Die Affäre (DVD) Testbericht



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Erfahrungsbericht von LilithIbi
„Ohne mich bist du nichts.“ Diffizile Täler der Besessenheit.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Kennt ihr nicht?
Ob man es nun kennt oder nicht kennt, für beide Fronten wird es vermutlich überraschend sein, wie wenig das 83minütige Drama
===Die Affäre=== mit all dem zu tun hat, was man ad hoc mit eben jener Titulierung in Verbindung bringt. Nicht, dass es hier nicht um eine Affäre gehen würde ~ erfreulicherweise eben in einer völlig anderen Art und Weise, als wie man das Szenario schon x-fach gesehen hat.
Trotz oder gerade dadurch, obschon die Darbietung etwas hölzern beginnt, kann sich der Zuschauer fluchs in die Szenerie hineinfinden:
Um ein paar Euro zu sparen, beauftragt Samuel (Yvan Attal) die Aushilfskraft Ivan (Sergi Lopez) damit, am gemeinsamen Haus die Physiotherapie-Praxis seiner Frau Suzanne (Kristin Scott Thomas) anzubauen. Das diese Ersparnis jemanden das Leben kosten wird, ist Dank dem berühmten „6 Monate zuvor“ Spielchen schon in der ersten Filmminute klar.
Wenig später nimmt das Glück Unglück seinen Lauf ~ Suzanne schafft es, Ivan von ihrem Auto überfahren zu lassen. Bis auf den Umstand, dass der Knöchel gebrochen ist, ist nicht viel passiert; dennoch sollte Ivan ein paar Tage im Krankenhaus bleiben. Um jedoch seine Tochter sehen zu können, bekniet er den Samuel, der zufällig auch im der behandelnde Arzt im Krankenhaus ist, ihn vorzeitig zu entlassen.
Der Dialog
„Ich darf Sie nicht entlassen!“
„Aber schwarzarbeiten darf ich bei Ihnen schon.“
hätte an für sich nicht ungünstiger ausfallen können; erst recht nicht in dem Kontext, dass Suzanne beschließt, Ivan wenigstens zu seinem Zielort zu fahren. Dass beide an jenem Ort förmlich übereinander herfallen, lag in der Natur des Films.
Bis hierhin gestaltet sich „Die Affäre“ als die Art Stimmungskanone, wie man sie von den Rosamunde Pilcher Filmen her kennt. Dies kann in der Tat mal sehr schön sein ~ muss aber wohlweislich nicht immer. Tatsächlich hatte ich persönlich die Hoffnung für meine entsprechende Begeisterung schon aufgegeben, mokierte mich innerlich über die überzogen-trantütige Begleitmusik, um die vermeintliche Trostlosigkeit ob der graffitibeschmierten Hauswand zu unterstreichen. Der Zuschauer hätte auch ohne diese Überspitzung den Kontrast zwischen Ivan und Samuel verstanden; zumal man durchaus Gestik- und Mimik der Hauptdarstellerin lobend erwähnen und bewundern darf. Jede Gefühlsregung, die hier nonverbal präsentiert wird, überzeugt rigoros, sorgt für die typisch französisch-stille Atmosphäre und kommt ohne großes actionlastiges Brimborium und Tamtam aus.
Nichtsdestominder wirkt der erste Annäherungsversuch unglaublich plump; wenngleich der gezielte Handschieber zwischen die fraulichen Beine durchaus etwas roh-erotisches für sich hätte haben können. Doch in diesem Fall... nö. Generell stützt sich die FSK16 Freigabe auf die mannigfaltigen (unwuschigen) Sexszenen, die dem DVD Text _„Ein Film voll zügelloser Leidenschaft und knisternder Erotik“_ wie eine Parodie erscheinen lassen. Das, oder ich bin derzeitig einfach frigide.
Für mich persönlich durchaus überraschend, dass Suzanne bereits nach einem Drittel der Spielzeit ihrem Mann „beichtet“, sich in jemand anderen verliebt zu haben. Der Frage, ob sie bereits mit Ivan geschlafen hat, beantwortet sie wahrheitsgemäß ~ und verspricht, den Kontakt abzubrechen.
So wenig, wie mir diese Reaktion einleuchten wollte, so sehr gewinnt _„Die Affäre“_ deutlich an Tempo und spannenden Aufschwung.
Ein wenig irritierend zwar durchaus ein dahergefaseltes
_„Warum regst du dich so auf?“_
in einem Moment, wo Suzanne bewegungslos wie ein Grashalm in der Küche herumsteht; doch im Großen und Ganzen verstanden die Regisseurin Catherine Corsini das Ruder der langsam aufkeimenden Langatmig- wie auch Vorhersehbarkeit herumzureißen. Durchweg lobenswert ebenfalls jener Aspekt, dass die beiden Kinder David (Alexandre Vidal) und Marion (Daisy Broom), die an für sich zwar eher eine schmückende Nebenrolle spielen, im weiteren Verlauf mehr in die Geschehnisse und damit verbundenen Auswirkungen integriert werden.
