Fallout 3 (PC Rollenspiel) Testbericht




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Erfahrungsbericht von meepweep
Warum Fallout 3 etwas besonderes ist.
Pro:
+einzigartige Atmosphäre +tolle Grafik +fesselde story
Kontra:
- teils langatmige nebenquests, aber die muss man ja nich machen ;)
Empfehlung:
Ja
In den letzten Jahren setzten immer mehr Spiele auf Rollenspielelemente, da die Suche nach Gegenständen und der Kampf um das nächste Level tagelang fesseln kann. Dieses „Nur noch das Level, dann kann ich den Gegenstand tragen“ Gefühl ist einfach einzigartig. Perfektioniert wurde dieses Prinzip seinerzeit von Diablo2, welches zwar uralt, aber vor kurzem noch wieder in den Bestsellerlisten auftauchte da (endlich) eine Fortsetzung angekündigt wurde.
Außerdem setzt ein Rollenspiel auf Atmosphäre und eine fesselnde Geschichte. In diese fällt der Held hinein, welchen man meist auch noch selber gestalten darf, was zu einer besseren Identifikation dient.
In den letzten Jahren wird immer mehr Wert auf solche Inhalte gelegt. Man sehe sich nur einmal „S.T.A.L.K.E.R.“, „GTA: San Andreas“ oder das Multiplayer Rangsystem von „Call of Duty 4: Modern Warfare“ an.
Fallout 3 hingegen ist ein ganz normales Rollenspiel mit einem ähnlichen Anspruch wie Oblivion (ebenfalls von Bethesta entwickelt, was an vielen Details auffällt), oder Gothic 3.
==== Die Spielwelt & Spielbeginn ====
Das Spiel siedelt sich im 23. Jahrhundert an, jedoch hat sich durch einen Atomkrieg seid dem mittleren 20 Jahrhundert vom Stil (Autos, Musik, Architektur) nicht viel verändert, außer das es nur noch Ruinen gibt. Highways, die in der Mitte durchgebrochen sind, Wolkenkratzer die quer durch die Stadt ragen, Häuser die aus Autotüren und Badewannen zusammen gehämmert wurden. Menschen mit genügend Geld haben sich damals einen Platz in der sogenannten „Vault“ gesichert, wo sie sicher überleben konnten.
In solch einer setzt das Spiel auch an. Man wird geboren… in Ego-Perspektive.
Allein diese Einstiegsszene sorgt für ein Schmunzeln und wird so schnell nicht vergessen. Hier redet der Vater nämlich auf einen ein und fragt sich, wie er dich wohl nennen möchte (hier gibt man seinen Namen ein). Danach zieht er einen „DNA-Computer“ heran, der berechnen soll, wie man später wohl aussieht. Man gestaltet nun das Äußerliche seines Charakters, wobei man auf den Millimeter genau bestimmen kann, wie breit die Nase ist, oder wie hoch die Stirn steht und natürlich hat man eine stattliche Auswahl von über 50 Bärten (In einem Interview wurde berichtet, dass ein Designer „Amok gelaufen“ wär und tagelang nur Bärte entwarf).
Daraufhin geschieht ein Zeitsprung, und man findet sich in einem Kinderzimmer wieder, wo man aus einem Laufstall ausbricht um ein S.P.E.C.I.A.L Buch zu lesen. Hier legt man seine Hauptattribute fest (Stärke, Ausdauer, Charisma etc.). Nach einem weiteren Zeitsprung feiert man seinen 10. Geburtstag und bekommt seinen Pip-Boy überreicht. Ein Computer um den linken Arm geschnallt, über den sich dann das Inventar, Karten, Missionsziele etc. aufrufen lassen. Dieser ist zwar gewöhnungsbedürftig zu bedienen, aber sorgt für Atmosphäre, da man kein Inventar hat, das einen Komplett aus der Spielwelt heraus holt.
