Monopoly Tycoon (Management PC Spiel) Testbericht

ab 19,03
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Erfahrungsbericht von Nokix

Alternative Brettspielumsetung für Kreative

Pro:

Interessante Neuinterpretation eines Brettspielklassikers, sehr atmosphärisch, gute Kameraführung

Kontra:

keine Story, langweilieges Questsystems

Empfehlung:

Ja

Monopoly Tycoon ist ein ausgearbeiteter und interessanter Wirtschaftssimulator, der das Grundkonzept von Monopoly zwar aufnimmt, letztendlich jedoch zu einem viel größeren und tieferen Spiel verarbeitet. Das Spiel beweist dabei seine Liebe zum Detail, leider ist die Missionstiefe dafür weniger überzeugend. Doch nun im Detail:

Spielkonzept:
Wenn man ein Brettspiel in abgewandelter Version auf den Markt bringt, so gilt es für die Entwickler immer zwei verschiedene Parteien glücklich zu machen, die sich zumeist sonst nur wenig begegnen. In diesem Fall sind das zum ersten die "Brettspielmonopolisten" und zum anderen die Wirtschaftssimulationsspieler. Dabei darf das Spiel für die erste Partei nicht zu schwer und abgehoben, für die zweite Partei nicht zu langweilig und engstirnig sein. Ein schwieriges Unterfangen, bei dem eine Win-Win-Situation nur schwer zu erreichen.
Bei Monopoly Tycoon verhält es sich dabei so, dass die Entwickler sich entschlossen haben, ein Spiel zu entwickeln, dass sich im ersten Moment erst einmal so gar nicht wie das Brettspiel anfühlt, ihm jedoch in vielem doch sehr ähnlich sieht und schlussendlich doch auf dem selben Prinzip wie das Original aufbaut. Die Wahrnehmungsentwicklung ist dabei durchaus positiv zu bewerten.

Spielerlebnis:
So beginnt das Spiel damit, dass der Spieler sich in der Stadt verschieden Blocks kaufen oder gegen seine Mitspieler ersteigern kann. Die Blocks haben dabei die Namen und Farben des Brettspiels, was eine schnelle Orientierung garantiert. Das begrenzte Budget, das einem dabei anfangs zur Verfügung steht, muss im Schritt 2 nun dafür herhalten, auf den gekauften Grundstücken Einkaufsgebäude zu errichten. Dabei kann man zwischen dutzenden Arten, Größen und Outfits der Gebäude entscheiden. Die Wahl des richtigen Gebäudes in der richtigen Straße ist dabei entscheidend, denn am Besten verkauft sich schmuck immernoch in der Schloßallee, während dagegen Kinobesucher eher in der Badstraße gefragt sind. Da, wie auch in der Realität, es jedoch mehr arme Schlucker gibt, wird das Kino letztendlich von mehr Leuten besucht und kann unter Umständen mehr abwerfen, als der exquisite Perlenverkäufer in der Schloßallee. Für den Reibach sind nun schlussendlich aber trotzdem die Kunden erforderlich. Sie betreten die Läden und lassen etwas Zaster für das benötigte Produkt auf unserem Konto liegen. Dadurch bilden sie die Parallele zum Mitspieler beim Brettspiel, der sonst beim betreten der eigenen Straße etwas Kleingeld hinterlassen musste.
Den Gegenspielern fallen nun vielmehr Konkurrentenrollen zu. Bis auf die Straßenversteigerungen geht es dabei wesentlich indirekter zu, als im Brettspiel: Der Mitspieler wird dann wie zum Ladenbesitzer gegenüber, der einem die Kundschaft wegschnappt und den man mit denraffiniertesten Methoden versucht vom Geldfluss abzuschneiden.
Natürlich gibt es in Monopoly Tycoon nocht weitere Parallelen zum Original, wie zum Beispiels die Mitshäuser und Hotels, die man auch erst bauen kann, wenn man alle Blocks einer Farbe besitzt, oder die Bahnhöfe und der Strom- und Wasserwerk. Deren genaue Bedeutung im Spielgeschehen würde jetzt zwar diese Rezension sprengen, doch kann vorweggenommen werden, dass diese Elemente adäquat umgesetzt wurden sind.

