Der Menschenräuber (gebundene Ausgabe) / Sabine Thiesler Testbericht

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ab 8,96
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von _matthias_

Zu viel Zufälle - schade, Frau Thiesler!

3
  • Niveau:  anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  durchschnittlich
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  kein Humor
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  jedermann

Pro:

netter Stil, leicht zu lesen

Kontra:

Story unglaubwürdig, Dialoge, insgesamt unstimmig

Empfehlung:

Nein

== Einleitung ==

Wenn es den Spruch „Wie die Jungfrau zum Kinde“ nicht schon gegeben hätte, dann hätte man ihn für mich erfinden müssen. Für eine zweitägige Dienstreise war ich ein bisschen spät dran, stand gewissermaßen in Hut und Mantel an der Tür und … hatte mein aktuelles Buch vergessen. Geradezu panisch schnappte ich mir das Erste, was im Wohnzimmer herum lag. Ein Buch, das meine Frau gelesen hatte und dem Buch durchaus einen Unterhaltungswert zugestanden hat. Gesagt, getan – das Buch wanderte mit ins Gepäck.

== Sabine Thiesler ==

Obwohl die Autorin schon einige Jahre in der Bücherlandschaft herum geistert. 2006 begann der Zyklus Ihrer Romane mit dem Werk „Der Kindersammler“ im Jahr 2006, gefolgt von „Hexenkind“ und „Die Totengräberin“. „Der Menschenräuber“ ist 2011 im Heyne Verlag erschienen.

Die Autorin ist Baujahr 1957, war früher Schauspielerin und hat sich mittlerweile auf das Schreiben verlegt und hat es mit ihren Büchern wochenlang in diverse Bestsellerlisten geschafft.

== Der Menschenräuber ==
Die Geschichte ist gegebenenfalls kurz erzählt, kann aber auch in Romanlänge zusammengefasst werden. Jonathan ist ein erfolgreicher Fotograf und allem Anschein nach auch Eventmanager in Berlin. Seine Frau ist eine mindestens ebenso erfolgreiche Prima Ballerina an der Deutschen Oper und alles scheint nach heiler Welt auszusehen. Das ändert sich, als Jonathans Frau Jana unerwartet schwanger wird und nach einigem Zaudern Jana nachgibt und sich mit der neuen Situation arrangieren kann. Die Tochter Giselle wird zum Ein und Alles für Jonathan, die im Laufe ihres jungen Lebens zu einer begnadeten Zeichnerin und Künstlerin heranwächst.

Alles ändert sich, als Giselle vom betrunkenen Abiturienten Tobias an einer Kreuzung überfahren wird und stirbt. Jonathans Ehe zerbricht, sein Job ist er ebenfalls nicht mehr in der Lage auszuführen und so fasst er den Entschluss ohne Geld und ohne Habe ein neues Leben in der Toskana anzufangen.

Dass er in einem kleinen Dorf seine neue Frau – die blinde Sofia – kennenlernt und mit ihr und den Eltern Sofias das heruntergekommene Anwesen so herausputzt, dass es sich als Vermieter von zwei Ferienanwesen gut leben lässt.

Das Schicksal meint es scheinbar gut mit Jonathan, wenn ihn nicht die Vergangenheit einholen soll. Der Todesfahrer von damals tritt über Umwege wieder in sein Leben und Jonathan wird zum Menschenräuber – eine Zerreißprobe für alle Beteiligten beginnt, bei der es scheinbar Gewinner und Verlierer geben soll.

Zuerst ist anzumerken, dass der Stil von Sabine Thiesler durchaus flüssig ist. Es lässt sich leicht und schnell lesen, ohne dass man sich unnötig verkünstelte Sätze antun muss. Die Charaktere werden gut herausgearbeitet und gleiten widerspruchsfrei durch die Geschichte, auch wenn man den einen oder anderen Chrakterzug in seiner Beschreibung vermisst, bevor er einem 200 Seiten später plötzlich doch noch präsentiert wird. So scheint es Thiesler eben doch nicht ganz zu gelingen, die Figuren durchgängig ausführlich im Blick zu behalten.

Die Geschichte ist vordergründig sicher ein Kriminalroman, sicher kein Thriller. Letztendlich mutiert es aber doch zum Drama, zur Geschichte verzweifelter Menschen, die in ihrer Verzweiflung andere Menschen verletzten und gar zum Verbrecher werden. Das liest sich ganz nett, auch wenn die Beschreibung der wunderschönen Toskana sich leider oftmals nur auf die Beschreibung des Anwesens beschränkt, auf dem Jonathan Blumen pflanzt oder Bäumchen gießt.

Was aber wirklich stört, sind die Fügungen und Schicksalshelfer, die Sabine Thiesler für den Leser bereithält. Dass Menschen sich im Leben wiederbegegnen, ist verständlich, dass aber Thiesler eine Geschichte eingefangen hat, die jede Jackpot-Wahrscheinlichkeit im Eurolotto toppt, ist etwas schade. Ein wenig weniger hätte gut getan, so bleibt als Fazit eigentlich doch nur, dass man einen 463 Seiten langen Groschenroman vor sich hat, der sprachlich einiges zu bieten hat, auch wenn die Dialoge manchmal auch etwas flach wirken.

Die anderen Werke von Thiesler sollen besser sein, mir bleibt leider nur die Erkenntnis, dass „Menschenräuber“ mir die Zugfahrt zwar verkürzt, aber nicht zwingend versüßt hat.

== Sonstiges ==

Das Buch gibt es in der Taschenbuchversion zum Preis von 9,99 Euro, die gebundene Ausgabe ist für 19,95 Euro erhältlich. Ein Hörbuch gibt es ebenfalls im Angebot, das aber derzeit noch unverhältnismäßig teuer ist – über Sprecher und Ähnliches habe ich mich bisher nicht recht informiert.

Die längliche Leseprobe in diesem Bericht sucht ihr ebenfalls vergeblich – ich habe mir das Abtippen oder Kopieren schlichtweg gespart. Wer aber den „Blick ins Buch“ von Amazon nicht kennt, der kann hier durchaus einen Einblick in den Stil der Autorin gewinnen.

41 Bewertungen, 10 Kommentare

  • mima007

    02.04.2012, 13:30 Uhr von mima007
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Gruesse, mima007

  • anonym

    02.04.2012, 09:45 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruß und einen schönen Wochenanfang!

  • Miraculix1967

    02.04.2012, 00:43 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schönen Sonntagabend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • morla

    02.04.2012, 00:21 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    schönen abend noch lg. petra

  • FurkanYilmaz

    01.04.2012, 22:59 Uhr von FurkanYilmaz
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut vorgestellt. LG, Furkan

  • katjafranke

    01.04.2012, 22:50 Uhr von katjafranke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße...KATJA.

  • Lale

    01.04.2012, 22:18 Uhr von Lale
    Bewertung: sehr hilfreich

    Allerbesten Gruß *~*

  • anonym

    01.04.2012, 20:56 Uhr von anonym
    Bewertung: besonders wertvoll

    Sehr gute Vorstellung

  • XXLALF

    01.04.2012, 19:49 Uhr von XXLALF
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und einen schönen sonntag noch

  • uhlig_simone@t-online.de

    01.04.2012, 19:49 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Sonntagsgrüße v. Simone