Der letzte Abschnitt in der Vault ist der Ausbruch. Inzwischen ist man 19 Jahre alt geworden. Plötzlich stürmt die Freundin das Zimmer und berichtet hektisch, wie der Vater des Spielers (die Mutter ist bei der eigenen Geburt gestorben) aus der Vault geflüchtet ist. Nun ist die Aufsicht hinter uns her und wir flüchten ebenfalls aus der Vault, wobei wir die ersten Entscheidungen treffen dürfen, die unser Charma beeinflussen.
==== Der Charakter ====
Neben dem bereits erwähnten Attributen Aussehen und Grundeigenschaften kann der Spieler noch verschiedene Fähigkeiten und Talente erlernen.
Bei jedem Level Aufstieg kann man eine gewisse Anzahl Punkte auf verschiedene Attribute verteilen. Setzt man zum Beispiel auf „Große Waffen“, trifft man mit diesen genauer und richtet mehr Schaden an. Setzt man auf Medizin, haben Heilgegenstände größere Auswirkungen. „Reparatur“ lässt einen Waffen effizienter Reparieren, „Wissenschaft“ lässt einen Computer Hacken und so weiter.
Soweit ist bisher alles aus anderen Spielen bekannt, jedoch darf man sich auch bei jedem Level-Aufstieg zulegen. Diese lassen einen mehr Erfahrungspunkte verdienen, steigern die Treffergenauigkeit mit Waffen, oder erhöht das Redegeschick.
====NPC’s und Quests====
Ein Rollenspiel zeichnet sich außerdem noch durch Nebenaufgaben (Quests) und NPC (Computer gesteuerte Charaktere) aus.
Diese gibt es in Fallout 3 zuhauf. Generell lässt sich jede Person im Spiel ansprechen, wobei einige Aufgaben verteilen und andere nur belanglose Details erzählen. Man kann aber davon ausgehen, dass nur die Charaktere die einen Namen haben, also nicht einfach „Stadt-Einwohner“, auch über nützliche Informationen oder Aufgaben verfügen.
Die Hauptaufgabe zu Beginn des Spiels ist es, seinen Vater zu finden. Also begibt man sich in die erstbeste Sadt. Diese wurde kurioser Weise um eine nicht detonierte Atombombe gebaut, die einige Einwohner anbeten.
Ein kleines Beispiel, wie das Spiel funktioniert und wie sich Taten Auswirken:
Ich betrete eine Kneipe. Hier finde ich den Wirt und spreche ihn auf meinen Vater an. Je nachdem wie gut mein Sprachgeschick ist, bekomme ich die Information für 100 Kronkorken (die Währung im Spiel), 500 Kronkorken, oder eine kleine Aufgabe aus ihm heraus. Wer sich fleißiger umsieht, findet einem unauffälligem (also indirekt verstecktem) Raum den Computer des Wirtes, auf dem er seine Informationen über Stadteinwohner (und meinen Vater) gespeichert sind. An diesen komm ich wiederum nur mit Passwort oder einen Hack ran. Ist die Sache mit dem Wirt geklärt sehe ich mich weiter in der Kneipe um. Eine angestellte bietet einem ein Bett im oberen Geschoss an (wahlweise mit Gesellschaft), während man vom Barkeeper viel über Rassismus gegen Ghoule erfährt, da er selber einer ist (Ghoule sind durch atomare Strahlung entstellte Menschen, es gibt welche mit Verstand und welche ohne; sie sind in etwa vergleichbar mit Zombies). Eine Gast bietet die Quest an, ihre Familie zu finden. In der Ecke sitzt ein Mann, der durch seinen Anzug Grotesk fehl am Platz wirkt. Dieses Gefühl verschwindet auch nicht, als man ihn anspricht. Er hat bereits auf einen gewartet und verlangt nun die Atombombe der Stadt in die Luft zu jagen, um die Erde von den Einwohnern zu säubern. Hier fällt wieder auf, welche Entscheidungsfreiheit das Spiel bietet. Folgt man der Aufforderung, platziert man einen Detonator an der Bombe und reist zu seinem Auftraggeber in einem etwas entferntem Turm, von dem aus man sich das beeindruckende Feuerwerk ansehen kann. Nun steht es einem offen, Aufgaben für einen Hochnäsigen Haufen Menschen zu erledigen, welcher Ghoule und andere „niedere Wesen“ verachtet. Sprengt man die Stadt nicht, entgeht einem das.