Steuerung:
Das 2001 erschienene Spiel entspricht längst nicht mehr den Steuerungsansprüchen moderner Spieler. Es müssen zu viele Fenster mit allgemeinen und umfassenden Statistiken geöffnet und wieder geschlossen werden, bevor eine Bau- oder Kaufentscheidung geschlossen werden kann. Wenn man beispielsweise Wissen will, welche Waren im jeweiligen Block im Augenblick gerne gekauft werden, muss man immer erst eine Karte öffnen, auf der sich alle Blöcke der Stadt befinden. Man muss noch einmal auf diesen klicken und dann noch auf die Knopf zum Anzeigen der beliebtesten Güter. Eine einfache Einblendung mit den wichtigsten Informationen beim Scrollen über den Block würde dabei immense Abhilfe schaffen, den Spielfluss verbessern und dem Anfänger Orientierung verschaffen. Doch bevor jemand denkt, man würde in diesem Spiel allein gelassen werden, soll gesagt sein, dass das umfangreiche und in gute Häppchen geschnittene Toturial keine Wünsche offen lässt. Beginnen tut es dabei mit den einfachsten Steuerungselementen, wie man sich auf der Karte bewegt (was ausgezeichnet gemacht ist) und steigert sich schließlich bis zu den Grundstrategien einer jeden Partie und wie diese effizient eingesetzt werden können.

Quests vs. Atmosphäre:
Das wohl größte Manko des Spiels ist wohl immernoch das fast nicht vorhandene Questsystem, geschweige denn der Abwesenheit jeglicher Art von Story. Vielmehr zelebriert das Spielt sein kapitalistisches Prinzip durch einfachst gestrickte Zielsätzungen ("X Verkäufe vor allen anderen Spielern tätigen!", "Geldbetrag X als erster Spieler erreichen!"). Diese Einfallslosigkeit ist nicht nur für den Spieler deprimierend und langzeitspaß-raubend, sondern auch für die Entwickler beschämend; denn ihre erschaffene Stadt ist so detailreich und fesselnd gemacht, dass es einfach fesseln muss (Es herrscht beispielsweise reger, realistischer Straßenverkehr, und die Tag-Nachtbeleuchtung erschaffen eine lebensnahe Stimmung). Auch die meist passenden Soundtracks gehen einem kaum auf die Nerven, da sie an Zahl und Abwechslung absolut aursreichend sind, im Gegensatz zur Spielvarianz selbst. Es gibt nur eine Karte und man folgt zu häufig den selben Standartprinzipien.

Fazit:
Wer Monopoly mag, könnte Monopoly Tycoon hassen; wegen seiner schlechten Queststellung und dem verschwendeten Potenzial dieser atmosphärischen Echtzeit-Wirtschaftssimulation. Doch man kann dieses Spiel, das mit seiner inhaltlichen Tiefe die Benennung "Tycoon" zurecht hat, auch dafür lieben, dass es viele Elemente des Brettspiels so kreativ, effizient und schön in ein völlig neues Spiel transferieren konnte.

35 Bewertungen, 12 Kommentare

  • peter_nordberg

    26.08.2010, 10:04 Uhr von peter_nordberg
    Bewertung: besonders wertvoll

    Schöner Bericht von dir. lg Peter

  • hotnici1989

    25.08.2010, 17:36 Uhr von hotnici1989
    Bewertung: sehr hilfreich

    super bericht lg nici

  • trullilu

    25.08.2010, 14:02 Uhr von trullilu
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grüße schickt dir trullilu !!!

  • larshermanns

    25.08.2010, 12:46 Uhr von larshermanns
    Bewertung: sehr hilfreich

    Grafik "sehr schlecht"? Für ein Wirtschaftsspiel aus dem Jahre 2001 ist die Grafik wirklich top! Bitte nicht Äppel mit Birnen vergleichen, zumal du die Grafik im Bericht und bei den Bildern sogar lobst. Hier liegt bei dir also ein klarer Widerspruch vor. LG, Lars

  • sigrid9979

    25.08.2010, 11:21 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gut gemacht...Lg Sigi

  • Iris1979

    25.08.2010, 10:16 Uhr von Iris1979
    Bewertung: besonders wertvoll

    Wow das wäre echt was für mich super Bericht. Liebe Grüße Iris

  • KleenerApfel

    25.08.2010, 02:13 Uhr von KleenerApfel
    Bewertung: besonders wertvoll

    Für mich eine schöne Analyse mit einem schönen Vergleich.

  • wakingtall2005

    25.08.2010, 02:03 Uhr von wakingtall2005
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr schöner Bericht, schönen Abend noch

  • Lanch999

    25.08.2010, 00:31 Uhr von Lanch999
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht! LG von Lanch999

  • morla

    25.08.2010, 00:27 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. ^^^^^^^^^^^^petra

  • anonym

    25.08.2010, 00:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreicher Bericht. LG

  • Humpen77

    24.08.2010, 23:58 Uhr von Humpen77
    Bewertung: sehr hilfreich

    Klasse Bericht! Lieben Gruß