Dein Wille geschehe (gebundene Ausgabe) / Michael Robotham Testbericht

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ab 10,81
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

….und wenn ihre Seele zerbricht, zerbricht auch deine.

5
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  sehr gering
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Ich war einunddreißig Jahre alt, als ich begriff, was es heißt, jemanden sterben zu sehen. (…) Wir haben ihn gezwungen, fünf Tage lang zu stehen, bis seine Füße zu der Größe von Fußbällen angeschwollen waren und die Fesseln in seine Knöchel schnitten. Er schlief nicht. Er aß nicht. Das ist eine offiziell genehmigte „Stress-and-duress-Position“. Sie steht im Handbuch. Schlagt es nach. SK 46/34.“
_(Zitat; S. 210)

~ Als Zuglektüre wählte ich mir, wenn auch etwas übereifrig, den im Jahre 2009 erschienenen Psychothriller
==Dein Wille geschehe==
aus. Nicht, dass ich von der reinen Zeit her nicht geschafft hätte, die 568 Seiten des Leseexemplars zu bewältigen ~ doch grade unterwegs kann ich persönlich mich nur schwer konzentrieren. Dass ich jedoch tatsächlich mehr als 200 Seiten auf der Hinfahrt verschlang, liegt vor allem an der Mischung der wahnsinnigen Spannung sowie des vereinzelt ironischen Sprachstils des Autoren Michael Robotham.
_Die Handlung erinnert in der zusammenfassenden Beschreibung nicht unleicht an „Stimmen der Angst“ von Dean Koontz; vermag desweiteren ebenso intensiv zu fesseln:
Christine Wheeler steht vollkommen nackt auf der Clifton Bridge; lediglich das Wort „Hure“ ziert ihren Bauch. In der Befürchtung, sie könne Selbstmord begehen, erhofft sich die Polizei Hilfe von Joe O'Loughlin, Psychotherapeut und nunmehr Uniprofessor. Doch auch jener kann nichts ausrichten; bemerkt jedoch, dass die Frau bis zum letzten Moment via Handy telefonierte, obendrein meint Joe, ein „Spring“ von dem anderen Ende der Leitung vernommen zu haben.
Der Fall bleibt rätselhaft, mehr noch, als die Tochter des Opfers bei Joe auftaucht und kurzerhand beschließt, bei jenem einzuziehen. Darcy glaubt nicht, dass ihre Mutter sich umgebracht hat; und als schließlich die einstige Geschäftspartnerin Christines erfroren aufgefunden wird, ermittelt Joe mitsamt seinem langjährigen Freund Ruiz, einem pensionierter Detective, mehr und mehr auf eigene Faust. Dass Joe darüber seine Ehe in Gefahr bringt, ignoriert er solange, wie es ihm möglich ist....

==Die Umsetzung==
beinhaltet mehrere Hinweise darauf, dass dies nicht das erste Buch ist, welches sich um die Charaktere Joe O'Loughlin und nicht zuletzt Vincent Ruiz dreht; wobei jener Umstand erfreulicherweise jedoch ganz und gar nicht ausschlaggebend ist, um der Handlung folgen zu können. Alles, was vorher war, spielt schlicht und ergreifend keine Rolle; „Dein Wille geschehe“ involviert ein Thema für sich und weiß, von vorn bis hinten zu überzeugen.
Erstaunlicherweise erfährt der Leser bereits im ersten Drittel, wer vermutlich der Täter ist und wie er vorgeht; nicht zuletzt deswegen, weil etliche Passagen eingestreut werden, die aus dessen Sicht erzählt werden. Im Grunde könnte man somit schlussfolgern, dass es im weiteren Verlauf lediglich darum geht, wie der Täter überführt wird. Erstaunlich an dieser frühen Offenbarung zweifellos der Umstand, '''dass ich trotzdem an keiner Stelle den Eindruck hatte, dass das Buch somit an Spannung eingebüßt hätte.'''
Ganz und gar nicht ~ '''es finden sich immer wieder neue Nebenentwicklungen, die bis dato lediglich abgehakt _erschienen; tatsächlich jedoch erneut aufgegriffen und somit intensiviert wurden.'''
Besonderer Knackpunkt nicht minder, dass der Assistent Chief Constable nichts von der „Einmischung“ seitens Joe hält, ihn darüber hinaus inmitten einer Pressekonferenz regelrecht lächerlich macht:

„Was die Polizei bei dieser Ermittlung nicht gebrauchen kann, ist ein Universitätsprofessor, der nie eine Verhaftung vorgenonmen hat, nie einen Streifenwagen gefahren ist und nie einem gewalttätigen Verbrecher gegenüberstand, uns aber erzählen will, wie wir unseren Job zu machen haben. Und man brauch auch keinen Abschluss in Psychologie, um zu erkennen, dass wir es mit einem perversen Feigling zu tun haben, der sich schwache, verletzliche Opfer aussucht, weil er keine Frau kriegen oder festhalten kann oder als Kind nicht lange genug gestillt wurde.“
_(Zitat; S. 300)