Dies war nur ein Beispiel, wie aus harmlosen Gesprächen ganze Spielabschnitte entstehen können und wie sich die Entscheidung zwischen Gut und Böse auswirken kann.
==== Gegenstände ====
Das Inventar ist breit gefächert, von Waffen, über Munition und Kleidung bis hin zu Nahrung und medizinischer Versorgung.
Waffen:
Es gibt eine Vielfalt an Waffen, die sich unterschiedlich taktisch nutzen lassen. Für Käfer eignen sich zum Beispiel Nahkampfwaffen, während man für einzelne Gegner normale Handfeuerwaffen, oder Laserwaffen nutzen sollte und für Gegner gruppen ruhig mal Granaten, Raketen oder die Minigun. Das besondere ist, dass die Waffen an Wert verlieren je länger man sie nutzt. Nun müssen sie repariert werden, dies geht entweder bei Sachverständigen, oder mit der Reparaturfähigkeit kombiniert mit einer weitern Waffe des selben Typs.
Kleidung:
Kleidung ist zwar wichtig, da man ohne aufgeschmissen wär, sie spielt aber keine große Rolle im Spiel. Ab und zu kauft man sich eine neue Rüstung, oder repariert die alte. Hier hätte man sich durchaus mal ein Beispiel an der Konkurrenz nehmen können.
Medizin:
Man findet überall im Spiel Gegenstände, die einen heilen können, jedoch sind die meisten atomar verstrahlt, weshalb wirklich effiziente Heilung anfangs Teuer ist. Das mein ich allerdings positiv, da es in bisher jedem Rollenspiel, das ich gespielt hab, der Fall war, dass man schnell zu viel Geld hat. Dies lässt sich hier gegen Ende leider auch nicht vermeiden, jedoch kann man es auch für lustige Features, wie einen Innenarchitekten fürs eigene Heim ausgeben.
Sonstiges:
Überall im Spiel finden sich Überreste aus Zeit vor dem Krieg. Es lohnt sich also, mal durch einen alten Supermarkt zu schlendern und die Regale zu plündern.
==== Das Kampfsystem ====
Es steht einem zu Auswahl, ob man per Fadenkreuz zielt, oder das Innovative V.A.T.S. Kampfsystem zu nutzen, welches aber Angriffspunkte verbraucht.
Man muss kein Ego-Shooter Veteran sein, um mit dem Fadenkreuz zurecht zu kommen, es ist so oder so ungenau. Einen einfachen Kopfschuss gibt es eh nicht. Man muss im Prinzip einfach mit der Waffe drauf halten, oder die einzelnen Körperteile anvisieren. Dies hört sich recht langweilig an. Wär es auch, gäbe es nicht V.A.T.S.. Per Tastendruck wird das Spiel pausiert und der Gegner fokussiert. Man wählt nun mit der Maus die Körperteile an, die man beschießen will. Was daraufhin folgt, wird bis zum letzten Gegner nicht langweilig. Das Spiel wählt Kinoreife Kameraperspektiven oder Fahrten und benutzt die Zeitlupe, um die Action in Szene zu setzen.
Was hat es mit den Körperteilen auf sich?
Fügt man z.B. einem Bein genug Schaden zu, kann der Gegner nur noch humpeln, so wär es mir zum Beispiel möglich einem Nahkampf-Gegner rückwärts zu entkommen, während ich weiterhin schieße. „Verkrüppel“ ich den Arm des Gegners, fällt ihm die Waffe weg, oder er kann nur noch sehr ungenau schießen.
