen wir dann auch nun wieder nicht sein.
= Albert Mutz, gespielt von Fritz Wepper =
Albert wohnt mit seinem Freund Hans wie fast alle anderen noch zu Hause bei seiner alleinstehenden Mutter; der Vater längst verstorben an der Front. Er hilft wo er kann und ist einer der anständigeren Jungs. Seine Rolle wird erst gegen Ende erwartungsvoller, doch ich möchte natürlich nicht zu viel verraten. Bis dahin bleibt er etwas in der Zurückhaltung und spielt den Unauffälligen.
Fritz Wepper glänzt durch seine diskrete Nebenrolle, die besagte Schlüsselszene erst gegen Ende findet. Er hält sich in Deckung und schafft es so überzeugend den lieben, braven Jungen zu spielen, der seine Mutter liebt, Kameradschaftlich ist und gern zur Schule geht ohne etwas anzustellen.
= Hans Scholten, gespielt von Volker Bohnet =
Hans, fortgegangen von der Mutter in die erhoffte Sicherheit, wohnt mit Albert bei dessen Mutter. Wie auch Albert ist er der brave Junge, der später jedoch völlig unerwartet zum Mannschaftsführer aufsteigt und somit das Kommando über seine Freunde erteilt bekommt. Er ist der Zweifler in der Gruppe der sich später fragt, welchen Sinn und Zweck das ganze Unterfangen denn noch haben kann. Doch niemand hört ihm zu und um nicht als Feigling dazustehen, läuft er mit.
Volker Bohnet miemt den strubligen, großen Kerl, der zwar intelligent genug ist um festzustellen, dass es falsch ist was sie tun, dennoch nicht genug Ehrgeiz zeigt um seine Meinung durchzusetzen. Der bewegenste Moment für mich war, als er gemeinsam mit Hans im Graben lag, beide weinten und sich festhielten. Eine Prachtleistung schauspielerischen Könnens.
= Walter Forst, gespielt von Michael Hinz =
Walter ist der erwachsenste der Gruppe. Geprägt durch seinen Vater, dem Ortsgruppenleiter der NSDAP, hat der die strenge Hand schon lange satt und sieht in ihm nur den feigen Bonzen, der sich aus dem Staub machen möchte. Anders als er möchte er etwas erreichen, zeigen, dass er jemand ist und strengt sich auch sehr ehrgeizig an, an dieses Ziel zu gelangen. Durch seine Reife genießt er seine Pubertät etwas anders, als seine Klassenkameraden und vergnügt sich so ab und an mit der Sportlehrerin, die sichtlich unter der Männerknappheit im Dorf leidet.
Durch sein markant austobendes und dennoch reifes Verhalten zeigt Michael Hinz welche Unterschiede es im Inneren der Jungen gab. Er ist das genaue Gegenstück zu Sigi, viel erwachsener. Wie er mit seinem Vater herumstreitet oder seine Freunde beschützt ist schon erstaunlich, wobei ich ihm die Trauer beim Tod von Sigi nicht ganz abgenommen habe. Dennoch ist zumindest sein Heldenpart äußerst gelungen.
= Karl Hober, gespielt von Karl Michael Balzer =
Karl ist der später sehr in sich zurückgezogene und von seinem Erlebnis geprägte Charakter, den er sehr in negativer und herablassender Art den anderen entgegenbringt. Er gehört zwar ebenfalls zum Freundeskreis, ist jedoch nur dabei um seinem Elternhaus zu entfliehen. Verliebt in die Angestellte seines Vaters musste er erleben, dass die beiden ein Verhältnis zueinander aufgebaut haben und verlässt noch in selbiger Nacht das Elternhaus und sucht seinen Frieden bei der Wehrmacht.
Karl Heinz Balzer scheint es genossen zu haben den etwas verrückten Karl zu spielen, der mit sich selbst nicht mehr zurecht kommt und immer am grübeln und nachdenken ist. Man hat zwar nicht sehr das verliebte Gefühl anfangs und doch ist er tollpatschig in seiner Art, als Barbara (die Angestellte) ein selbstgemaltes Bild von ihm findet, dass sie wiedergibt. Auch als er vom Verhältnis Wind bekommt und sich seine Person wandelt, ist dies sehr überzeugend und man weiß nie, was er als nächstes tun könnte.
= Klaus Hager, gespielt von Volker Lechtenbrink und Franziska, dargestellt von Cordula Trantow =
Mit seiner Freundin Franziska hat Klaus eine der wenigen Hauptrollen des Filmes. Liebevoll geht er mir seiner Freundin um und wehrt sich gegen alle Vorwürfe seitens dem inzwischen frauenfeindlichen Karls. Franziska spielt natürlich das junge, träumende Mädchen. Sie ist traurig darüber, dass ihr Klaus einberufen wurde und versucht die letzten Stunden noch mit ihm zu genießen.
Volker Lechtenbrink und Cordula Trantow spielen so dermaßen überzeugend das verliebte Pärchen, dass man glauben könnte sie wären im wirklichen Leben auch ein Pärchen. Diese oftmals sehr stark verliebten Blicke sind tatsächlich sehr erfüllt mit emotionalen und gefühlvollen Inhalten und zeigen dem Betrachter des Films, dass es auch damals nicht nur Krieg, Leid und Unglück gab. Das normale Leben war fester Bestandteil der Kriegsjahre, so auch zu den Endtagen, was uns am Beispiel dieser beiden deutlich gemacht wird.
= Jürgen Borchert =
Jürgen kommt aus gutem Hause und sieht in seinem verstorbenen Vater das große Vorbild. Er ist stolz, als er seinen Freunden seine Einberufung verkünden kann und seine Mutter ihm des Vaters Pistole überreicht.
Jürgen Borchert ist die treibende Kraft, welche die anderen immer wieder davon überzeugen kann zu bleiben und die Brücke zu verteidigen. Auch als es zu dem späteren Konflikt mit den Amerikanern kommt, lächelt er bei jedem Treffer und zeigt wie viel Spaß ihm das Spielen macht. Bis zum Schluss hält er dies durch und ist ganz von seinen Idealen überzeugt.
== Einige weitere Charaktere. ==
= Die Mütter der Jungs. =
Nicht alle Mütter haben die Gemeinsamkeit des Trauerns um ihre Jungs. Manch eine findet sogar Gefallen daran und entgegen vieler männlicher Schauspieler im Film finde ich, sollte die Leistung der Frauen hier besondere Ehre verdienen. Die Sorge oder auch die Gleichgültigkeit sieht man ihren Augen deutlich an, ebenso die verzweifelte Lage in der sie stecken. Dennoch hat man nicht das Gefühl, dass es ihnen besonders schlecht gehen würde oder sie mit ihrer Situation zu kämpfen haben. Anscheinend gibt es zwar wenig zu essen, aber dennoch führen doch alle ein normales Leben und das größtenteils nicht mal sparsam. Hier kann man sowohl einen Plus- als auch einen Minuspunkt geben.
= Der Ortsgruppenleiter der NSDAP. =
Eine scheinbar sehr wankelmütige Person, stets darauf bedacht immer das beste für sich selbst und das schlechteste für alle anderen zu tun. Er ist der Vater von Walther, der gleichzeitig seinen Sohn einen Tag vor seiner Einberufung verlässt und seine Mutter Emma kurzerhand mit dem Zug davon schickt und so ein Leben mit seiner Geliebten führen kann. Für den Jungen ist er ein Vaterlandsverräter und ein feiger Hund, der sich nun kurz vor Ende des Krieges aus dem Staub machen will. Irgendwie spielt der Schauspieler nicht so wirklich überzeugend, dennoch ausreichend für die Rolle des Ortsgruppenleiters.
= Unteroffizier Heilmann, gespielt von Günter Pfitzmann =
Günter spielt den Unteroffizier mit Bravour. Leicht belächelt gibt er den Jungs aufgaben und steht mit seiner lockeren Art da, im Glauben es würde schon nichts passieren. Er wirkt sehr ruhig, gelassen und zeigt dennoch Autorität, die zu gegebener Zeit in Wut ausbricht und sein Verhängnis wird. Auch seine häufigen Sprüche sind mitunter sehr belustigend.
= Lehrer Stern, gespielt von Wolfgang Stumpf =
Er hat den Jungs Ehre, Kameradschaft und Patriotismus gelehrt. Nun, da die Zeit des Krieges gekommen ist, sieht er sie verloren und versucht sie davor zu bewahren. In „Columbo“ Manier (Falls noch jemand den trottligen Kommissar mit dem schiefen Auge kennt.) ist er fair zu seinen Schülern und streng in seinem Glauben an die verfälschten Ideale der Wehrmacht. Seine Nebenrolle ist zwar wenig dramatisch, jedoch wichtig um nicht nur die Lücken zu füllen, sondern zu zeigen woher die Jungs unter anderem ihren Glauben her haben.
================= Meine Meinung und Fazit zum Film =================
Die Idee des Filmes ist genial; sieben Jungs verfolgen im Volkssturm ihre Ideale Deutschland zu retten und diese Brücke ist der Weg dorthin. Allesamt waren sie schon damals gute Schauspieler und sind größtenteils nicht nur überzeugend, sondern man baut auch eine innere Bindung zu jedem einzelnen auf, sei es das kleine Nesthäkchen, oder der erstrebende Held.
Durch den Einsatz der schwarz/weiß Aufnahmen, ob nun gewollt oder nicht, bekommt der Film noch mal zusätzlich einen Funken Realismus zugespielt und man hat noch eher das Gefühl, zu sehen, „wie es wirklich war“ (etwa wie in Schindlers Liste). Auch durch den Einsatz der mitunter schrägen Töne (manchmal zu hoch) wie es damals halt so war bei den Filmen wird dieses Empfinden verstärkt, was ich also absolut nicht negativ sondern eher positiv ansehe.
„Dies geschah am 27. April 1945. Es war so unbedeutend, dass es in keinem Heeresbericht erwähnt wurde.“, prangert zu Ende des Films auf dem Bild. Er zeigt wie unwichtig das einzelne Leben war, die menschenverachtend doch dieser ganze Krieg. Ein äußerst erschütternder Antikriegsfilm, der zeigt, dass Krieg kein Spaß oder Spiel ist, sondern Menschen leiden und Menschen sterben. Im ersten Augenblick schien den Jungs das Schießen Freude zu bereiten, doch als der erste Tod umgefallen ist, wandte sich das Blatt. Sie finden an zu weinen und waren das was sie sind, Kinder. Aber nicht nur Kinder waren vor der Linse, sondern auch die Alten, die jedoch im Gegensatz zu den Sieben direkt an der Front eingesetzt und noch mal verheizt wurden.
Dieser Film hat allerdings auch Minus- wie Pluspunkte. Die Schauspieler während des Geschehens, die nicht so viel mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, sind teilweise etwas unglaubwürdig und wissen anscheinend manchmal nicht viel mit ihrer Person anzufangen vor der Kamera. Andere hingegen, etwa der Lehrer, die Alten oder der Truppenkommandeur im Lager, der die Mannschaften einteilt und sich verdutzt über das Alter seiner Soldaten wundert, machen ihre Rolle sehr gut.
Der Ort ist zwar etwas einfach gestaltet, wird jedoch nie eintönig oder langweilig, da genug Abwechslung in den Szenen und Charakteren steckt. Erst als die Panzer auftauchen kommt ein anderes Bild zustande, dass man bis Dato noch gar nicht kannte. Der Film glänzt nicht durch Effekte, tolle Showeinlagen oder riesige Gebäude die zerfallen, sondern durch das Schicksal des kleinen Jungen, der nur Cowboy und Indianer spielen wollte. Gefühle, Emotionen und menschliche Eindrucke werden dem Betrachter übermittelt und würde man sich nicht selbst so viele Gedanken über und während des Films machen, so täte man recht schnell merken, wie einfach er gestrickt ist.
Was mir negativ aufgefallen ist, ist die Darstellung der Amerikaner, als wären sie die tollsten Helden. Okay, sie mögen nicht auf die Kinder schießen wollen und doch hat der eine Scharfschütze den Jungen genau durch das Visier sehen können und abgedrückt. Verbrecher gab es auf beiden Seiten, doch hier wird dies etwas verzerrt dargestellt.
Zu guter letzt die abschließenden Worte: Der Film, welcher ausnahmsweise nicht aus der Sicht der Amerikaner spielt, ist absolut sehenswert und jeder der sich für die Geschichte des zweiten Weltkrieges interessierte, sollte ihn gesehen haben. Er kann von der Aufmachung her nicht mit modernen Produktionen aus dem Hause wie James Ryan mithalten, von der zeitlosen Geschichte her jedoch allemal! Es wird zwar sicherlich bessere geben, aber zu den besten zählt dieser Anti-Kriegsfilm auf jeden Fall.
