FIFA Football 2005 (PC Spiel Sport) Testbericht

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Erfahrungsbericht von melli2021

super Fortsetzung

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ein Glanzpunkt von Fifa 2005 ist die TV-reife Stadionatmosphäre: Zu Beginn jeder Partie zeigen Kameraschwenks den Einlauf der Kicker. Auf den Rängen grölen Fans die Vereinsnamen oder Gesänge à la »Einer geht noch«. Vor Länderspielen erklingt sogar die Hymne des Heimteams. Nur die Kommentare der RTL-Veteranen Tom Bartels und Florian König sind meistens sehr unpassend.

Die Grafik hat sich seit Euro 2004 kaum weiter entwickelt, bleibt aber ansehnlich. Die Spielergesichter sind gelungen: man erkennt einige Starfußballer schon auf den ersten Blick. Lebensechte Gestik sorgt für Atmosphäre: Spieler protestieren gegen Karten oder schlagen nach vergeigten Torchancen die Hände vors Gesicht.

Fifa 2005 bietet 449 lizenzierte Vereine aus 25 Ligen. Hinzu kommen 39 Nationalteams. Spitzenklubs wie Bayern München glänzen durch Kombinationsfußball; schwache Mannschaften à la Eintracht Frankfurt zerstören das Spiel durch Fouls. Alle Kicker entsprechen den Vorbildern: Bayerns Roy Makaay etwa trifft aus allen Lagen ins Tor.

Unter den 20 lizenzierten und zehn fiktiven Stadien finden sich sowohl mehrstöckige Fußball-Tempel als auch Mini-Bolzplätze vor Plattenbau-Kulisse, Details wie Flaggen und Flutlichtmasten zieren die Arenen. Allerdings gibt\'s nur drei deutsche Sportplätze (Hamburg, Leverkusen, Dortmund); der Stadiontyp »Olympisch« erinnert wenigstens entfernt an die alte Münchner Arena. Einziger Schwachpunkt der ansonsten sehenswerten Stadien: Das 2D-Publikum ist sher pixelig.

Die künstliche Intelligenz der Kicker hat sich im Vergleich zu Euro 2004 leicht verbessert: Mitspieler erobern den Ball eigenständig, dreschen im Notfall das Leder aus dem Strafraum und erlaufen Pässe in den freien Raum. Die aufmerksamen künstlichen Intelligenz-Helfer sind allerdings nicht immer nützlich - etwa wenn Sie den Ball absichtlich zum Spielfeldrand bolzen wollen, um Ruhe in die Partie zu bringen. Dann kann es passieren, dass ein Mitspieler das Leder abfängt und gleich darauf an den Gegner verliert.

Die vier Schwierigkeitsgrade sind recht gut abgestimmt. Auf »Amateur« feiern selbst Einsteiger schnelle Erfolge. Fifa-Kenner sollten dagegen als »Halb-Profi« oder »Profi« starten. »Weltklasse« schließlich fordert selbst eingefleischte Spieler. Mit jeder Stufe gehen die Computergegner aggressiver in Zweikämpfe. Zudem halten sie den Ball länger in den eigenen Reihen, bis sie eine Lücke in Ihrer Abwehr finden. Allerdings betrügt die künstliche Intelligenz: Auf höheren Stufen rennen Gegner mit Ball schneller als Ihre Jungs ohne - unrealistisch und ärgerlich.

Fifa 2005 besinnt sich auf bewährte Komfortfunktionen. In der Verteidigung kann man einen Computer-Mitspieler zu Hilfe rufen - eine nützliche Funktion aus Fifa 2004, die viele Fans in Euro 2004 vermisst haben. Ebenfalls praktisch: Die künstlichen Intelligenz-Kollegen sprinten im Angriff wie in Fifa 2002 per »Lauf in die Spitze«-Befehl am Gegner vorbei. Im Trainingsmodus übt man Spielzüge wahlweise mit oder ohne Gegner.

Neben den Standard-Pässen mit (nicht abschaltbarer) Zielhilfe darf man in Fifa 2005 auch Bälle in den freien Raum schlagen - dann erläuft ein Mitspieler das Leder. Die »Off the Ball«-Steuerung ist wieder mit dabei: Per rechtem Analogstick steuert man einen zweiten Kicker. Dank der schlaueren Mitstreiter verliert dieser Spielzug jedoch an taktischer Bedeutung. Mit dem rechten Stick bestimmen Sie zudem den Effet von Freistößen und zaubern Tricks wie Übersteiger. Richtig gut funktioniert die Steuerung daher nur mit einem analogen Zehn-Tasten-Gamepad.

Die Animationen der Fifa 2005-Kicker sind flüssig und realistisch. Zum Beispiel spitzeln die Spieler zunächst einem Verteidiger den Ball vom Fuß, schirmen das Leder dann mit dem Körper ab und ziehen schließlich aus der Drehung ab. Dennoch verlaufen Spielzüge häufig nach dem gleichen Muster: Tore etwa fallen meist nach schnellen Vorstößen über die Flanke oder nach Freistößen. Hacken- oder Flugkopfball-Treffer à la PES 3 sind selten.

Die Ballphysik von Fifa 2005 hat stellenweise Aussetzer: Steile Schüsse springen wie Gummikugeln vom Boden - PES 3 macht\'s auch hier besser. Ärgerlich: Abstöße des Torwarts landen immer viel zu weit in der gegnerischen Hälfte. Auch Einwürfe sind unrealistisch lang. Taktik spielt in Fifa 2005 kaum eine Rolle. So darf man sein Team lediglich offensiv, neutral oder defensiv einstellen. Winkelzüge wie der Konter-Befehl von Pro Evolution Soccer 3 fehlen.

Fazit:
Fifa 2005 ist ein exzellentes, actionreiches Fußballspiel und macht eine Menge Spaß. Die selbstständigen künstlichen Intelligenz Mitspieler handeln deutlich realistischer als ihre hölzernen Fifa-2004-Kollegen. Und die Rückkehr der Komfortfunktionen (Lauf an die Spitze, etc.) bringt Pep in die Partien. Dank LAN- und Direct-IP-Modi kann man diesmal auch mit anderen Spielern über den Rasen hechten.

Fifa 2005 spielt sich immer noch zu unrealistisch und hektisch ab: Tore fallen meist nach schnellen Flankenläufen. Dafür stimmt bei EA der Langzeit-Spaß: Der motivierende Management-Modus beschäftigt einen wochenlang - obwohl man seinen eventuell geliebten Erstligisten zu Beginn nicht übernehmen darf.

Systemanforderung:
Mindestanforderung: 600 MHz Intel, 600 MHz AMD, 128 MB RAM, 1,2 GB Festplatte
Standardanforderung: 1 GHz CPU; 1GHz AMD, 256 MB RAM, 1,2 GB Festplatte, Gamepad
Optimalanforderung: 1,4 GHz CPU, 1400+ AMD, 512 MB RAM, 1,2 GB Festplatte
10-Tasten-Pad