FIFA Football 2005 (PC Spiel Sport) Testbericht

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Erfahrungsbericht von trampastheo

Wenn Pfosten und Latte den Gegner retten

Pro:

Langzeitspaß und Spieltiefe aufgrund des neu gestalteten Karrieremodus, verbesserte Grafik, Riesenvielfalt an Tormöglichkeiten und Spielertechniken, neuartiger Simulationsmodus der Begegnungen

Kontra:

Recht hoher Schwierigkeitsgrad, Terminplan der Mannschaften

Empfehlung:

Ja

Ich war besonders gespannt darauf, was sich EA Sports diesmal neues einfallen lassen würde, um FIFA 2005 noch interessanter zu kreieren, als den Vorgänger aus dem Jahre 2004, der wohl zu den besten Fußballsimulationen überhaupt gehört. Das war sicherlich einer der zwei Gründe, warum ich mir für 49 Euro das neue Fußballspiel für meinen PC gekauft habe. Der zweite liegt wohl daran, dass ich ein großer Fußballfan bin, der sich gerne mal auf seinem Computer mit einem Spiel dieser Art befassen möchte. Ich spiele die Fifa-Spiele seit 1997 und auch wenn ich zwischendurch immer wieder meine Unzufriedenheit bekannt gab, da sich oftmals von Jahr zu Jahr wenig am Gameplay der Spiele geändert hat, so habe ich es meistens genossen wochenlang vor dem PC zu sitzen und mit meiner Mannschaft an den Meisterschaften und europäischen Pokalen teilzunehmen. Was sich seit letztem Jahr bei der Fifa-Reihe geändert hat und den Spaßfaktor noch mehr fördern konnte, war der Managermodus, mit dem man eine Mannschaft nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch außerhalb, führen konnte. Genau dies ist auch bei Fifa 2005 das Hauptmerkmal des Spiels.

Gameplay
Noch nie hat Electronic Arts in einem Fußballspiel so viele neue Techniken und Details ins Game eingebracht wie bei Fifa 2005. Intelligenter Spielzüge, sensationellere Tore, schnelleres Spiel – das sind die Merkmale, die das Gameplay von Fifa 2005 ausmachen. Beeindruckt bin ich vor allem von den Torchancen bzw. erzielten Toren und wie sie zustande kommen. Pfostenschüsse sind so häufig der Fall wie nie zuvor. Die Latte rettet oftmals den gegnerischen Torwart vom Tor. Und Tore werden oftmals mit Hilfe des Innenpfostens erzielt. Nervzerreißend dagegen ist es, wenn nach einem Schuss der Ball entlang der Linie des gegnerischen Tores kullert und am Ende der Torwart doch noch rettet. All das finde ich am neuen Fifa 2005 besonders realitätsnah! Positiv daran ist, dass sich nichts Gravierendes an der Steuerung des Spiels im Vergleich zu den Fifa-Vorgängern geändert hat. Wie auch die meisten EA Spiele, wird mit den Tasten S, D und F geschossen, gepasst, geflankt und gefoult, während die W-Taste für einen Geschwindigkeitssteigerung des Spielers zuständig ist, der gerade den Ball hat.

Was bei Fifa 2005 besser umgestaltet wurde, sind die Managerfunktionen des Spiels. Der Karrieremodus ist hervorragend gelungen. Zum ersten Mal kann man gewonnene Punkte nach erfolgreichen Ergebnissen, in verschiedene Mannschafts-Merkmale umwandeln. Der Betreuerstab, der von den einfachen Trainerfunktionen für Abwehr und Sturm beginnt bis hin zum Fitnessprogramm und der Finanzfähigkeit des Managers geht, ist ein großes Plus bei diesem Karrieremodus. Damit kann man nach jedem erfolgreichen Match (Siege oder Unentschieden bei besseren Gegnern) Punkte in sein Team stecken. Als Manager beginnt man das Spiel ohne Sterne, doch mit der Zeit und wenn der Erfolg kommt, bekommt man als Manager die Sterne gutgeschrieben. Bis maximal fünf kann man erreichen (dafür muss unbedingt die Meisterschaft in der 1. Liga her bzw. langjährige Erfolge). Auch bei den Regeln des Spiels gibt es diesmal einiges zu melden. So wird der Vorteil für einen Fußballspieler meistens zugelassen. Selten pfeift der Schiri nach einem Foul ab, wenn der Ball weiterhin bei der gleichen Mannschaft bleibt. Er lässt den Vorteil zu, so dass man weiterspielen kann. Bei harten Fouls jedoch (meist von hinten) pfeift er ab und die gelbe Karte ist da schon oftmals der Fall. Auch mit der roten Karte wird vom Unparteiischen nicht gegeizt.