Das bisherige _„Ich fühl mich wie im Urlaub“_ Leitmotiv kippt in die Offenbarung, wie gefangen Suzanne bislang gelebt hat. Erst in diesem Augenblick mag der ein oder andere Zuschauer rückblickend erkennen, wie lieblos die Ehe in den Momenten der Zweisamkeiten wirkte. Samuel mag seine Frau durchaus unterstützt haben, sieht sich jedoch durchweg als höherwertiges Mitglied der Gesellschaft, was seine Frau nach und nach immer intensiver zu spüren bekommt.
Wendungsreich, verblüffend und über gewisse Grenzen hinweg wandelt sich _„Die Affäre“_ in ein kämpferisches Drama, welches schlussendlich gar nicht gut ausgehen _kann._ Dass Samuel am längeren Hebel sitzt, lässt er seine Frau sowie den Filmgucker schonungslos spüren; sorgt für diverse Bösartigkeiten, die das Gesamtwerk durchaus unter die zuschauerliche Haut gehen lassen.
Wirklich hollywoodmäßigen Nervenkitzel darf man allerdings nicht erwarten; wie gesagt: es ist ein leises, still-leidendes Drama, welches durch die recht kurze Spielfilmlänge recht straff (und stellenweise überstürzt) erzählt wird.
Als Zusatzmaterial hält die DVD eine recht unspektakuläre Information über die '''Extended Scene''' parat ~ das, was man hier erfährt, hat sich meiner Meinung nach ein jeder ohnehin selbst zusammengesponnen. Das '''making of ~ Vom Drehbuch zum Film''' habe ich nur zum minimalen Teil angeschaut; es ging mir offen gestanden rasch auf den Keks, wie verblüfft die Macher angeblich selbst von dem Filminhalt bzw. der Reaktionen der einzelnen Figuren gewesen sein wollen.
Minimal zu bemängeln gibt es technisch die überaus harten Schnitte, an die man sich erst einmal gewöhnen muss wie auch die Szene, in der Suzanne und Ivan kurzzeitig in ihrer Heimatsprache turteln. Der Ton kippt an dieser Stelle derartig, dass Sensibelchen spontan kerzengrade auf der Couch sitzen könnten.
===Summa summarum=== ist es ein diffiziles Unterfangen, „Die Affäre“ würdigend zu umschreiben. Viele Kleinigkeiten sind es, die meine anfängliche Empfindung zum gegenteiligen kehrten, die ich jedoch hier nicht nennen möchte, um die Intensität keinesfalls vorweg zu nehmen. Fakt ist, dass es sich durchaus um ein bewegendes und offenkundig ehrliches Filmchen handelt ~ so unnachvollziehbar für mich manches auch sein mag, so glaubwürdig erscheint die Szenerie trotzdem.
Das, was als zuversichtlicher liebesbewogener Schritt auf ein neues Leben hin begann, wandelt sich rasch in die Ausübung von Machtspielchen, in denen es keinen Gewinner geben kann ~ das offene und zugleich logische Ende mag den ein oder anderen verstimmen; rundet meines persönlichen Empfindens nach jedoch die melancholische Stimmung perfektiös ab.
Zu meiner eigenen Verblüffung einige ich mich mit mir selbst auf 4 Sterne nebst einer besonderen Guckempfehlung.
28 Bewertungen, 11 Kommentare
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18.02.2012, 20:52 Uhr von sirikit06
Bewertung: besonders wertvollWünsche Dir ein schönes WE! LG
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18.02.2012, 20:37 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichschönes wochenende lg. petra
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18.02.2012, 18:35 Uhr von Walter1974
Bewertung: sehr hilfreichGefällt mir sehr gut, wenn du einmal Zeit findest, freu ich gern auch auf deine Bewertungen, Es grüsst Dennis Walter1974
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18.02.2012, 18:10 Uhr von Colly24
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht, habe auch mal wieder was neues geschrieben vielleicht bewertest du das ja auch freu mich, es grüsst die kleine freche Colly24
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18.02.2012, 18:03 Uhr von Miraculix1967
Bewertung: sehr hilfreichHelau, närrisch-jecke Grüße Nr. 3 für heute und schönes Wochenende wünscht Miraculix1967
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18.02.2012, 16:42 Uhr von XXLALF
Bewertung: besonders wertvoll...und ein närrisches wochenende
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18.02.2012, 16:06 Uhr von Lale
Bewertung: sehr hilfreichAllerbesten Gruß *~*
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18.02.2012, 15:35 Uhr von atrachte
Bewertung: sehr hilfreichsh. lg
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18.02.2012, 15:07 Uhr von anonym
Bewertung: besonders wertvollGut geschrieben, Saludos Negerle
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18.02.2012, 14:44 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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18.02.2012, 14:39 Uhr von michelle975
Bewertung: besonders wertvollbw und viele Grüße...
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