Fans entsprechender Genres werden somit erahnen, dass diese Aussage vor laufenden Kameras ihre besonderen Folgen nach sich ziehen werden. Generell und überhaupt ist es unabstreitbarer Fakt, dass eine Vielzahl der Leser inmitten von „Dein Wille geschehe“ oftmals erahnen werden, was sich im folgenden noch aufdröseln, ereignen, zuspitzen wird ~ bejubelnderweise nimmt die Motivation, die Lektüre gar nicht mehr aus der Hand zu legen, jedoch parallel zu den eigenen Vermutungen zu.
Ich persönlich war und bin vollkommen hin und weg davon, wie der Täter hier vorgeht. Nichtmal, weil die „Idee“ absolut neu wäre; sondern vielmehr aufgrund dessen, wie ausgefeilt vielerlei Details sind. Löblich ebenso, dass nichts zu weit hergeholt oder gar unmöglich wirkt, sich somit das grausige Gefühl breitmacht, wie rasch man selbst in solcherlei Situationen gelangen könnte, in denen man sich schlussendlich selbst an einen Baum kettet um via Handy stundenlang auf weitere Anweisungen zu warten ~ stetig in der Hoffnung, somit sein eigenes Kind vor Vergewaltigung, Folter und Mord zu beschützen.
'''Der Fakt, dass die Geschichte von wahren Begebenheiten in zwei Ländern angeregt wurde, wenn auch nicht auf ihnen beruht, verstärkt diesen Effekt noch.'''
Längen, Langatmigkeit oder gar unnötige Ausschweifungen finden in „Dein Wille geschehe“ keinen Platz; was insbesondere bei dem Umfang des Buches umso erwähnenswerter ist. Obendrein konzentriert sich der Psychothriller nicht ausschließlich auf die Morde; vielmehr legte der Autor ebenso Gewicht auf einige zwischenmenschliche Entwicklungen, die nicht minder dramatisch und bedrückend sind.
Nicht von der Hand zu weisen jedoch, dass ich stellenweise nicht nur an das bereits genannte Buch „Stimmen der Angst“, sondern ebenso an die Filme „Kopfgeld“ wie auch „Saw“ im speziellen Sinne denken musste. Da mich jene Werke allerdings stetig aufs neue begeistern, kann man selbst dies durchaus als etwas erfreuliches betrachten.
'''Schwachpunkte''' weist die Lektüre wenige auf; so könnte man sich beispielsweise über die Reaktionen der Hinterbliebenen wundern, sich erst recht vereinzelt über Darcy Gedanken machen, der es meiner Erfahrung nach eigentlich „etwas“ mehr belasten müsste, dass die letzte Begegnung mit ihre Mutter obendrein im Streit endete.
Gleichermaßen stellt sich mir die Frage, warum der Täter im Hinblick auf sein Motiv nicht ebenso dortig zuschlug, wo er sich „gelegentlich“ durch mehrere Einbrüche bemerkbar machte.
Dies jedoch wirklich nur am Rande;

===insgesamt betrachtet===
stellt „Dein Wille geschehe“ meines Erachtens nach einen der besten Psychothriller dar, die ich seit dem bereits mehrfach genannten „Stimmen der Angst“ gelesen habe.
Meine Begeisterung fundiert nicht zuletzt darauf, dass der Begriff „Psychothriller“ hier tatsächlich noch Programm ist und nicht nur die möglichen Verkaufszahlen zu pushen versucht ~ das Werk läuft zum absoluten Großteil auf eben jener Ebene ab, das sogenannte „manipulative Spiel“ ist es, welches der Täter vollumfänglich beherrscht und seinen Opfern zum Verhängnis wird.
Perfide, subtil, abgründig ~ jene Klappentextworte kann und will ich nur unterstreichen; schließe meine absolute Leseempfehlung mit dem Hinweis, dass jenes Werk, wäre es nicht im Goldmann- sondern im Heyne-Verlag erschienen, dortig seinen Platz sicherlich in der Unterabteilung „Heyne Hardcore“ gefunden hätte. Nichts für schwache Nerven also ~ oder auch nur für jene, die es sich nicht erlauben können (oder wollen), stundenlang sich-nicht-lösen-können über den Seiten zu verharren.

35 Bewertungen, 9 Kommentare

  • Powerdiddl

    01.07.2010, 09:04 Uhr von Powerdiddl
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG und einen schönen Tag, Heidi

  • morla

    01.07.2010, 00:51 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • austin77

    30.06.2010, 22:16 Uhr von austin77
    Bewertung: sehr hilfreich

    du liest bei mir und ich bei dir, so macht yopi Spaß. lg

  • Iris1979

    30.06.2010, 16:18 Uhr von Iris1979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Bericht. LG Iris

  • Lale

    30.06.2010, 16:09 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    * Allerbesten Gruß *

  • tina08

    30.06.2010, 16:00 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße ... Tina

  • Michi94

    30.06.2010, 14:51 Uhr von Michi94
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht.. würde mich über Gegenlesung freuen^^. lg michi

  • 20mamacita88

    30.06.2010, 14:48 Uhr von 20mamacita88
    Bewertung: sehr hilfreich

    von mir gibt’s ein sh und ganz liebe grüße :-) sieht man sich denn mal wieder? Würde mich wirklich freuen :-)

  • Mondlicht1957

    30.06.2010, 14:43 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse