Precious - das Leben ist kostbar (Limited Gold Edition) (Drama) Testbericht
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- Action:
- Anspruch:
- Romantik:
- Humor:
- Spannung:
Erfahrungsbericht von Dr_Ed
Wenn das Leben härter als alles andere ist
Pro:
herausragende DarstellerInnen
Kontra:
nichts, sofern man bereit ist, sich auf den Film einzulassen
Empfehlung:
Ja
Es gibt Menschen, die haben in ihrem Leben noch nichts erlebt, aber trotzdem schon alles hinter sich und umgekehrt. Aber es gibt auch Menschen, die haben in ihrem Leben nur übles erlebt und noch längst nicht alles hinter sich, sondern eher noch vor sich. Meist stehen diese Menschen am untereren Ende der sozialen Skala und deren Leben war bisher auch alles andere als ein Zuckerschlecken. Eine solche Lebensgeschichte ist nun auch filmisch thematisiert worden. Was davon zu halten ist, dazu mehr in diesem Bericht.
### DER INHALT ###
~~~ wie so oft zuerst die „Gemeinwesen leistet täglich eine Art Netzwerkarbeit“-Kurzversion ~~~
Clareece „Precious“ Jones' Leben ist eigentlich schon vorbei, bevor es richtig begonnen hat. Zusammen mit ihrer Mutter lebt sie in Harlem und erwartet gerade ihr zweites Kind von ihrem Vater, der sie vergewaltigt hat. Sie kann weder richtig lesen noch schreiben und lebt von der Fürsorge. Von ihrer Mutter wird sie die ganze Zeit nur beschimpft und rumkommandiert. Als Clareece wegen ihrer Schwangerschaft auf eine Alternativschule kommt, ändert sich ihr Leben plötzlich radikal: Dank ihrer engagierten Lehrerin Ms. Rain lernt Clareece, dass es in ihrem Leben Dinge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Zum ersten Mal in ihrem Leben wird sie von ihren MitschülerInnen so akzeptiert, wie sie wirklich ist und auch ihre neue Sozialarbeiterin Mrs. Weiss engagiert sich für sie. Aber trotzdem hat Clareece noch das schlimmste vor sich...
~~~ und nun wieder die „Dr. Ed leistet täglich eine Art Sozialarbeit“ - Langversion ~~~
Clareece „Precious“ Jones (Gabourey Sidibe) hat bislang noch nicht viel gehabt von ihrem eher kurzen Leben. Sie ist ein übergewichtiger scharzer Teenager, der zusammen mit seiner Mutter (Mo'Nique) von der Fürsorge lebt. Sie kann weder richtig lesen noch schreiben und erwartet gerade ihr zweites Kind von ihrem Vater, der sie vergewaltigt hat. Von ihrer Mutter wird sie die ganze Zeit nur beschimpft und rumkommandiert. Als ihre Schulleiterin Mrs. Lichtenstein (Naella Gordon) mitbekommt, dass Clareece schwanger ist, verweist sie sie von der Schule und schickt sie zu einer Alternativschule, wo sie zumindest bis zu ihrer Niederkunft weiter unterrichtet werden soll.
Kaum an dieser Schule angekommen, ändert sich Precious' Leben radikal. Dank der engagierten Lehrerin Ms. Rain (Paula Patton) lernt sie, dass es im Leben noch andere Dinge als die Fürsorge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt. Da ihre MitschülerInnen auch alle eine Lese- und Rechtschreibschwäche haben, wird sie von denen als eine der ihren akzeptiert und man unterstützt sich gegenseitig. Da sich bei Clareece zuhause aber nichts ändert und ihre Mutter weiter die ganze Zeit nur rumkeift und nörgelt, vertraut sich Clareece der Sozialarbeiterin Mrs. Weiss (Mariah Carey) an und die setzt ebenso wie Ms. Rain alle Hebel in Bewegung, damit Clareece in ihrer Situation geholfen wird.
Als Clareece dann zur Geburt ihres Kindes ins Krankenhaus eingeliefert wird, freundet sie sich dort mit dem Krankenpfleger John (Lenny Kravitz) an. Zum ersten Mal in ihrem Leben hat Clareece das Gefühl, dass Menschen für sie da sind, um ihr zu helfen. Allerdings steht ihr das schlimmste noch bevor...
### MEINE MEINUNG ###
An der Inhaltsangabe lässt es sich ja unschwer erkennen, dass der Film ein Sozialdrama reinster Güte ist. Allerdings stammt dieser Film nicht – wie man meinen könnte – aus Großbritannien, sondern tatsächlich aus Amerika. Und was noch mehr verblüfft, ist die Tatsache, dass mit Mariah Carey und Lenny Kravitz zwei veritable Größen aus dem Rock- und Popbusiness in sehr uneitlen Nebenrollen mitspielen. Wenn man nicht wüsste, dass sie es sind, würde man sie gar nicht erkennen. Auch Mo'Nique, die Darstellerin der Mutter ist eigentlich eher als Musikerin bekannt und weniger als Schauspielerin, hat aber für ihre Rolle immerhin den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle erhalten.
Zunächst muss man sagen, dass die Hauptfigur von Clareece eine Menge Klischees in sich vereint: Sie ist ein dicker, unterprivilegierter, extrem bildungsschwacher Teenager, zudem noch vom eigenen Vater seit frühester Kindheit missbraucht und zu allem Überfluss auch noch geschwängert. Dazu kommt noch eine ständig keifende Mutter, die sie ständig beschimpft und ihren ganzen Frust sowie sämtliche Aggressionen an ihr entlädt. Vordergründig könnte man meinen, dass man es für eine Milieustudie mit diesen Startvorgaben für die Hauptfigur wohl doch ein wenig übertrieben haben könnte. Aber andererseits sind diese Klischees auch sowas wie Mittel zum Zweck, denn die Geschichte soll ja das Publikum aufrütteln, vor allem den Teil des Publikums, der sich derartige Lebenswelten aus eigener Anschauung nicht vorzustellen vermag.
Natürlich hätte man so etwas nicht unbedingt im schwarzen Ghetto irgendwo in den USA ansiedeln müssen, denn spätestens seit dem Fall aus dem österreichischen Amstetten, wo ein Vater seine Tochter jahrelang in einem Kellerverlies gefangen gehalten hat, sollte einem klar sein, dass solche Fälle in allen möglichen Milieus vorkommen können. Nichtsdestotrotz stammt die Romanvorlage der Autorin Sapphire für diesen Film aus den USA und da lag es natürlich nahe, den Film ebenfalls dort anzusiedeln. Und das bedeutet noch lange nicht, dass sich die dort wiedergegebenen Verhältnisse nicht auch auf andere Orte dieser Welt übertragen ließen.
Inhaltlich ist der Film also ziemlich schwere Kost, aber trotz aller Klischees gelingt es ihm, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Ein sich-der-Handlung-entziehen ist nahezu unmöglich. Aber man braucht schon ein ziemlich stabiles Nervenkostüm, um den Film bis zum Ende durchzustehen und ohne mit einem massiven Gefühl der Beklemmung klarkommen zu müssen. Das liegt auch an der sehr heftigen Umgangssprache, die in diesem Film gesprochen wird. Da wird aufs derbste geflucht und mit unflätigen Fäkalbegriffen nur so um sich geschmissen, was den Film aber nur umso lebensnäher wirken lässt. Nicht nur in dieser Hinsicht ist dieser Film brutal und schonungslos.
Auch das ständige Psychoduell, das sich Mutter und Tochter ständig liefern, ist an Heftigkeit kaum zu überbieten, wobei die Tochter meist den kürzeren zieht. Es ist fast schon ein brachialer Seelenstrip, der hier vollzogen wird und die beiden Darstellerinnen liefern hier eine herausragende Performance ab und Mo'Nique hat den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle durchaus verdient. Aber auch Gabouray Sidibe hat sich mit ihrer Rolle in jedem Fall für höhere Aufgaben empfohlen. Alle weiteren DarstellerInnen sind im wesentlichen nur Beiwerk, machen ihre Sache aber sehr gut und kommen in ihren Rollen glaubhaft rüber. Selbst unsere anfangs erwähnten Musikstars versprühen in ihren Rollen absolut null Glamour, sondern fügen sich nahtlos ins Gesamtbild ein.
Doch wo Tristesse ist, darf ein kleiner Hoffnungsschimmer nicht fehlen: Wie es sich für einen guten amerikanischen Film gehört gibt es auch im Dunkel von Clareece' Leben etwas Licht und zwar in Form der Lichtgestalt der Lehrerin Ms. Rain. Dadurch, dass Clareece die Chance erhält, auf eine Alternativschule zur Förderung junger Frauen mit Leseschwäche zu gehen, kann sich dort Ms. Rain ihrer annehmen. Die bringt ihr nicht nur das Lesen bei, sondern auch, Geschichten zu schreiben, um so ihre erlittenen Traumata aufzuarbeiten und sich mit ihnen auseinander zu setzen. Zusätzliche Hilfe erhält sie von der Sozialarbeiterin Mrs. Weiss, die die Gelegenheit nutzt, die familiären Verhältnisse in Clareece' Umfeld näher zu durchleuchten und sie aus diesem Sumpf rauszuholen versucht.
Inszenatorisch gibt sich dieser Film ziemlich nüchtern. Die grobkörnigen Bilder sind – je nach Umgebung – entweder in kalten, blassen Farben oder manchmal auch in wärmeren Tönen gehalten. Bunt wird es meist nur dann, wenn sich Clareece in ihre Traumwelt flüchtet, wo sie ein gefeierter, glamouröser Discostar ist. Passend dazu ist auch die Musik, die meist von bekannten R'n'B- und Soulstars wie Mary J. Blige, Queen Latifah und anderen bekannten Musikgrößen stammt. Auf unnötige Details wird weitestgehend verzichtet und auch unappetitliche Bilder bleiben uns bis auf wenige Ausnahmen erspart und die dienen auch nur als Mittel zum Zweck, um die Grausamkeiten zu versinnbildlichen, welche Clareece erdulden muss.
Insgesamt muss ich sagen, dass der Film meine Erwartungen zwar einerseits durchaus erfüllt hat, ich aber andererseits überrascht war, dass so ein Film nicht aus England stammt und von solchen Altmeistern wie Ken Loach oder Mike LEigh in Szene gesetzt wurde, denn die hätten den Film wahrscheinlich ähnlich gut hinbekommen.
### FAZIT ###
Wer auf lebensnahe Sozialdramen steht, der wird hier sicherlich bestens bedient. Alle, denen der Sinn nach Unterhaltung steht, die kommen allenfalls bedient aus dem Kino wieder heraus. Insofern eine eingeschränkte Empfehlung für Fans von Ken Loach oder Mike Leigh bzw. dem britschen Arbeiterkino, allen anderen sei eher abgeraten, weil das doch schon ziemlich schwere Kost ist.
### ABSPANN ###
Spielfilm USA 2009, 110 Min., FSK 12
Regie: Lee Daniels
Buch: Sapphire als Romanvorlage, Geoffrey Fletcher als Drehbuch
Kamera: Andrew Dunn
Musik: Lynn Fainchtain, Mario Grigorov
~ Clareece „Precious“ Jones – Gabouray Sidibe
~ Mary Jones – Mo'Nique
~ Ms. Blu Rain – Paula Patton
~ Mrs. Weiss – Mariah Carey
~ John der Krankenpfleger – Lenny Kravitz
~ Mrs. Lichtenstein – Naella Gordon
~ Cornrows die Schulsekretärin – Sherri Shepherd
~ Rita – Stephanie Andujar
~ Rhonda – Chyna Layne
~ Consuelo – Angelic Zambrana
~ Jermaine – Amina Robinson
~ Joann – Xosha Roquemore
~ Tootsie – Aunt Dot
~ Tom Cruise – Barrett Helms
~ Katherine – Kimberly Russell
~ Bunny – Abigail Savage
u.v.a.
40 Bewertungen, 10 Kommentare
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23.08.2010, 12:00 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschon gute schreiberei!
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03.08.2010, 17:50 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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31.07.2010, 20:22 Uhr von testwriter
Bewertung: sehr hilfreichmei hast das aba toll gschriebn lg
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31.07.2010, 17:51 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER ;)
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31.07.2010, 11:38 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH, für deinen guten Bericht.LG Bernd
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31.07.2010, 11:24 Uhr von Qantas
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Bericht. Grüße aus Köln.
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31.07.2010, 10:32 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ein wunderschönes sonniges wochenende
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31.07.2010, 05:41 Uhr von Lale
Bewertung: besonders wertvollAllerbesten Gruß *~*
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31.07.2010, 04:15 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichwünsche dir ein schönes wochenende lg. petra
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31.07.2010, 01:11 Uhr von Wuschel11
Bewertung: sehr hilfreichna du Kachelmännchen, wann kommt der Wetterbericht. grins lg
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