© 2004 Robzn für ciao.com und yopi.de
== Geschichte (Kurze Zusammenfassung.) ==
April 1945. Sieben Jungendliche, Freunde aus Schultagen, träumen davon, endlich etwas zu erleben. Ideologie, Patriotismus und Vaterlandverteidigung prägen ihre Gedanken. Dann kommt der Tag der Einberufung und schon am ersten Abend beginnt ihr Einsatz. Eine strategisch unwichtige Brücke soll geschützt werden, so das den Jungs nichts geschieht und sie der Front fern bleiben. Doch das Schicksal nimmt seinen lauf.
== Geschichte (Lange Zusammenfassung ohne das Ende zu erzählen.) ==
„Die Brücke“ von Bernhard Wicki beschreibt die Geschehnisse des April 1945, nach dem Roman von Manfred Gregor.
Sieben Schuljungen, allesamt um die 16 Jahre alt wohnen in einem kleinen Ort nahe der sich bald anbahnenden Frontlinie. Gesehen vom Krieg haben die Dorfbewohner noch nichts und doch macht sich jeder seine eigenen Gedanken. Die einen reden von Endsieg, Vaterlandskampf. Die anderen versuchen ihr Leben zu leben. Und die letzten ahnen die befürchtete Bedrohung durch die Amerikaner und Russen und versuchen zu fliehen. Die Jungs aber sind vernarrt in die Idee, endlich mit ran zu dürfen. In der Schule werden Frontverläufe auf Karten nachgespielt, strategische Pläne durchdacht und doch durchleben sie die Zeit der Pubertät und gehen ihrem Leben nach wie jeder Junge in dem Alter. Jeder auf seine Art und Weise. Einige Tage später die erste Begegnung mit dem Krieg. Eine Bombe ist in dem kleinen Flüsschen des Ortes runtergekommen und die Jungs sind schwer begeistert von dem Ereignis.
Dann, eines Tages, kommt ihre Einberufung und für manche die Flucht aus der Realität und dem verhassten zu Hause. Man solle zum Soldaten, zum Mann gemacht werden. Die sieben Jungs sind außer sich vor Freude und melden sich am nächsten Tag pünktlich zum Dienst. Laufen, Ducken, das Gewehr reinigen, alles wird ihnen beigebracht. Doch an einem Tag wird man nicht zum Soldat. Abends dann Alarm, der erste Einsatz rückt näher und für die Jungs der lang ersehnte Fronttag. Um sie jedoch zu schonen, bzw. den Rest der Truppe nicht zu gefährden, bekommen sie einen Sonderauftrag. Ihre Brücke, Treffpunkt seit je her, soll verteidigt werden; jedenfalls sollen sie es denken. Strategisch unwichtig soll sie am nächsten Tag gesprengt werden und die Jungs die Aufgabe erhalten, „Krieg zu spielen“.
Doch es kommt ganz anders. Beim Spaziergang des Unteroffiziers und dem Weg zum Kaffeeholen begegnet er einer Patrouille. Fliehen wolle er, sich aus dem Staub machen. Es kommt zum Handgemenge und Schüssen; er ist tot. Nun sitzen die Jungs schutzlos an ihrem Bunker, stetig in ihrem Glauben der wichtigen und strategisch wertvollen Brückenverteidigung.
Nachdem immer und immer mehr zurück fahrende Lastwagen von der Front zurück kehren und fliehen, fangen die Jungs an nachdenklich zu werden. Sollen wir wirklich bleiben? Wo wollen all die Soldaten hin? Doch man bleibt. Der nächste Tag bricht herein und die Jungs setzen sich zusammen und frühstücken. Da, ein Tiefflieger am Himmel! Sigi, das Nesthäkchen der sieben, wirft sich verschreckt auf den Boden, während die anderen das Flugzeug in der Ferne beobachten. Gelächter, Sprüche über den kleinen Angsthasen. Plötzlich wendet der Flieger und kommt genau auf die Brücke zu. Die Jungs werfen sich hin, doch einer bleibt stehen. Sigi. Mit zitterndem und doch entschlossenem Blick wirft er sich der Bedrohung entgegen. Es wird seine letzte Tat sein. Nun sind die fünf übrig gebliebenen noch wütender und patriotisch denn je. Sie sollen dafür büßen!
Ein paar Minuten später Geräusche. Panzer rollen näher... doch es sind nicht die Panzer der Wehrmachtssoldaten.
== Fakten ==
Filmtitel: Die Brücke
Jahr: 1959
Land: BRD
Regie: Bernhard Wicki
Buchvorlage: Manfred Gregor
Darsteller: Folker Bohnet, Fritz Wepper, Michael Hinz, Frank Glaubrecht, Karl Michael Balzer, Volker Leichtenbrink, Günther Hoffman, Cordula Trantow, Wolfgang Stumof, Günter Pfitzmann, Vicco von Bülow
FSK: 12
Länge: 158 Minuten (im Original 103 auf 2816m Filmband)
Filmpreise:
Golden Globe 1960, Preis der New Yorker Filmkritik: Bester ausländischer Film 1960, Oscar-Nominierung: Bester ausländischer Film 1960, Bundesfilmpreis 1960: Goldenes Band (Beste Regie), 1960 Bambi, 1960 Deutscher Jugendfilmpreis, 1960 Auszeichnung der UNO für Verdienste um den Frieden und viele viele mehr
Regieassistent: Holger Lussmann
Produktionsfirma: Fono
Kinoverleih: DFH
Kamera: Gerd von Bonin
Musik: Hans-Martin Majewski
Produzent: Hermann Schwerin
Drehbuch: Michael Mansfeld, Karl-Wilhelm, Vivier Bernhard Wicki
Art Direction: Heinrich Graf Bühl, Peter Scharff
Kostüme: Jutta Lürmann, Josef Wanke
Schnitt: Carl-Otto Bartning
Schminke: Jonas Müller, Alfred Rasche
Ton: Willi Schwadorf
Farbe: Schwarz-Weiss
Premiere: 10.22.1959 Mannheim, Alster Lichspiele
========= Meine Meinung zu den Charakteren und dem Umfeld. =========
== Der Ort des Geschehens. ==
Der gesamte Film findet in einem kleinen Ort im heutigen Rheinland Pfalz statt und spielt ausschließlich dort. Hauptpunkt ist die Brücke, deren Namen auch der Film trägt, welche nicht nur „Spielplatz“ der Jungs ist, sondern auch später zur Verteidigung dienen soll. Sie ist nicht besonders prachtvoll, nicht mit einer tollen Landschaft umgeben und hat auch ansonsten keine auffälligen Merkmale. Ein Bogen aus Stein, mit halb hohen Rändern, mehr nicht. Wahrscheinlich der beste und dezenteste Platz, an dem man den Höhepunkt des Filmes hätte drehen können.
Zu Beginn des Filmes werden die einzelnen Stationen der Jungen dargestellt und miteinander verknüpft. Manch einer lebt reich und im Wohlstand auf einem Bauernhof mit vielen Bediensteten, manch anderer arm innerhalb des Dorfes. Keine Spur der Zerstörung, keine Bombeineinschläge. Ein typischer Ort mit den üblichen alten Fenstern, alten Möbeln und ein Leben wie man es sich um die Kriegszeit herum eigentlich gar nicht so recht vorstellen kann, wenn man die Bilder der zerbombten und ausgebrannten Städte gesehen hat. Und doch ein markantes Bild, dass die Umgebung sehr glaubhaft und realistisch darstellen lässt.
== Die sieben Hauptdarsteller. ==
= Sigi Bernhard, gespielt von Günther Hoffmann =
Sigi ist der kleinste und jüngste der Buben. Über ihn wird sich amüsiert, lustig gemacht und doch halten alle zu ihm und sind sehr Kameradschaftlich. Dennoch stolpert er oft über seine eigene Tollpatschigkeit, die ihm letztendlich auch zum verhängnis wird. In dem Moment, in dem er allen beweisen möchte, dass er kein Kind mehr ist, geschieht das unerwartete.
Günther Hoffmann spielt den Sigi wirklich sehr eindrucksvoll. Mit großen, fragenden Augen läuft er durch die Welt und stellt den kleinen Tollpatsch dar, der sich an seine großen Freunde klammert und immer mit dabei sein will. So recht scheint er gar nicht zu wissen wie ihm geschieht und lässt alles mit sich ergehen. Leider wird seine Position schon fast zur späteren Bedeutungslosigkeit degradiert und hinkt etwas hinter den anderen Charakteren nach. Dennoch braucht der Film ihn um zu zeigen, wie jung die sieben doch eigentlich sind. In einer Szene explodiert ein kleiner Sprengsatz neben ihm und seine Leiche zuckt etwas zusammen. Aber wer würde sich nicht schrecken wenn kaum einen Meter neben ihm ein Knallfrosch explodiert? Und so genau wollen wir dann auch nun wieder nicht sein.