In der ungeschnittenen (in Deutschland nicht erwerbbar) Version ist es möglich die Körperteile ab zu schießen, oder bei besonders hohem Schaden explodieren zu lassen… Geschmackssache.
==== Grafik ====
Das Spiel kommt nicht an ein Crysis oder Far Cry 2 heran, sieht jedoch im Durchschnitt sehr gut aus und sorgt mit einigen Höhepunkten für Begeisterung. Zum Beispiel verleiten die Wassereffekte einen Grafik-Fan zu einiger Spielerei, oder die toll in Szene gesetzten Stadtruinen für Atmosphäre. Wirkliche Grafikschwächen sind nicht zu finden. (Die al-Qaida verwendete doch tatsächlich ein Screenshot vom verfallenen Weißen Haus in einem ihrer Videos)
Tip: Die Grafik lässt sich (bei gegebener Hardware) durch Bearbeitung der Config (einfach mal googeln) noch um einiges verbessern ;)
Mindest-Systemanforderungen
- Windows XP/Vista
- 1 GB System RAM (XP) / 2 GB System RAM (Vista)
- 2,4 GHz Intel Pentium 4 oder gleichwertiger Prozessor
- DirectX 9.0c Grafikkarte mit 256 MB RAM (nVidia 6800/ATI X850 oder besser)
Empfohlene Systemkonfiguration
- Intel Core 2 Duo Prozessor
- 2 GB System RAM
- DirectX 9.0c Grafikkarte mit 512 MB RAM (nVidia 8800-Serie oder ATI 3800-Serie)
=== Kritik ===
Endlich mal wieder ein Rollenspiel, das im Gegensatz zu Gothic 3 nicht nur Bugfrei, sondern auch auf Hochglanz poliert ist. Die Stadtruinen erzeugen bei Tag eine faszinierende und bei Nacht gruselige Atmosphäre. Diese wird durch tolle Charaktere und passende Quests ergänzt. Was gibt es jedoch zu der eigentlichen Story zu sagen? Diese ist ebenfalls gelungen, jedoch besitzt sie bereits früh einige Wendungen, die ich nicht verraten möchte. Allerdings verliert man durch die teils langen Nebenquests (teils entwickeln sie sich toll, teils sind sie langatmig) oft den Roten Faden aus den Augen. Dies kann man aber (zumindest zu Beginn des Spiels) auch so sehen, dass man doch selbst entscheiden kann, wie wichtig es einem ist, seinen Vater zu finden.
Zusammen mit dem tollen Kampfsystem ist Fallout 3 für mich ein Spiel ohne auffallende Schwächen und mit vielen Stärken. Ein großer Schritt weiter in die Richtung des perfekten Spiels.
17 Bewertungen, 9 Kommentare
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07.12.2008, 14:21 Uhr von FritzWalter08
Bewertung: sehr hilfreichSH, ganz toller Bericht. LG Fritz
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02.12.2008, 21:45 Uhr von MasterSirTobi
Bewertung: sehr hilfreichEin Reporter in spe^^. LG MasterSirTobi
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29.11.2008, 07:17 Uhr von Jerry525
Bewertung: sehr hilfreichEinen lieben Gruß vom JERRY
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28.11.2008, 22:37 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönen abend wünsch ich dir lg. petra
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28.11.2008, 21:07 Uhr von Bunny84
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen in das Wochenende und einen lieben Gruß sendet dir Anja PS: Freue mich über Gegenlesungen
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28.11.2008, 20:51 Uhr von racheane
Bewertung: sehr hilfreich.-Liebe Grüße, Anne-.
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28.11.2008, 19:28 Uhr von Iris1979
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht. LG Iris
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28.11.2008, 19:24 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichWünsche dir einen schönen Freitag..LG SIGI
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28.11.2008, 18:56 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichSehr informativ beschrieben! Schönes Wochenende und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967
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