Das interessanteste für mich ist eine Mannschaft aus der 2. Liga zu übernehmen und dann versuchen diese in die 1.Bundesliga zu befördern. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die jeder haben wird (siehe Schwierigkeitsgrad des Spiels bei den Nachteilen von Fifa 2005), wird man es im Amateur-Modus doch schaffen können, seinen Ksc, die Eintracht aus Frankfurt oder den 1. FC Köln wieder in die Oberklasse aufsteigen zu lassen. Die große Herausforderung jedoch ist es bereits in der 2. Liga in den Begegnungen mit Erstligisten im Pokal zu bestehen. Das gibt enorm viele Punkte für den Manager des Teams und steigert auch damit die Verfassung der Mannschaft. In der 1. Liga wird man dann zwar vom Präsidium des Teams als ersten den Klasserhalt als Ziel zugeschrieben bekommen, aber das wird wohl nicht besonders schwierig sein. Schwieriger ist es, Meister zu werden oder eben seine Mannschaft in die Championsleague zu führen.

Grafik - Sound
Grafisch gesehen, hat sich Fifa 2005 wirklich maßgebend verbessert. Das gilt sowohl für das Spielfeld und die Spieler, als auch für die Tribüne. Letztere ist mittlerweile noch detailliert geformt worden (man sieht die Fans nun besser) und im Hintergrund mancher Stadien erkennt man sogar Häuser und Bäume. War auch mal Zeit, dass EA einiges an Grafik aus anderen Spielen (z.B. Anno 1503) mit in eines seiner Fußballspiele integriert. Die Spielergesichter sind exzellent getroffen (vor allem, die der großen Mannschaften), während das Spielfeld mit einigen Feinheiten ausgestattet würde, die es früher nicht gab. So regnet es z.B. in einer Partie und man erkennt, wie der Ball schwieriger aufhüpft bzw. Wasser vom Spielfeld mit aufspritzt. Wenn man ein beeindruckendes Tor erzielt, klatscht einem sogar der gegnerische Torhüter aus Respekt zu! Eigentlich kann man grafisch nicht mehr von einem Fußballspiel erwarten. Soundmäßig muss man EA Sports ebenfalls loben, denn man hat endlich Fangesänge so richtig ins Spiel integriert. Die schallen gewaltig durch mein Zimmer und wenn dann auch noch die Lautsprecher des PCs sehr hoch gestellt sind, bekommt man dadurch echte Stadionatmosphäre.

Vorteile des Spiels
Besonders gefallen hat mir diesmal der Simulationsmodus des Spiels. Zum ersten Mal überhaupt hat Electronic Art bei einem Fußballspiel die Simulation eines Matches so erweitert, dass es wirklich fast genau so interessant ist, wie das Spielen einer Partie selbst. Es kommt häufig vor, dass man mit seinem Team das Mittelfeld der Ligatabelle sicher hat und eigentlich an den letzten 3-4 Spieltagen ohne jeglichen Sinn in seinen Matches antritt. Wer hier Zeit sparen will, kann die Simulationsfunktion zu jedem Match im Karrieremodus einsetzen. Dabei wird die Begegnung ein Ergebnis haben, ohne dass man selbst die Partie über 4 Minuten (Minimum) ausgetragen hat. Die Simulation vergangener Fifa-Ausgaben verlief so, dass man sofort bei Betätigung der Simulationstaste eines Matches das Endergebnis geliefert bekam. Bei Fifa 2005 ist man nun Zuschauer, wie eine Spieltafel angezeigt wird und die Minuten der Partie vergehen. Das geht sehr schnell, doch der Modus blendet ständig die Torchancen, gelbe Karten und andere Höhepunkte der Partie ein. Wenn ein Tor fällt, wird das natürlich ganz groß mit „TOR“ angezeigt. Der Simulationsmodus ist so interessant, weil man eben mitfiebert, wie das Match ausgehen wird und ob die eigene Mannschaft dann am Ende siegreich den Platz verlassen wird. Doch es kommt noch besser: ist man unzufrieden mit dem Ergebnis und man verliert z.B. in der 70. Minute mit 2-1, so kann man intervenieren und ganz normal das Spiel bis zum Ende austragen. Das ist ein weiteres revolutionäres Feature des Spiels, welches es bis heute in dieser Form noch nicht gegeben hat.

