Tage des Ruhms (DVD) Testbericht

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Tage-des-ruhms-dvd-antikriegsfilm
ab 5,23
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Wagnerianer1979

Nordafrikaner im Zweiten Weltkrieg

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  • Action:  durchschnittlich
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  kein Humor
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  ab 12 Jahren
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

Niedriger Preis der gebrauchten DVD; interessanter Hintergrund, "Bildungsauftrag"

Kontra:

Wenig visualisierte Gefechte; wenig mitreißendes Drehbuch

Empfehlung:

Ja

Nach Premieren auf diversen Filmfestivals, u.a. in Cannes (Mai 2006) und Locarno (August 2006) kam Tage des Ruhms (im Original: Les Indigènes), eine algerisch-belgisch-französisch-marokkanische Koproduktion, ab Ende September 2006 auch in die regulären Kinos. Der mit relativ großem finanziellem Aufwand produzierte Film – geschätzt werden Produktionskosten von ca. 14,5 Mio. Euro – war kein Erfolg wirtschaftlicher Hinsicht;  allerdings wurden fünf Hauptdarsteller des Films in Cannes ausgezeichnet, und 2007 folgte eine Oscar-Nominierung.

Handlungsskizze
1943 werden in Französisch-Nordafrika Soldaten rekrutiert, um auf der Seite des Freien Frankreichs gegen Deutschland zu kämpfen. Auch die vier Algerier Said (Jamel Debbouze), Messaoud (Roschdy Zem), Yassir (Samy Naceri) und Abdelkader (Sami Bouajila) folgen dem Ruf zu den Waffen. Nach Aufstellung und Ausbildung in Marokko kommen die Nordafrikaner in Italien zum ersten Einsatz. Häufig an der Spitze der französischen Truppen ziehen sie danach in die Provence, ins Rhone-Tal und schließlich ins Elsaß. 

Einschätzung
Bei diesem durchaus bemüht wirkenden Filmprojekt scheint der Bildungsauftrag im Mittelpunkt gestanden zu haben, die Geschichte der afrikanischen Kolonialsoldaten überhaupt ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, was natürlich sehr löblich ist. Tage des Ruhms ist alles andere als actiongeladen, sondern eher auf Dialoge und Atmosphäre konzentriert. Wohl recht treffend gezeichnet, womöglich aber unfreiwillig, ist die Langeweile zwischen den Einsätzen. Die Kampfszenen selbst sind äußerst spärlich gesät: Zu Beginn gibt es den Angriff auf eine deutsche Stellung in Italien, daneben ein etwas überzeugender choreographiertes Schlussgefecht in einem elsässischen Dorf. Es ergibt sich durch den Mangel an visualisierten Gefechten allerdings insofern ein gewisser Bruch, da sich die Nordafrikaner und ihr Sergent Martinez (Bernard Blancan) darüber beklagen, ständig eingesetzt zu werden, ohne Urlaub zu bekommen.
 
Auch wenn die Hauptdarsteller insgesamt überzeugen, so ist die Besetzung von Jamel Debbouze (u.a. bekannt durch eine Nebenrolle in Amélie sowie durch Auftritte in Asterix-Filmen) in einem Kriegsfilm nicht ohne Probleme, zumindest so, wie sie gelöst wurde: Debbouze fehlt die rechte Hand, weswegen sein rechter Arm im Grunde immer in der Tasche steckt (fast so etwas wie ein Markenzeichen des Schauspielers). Da stellt sich natürlich schnell die Frage, wie Said das von ihm getragene Gewehr bedienen soll. Beim Schlussgefecht hat er dann – obwohl kein Offizier – plötzlich eine Pistole. Es hätte hier sicher überzeugendere und weniger auffällige technische Möglichkeiten gegeben (etwa durch entsprechende Kameraeinstellungen und Schnitte). Etwas komisch ist außerdem das Fehlen eines Zugführers als Bindeglied zwischen den Rängen: Es tritt nur der Sergent als direkter Vorgesetzter der niederen Ränge auf, dann wiederum dessen Vorgesetzte (Capitaine und Colonel).

Das Drehbuch ist positiv formuliert: nüchtern. Kritisch formuliert könnte die Handlung als nur wenig unterhaltsam und als noch weniger mitreißend bezeichnet werden. Der Grundkonflikt ist schnell klar: Die Nordafrikaner kämpfen mit hohem Einsatz für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, begegnen aber dem Rassismus auf der eigenen Seite. Über die ganzen fast zwei Stunden gesehen berührt einen aber das individuelle Schicksal der Hauptfiguren leider merkwürdig wenig, von einzelnen Momenten abgesehen. Zumal, wie schon gesagt, kaum Kampfszenen vorkommen, bleibt kein großer Eindruck hängen. 

In eher technischer Hinsicht bietet die DVD keine Extras zum Film, sondern nur Trailer zu anderen Filmen. Die „Making of“-Dokumentation wurde wohl für die Special Edition mit zwei DVDs vorgesehen. Positiv ist der inzwischen recht niedrige Preis für die (gebrauchte) DVD zu vermerken. Fans des Genres mögen vielleicht einen Blick auf den Film riskieren, aber auch die werden sich wohl etwas schwer tun.


Technische Angaben:
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Format: 16:9 – 1.77:1
FSK: ab 12
Spieldauer: ca. 119 Minuten

23 Bewertungen, 7 Kommentare

  • Juri1877

    17.07.2013, 18:58 Uhr von Juri1877
    Bewertung: sehr hilfreich

    in Kriegszeiten kann ein Feldwebel durchaus Zugführer sein und direkt einem Hauptmann unterstehen

  • knuddelfire

    22.04.2013, 20:35 Uhr von knuddelfire
    Bewertung: sehr hilfreich

    einen sonnigen Wochenstart LG

  • anonym

    21.04.2013, 19:33 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Damaris

  • Lale

    21.04.2013, 17:01 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • bella.17@live.de

    21.04.2013, 16:18 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße Annabelle.

  • katjafranke

    21.04.2013, 13:44 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Einen lieben Gruß KATJA

  • dik1609

    21.04.2013, 13:18 Uhr von dik1609
    Bewertung: besonders wertvoll

    LG. Freue mich über deine Gegenlesungen :-)