= Albert Mutz, gespielt von Fritz Wepper =
Albert wohnt mit seinem Freund Hans wie fast alle anderen noch zu Hause bei seiner alleinstehenden Mutter; der Vater längst verstorben an der Front. Er hilft wo er kann und ist einer der anständigeren Jungs. Seine Rolle wird erst gegen Ende erwartungsvoller, doch ich möchte natürlich nicht zu viel verraten. Bis dahin bleibt er etwas in der Zurückhaltung und spielt den Unauffälligen.
Fritz Wepper glänzt durch seine diskrete Nebenrolle, die besagte Schlüsselszene erst gegen Ende findet. Er hält sich in Deckung und schafft es so überzeugend den lieben, braven Jungen zu spielen, der seine Mutter liebt, Kameradschaftlich ist und gern zur Schule geht ohne etwas anzustellen.
= Hans Scholten, gespielt von Volker Bohnet =
Hans, fortgegangen von der Mutter in die erhoffte Sicherheit, wohnt mit Albert bei dessen Mutter. Wie auch Albert ist er der brave Junge, der später jedoch völlig unerwartet zum Mannschaftsführer aufsteigt und somit das Kommando über seine Freunde erteilt bekommt. Er ist der Zweifler in der Gruppe der sich später fragt, welchen Sinn und Zweck das ganze Unterfangen denn noch haben kann. Doch niemand hört ihm zu und um nicht als Feigling dazustehen, läuft er mit.
Volker Bohnet miemt den strubligen, großen Kerl, der zwar intelligent genug ist um festzustellen, dass es falsch ist was sie tun, dennoch nicht genug Ehrgeiz zeigt um seine Meinung durchzusetzen. Der bewegenste Moment für mich war, als er gemeinsam mit Hans im Graben lag, beide weinten und sich festhielten. Eine Prachtleistung schauspielerischen Könnens.
= Walter Forst, gespielt von Michael Hinz =
Walter ist der erwachsenste der Gruppe. Geprägt durch seinen Vater, dem Ortsgruppenleiter der NSDAP, hat der die strenge Hand schon lange satt und sieht in ihm nur den feigen Bonzen, der sich aus dem Staub machen möchte. Anders als er möchte er etwas erreichen, zeigen, dass er jemand ist und strengt sich auch sehr ehrgeizig an, an dieses Ziel zu gelangen. Durch seine Reife genießt er seine Pubertät etwas anders, als seine Klassenkameraden und vergnügt sich so ab und an mit der Sportlehrerin, die sichtlich unter der Männerknappheit im Dorf leidet.
Durch sein markant austobendes und dennoch reifes Verhalten zeigt Michael Hinz welche Unterschiede es im Inneren der Jungen gab. Er ist das genaue Gegenstück zu Sigi, viel erwachsener. Wie er mit seinem Vater herumstreitet oder seine Freunde beschützt ist schon erstaunlich, wobei ich ihm die Trauer beim Tod von Sigi nicht ganz abgenommen habe. Dennoch ist zumindest sein Heldenpart äußerst gelungen.
= Karl Hober, gespielt von Karl Michael Balzer =
Karl ist der später sehr in sich zurückgezogene und von seinem Erlebnis geprägte Charakter, den er sehr in negativer und herablassender Art den anderen entgegenbringt. Er gehört zwar ebenfalls zum Freundeskreis, ist jedoch nur dabei um seinem Elternhaus zu entfliehen. Verliebt in die Angestellte seines Vaters musste er erleben, dass die beiden ein Verhältnis zueinander aufgebaut haben und verlässt noch in selbiger Nacht das Elternhaus und sucht seinen Frieden bei der Wehrmacht.
Karl Heinz Balzer scheint es genossen zu haben den etwas verrückten Karl zu spielen, der mit sich selbst nicht mehr zurecht kommt und immer am grübeln und nachdenken ist. Man hat zwar nicht sehr das verliebte Gefühl anfangs und doch ist er tollpatschig in seiner Art, als Barbara (die Angestellte) ein selbstgemaltes Bild von ihm findet, dass sie wiedergibt. Auch als er vom Verhältnis Wind bekommt und sich seine Person wandelt, ist dies sehr überzeugend und man weiß nie, was er als nächstes tun könnte.
= Klaus Hager, gespielt von Volker Lechtenbrink und Franziska, dargestellt von Cordula Trantow =
Mit seiner Freundin Franziska hat Klaus eine der wenigen Hauptrollen des Filmes. Liebevoll geht er mir seiner Freundin um und wehrt sich gegen alle Vorwürfe seitens dem inzwischen frauenfeindlichen Karls. Franziska spielt natürlich das junge, träumende Mädchen. Sie ist traurig darüber, dass ihr Klaus einberufen wurde und versucht die letzten Stunden noch mit ihm zu genießen.
Volker Lechtenbrink und Cordula Trantow spielen so dermaßen überzeugend das verliebte Pärchen, dass man glauben könnte sie wären im wirklichen Leben auch ein Pärchen. Diese oftmals sehr stark verliebten Blicke sind tatsächlich sehr erfüllt mit emotionalen und gefühlvollen Inhalten und zeigen dem Betrachter des Films, dass es auch damals nicht nur Krieg, Leid und Unglück gab. Das normale Leben war fester Bestandteil der Kriegsjahre, so auch zu den Endtagen, was uns am Beispiel dieser beiden deutlich gemacht wird.
= Jürgen Borchert =
Jürgen kommt aus gutem Hause und sieht in seinem verstorbenen Vater das große Vorbild. Er ist stolz, als er seinen Freunden seine Einberufung verkünden kann und seine Mutter ihm des Vaters Pistole überreicht.
Jürgen Borchert ist die treibende Kraft, welche die anderen immer wieder davon überzeugen kann zu bleiben und die Brücke zu verteidigen. Auch als es zu dem späteren Konflikt mit den Amerikanern kommt, lächelt er bei jedem Treffer und zeigt wie viel Spaß ihm das Spielen macht. Bis zum Schluss hält er dies durch und ist ganz von seinen Idealen überzeugt.
== Einige weitere Charaktere. ==
= Die Mütter der Jungs. =
Nicht alle Mütter haben die Gemeinsamkeit des Trauerns um ihre Jungs. Manch eine findet sogar Gefallen daran und entgegen vieler männlicher Schauspieler im Film finde ich, sollte die Leistung der Frauen hier besondere Ehre verdienen. Die Sorge oder auch die Gleichgültigkeit sieht man ihren Augen deutlich an, ebenso die verzweifelte Lage in der sie stecken. Dennoch hat man nicht das Gefühl, dass es ihnen besonders schlecht gehen würde oder sie mit ihrer Situation zu kämpfen haben. Anscheinend gibt es zwar wenig zu essen, aber dennoch führen doch alle ein normales Leben und das größtenteils nicht mal sparsam. Hier kann man sowohl einen Plus- als auch einen Minuspunkt geben.
= Der Ortsgruppenleiter der NSDAP. =
Eine scheinbar sehr wankelmütige Person, stets darauf bedacht immer das beste für sich selbst und das schlechteste für alle anderen zu tun. Er ist der Vater von Walther, der gleichzeitig seinen Sohn einen Tag vor seiner Einberufung verlässt und seine Mutter Emma kurzerhand mit dem Zug davon schickt und so ein Leben mit seiner Geliebten führen kann. Für den Jungen ist er ein Vaterlandsverräter und ein feiger Hund, der sich nun kurz vor Ende des Krieges aus dem Staub machen will. Irgendwie spielt der Schauspieler nicht so wirklich überzeugend, dennoch ausreichend für die Rolle des Ortsgruppenleiters.
= Unteroffizier Heilmann, gespielt von Günter Pfitzmann =
Günter spielt den Unteroffizier mit Bravour. Leicht belächelt gibt er den Jungs aufgaben und steht mit seiner lockeren Art da, im Glauben es würde schon nichts passieren. Er wirkt sehr ruhig, gelassen und zeigt dennoch Autorität, die zu gegebener Zeit in Wut ausbricht und sein Verhängnis wird. Auch seine häufigen Sprüche sind mitunter sehr belustigend.
= Lehrer Stern, gespielt von Wolfgang Stumpf =
Er hat den Jungs Ehre, Kameradschaft und Patriotismus gelehrt. Nun, da die Zeit des Krieges gekommen ist, sieht er sie verloren und versucht sie davor zu bewahren. In „Columbo“ Manier (Falls noch jemand den trottligen Kommissar mit dem schiefen Auge kennt.) ist er fair zu seinen Schülern und streng in seinem Glauben an die verfälschten Ideale der Wehrmacht. Seine Nebenrolle ist zwar wenig dramatisch, jedoch wichtig um nicht nur die Lücken zu füllen, sondern zu zeigen woher die Jungs unter anderem ihren Glauben her haben.
================= Meine Meinung und Fazit zum Film =================
Die Idee des Filmes ist genial; sieben Jungs verfolgen im Volkssturm ihre Ideale Deutschland zu retten und diese Brücke ist der Weg dorthin. Allesamt waren sie schon damals gute Schauspieler und sind größtenteils nicht nur überzeugend, sondern man baut auch eine innere Bindung zu jedem einzelnen auf, sei es das kleine Nesthäkchen, oder der erstrebende Held.
Durch den Einsatz der schwarz/weiß Aufnahmen, ob nun gewollt oder nicht, bekommt der Film noch mal zusätzlich einen Funken Realismus zugespielt und man hat noch eher das Gefühl, zu sehen, „wie es wirklich war“ (etwa wie in Schindlers Liste). Auch durch den Einsatz der mitunter schrägen Töne (manchmal zu hoch) wie es damals halt so war bei den Filmen wird dieses Empfinden verstärkt, was ich also absolut nicht negativ sondern eher positiv ansehe.
„Dies geschah am 27. April 1945. Es war so unbedeutend, dass es in keinem Heeresbericht erwähnt wurde.“, prangert zu Ende des Films auf dem Bild. Er zeigt wie unwichtig das einzelne Leben war, die menschenverachtend doch dieser ganze Krieg. Ein äußerst erschütternder Antikriegsfilm, der zeigt, dass Krieg kein Spaß oder Spiel ist, sondern Menschen leiden und Menschen sterben. Im ersten Augenblick schien den Jungs das Schießen Freude zu bereiten, doch als der erste Tod umgefallen ist, wandte sich das Blatt. Sie finden an zu weinen und waren das was sie sind, Kinder. Aber nicht nur Kinder waren vor der Linse, sondern auch die Alten, die jedoch im Gegensatz zu den Sieben direkt an der Front eingesetzt und noch mal verheizt wurden.
Dieser Film hat allerdings auch Minus- wie Pluspunkte. Die Schauspieler während des Geschehens, die nicht so viel mit der eigentlichen Geschichte zu tun haben, sind teilweise etwas unglaubwürdig und wissen anscheinend manchmal nicht viel mit ihrer Person anzufangen vor der Kamera. Andere hingegen, etwa der Lehrer, die Alten oder der Truppenkommandeur im Lager, der die Mannschaften einteilt und sich verdutzt über das Alter seiner Soldaten wundert, machen ihre Rolle sehr gut.
Der Ort ist zwar etwas einfach gestaltet, wird jedoch nie eintönig oder langweilig, da genug Abwechslung in den Szenen und Charakteren steckt. Erst als die Panzer auftauchen kommt ein anderes Bild zustande, dass man bis Dato noch gar nicht kannte. Der Film glänzt nicht durch Effekte, tolle Showeinlagen oder riesige Gebäude die zerfallen, sondern durch das Schicksal des kleinen Jungen, der nur Cowboy und Indianer spielen wollte. Gefühle, Emotionen und menschliche Eindrucke werden dem Betrachter übermittelt und würde man sich nicht selbst so viele Gedanken über und während des Films machen, so täte man recht schnell merken, wie einfach er gestrickt ist.
Was mir negativ aufgefallen ist, ist die Darstellung der Amerikaner, als wären sie die tollsten Helden. Okay, sie mögen nicht auf die Kinder schießen wollen und doch hat der eine Scharfschütze den Jungen genau durch das Visier sehen können und abgedrückt. Verbrecher gab es auf beiden Seiten, doch hier wird dies etwas verzerrt dargestellt.
Zu guter letzt die abschließenden Worte: Der Film, welcher ausnahmsweise nicht aus der Sicht der Amerikaner spielt, ist absolut sehenswert und jeder der sich für die Geschichte des zweiten Weltkrieges interessierte, sollte ihn gesehen haben. Er kann von der Aufmachung her nicht mit modernen Produktionen aus dem Hause wie James Ryan mithalten, von der zeitlosen Geschichte her jedoch allemal! Es wird zwar sicherlich bessere geben, aber zu den besten zählt dieser Anti-Kriegsfilm auf jeden Fall.
© 2004 Robzn für ciao.com und yopi.de
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