Der Langzeitspaß von Fifa 2005 ist unumstritten. Man kann 15 Saisons nacheinander als Manager mit seiner Mannschaft unterwegs sein und dabei alle Meisterschaften und europäische Pokale absahnen. Doch es ist eben auch der Karrieremodus, der es möglich hat, durch Transfers, Bonuspunkte und richtiger Finanzpolitik so richtig viele Wochen mit dem Spiel Spaß zu haben. Die Spieltiefe geht jedoch über den Managermodus hinaus. So kann man auch selbst ein Turnier oder Liga kreieren. Bei einem Turnier kann man von 4 bis zu 32 Mannschaften daran teilhaben lassen (warum nicht die eigene Championsleague gründen?) und dabei erst in der Liga spielen lassen und dann im K.O.-System. Mit den Nationalmannschaften kann man ebenfalls Spiele austragen. Charisteas und Europameister Hellas sind übrigens hier auch mit von der Partie.

Nachteile
Auch wenn ich jedes Jahr eigentlich an dieser Stelle mit meist vielen Nachteilen zu EA Sports Ausgaben von FIFA ankomme, so muss ich zugeben, dass mir dieses Jahr lediglich zwei Dinge negativ aufgefallen sind. Als erstes wäre da der Schwierigkeitsgrad des Spiels. Der ist in meinen Augen, sogar im leichtesten Amateur-Modus, etwas zu schwer – vor allem für den neuen Spieler der Fifa-Reihe. Für mich, der seit Jahren alle Fifa-Spiele getestet und lange gespielt hat, fällt es aufgrund der perfekten Beherrschung der Steuerung der Spieler nicht schwer, aber trotzdem schwieriger als in den vergangenen Jahren. Die Abwehrspieler sind ohne Frage stärker programmiert worden, so dass man eigentlich nur durch schnelles Passspiel ans gegnerische Tor gelangen kann oder durch eine Flanke. Tore fallen viel schwerer und viele Chancen, die früher in Tore verwandelt wurden (z.B. Stürmer alleine gegen Torwart), gehen meistens erfolglos aus. Um besser mit dem Spiel auszukommen empfehle ich den Trainingsmodus, wo man vor allem Standartsituationen vorher testen kann.

Als zweites muss ich bemerken, dass Fifa 2005, trotz der genanten Features, die das Spiel so realitätsnah wirken lassen, wie nie zuvor, dass man wieder mit den Terminen der Bundsliga gepfuscht hat. Habe mich schon oftmals über EA ausgelassen, dass Europa Fußball nicht wie die NBA Basketball in den USA spielt. Es werden in Europa für ein Team niemals mehr als zwei Auswärtsspiele (in der Meisterschaft) aufeinander folgen. Und auch Heimspiele sind nur bis zwei nacheinander möglich. EA Sports hat sich wieder jedoch das amerikanische Modell der NBA vorgenommen, wo Teams 4 und 5 Mal nacheinander auswärts spielen. Das hätte man besser programmieren müssen bzw. es war wieder kein richtiges Teamwork mit der FIFA oder UEFA vorhanden, so dass man das Unwissen in diesem Sektor mit ins Spiel gebracht hat.

Fazit
FIFA 2005 hat tatsächlich eine weitere Steigerung gegenüber seinem Vorgänger aus dem letzten Jahr vorzuweisen. Es handelt sich um eine fast perfekte Fußballsimulation, bei der das Wort fast hätte eigentlich ganz wegbleiben können, wenn man noch auf diese 2 Feinheiten, wie ich zuvor erwähnt habe (siehe Nachteile) geachtet hätte. Ein vorzügliches Fußballspiel für jeden Fußballfan, mit allem drum und dran! Der Langzeitspaß durch den Karrieremodus ist eigentlich das Rezept des Erfolgs. Durch den Betreuerstab, der von den Erfolgen der Mannschaft profitiert, kann man sich am Ende ein Team aus der 2. Liga Deutschlands oder Englands aufbauen, was keine Probleme haben wird, mit den größten Fußballgiganten Europas anzutreten. Fifa 2005 bekommt von mir die volle Sternchenzahl, weil alles andere für das Spiel unfair sein würde.

40 Bewertungen, 4 Kommentare

  • LMF013

    07.03.2005, 22:39 Uhr von LMF013
    Bewertung: sehr hilfreich

    Echt bewundernswert!Muss man ihnen lassen!sehr außführlich mfg. LMF013 ps:freue mich über bewertungen von ihnen

  • Scheinshaxe

    27.12.2004, 00:16 Uhr von Scheinshaxe
    Bewertung: sehr hilfreich

    hab zwar mit fußball nicht so viel am hut, aber toller Bericht...Fg Scheinshaxe

  • Janny19

    25.11.2004, 08:34 Uhr von Janny19
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ja, der Bericht ist auch hier spitze! Wir hören voneinander!

  • Lenne

    25.11.2004, 08:02 Uhr von Lenne
    Bewertung: sehr hilfreich

    Fußball ist ja nich so meins, aber guter Bericht!